Wie während des Ersten Weltkrieges kann heute wohl niemand bestreiten, dass alle kriegsführenden Staaten kapitalistische Mächte sind. Doch anders als während des Ersten Weltkriegs gibt es heute keine stark organisierte Arbeiter:innenbewegung. In vielen Ländern ist sie vielmehr demobilisiert und zersplittert. Doch auch heute gibt es in verschiedenen Ländern
Aktionen von Arbeiter:innen gegen Krieg und Militarismus. Sie können sich in die Tradition der Zimmerwalder Linken stellen.
Zimmerwald und Kiental sind zwei idyllische Schweizer Bauerndörfer im Kanton Bern auf rund 900 Meter Höhe. Vor mehr als 110 Jahren wurde dort für eine kurze Zeit Weltgeschichte geschrieben. Vom 5. bis 8. September 1915 tagten als Ornitholog:innen getarnt in der Pension Beau Sejour in Zimmerwald Vertreter:innen des …
So ist „Rebellisches Berlin“ erfreulicherweise kein Standardwerk der linken Berliner Geschichte geworden, sondern ebenso mit Mängeln und Widersprüchen behaftet wie die Bewegungen, die dort beschrieben werden. Das ist durchaus als Kompliment zu verstehen.
Rebellisches Berlin beschreibt die Berliner Stadtgeschichte von unten – von der Seite der Kämpfe, der versuchten kaum geglückten sozialen Revolution(en).“ (S. 13) So beschreiben die Herausgeber*innen ihr Buch, das im Covertext den Anspruch formuliert, „eine einzigartige Mischung aus Reiseführer und Geschichtsbuch“ und gleichzeitig ein „Standardwerk der linken widerständigen Geschichte Berlins“ zu sein. Die Autor*innen des mit über 800 Seiten voluminösen Werks müssen daran scheitern. Eine linksradikale Gegengeschichte braucht schließlich kein Standardwerk. Steht dieser Anspruch nicht auch im Widerspruch zum subjektivistischen Blick viele Autor*innen auf die Geschichte, wie sie vor allem in den ersten neun der 13 Kapitel deutlich wird? Das Buch beginnt mit einem Aufruf zur …