Sandvoß Hans Jürgen, Schutztruppe der Republik, Der Reichsbanner Schwarz-rot-gold in Berlin und Brandenburg 1924 bis 1933, Metropol-Verlag, ISBN: 978-3-86331-769-0, 36 Euro

Verpasste Einheitsfront

Eine besondere Stärke des Buches ist der kritische Blick, den Sandvoß auf die Politik des Reichsbanners bewahrt. Denn er verstand sich eben nicht nur als antifaschistische Kampforganisation. Seit seiner Gründung betonte die Organisation vielmehr ihre Frontstellung gegen rechte und linke Gegner*innen der Weimarer Republik. Die Kommunist*innen wurden nicht als linke Konkurrenz der SPD, sondern als Feind wahrgenommen. Diese Abgrenzung gehörte zu der DNA des Reichsbanners, lange bevor die KPD mit ihrer Sozialfaschismustheorie die SPD mit der NSDAP auf eine Stufe stellte.

Der Berliner Historiker Hans-Rainer Sandvoß hat sich mit seinen Forschungen über den sozialdemokratischen Widerstand gegen den deutschen Faschismus große Verdienste erworben. Letztes Jahr hat er im Metropol-Verlag unter dem Titel »Schutztruppe der Republik« ein Buch über das …

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Gruppe Panther & Co. (Hrsg.): Rebellisches Berlin. Expeditionen in die untergründige Stadt, Assoziation A, Hamburg 2021, 838 S.

Rebellisches Berlin-eine Buchbesprechung

So ist „Rebellisches Berlin“ erfreulicherweise kein Standardwerk der linken Berliner Geschichte geworden, sondern ebenso mit Mängeln und Widersprüchen behaftet wie die Bewegungen, die dort beschrieben werden. Das ist durchaus als Kompliment zu verstehen.

Rebellisches Berlin beschreibt die Berliner Stadtgeschichte von unten – von der Seite der Kämpfe, der versuchten kaum geglückten sozialen Revolution(en).“ (S. 13) So beschreiben die Herausgeber*innen ihr Buch, das im Covertext den Anspruch formuliert, „eine einzigartige Mischung aus Reiseführer und Geschichtsbuch“ und gleichzeitig ein „Standardwerk der linken widerständigen Geschichte Berlins“ zu sein. Die Autor*innen des mit über 800 Seiten voluminösen Werks müssen daran scheitern. Eine linksradikale Gegengeschichte braucht schließlich kein Standardwerk. Steht dieser Anspruch nicht auch im Widerspruch zum subjektivistischen Blick viele Autor*innen auf die Geschichte, wie sie vor allem in den ersten neun der 13 Kapitel deutlich wird? Das Buch beginnt mit einem Aufruf zur …

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