30 Jahre nach der Wende finden die Texte der linken DDR-Opposition wieder mehr Beachtung. Das macht deutlich, dass die offizielle Erzählung Risse hat

»Das Maß an Unterwerfung, die der Westen jedem Bewohner abverlangt«

Im Rück­blick von 30 Jahren zeigt sich, das Ronald Scher­nikaus Text vor dem DDR-Schrift­stel­ler­verband viel mehr Rea­li­tätssinn davon hat, was der Sieg des Kapi­ta­lismus bedeutet, als viele vor Frei­heits­lyrik trie­fenden Texte jener Jahre. Deshalb kann man heute sagen, Scher­nikaus Rede und der Aufruf zur Gründung unab­hän­giger Gewerk­schaften waren vor 30 Jahre eine Fla­schenpost, die erst später ver­standen werden wird. Sind wir heute soweit?

Nun sind die Fei­er­lich­keiten zum 30ten Jah­restag des Mau­er­falls auch schon Geschichte. Es gab natürlich viel Selbst­be­weih­räu­cherung der BRD. Doch die Erzählung, dass mit dem 9. November 1989 die Freiheit über die Tyrannei gesiegt hat, bleibt nicht mehr unwi­der­sprochen. Der Auf­bruch Ost ist eine Initiative junger Leute, die.….

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… und niemand über Antisemitismus und Neonazis. Kommentar zu den geplanten Gesetzesverschärfungen zur effektiveren Bekämpfung der Hasskriminalität

Alle reden über den Kampf gegen den Hass …

In Bie­lefeld haben Gerichte aus­ge­rechnet am 9. November, dem Jah­restag der Pogrome gegen Juden, eine Neo­na­zi­de­mons­tration gestattet, die sich mit einer dort inhaf­tierten Holo­caust­leug­nerin soli­da­ri­sieren will. Ende Oktober ent­schied das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Münster die Parole »Nie wieder Israel«, die auf einer Neo­na­zi­de­mons­tration skan­diert wurde, sei nicht strafbar und könne daher von der Polizei nicht ver­boten werden. Dabei würde mit einem Verbot gerade der mör­de­rische Anti­se­mi­tismus bekämpft, der als Trieb­kraft hinter dem Anschlag in Halle steht.

Die geplanten Geset­zes­ver­schär­fungen nach den rechten Anschlägen der letzten Wochen nehmen Gestalt an. Sie werden als .….

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