Natur und deutsche Geschichte Glaube – Biologie – Macht bis 7. Juni, täglich 10-18 Uhr, 7/3,50 Euro Deutsches Historisches Museum Hinter dem Gießhaus 3, Berlin-Mitte dhm.de/natur

GRÜNE AUTOBAHNEN

Eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum liefert nützliche Informationen über den deutschen Natur- und Umweltbegriff. Es ist ein Verdienst der Ausstellung, nicht nur die Umweltprobleme anzusprechen. Auf zwei Bildern ist zu sehen, wie Zwangsarbeiter für den deutschen Autobahnbau schuften mussten. Der Politikwissenschaftler Conrad Kunze hat in seinem Buch „Deutschland als Autobahn“ an diese in der deutschen Bevölkerung verdrängte Geschichte der Zwangsarbeit erinnert

Gleich am Anfang wird in einem Video das Themenfeld skizziert, das in der Ausstellung „Glaube – Biologie – Macht“ behandelt wird. Es reicht von einem Regenbogen-Bild aus der Zeit des Hochmittelalters über die Geschichte des Kartoffelanbaus in Deutschland bis zur Industrialisierung und endet mit dem Widerstand gegen das AKW Wyhl bei Freiburg. Damit sind sehr grob einige Stationen der Exposition umschrieben, der man bescheinigen kann, dass sie 800 Jahre deutsche Geschichte in Bezug auf Natur und Umwelt knapp und gut verständlich zusammenfasst. Wer sich zwei Stunden Zeit nimmt, wird an den Hörstationen kompetent über die unterschiedlichen Themenfelder informiert. Dabei wird man im Ausstellungsraum die Gesänge der Hildegard von Bingen hören, die im 12. Jahrhundert den Begriff der …

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Progresse Linke haben einen Anlass sich beim Münchner Gruselkabinett auf eine Seite zu stellen. Nötig wäre ein neuer proletarischer Internationalismus jenseits von Staat und Nation.

Wider die Propaganda von der regelbasierten Weltordnung – Sicherheitskonferenz: Masters of War tagten in München

Was steckt hinter dem ständigen Lamento der EU-Propaganda, dass die Trump-Administration die regelbasierte Weltordnung zerstöre. Es sind die Regeln der Ausbeuter und Kapitalisten in der Welt gemeint. Darauf sollte es von den Lohnabhängigen aller Welt nur eine Antwort geben: das ist nicht unsere Ordnung, das sind nicht unsere Regeln. Es sind die Regeln und es ist die Ordnung der Masters of War aller Länder.

In diesem Jahr bekam die sogenannte Münchner Sicherheitskonferenz besonders viel öffentliche Aufmerksamkeit. Schliesslich ist der Kampf unter den kapitalistischen Zentren voll entbrannt und die Konferenz in München ist eine Art Seismograph. Vor allem der innerimperialistische Konflikt zwischen den USA und der EU wird in München seit Jahren offen ausgetragen, seit die Trump-Administration zum zweiten Mal im Amt ist. Ein Höhepunkt war im letzten Jahr die Rede von …

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Das Argument 344: 35 Jahre Westdeutsche Einheit. Antikommunismus, Neoliberalismus, Bellizismus. Argument-Verlag 2026, 240 S., br., 20 €.

Argument-Sound« für die Krisenstimmung

Mitte Januar 2026 stellten Lukas Meisner, Anna Chiara Mezzasalma und Nikita Zagvozdkin als die neue Generation das von ihnen konzipierte Argumentheft 344 in der Bibliothek der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin vor. Meisner, der in den letzten Jahren schon mit seiner Streitschrift »Medienkritik ist links« für Diskussionen sorgte, bekräftigte, dass er das Argument weiter in einer Linie des pluralen Marxismus sieht, dabei aber ausdrücklich auch leninistische Positionen mit einbezieht. »

Von der Krise der Printmedien sind linke Publikationen besonders hart getroffen. Schließlich mussten diese schon immer mit einem schmalen Budget auskommen. Aktuell trifft daher viele Zeitschriften das Aus – ob die Printausgabe der »Konkret« oder jüngst das Wiener »Tagebuch«. Aus Berlin kommt hingegen eine erfreuliche Nachricht: Eine Publikation, die sich aus dezidiert linker Perspektive Politik und Kultur widmet und fast ein Jahr nicht mehr erschienen ist, wird in neuer Folge herausgegeben. Es handelt sich …

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Ak­ti­vis­t*in­nen erinnern an die Räumung des linken Hausprojekts in der Liebigstraße 14 vor 15 Jahren. Es sei nicht alles vergebens gewesen.

15 Jahre Räumung der Liebigstraße 14Keine reine Niederlage

Sie erinnern an den Eigentümer Suitbert Beulker, dem mehrere Häuser im Friedrichshainer Nordkiez gehörten – unter anderem die Rigaer Straße 94, in der das Hausprojekt bis heute weiterbesteht. Sie erzählen die Anekdote vom Miteigentümer Edwin Thöne, Geschäftsführer des Kinderschutzbunds in Unna. Ihn erreichten damals Tausende Postkarten, in denen er aufgefordert wurde, die Räumung der Bewohner*innen, darunter auch Kinder, zu verhindern: „Besetztes Haus in Berlin – Protest schwappt nach NRW“, titelte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung.

Geht das – ein Open-Air-Konzert an einem bitterkalten Berliner Winterabend? Tatsächlich: Rund 25 Menschen, dick eingepackt in Handschuhe, Schals und Mützen, stehen am Montagabend vor dem Wohnhaus in der Liebigstraße 14 in Friedrichshain und lauschen fast zwei Stunden lang den Mu­si­ke­r*in­nen Paul Geigerzähler und Mary Ocher. Dass die Stimmung unterkühlt anmutet, liegt aber nicht nur am eisigen Wetter. Es ist auch der Anlass des Konzerts: der Jahrestag der …

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Trend-Gründer Karl-Heinz Schubert blickt zurück

Berlin: Vor 30 Jahren erschien erstmals die »Trend«-Onlinezeitung

Die Onlinezeitung half bei der Organisation von zahlreichen Veranstaltungen und Kongressen, auch mit bundesweiter Beteiligung. Rund 120 Termine hat Schubert in den letzten 25 Jahren zusammengezählt. Doch es gab wie bei fast allen linken Projekten auch Brüche. Gerade die Kombination von linker Medienarbeit im Internet und der Organisation von linken Debatten im realen Leben war ein Markenkern von »Trend«, den Schubert auch weiterhin für unverzichtbar hält.

In einer Zeit, in der Printmedien ums Überleben kämpfen, ist es kaum vorstellbar, dass man vor gerade mal 30 Jahren mitleidig belächelt wurde, wenn man ankündigte, dass eine Zeitung künftig nur noch im Internet zu lesen sein wird. Darüber berichtete Karl-Heinz Schubert kürzlich im Stadtteilladen Lunte in Neukölln. Er hat in dem Buch »Bündnisse und Wendepunkte« die 25-jährige Geschichte  …

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Das Haus, das in Salzwedel an einer prominenten Ecke steht, wird vielleicht doch nicht abgerissen. Seine jüdischen Be­woh­ne­r*in­nen waren von den Nazis ermordet worden

Wo die Familie Hirsch Mode verkaufte

Die Salzwedeler Genossenschaft „Transformatives Wohnen“ will aus dem Haus eine öffentliche Begegnungsstätte machen. Gelingt dieser Plan, hätten alle Bewohner*innen der Stadt im Altmarkkreis etwas davon. Jetzt muss nur noch das Geld zusammenkommen, im Gespräch war zunächst eine Summe von 30.000 Euro. Und die Erben der Vorbesitzer*innen, denen die Mehrheit des Hauses gehört, müssen ausfindig gemacht werden und ihre Zustimmung zu den Plänen geben.

Unter den Fachwerkhäusern, die im Herzen des Städtchen Salzwedel in der Altmark stehen, fällt eines besonders auf. Es steht an der Stelle, an der sich die Straße verengt, gegenüber einem …

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Rolf Cantzen 2025: Deserteure. Die Geschichte von Gewissen, Widerstand und Flucht. zu Klampen! Verlag, Springe. ISBN: 9783987370304. 203 Seiten. 24,00 Euro.

Mit ihnen ist kein Krieg zu führen

Die Geschichte der Militärdienstverweigerung ist in Zeiten, in denen auch in Deutschland wieder von Kriegsfähigkeit geredet wird, von besonderer Aktualität. Wo so viel von Kriegsfähigkeit gesprochen wird, braucht es Menschen, mit denen kein Krieg zu führen ist. Die Geschichte der Deserteur*innen findet hier ihre Fortsetzung

„Das Reichskriegsgericht“ heißt eine Ausstellung, die bis Anfang 2026 in der Topographie des Terrors im Bendlerblock in Berlin zu sehen ist. Sie zeigt, wie mit der nationalsozialistischen Militärjustiz der antifaschistische Widerstand in Deutschland und vielen europäischen Ländern bekämpft wurde. Besonders zu begrüßen ist, dass dort viele wenig bekannte Beispiele von Widerstand und einer terroristisch eingesetzten Justiz aus Österreich, Belgien, Norwegen und Frankreich dokumentiert sind. Völlig ausblendet wird aber in der Ausstellung der lange Kampf um die Anerkennung, den Opfer der NS-Militärjustiz und ihre Angehörige noch bis in die 1990er Jahre in Westdeutschland führen mussten. Exemplarisch dafür findet sich in der Ausstellung kein Hinweis auf Ludwig Baumann. Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Opfer der NS-Justiz hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass Ende der 1990er Jahre die Menschen rehabilitiert wurden, die sich weigerten, am Angriffs- und Vernichtungskrieg Nazi-Deutschlands teilzunehmen. Dafür wird Baumann in dem Buch „Deserteure“ von Rolf Cantzen mit Recht gewürdigt. Der Journalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit …

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Siegfried Mielke (Hrsg.): Gewerkschafterinnen im NS-Staat, Biografisches Handbuch, Band 3. Metropol-Verlag 2025, 407 S., br., 26 €.

Von kämpfenden Frauen

Eine Reihe im Metropol-Verlag schreibt »vergessene« antifaschistische Geschlechtergeschichte. Frauen im Widerstand wurden lange vor allem als Lebensgefährtinnen von männlichen Antifaschisten erwähnt.»Gewerkschafterinnen im Nationalsozialismus« leistet einen wichtigen Beitrag für eine antifaschistische und feministische Erinnerungspolitik. Es ist zu hoffen, dass weitere Bände folgen.

Für die parlamentarische Politik in Deutschland haben die Widerstandskämpferinnen gegen den NS über die vergangenen Jahre klar an Bedeutung verloren. Das zeigt sich etwa in dem Gedenkstättenkonzept, das der rechtskonservative Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (CDU) vor einigen Wochen vorlegte. »Die politischen Häftlinge, ihr Widerstand und Überlebenskampf stehen nicht mehr im Fokus des Interesses«, schreibt der Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen (VVN-BdA) in einer Analyse des neu formulierten Konzeptes.Umso wichtiger wird deshalb Wissensproduktion, die sich mit der Geschichte des Widerstandskampfs befasst. Dazu gehört etwa ein Projekt am Fachbereich Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin (FU), das die politischen Biografien von …

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Nazis in der Ukraine sind kein russisches Narrativ, sondern politische Realität, wie sich dieser Tage am Umgang mit Stepan Bandera und Daniel Kapustin zeigte.

Stepan Bandera und Daniel Kapustin: Die Ukraine nach rechts ganz weit offen

Es sind eben nicht nur „Die dunklen Seiten der Geschichte“, wie der Titel eines aktuellen Buches über Bandera und seine Bewegung heißt. Es ist die dunkle Seite einer 2014 an die Macht gebrachten Fraktion des ukrainischen Nationalismus, die Faschisten von Anfang an mit an Bord hatte.

Am 1. Januar war es wieder soweit. In zahlreichen Städten in der Ukraine wurde dem Nationalistenführer Stepan Bandera gedacht, der am 1. Januar 1909 geboren wurde. Die Veranstaltungen, oft unterstützt von Priestern in der Soutane, Soldaten in Uniform  und Politikern sind gut dokumentiert. Auf den Fotos sieht man außerdem sehr gut die …

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Margot Overath: Verbrannt in der Polizeizelle. Die verhinderte Aufklärung von Oury Jallohs Tod im Dessauer Polizeirevier. Metropol-Verlag 2025. 281 Seiten. ca. 34.00 SFr. ISBN: 978-3-86331-754-6.

21 Jahre nach dem Tod von Oury Jalloh – die verhinderte Aufklärung

Die Journalistin Margot Overath hat in ihrem Buch "Verbrannt in der Polizeizelle. Die verhinderte Aufklärung von Oury Jallohs Tod im Dessauer Polizeirevier." beschrieben, wie staatliche Stellen die Aufklärung verhinderten.

Auch in diesem Jahr werden am 7. Januar wieder Demonstrant*innen in Dessau auf die Straße gehen. Sie erinnern an Oury Jalloh. Der junge Migrant verbrannte am 7.Januar 2005 an Händen und Füssen gefesselt in einer Dessauer Polizeizelle. Auch hier lautet die offizielle Version, Jalloh habe das Feuer in der Zelle selber gelegt. Eine Initiative von Freund*innen und Bekannten des Toten hat diese Version nie akzeptiert. Sie haben erst Kundgebungen und Demonstrationen in Halle und anderen Städten organisiert, dann haben sie Geld für Gutachten gesammelt, die die offizielle Version, dass das Opfer den Brand in dem Zelt gelegt hat, massiv erschütterte.  Es gab seit 2005 einen kleinen Kreis von Pressevertreter*innen die nicht einfach die offizielle Version der Polizei abschrieben. Dazu gehört die Rundfunkjournalistin Margot Overath. Sie hörte von Anfang an auch den Freund*innen und Bekannten zu und las auch die Akten gründlich. 2021 wurde sie für ihre Serie „Oury Jalloh und die Toten des Polizeirevier Dessau“ mit dem Deutschen Podcastpreis ausgezeichnet. Jetzt hat sie unter dem Titel „Verbrannt in der Polizeizelle“ (https://metropol-verlag.de/produkt/verbrannt-in-der-polizeizelle-die-verhinderte-aufklaerung-von-oury-jallohs-tod-im-dessauer-polizeirevier/) in ihrem im Metropol-Verlag erschienen Buch auf 281 Seiten noch einmal mit vielen Belegen dokumentiert, wie staatliche Stellen das Recht brachen und …

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Heinz Jürgen Schneider: Rote Marine. Verlag Tredition, Ahrensburg 2024, 500 Seiten, 19 Euro

Hamburgs Roter Widerstand

Ein historischer Roman über kommunistische Gegenwehr an der Alster. Wir können im Roman mitverfolgen, wie problem- los sich das Bürgertum an die braunen Machthaber anpasste. Auch bei der Repression gegen Linke konn- ten die Nazis an die Vorarbeit in der Weimarer Repu- blik anknüpfen. Im Buch sind mehrere Steckbriefe von Hamburger Kommunist*innen abgedruckt, die bereits von der Polizei der Weimarer Republik angelegt wurden.

Mehr als 35.000 Menschen versammelten sich am 21. März 1931 in Winterhude im Norden Hamburgs, um Ernst Henning das letzte Geleit zu geben. Es war auch ein Massenprotest gegen den NS-Terror. Denn der Metallgewerkschafter war in Hamburg bekannter Politiker der KPD und beteiligte sich auch im Rotfrontkämpferbund am Kampf gegen den aufkommenden NS-Faschismus. Am 14. März 1931 wurde Henning in einem Bus auf dem Rückweg von einer KPD-Versammlung von SA-Männern erschossen. Sein Begleiter wurde schwer verletzt und verlor ein Auge. Eine Berufsschullehrerin, die zufällig auch im Bus saß, wurde ebenfalls durch die Schüsse verwundet. Die faschistische Mordtat sorgte damals wegen ihrer Brutalität für große Empörung. Heute ist Henning über Hamburg hinaus kaum noch bekannt. Daher ist es sehr erfreulich, dass Heinz Jürgen Schneider seinen Geschichtsroman »Rote Marine« …

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Robert Klein, Koukoulofori Die Vermummten, Anarchie und Widerstand in Griechenland 1967 – 1996. Immergrün Verlag, 15 Euro, 391 Seiten, ISBN: 978­3­910281­11­0

Gegen Repression und Gefängnisse

Manchmal kann man anarchistische Texte an ungewöhnlichen Orten finden. So gab es zur Ausstellung Tiempo Muerto (Tote Zeit) von Juan Pablo Macias in der Galerie im Körnerpark in Berlin-Neukölln ein Begleitheft mit Texten zum mexikanischen und griechischen Anarchismus. Positiv ist zu bewerten, dass so auch einmal Ausstellungsbesucher*innen mit linksradikalen Texten in Kontakt kamen. Leider waren sie allerdings sehr akademisch verfasst, was die Lektüre erschwert. Das im Immergrün-Verlag herausgebene Buch Koukoulofori ist hingegen ein leicht verständliches Dokument über transnationale Solidarität.

Da soll man besser zu dem Buch „Koukoulofori Die Vermummten“ greifen, das anders als der Untertitel „Anarchie und Widerstand in Griechenland 1967 – 1996“ erwarten lässt, einen gut lesbaren Überblick über die griechische Linke jenseits der Kommunistischen Partei (KKE) bietet. Die Erwähnung der KKE ist deshalb notwendig, weil sich an ihr viele linke Gruppen abarbeiteten. Es blieb oft nicht bei verbalen Auseinandersetzungen, auf Demonstrationen gab es gelegentlich militante Auseinandersetzungen zwischen der KKE und den unabhängigen linken Gruppen, egal ob sie sich als Kommunistinnen, Anarchistinnen oder Sozialrevolutionär*innen verstehen. Sie alle haben in dem Buch von Robert Klein ihren Platz. Wer erfahren will, woher diese starken Konflikte im linken Spektrum herrühren, bekommt in dem Buch …

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Tanja Röckemann: Die Welt, betrachtet ohne Augenlider. Die Welt, betrachtet ohne Augenlider. Gisela Elsner, der Kommunismus und 1968. Verbrecher Verlag 2024. 405 Seiten. ca. 29.00 SFr. ISBN: 978-3-95732-605-8.

Die Grenzen kommunistischer Literatur

Eine Studie über die Schriftstellerin Gisela Elsner ist ein Stück linke Literaturgeschichte sowie Kritik der BRD der 1970er und 80er Jahre. Viele kennen Elsner höchstens aus dem Film „Die Unberührbare“ von 2000, in dem ihr Sohn Otto Röhler sie in der von Hannelore Elsner dargestellten Figur Hanna Flanders als drogenabhängige Salonkommunistin darstellt. Umso erfreulicher, dass die Wissenschaftsredakteurin Tanja Röckemann im Verbrecher Verlag ein Buch herausgebracht hat, das dem Leben und Wirken der Schriftstellerin Gisela Elsner gerecht wird.

„In der Bundesrepublik findet Zensur statt. Diese Zensur ist insofern schwer nachzuweisen, als sie nicht offen, sondern verdeckt vonstattengeht […]. Bei dieser Zensur handelt es sich um eine freiwillige Selbstzensur der Redakteure, Lektoren, Herausgeber oder Verlagsdirektoren.“ (S. 88) Das schrieb die Schriftstellerin Gisela Elsner 1986 in einem Brief mit dem Titel …

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Der Herbstsalon 2025 war bis zum 30. November 2025 im Gorki Theater und angrenzenden Gebäuden in Berlin zu sehen. Das Theaterstück „Das Rote Haus“ läuft am 30. Januar um 19.30 Uhr und am 1. Februar 2026 um 18 Uhr Uhr im Gorki -Theater.

Das Theaterstück „Das Rote Haus“ im Gorki Theater

Im Gorki Theater wird an eine Unterkunft von Arbeitsmigrantinnen erinnert - es ist auch ein Stück transnationale proletarische Geschichte. Die Arbeitsmigrant*innen wehrten sich in verschiedenen Städten gegen ihre Entrechtung am Arbeitsplatz, in den Wohnheimen und auch in der westdeutschen Gesellschaft. Ein Beispiel dafür ist das Wohnheim in der Westberliner Stresemannstrasse 30, damals ganz in der Nähe der Mauer. Dort lebten in den Jahren 1963 bis 1969 insgesamt ca. 1500 Frauen, vor allem aus Griechenland, Jugoslawien und der Türkei.

Um 21 Uhr muss Ruhe in den Zimmern sein. Das Spielen von Musikinstrumenten ist ebenso verboten wie das Empfangen von Besuch. Bei diesen Bestimmungen handelt es sich nicht etwa um eine Gefängnisordnung. Nein, hier handelt es sich um die Regeln für Bewohner*innen eines Münchner Heims für Arbeitsmigrantsmigrant*innen aus der Türkei und Jugoslawien in den 1960er und 18970er Jahren. Der jugoslawische Künstler Zelimir Zilnik drehte darüber 1975 einen Kurzfilm mit dem bezeichnenden Titel …

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Die Ausstelllung Heute noch morgen schon ist noch bis zum 6. April 2026 täglich von 10 – 18 Uhr im Museum Nikolaikirche am Nikolaiplatz in Berlin-Mitte zu sehen

Ausstellung in Berlin: Heute noch, morgen schon

Das Stadtmuseum zeigt eine Filmausstellung über die Wendezeit in Berlin .Dort wird der 1990 von Kerstin Bastian gedrehte den Dokumentarfilm »Die Männer der Vereinten Kraft« über ein Kollektiv von Arbeitern im Heizkraftwerk Mitte gezeigt, die schon früh vor neuen Nationalismus und Faschismus in Deutschland warnten.

Der Techno-Club Tresor im Berliner Bezirk Mitte ist über die Bundesgrenzen hinaus berühmt. Weniger bekannt ist, dass auf dem Gelände ein Heizkraftwerk gestanden hat, das die Ostberliner*innen mit Wärme versorgte. Über fünf der dort Beschäftigten drehte Kerstin Bastian 1990 den Dokumentarfilm »Die Männer der Vereinten Kraft«. Zu sehen ist er in der von Florian Wüst und Suy Lan Hopmann kuratierten Ausstellung …

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