Sie erinnern an den Eigentümer Suitbert Beulker, dem mehrere Häuser im Friedrichshainer Nordkiez gehörten – unter anderem die Rigaer Straße 94, in der das Hausprojekt bis heute weiterbesteht. Sie erzählen die Anekdote vom Miteigentümer Edwin Thöne, Geschäftsführer des Kinderschutzbunds in Unna. Ihn erreichten damals Tausende Postkarten, in denen er aufgefordert wurde, die Räumung der Bewohner*innen, darunter auch Kinder, zu verhindern: „Besetztes Haus in Berlin – Protest schwappt nach NRW“, titelte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung.
Geht das – ein Open-Air-Konzert an einem bitterkalten Berliner Winterabend? Tatsächlich: Rund 25 Menschen, dick eingepackt in Handschuhe, Schals und Mützen, stehen am Montagabend vor dem Wohnhaus in der Liebigstraße 14 in Friedrichshain und lauschen fast zwei Stunden lang den Musiker*innen Paul Geigerzähler und Mary Ocher. Dass die Stimmung unterkühlt anmutet, liegt aber nicht nur am eisigen Wetter. Es ist auch der Anlass des Konzerts: der Jahrestag der …
Dass die Räumung der Liebigstraße 14 Erfolg hatte, lag an einem Gerichtsurteil. Die zuständige Richterin sah in einer Stahltür, die die Bewohner*innen zum Schutz vor Nazi-Angriffen eingebaut hatten, einen Räumungsgrund. Am Montag wurde darüber informiert, dass diese Richterin, die auch für zahlreiche andere Räumungsurteile gegen Mieter*innen verantwortlich war, später wegen Nebentätigkeiten für die Immobilienwirtschaft in die Schlagzeilen geriet
Bitterkalt ist es am Sonntagnachmittag vor der Liebigstraße 14 im Nordkiez in Friedrichshain. Die 25 Menschen, die sich vor dem Haus eingefunden haben, tragen alle dicke Handschuhe. Die ziehen sie nur aus, um zu applaudieren. Vor dem Haus spielen Musiker*innen ein Open-Air-Konzert. Doch der Anlass der Zusammenkunft ist eigentlich traurig: Vor rund 15 Jahren, am 2. Februar 2011 wurde das damals …
Publikation zeigt den 138-tägigen Streik beim Bundesanzeiger aus Sicht der Beschäftigten. Dieser Tage wurde die Publikation im Buchcafé der Verdi-Bundesverwaltung in Berlin vorgestellt. Dabei ging es insbesondere um die Frage, warum Beschäftigte des Verlags überhaupt zu einem 138-tägigen Warnstreik bereit waren.
Warum soll man ein Buch über einen monatelangen Streik lesen, der letztlich ergebnislos blieb? Diese Frage beantworten der Verdi-Gewerkschaftssekretär Jan Schulze-Husmann und der langjährige Betriebsvorsitzende bei der Bundesanzeiger Verlag GmbH, Peter Trinogga, im Vorwort: …
2024 wurde die von ihm gegründete Ukrainische Pazifistische Bewegung mit dem Ludwig-Baumann-Preis des Carl-von Ossietzky-Fonds der Deutschen Friedensgesellschaft- Vereinigte Kriegsdienstverweiger ausgezeichnet. Baumann war Wehrmachtsdeserteur und hat sich für die Rehabilitierung der Männer, die sich geweigert haben, für das NS-Regime in den Krieg zu ziehen, eingesetzt. Kriegsverrat ist Friedenstat – das war das Motto von Ludwig Baumann
Dass viele junge Männer mit repressiven Methoden in der Ukraine zum Wehrdienst gezwungen werden, ist bekannt und wird auch kritisiert. Besonders gefürchtet sind die Greiftrupps, die Menschen von der Straße weg in die Kasernen transportieren. Jetzt droht auch …
Die junge Generation meldet darüber hinaus auch prinzipielle Zweifel an der Rolle als Regierungspartei an. Ein Mitglied des Bezirksverbandes Neukölln berichtet von zahlreichen Haustürgesprächen, die er vor der Bundestagswahl geführt hatte. Ihm sei die Hoffnungslosigkeit vieler Menschen aufgefallen, mit denen er sprach. »Die haben kein Vertrauen in die Politik. Manche konnten wir überzeugen, Die Linke zu wählen.« »Wohin aber«, stellte er in den Raum, »würden sich die Menschen wenden, wenn auch wir sie enttäuschen, indem wir die Bürgermeisterin stellen und trotzdem keine linke Politik im Alltag durchsetzen können?
»Von New York nach Berlin«: Nach der Wahl Zohran Mamdanis, eines linken Demokraten, zum Bürgermeister der US-Metropole bestimmt die Parole linke Debatten. Der Gedanke dahinter: Was in New York möglich ist, ist auch in Berlin möglich. Ein Blick auf die Wahlumfragen zeigt, mit Elif Eralp könnte eine Regierende Bürgermeisterin mit einem Parteibuch der Linken die Amtsgeschäfte von Kai Wegner (CDU) übernehmen. »Ho-, Ho-, Holen wir uns das Rote Rathaus«, schrieb der Landesverband kurz vor Weihnachten. Ist Die Linke darauf vorbereitet? …