AfD-Freunde kandidieren als Betriebsrat

Die kom­menden Betriebs­rats­wahlen, die vom 1. März bis 31. Mai 2018 statt­finden, werden bun­desweit größere Beachtung finden. Denn erstmals fordern Rechte mit popu­lis­ti­schen Parolen die DGB-Betriebsräte heraus. »Patrioten schützen Arbeits­plätze«, lautet einer der Slogans, mit der sie auf Stim­menfang gehen. Auf einer Website wird in ultra­rechter Manier über »Gesin­nungs­wächter am Fließband, im Büro und der Werk­statt« schwa­dro­niert, mit denen Schluss gemacht werden müsse.

Dass es sich dabei nicht um leere Worte handelt, zeigt das Zentrum Auto­mobil e.V., das vom Urge­stein der rechten Szene Oliver Hil­burger auf­gebaut wurde. Dessen Zen­trums­liste stellt mit zehn Prozent zwei Betriebsräte und gilt als Vorbild für den rechten Kampf im Betrieb. Mitt­ler­weile gibt es bun­desweit Nach­ahmer. Im Leip­ziger BMW-Werk tritt eine rechte Liste unter dem Namen »Inter­es­sen­ge­mein­schaft Betrieb und Familie« an. Auch bei Mer­cedes Benz in Rastatt und bei Opel in Rüs­selsheim laufen sich rechte Betriebsräte warm. Unter­stützt werden sie vom rechten Flügel der AFD und dem rechts­po­pu­lis­ti­schen Magazin »Compact«. Auf deren Kon­ferenz im November in Leipzig spielte die Unter­stützung der Betriebs­rats­kam­pagne eine zen­trale Rolle. Dabei ist es kein Zufall, dass der Focus auf die Beleg­schaften der Auto­mo­bil­wirt­schaft gelegt wird, die durch die Debatten über Die­sel­verbote und ein Ende des Auto­mo­bil­zeit­alters ver­un­si­chert sind.

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Peter Nowak