Bei der ganzen Aufregung um einen NPD-Gemeindevorsteher wird vergessen, dass in den 1980er sogar ein Bürgermeister sich mit NPD-Stimmen hat wählen lassen

Der nette Nazi von nebenan

1989 machte Hartmut Böhmer bun­desweit Schlag­zeilen, weil er sich von CDU und NPD zum Hers­felder Bür­ger­meister wählen ließ. Er sei von hes­si­schen CDU-Funk­tio­nären aus­drücklich zu diesem schwarz-braunen Bündnis gedrängt worden, recht­fer­tigte er sich.

Eigentlich ist die neo­na­zis­tische NPD auf dem abstei­genden Ast. Ihr laufen die Wähler weg. Und finan­ziell [1]sieht es auch nicht gut aus, seitdem sie in keinem Lan­des­par­lament mehr sitzt. Nun macht diese Rechts­partei bun­desweit Schlag­zeilen, weil ein pro­mi­nentes Mit­glied im hes­si­schen Alten­stadt ein­stimmig, das heißt mit den Stimmen von CDU, FDP und SPD, zum Orts­vor­steher der dor­tigen Wald­siedlung gewählt worden war. Die AfD, immer auf .….

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Schon früher gab es auf Ebene der Lokalpolitik Kooperationen mit der NPD

Unterstützung von rechts

Im hes­si­schen Ehrings­hausen saßen für die NPD viele Jahre Alfred und Doris Zutt im Gemein­derat. Sie wählten den Kan­di­daten der CDU gemeinsam mit den Freien Wählern zum Bür­ger­meister, dafür bekam Doris Zutt den Vorsitz im Umwelt­aus­schuss des Gemein­derats. Die Zutts setzten nach 1989 ihre Arbeit für die NPD in Meck­lenburg-Vor­pommern fort. Doris Zutt zog für die NPD in den Kreistag Müritz und in die Stadt­ver­tretung von Waren ein.

Die Amtszeit des NPD-Funk­tionärs Stefan Jagsch dürfte schnell zu Ende sein: Nach der bun­des­weiten Empörung über seine Wahl zum Orts­vor­steher im hes­si­schen Alten­stadt-Wald­siedlung haben sieben von neun Mit­gliedern des Gre­miums einer Abwahl zuge­stimmt. In den letzten Tagen hatten Politiker*innen von SPD, FDP und CDU ihre Par­tei­mit­glieder, die Jagsch zum Vor­steher des Orts­beirats gewählt haben, heftig kri­ti­siert. Der ehe­malige CDU-Gene­ral­se­kretär Peter Tauber sprach im Deutsch­landfunk von par­tei­über­grei­fender Nai­vität bei der Wahl. Er erklärte, dass die CDU nie für einen NPD-Mann die Hand heben werde. Aller­dings war die NPD in den 1970er und 1980er Jahren längst nicht so iso­liert. In meh­reren Gemeinden, in denen.….

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