Deutschland erinnert nur dann an die Opfer der eigenen Verbrechen in der Vergangenheit, wenn es daraus Kapital für seine Politik in der Gegenwart und Zukunft schlagen kann. Sowjetische Opfer haben in der BRD nie gezählt.
Spätestens nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine ging die Entsorgung der deutschen Verbrechensgeschichte mit Riesenschritten voran. Kaum jemand redet noch die über die multinational aufgestellte Rote Armee, jetzt waren es wieder die Russen und die waren schon lange das Feindbild. So ist es natürlich ein besonderer Triumph des deutschen Revanchismus, das Zeigen sowjetischer Symbole ausgerechnet rund um den 9. Mai zu verbieten
Am 22. Juni 1941 marschierte die deutsche Wehrmacht in die Sowjetunion ein. Es war der Beginn eines Vernichtungskriegs gegen die Bevölkerung der Sowjetunion. Der Historiker Dietrich Eichholtz fasste die mörderischen Folgen so zusammen: …
Während vor einigen Monaten viel darüber gesprochen wurde, wie sich zwei Kolonialmächte um die Kolonie Grönland streiten, wird wenig über das reale Geschehen in Grönland geredet. Die Umweltzeitung Der Rabe Ralf ist da eine Ausnahme.
Kaum jemand hat von Kryolith gehört. Dabei handelt es sich um ein seltenes Mineral, das vor allem in Grönland vorkommt. Schon 1905 hiess es in einem wissenschaftlichen Werk: „Der Kryolith ist von grossem praktischem Interesse, da er das einzige Mineral ist, das derzeit in Grönland abgebaut wird und das einzige, das jemals einen grösseren Ertrag erbracht hat.“ Daran hat sich lange nichts geändert. Bis 1987 wurde das für die Aluminiumherstellung gebrauchte Mineral in Grönland abgebaut. Die Gewinne flossen zum grössten Teil …
Am vergangenen Freitag konnte Eva Maria Michelmann nach über 150 Tagen Haft in syrischen Gefängnissen nach Deutschland zurückkehren. Sie war am 18. Januar 2026 in der nordsyrischen Raqqa verschwunden. Ihr Kollege Ahmet Polad ist aber weiterhin im Gefängnis.
Michelmann will sich nach ihrer Rückkehr nach Deutschland zunächst von ihrer Haft erholen und ist für Medien vorerst nicht erreichbar. Ihre Sorge gilt dem Schicksal ihres Kollegen Ahmet Polad, mit dem sie verhaftet wurde. Der Moderator für Özgür TV und Autor für Kurdistana Azad befindet sich weiterhin in syrischer Haft
Michelmann war am 18. Januar 2026 in der nordsyrischen Stadt Raqqa verschwunden, die lange unter Kontrolle der kurdisch-dominierten „Demokratischen Kräften Syriens“ (SDF) stand. An diesem Tag hatten …
Die auf sowjetische Geschichte spezialisierte Historikerin Inge Pardon verlas einen Brief von Frauen aus St. Petersburg, die an die mörderischen Folgen der Blockade der damals Leningrad genannten Stadt durch die deutsche Wehrmacht erinnerten. Sie warnte davor, dass Deutschland erneut Kriege gegen Russland plane. Dagegen sprachen sich auch der DDR-Radrennfahrer Täve Schur und der Theologe Eugen Drewermann in ihren kurzen Redebeiträgen aus.
Vor dem Brandenburger Tor in Berlin flatterten am Samstag blaue Fahnen mit weißen Friedenstauben. Auch einige rote Fahnen waren zu sehen. Rund 400 Menschen hatten sich dort zur Kundgebung »Russland ist nicht unser Feind« versammelt. Im Aufruf wird an den historischen Kontext erinnert: »Vor 85 Jahren, …
Dem Moderator für Özgür TV und Autor für Kurdistana Azad droht auch in seiner türkischen Heimat Verfolgung. Diese Gefahr ist noch gestiegen, weil das syrische Außenministerium Polad als hochrangigen Funktionär der mittlerweile aufgelösten kurdischen Arbeiterpartei (PKK) bezeichnet, die in der Türkei und in Deutschland verboten ist.
Eva Maria Michelmann war am 18. Januar in der nordsyrischen Stadt Raqqa verschwunden, die lange unter Kontrolle der kurdisch-dominierten „Demokratischen Kräften Syriens“ (SDF) stand. An diesem Tag hatten regierungsnahe islamistische Milizen und Einheiten der syrischen Übergangsregierung die Stadt und andere …
Zwar wurden in den mehr als 60 Jahren im Namen der kubanischen Revolution unbestritten viele Fehler gemacht. Zumal die EZLN immer wieder darauf hinwies, dass der Weg der Revolution nicht in der Machtübernahme einer kommunistischen Partei liegt. Umso beachtlicher ist es, dass die EZLN in der Stunde der größten Gefahr nun ihre Solidarität mit Kuba erklärt.
»Das kubanische Volk, das schon mehr als 60 Jahre durch die Regierungen der USA ökonomische, politische und militärische Aggressionen erlebt, wird nun an seine Grenzen gebracht. Schamlos erklären jene, die von oben herab der ganzen Welt den Krieg aufzwingen, ihre Ziele: das Volk von Kuba zu ersticken, um Investitionen und ›Entwicklung‹ zu fördern.« So formuliert es jüngst ein Solidaritätsaufruf mit der von den USA strangulierten kubanischen Bevölkerung. Die Botschaft stammt von der …
Der Film wird am 24. Juni ab 19 Uhr in der K9, Kinzigstraße 9 in Berlin-Friedrichshain gezeigt. Vorher wird die aktuelle Ausgabe der Zeitung Rabe Ralf mit dem Grönland-Schwerpunkt vorgestellt
Kaum jemand hat von Kryolith gehört. Dabei handelt es sich um ein seltenes Mineral, das vor allem in …
Georg K. Glaser: Die Geschichte des Weh. Erzählung, 2023, 224 Seiten, ça ira-Verlag Freiburg; - Georg K. Glaser: Geheimnis und Gewalt. Ein Bericht, 2022, 592 Seiten, herausgegeben von Michael Rohrwasser, ça ira-Verlag Freiburg
Der ça ira-Verlag legt die Schriften Georg K. Glasers neu auf, Peter Nowak stellt den Autor und zwei der Bände vor.
Am 17. Juni 1939 wurde Eugen Weidmann in Versailles mit der Guillotine geköpft. Es war die letzte öffentliche Hinrichtung in Frankreich. Danach wurden die Todesurteile in Gefängnissen vollstreckt. Der Grund dafür war, dass Weidmanns Hinrichtung zu einer Art Volksfest wurde. Tausende Zuschauer feierten den Tod des »Killers mit den Samtaugen«, wie er genannt wurde. Der 1908 in Frankfurt geborene Weidmann hatte 1937 in Frankreich …
Das war der große Pluspunkt der Konferenz und hier liegt auch die Perspektive. Protest gegen Big Tech kann nur gemeinsam mit den Beschäftigten erfolgreich sein, wie die Publizistin Nina Scholz in ihrem Eingangsreferat betonte. Auch eine Romantisierung des Kapitalismus früherer Phasen passt dazu nicht. Die Big-Tech-Branche hat vielmehr die Rolle übernommen, die vor Jahrzehnten die Kohlezechen und die Autoindustrie hatten. Wie damals ist auch heute der Kampf der dort Beschäftigten der Schlüssel. Dass dies zumindest auf der Konferenz unbestritten war, weckt Hoffnungen
Fast tausend Menschen aus ganz Deutschland und anderen Ländern kamen im April zur Konferenz „Cables of Resistance“ nach Berlin-Friedrichshain. Das Motto „Wir haben genug von Big Tech“ traf bei vielen einen Nerv. Drei Tage diskutierten Gewerkschafterinnen und Big-Tech-Beschäftigte mit wütenden Mietrebellen und Klimaaktivistinnen. Auf einem Panel berichteten Aktive von Stadtteilinitiativen über die Folgen von Big-Tech-Ansiedlungen. Dorothea von „Wir bleiben alle Friedrichshain“ beschrieb, wie der Amazon-Tower …
Es gibt mittlerweile die Webseite https://ulm5.info/de, auf der auch die Kurzbiographen der fünf Aktivist*innen zu finden sind, Dort gibt es auch die Möglichkeit, Fragen an einzelne Gefangene digital zu stellen, die dann von der Solidaritätsgruppe weitergeleitet werden. Es wäre sicher interessant, mit ihnen in den Austausch über antimilitaristische Praxis zu treten und dabei auch Kritikpunkte nicht auszusparen. Schließlich gehört zu einer Solidarität, die mehr ist als eine blinde Gefolgschaft, die kritische Auseinandersetzung.
Am 27. April 2026 begann im Justizgebäude des Hochsicherheitsgefängnis StuttgartStammheim ein Prozess gegen fünf junge Menschen aus unterschiedlichen europäischen Ländern. Sie nennen sich Crow, Leandra, Daniel, Vi und Zo. In der Solidaritätsbewegung werden sie als Ulm 5 bezeichnet. Sie befinden sich seit dem 8.September 2025 in verschiedenen Gefängnissen in Südwestdeutschland in Untersuchungshaft. An diesem Tag waren sie in die Filiale …
VVN-VdA (Hrsg.): Für den Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit. Die Verantwortung der Regierenden in Deutschland für Krieg und Völkermord, Die Buchmacherei 2026, 155 Seiten, 10 €.
Auf einer Podiumsdiskussion sollte es um die Vereinnahmung des Antifaschismus für rechte Politik gehen. Doch überwiegend stritt man über die Kufiya. Dass die Debatte nicht ausschließlich bei der Auseinandersetzung um die Kufiya in Buchenwald blieb, war vor allem dem Moderator der Veranstaltung, Gerhard Hanloser, zu verdanken. Schließlich sollte es um die Frage gehen, wie antifaschistische Traditionen und Begriffe von der herrschenden Politik aufgegriffen und genutzt werden.
Schon vor mehr als 20 Jahren wurde auf antifaschistischen Demonstrationen über die Kufiya gestritten. Mit dem traditionellen Tuch aus dem arabischen Raum wollen Träger*innen ihre Solidarität mit dem palästinensischen Widerstand ausdrücken. Israelsolidarische Antifaschist*innen sehen in der Kufiya dagegen ein antiisraelisches, manche auch ein antisemitisches Symbol. Am vergangenen Freitagabend wurde auf einer Podiumsdiskussion im Berliner Haus der Demokratie erneut über die politische Bedeutung des Tuchs debattiert. Auslöser war der Fall von …
Ak Antimilitarismus (Hg.): Die grosse Mobilisierung. Die Bundeswehr von der Wiederbewaffnung bis zur Kriegstüchtigkeit. Papyrossa Verlag 2025. 208 Seiten. ca. 22.00 SFr. ISBN:978-3-89438-856-0.
Auf der Buchvorstellung in Berlin kam aus dem Publikum auch die Frage, ob rechte Regierungen militaristischer sind als linke. Das verneinte Mitautor Jakob Reimann mit Verweis darauf, dass es in Deutschland eine Regierung unter Beteiligung der Grünen war, die wieder Krieg in Jugoslawien führte und dass sich auch in vielen anderen Ländern sozialdemokratische und linksliberale Parteien besonders militaristisch beispielsweise gegenüber Russland oder in Taiwan gegen China gerieren. Doch trotzdem ist die Aussage, es gebe bei der Kriegsbereitschaft keinen Unterschied zwischen linken und rechten Regierungen falsch und politisch desorientiert, weil sie Bündnisse mit Rechten vorbereiten könnte.Statt zu sagen, es gäbe keinen Unterschied zwischen links und rechts beim Kriegführen müsste es unsere Aufgabe sein, eine neue linke Bewegung aufzubauen, für die klar ist, dass Kriege zum Kapitalismus gehören wie die Wolke zum Gewitter und die sich auch dem antifaschistischen Credo verbunden fühlen - „Nie wieder Faschismus, Nie wieder Krieg.”
Im November 2025 feierte die Bundeswehr ihr 50-jähriges Jubiläum. Dieser Jahrestag sorgte in vielen bürgerlichen Medien für Aufmerksamkeit in einer Zeit, die von wachsender Kriegstüchtigkeit geprägt ist. …
»Die Inhaftierung von Eva Michelmann und Ahmet Polad widerspricht grundlegenden Menschenrechten, zu deren Einhaltung sich auch das syrische Übergangsregime verpflichtet hat.«Roland Meister Anwalt der Angehörigen von Eva Michelmann
Etliche Wochen wusste die Familie von Eva Maria Michelmann nicht, was mit der Kölnerin passiert war. Zunächst war der Kontakt zu der Journalistin Anfang des Jahres abgebrochen. Sie hatte sich in Syrien aufgehalten und zusammen mit ihrem kurdischen Kollegen Ahmet Polad aus den kurdischen Gebieten im Nordosten des Landes berichtet. Erst Ende Februar bekamen die Angehörigen die Information, …
Die beste Unterstützung für Michelmann und Polad wäre eine starke zivilgesellschaftliche Bewegung. Schließlich sorgten 2018 große Demonstrationen, Konzerte und Autokorsos dafür, dass Deniz Yücel aus türkischer Haft freikam. Auf den deutschen Staat hingegen können sich Journalist*innen nicht verlassen, auch und gerade nicht, wenn sie in einem Land
Am 18. Januar 2026 wurden die Kölner Journalistin Eva Michelmann und ihr kurdischer Kollege Ahmed Polad in Raqqa bei der Evakuierung eines Gebäudes durch Sicherheitskräfte der syrischen Übergangsregierung verhaftet. Michelmann und Polad hatten dort für kurdische Medien über die Angriffe auf die kurdische Selbstverwaltung berichtet. Über mehrere Wochen hin war dann ungewiss, ob die beiden Medienvertreter*innen noch am Leben waren. Sie waren spurlos verschwunden. Erst Anfang April wurde durch die Arbeit von …
Die zapatistische EZLN hat schon im Februar einen Solidaritätsaufruf mit Kuba verfasst, der eine gute Grundlage für Aktionen sein könnte. Nur in Deutschland bekommt man davon wenig mit. Woran liegt das?
„Das kubanische Volk, das schon mehr als 60 Jahre durch die Regierungen der USA ökonomische, politische und militärische Aggressionen erlebt, wird nun an seine Grenzen gebracht. Schamlos erklären jene, die von oben herab der ganzen Welt den Krieg aufzwingen, ihre Ziele: das Volk von Kuba zu ersticken, um Investitionen und „Entwicklung“ zu fördern. … Auf der Insel Kuba beabsichtigt das Grosskapital, ein neues Little Saint Jaimes zu errichten, die Insel von Jeffrey Epstein, auf der die Mächtigen der Welt ihr moralisches Heiligtum der Degradierung hatten. Das Kapital will keine Freiheit, sondern Sklaverei zu seiner touristischen Belustigung.” Das sind zwei Abschnitte …