Der Kasseler Kunstprofessor Daniel Hornuff will mit seinen Vorschlag eine Diskussion auslösen. Es ist auch ein Beitrag gegen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft.Hornuff beruft sich in seinem Plädoyer auf das Werbeverbot für Tabak, das in Deutschland wie in vielen anderen Ländern seit mehreren Jahren existiert und gegen großen Widerstand der Tabakindustrie durchgesetzt werden musste.
Die neue Kriegsfähigkeit Deutschlands wird zunehmend auch im Stadtbild deutlich. Bundeswehrwerbung ist allgegenwärtig. Große Banner preisen an zentralen Stellen in den Innenstädten die Vorzüge der Truppe. Auch auf den Außenseiten Bussen und Bahnen entkommt man der Militärwerbung nicht. Doch zunehmend trifft die Werbeoffensive im Tarnfleck auch auf Widerstand. So plädiert der Professor für Theorie und Praxis der Gestaltung an der Kunsthochschule der Universität Kassel, Daniel Hornuff, für …
»In Anlehnung an das in Deutschland gültige – und nach meiner Wahrnehmung weitreichende – Tabakwerbeverbot sollte auch ein Militärwerbeverbot ausgestaltet und mit gleicher Konsequenz durchgesetzt werden", so die Forderung des Kulturwissenschaftlers Daniel Hornuff.
Die neue Werbevideo-Serie Generation Wehrdienst sorgt aktuell für viel Aufsehen. Bundeswehr-Reklame ist in Zeiten, in denen der deutsche Staat alles dafür tut, dass das Land »kriegsfähig« wird, im Stadtbild allgegenwärtig. Große, teils riesige Banner preisen an zentralen Stellen die Vorzüge der Truppe. Auch an Bussen und Bahnen entkommt man der Reklame fürs Militär nicht. Doch zunehmend trifft die PR-Offensive in Flecktarn auch auf Widerstand. So weigerten sich …
Kilian Jörg: Das Auto und die ökologische Katastrophe. Utopische Auswege aus der autodestruktiven Vernunft. Transcript Verlag, Bielefeld 2024, 388 Seiten, 24 Euro,
Aufgeblättert: »Das Auto und die ökologische Katastrophe« von Kilian Jörg. Der Autor gibt eine Erklärung, warum das Auto zum weltweiten Statussymbol werden konnte und trotz der Klimakrise noch immer ist
Die Rechten in vielen Ländern bekommen auch deshalb Zustimmung, weil sie sich zu Verteidiger*innen des Automobilismus aufspielen. Dabei war das Auto noch Anfang des 20. Jahrhunderts bei großen Teilen der Bevölkerung überhaupt nicht beliebt. Vor über 100 Jahren war es sogar gefährlich, in proletarische Gegenden mit dem Auto zu fahren, schreibt der in Wien lebende Philosoph Kilian Jörg in dem Buch …
In Berlin-Neukölln erinnerte der Autor Conrad Kunze unter anderem daran, dass der Bau der Rennpisten für den motorisierten Verkehr in der Nazizeit viele Opfer unter Zwangsarbeitern forderte.
Aber Hitler hat doch die Autobahn gebaut. Diesen Spruch, der das verbrecherische NS-Regime relativieren sollte, hörte man bis in die 1980er Jahre in der BRD sehr oft. Als die ehemalige TV-Moderation Eva Herman 2007 in einer ARD-Talkshow behauptete, wir führen heute alle auf von den Nazis gebauten Autobahnen, wurde sie der Sendung verwiesen. Dabei hatte Herman in der Sache recht, sagt der Kulturwissenschaftler Conrad Kunze. Er hat über die Geschichte der Schnellstraßen in Deutschland geforscht und seine Ergebnisse in dem Buch »Deutschland als Autobahn« (Transcript-Verlag) veröffentlicht. Am Donnerstagabend stellte er seine Thesen in Berlin zur Diskussion. Während der Veranstaltung, die zum Begleitprogramm der aktuellen Ausstellung »A 100 – Operation Beton« im Museum Neukölln gehört, erläuterte er, dass der Autobahnbau in den 1930er Jahren in großen Teilen der Bevölkerung …