Warum bewegt der blutig niedergeschlagene Aufstand der iranischen Bevölkerung die Linke so wenig?

»Kommt, seht das Blut in den Straßen«

Liegt es vielleicht auch daran, dass manche Linke befürchten, dass die vom iranischen Regime aufgebaute Achse des Widerstands gegen Israel mit dem Ende des Regimes endgültig zusammenbricht? Bei solch einer Unterstützung handelt es sich um eine Förderung islamistischer, reaktionärer und dschihadistische Kräfte in Irans Nachbarländern, die Navid Shomali von der iranischen kommunistischen Tudeh-Partei in einem Interview mit der »Jungen Welt« klar benennt.

Auf der internationalen Bühne wechseln die politischen Themen fast täglich. In Syrien droht die kurdische Selbstverwaltung durch die herrschenden Islamisten zerstört zu werden. Der Streit zwischen den kapitalistischen Kolonialmächten um Vorherrschaft verschärft sich. Da gerät schon wieder etwas in den Hintergrund, dass vor wenigen Tagen im Iran ein Aufstand von großen Teilen der Bevölkerung stattgefunden hat, bei dem Menschen in vierstelliger Zahl von den Repressionsorganen des Regimes ermordet wurden. Trotz der Abschaltung aller sozialen Medien durch das Regime drangen Bilder von Leichen auf den Straßen aus dem abgeschotteten Land. Augenzeug*innen berichteten von Szenen auf iranischen Straßen, die an die berühmten Zeiten in Pablo Nerudas Poem »Erklärung einiger Dinge« erinnert: …

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