Das Milieu, in dem sich der Attentäter von Wächtersbach bewegte, hatte mit dessen extrem rechter Gesinnung kein Problem. Viele wollen das nicht wahrhaben.

Wenn niemand die Rassisten stoppt

Etwa 250 Men­schen demons­trierten am Samstag in Wäch­tersbach gegen Ras­sismus. Einen Tag danach erin­nerte nichts mehr an den Mord­an­schlag auf einen Eri­treer

Etwa 250 Men­schen demons­trierten am Samstag in Wäch­tersbach, einer Klein­stadt zwi­schen Frankfurt am Main und Fulda im hes­si­schen Main-Kinzig-Kreis, gegen Ras­sismus. Auf­ge­rufen hatten migran­tische Gruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet; aber auch einige Bewohner des Orts betei­ligten sich daran.,Fünf Tage zuvor hatte Roland K. in der Wäch­ters­bacher Indus­trie­straße auf einen Mann aus.…

„Wenn niemand die Ras­sisten stoppt“ wei­ter­lesen
Der rassistische Mordversuch in Wächtersbach wirft Fragen auf

War der Rechtsterrorist Brevik das Vorbild?

Wollte auch der Täter von Wäch­tersbach am 22. Juli ein faschis­ti­sches Fanal setzen? Und wird dieser Tag zu einer beson­deren Mar­kierung für soge­nannte einsame Wölfe unter der inter­na­tio­nalen Rechten, an dem sie ein mör­de­ri­sches Zeichen setzen? Müssen wir uns also jetzt womöglich vor jeden 22. Juli fürchten, dass die Rechten irgendwo auf der Welt in Gedenken an Brevik wieder zuschlagen?

Nun hat auch ein Sprecher der Bun­des­re­gierung den Mord­versuch am Montag in der hes­si­schen Stadt Wäch­tersbach als »abscheu­liche Tat« ver­ur­teilt. Am 22. Juli hatte der 55jährige Roland K. in der Indus­trie­straße am Rande von Wäch­tersbach auf einen Mann aus Eritrea geschossen​.Er über­lebte nach einer Not­ope­ration schwer ver­letzt und ist mitt­ler­weile außer Lebens­gefahr. Wenige Stunden später fand die Polizei den Täter tot in seinem Auto. Dort fanden sich auch weitere Waffen und ein Abschieds­schreiben. Bisher gibt die Polizei den Brief nicht frei und so wachsen die Spe­ku­la­tionen. Mitt­ler­weile ver­melden Medien, dass darin ras­sis­tische Motive zu finden seien. Zudem habe der Täter darin erklärt, dass er.…

„War der Rechts­ter­rorist Brevik das Vorbild?“ wei­ter­lesen
Im hessischen Wächtersbach schoss ein Deutscher einen Eritreer nieder

Rassistischer Mordversuch

»Wenn man sich in Wäch­tersbach enga­giert, muss man schon mal mit rechten Droh­briefen rechnen«, erklärt auch Stephan Siemon von der Wäch­ters­bacher Buch­handlung »Dichtung und Wahrheit« gegenüber »nd«. Er gehört zum Unter­stüt­zer­kreis für Geflüchtete im Ort und wurde selber schon zum Ziel rechter Dro­hungen.

»Utøya 2011, München 2016, Wäch­tersbach 2019?« Diese alar­mie­rende Über­schrift trägt eine Pres­se­er­klärung der Kreis­tags­fraktion der LINKEN im Main-Kinzig-Kreis. Auch die Justiz unter­sucht mitt­ler­weile, ob in der hes­si­schen Klein­stadt am Montag ein rechtes Attentat geplant war. Am 22. Juli hatte der 55-jährige Roland K. in der Indus­trie­straße am Stadtrand auf einen Mann aus Eritrea geschossen. Er wurde schwer ver­letzt und ist nach einer Not­ope­ration mitt­ler­weile außer Lebens­gefahr. Wenige Stunden später fand die Polizei den Täter leblos in seinem Auto. Er hatte sich erschossen​.Im Auto sowie in der Wohnung des Mannes wurden weitere Waffen sowie ein Abschieds­brief gefunden. Der Inhalt wird derzeit von der Polizei aus­ge­wertet. Darin könnte es Ant­worten auf die zahl­reichen Fragen geben, die sich aktuell stellen. Der Fall wird von den Ermitt­lungs­be­hörden mitt­ler­weile als ras­sis­tisch eingeordnet.Auch das Datum könnte eine Rolle spielen: Am 22. Juli 2011 ermordete…

„Ras­sis­ti­scher Mord­versuch“ wei­ter­lesen