Das Milieu, in dem sich der Attentäter von Wächtersbach bewegte, hatte mit dessen extrem rechter Gesinnung kein Problem. Viele wollen das nicht wahrhaben.

Wenn niemand die Rassisten stoppt

Etwa 250 Men­schen demons­trierten am Samstag in Wäch­tersbach gegen Ras­sismus. Einen Tag danach erin­nerte nichts mehr an den Mord­an­schlag auf einen Eri­treer

Etwa 250 Men­schen demons­trierten am Samstag in Wäch­tersbach, einer Klein­stadt zwi­schen Frankfurt am Main und Fulda im hes­si­schen Main-Kinzig-Kreis, gegen Ras­sismus. Auf­ge­rufen hatten migran­tische Gruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet; aber auch einige Bewohner des Orts betei­ligten sich daran.,Fünf Tage zuvor hatte Roland K. in der Wäch­ters­bacher Indus­trie­straße auf einen Mann aus.…

„Wenn niemand die Ras­sisten stoppt“ wei­ter­lesen
Der 55-jährige Roland K. hat am 22. Juli auf einen Mann aus Eritrea geschossen und ihn schwer verletzt. In seiner Nachbarschaft soll er als „Asylantenhasser“ bekannt gewesen sein.

Rassistischer Mordversuch mit Ansage

Der Mord­versuch hat den Fokus auf die auch bun­desweit rele­vante rechte Szene in Wäch­tersbach und Umgebung gerichtet

Noch ist unklar, ob Roland K., der am 22. Juli 2019 in Wäch­tersbach einen Mann aus Eritrea durch Schüsse schwer ver­letzte, in rechten Zusam­menhang aktiv war. Klar ist aber mitt­ler­weile, dass es sich um einen …

„Ras­sis­ti­scher Mord­versuch mit Ansage“ wei­ter­lesen
Der 26-jährige Eritreer war offenbar ein Zufallsopfer / Mahnwache in Wächtersbach

Der Täter prahlte in der Dorfkneipe

Die Tat soll Roland K. in der Kneipe sogar mit den Worten ange­kündigt haben, dass er jetzt einen »Halb­schwarzen« abknallen werde, berichtet der »Stern«. Nach der Tat sei er noch mal ins »Mart­inseck« zurück­ge­kehrt und habe bei zwei Bier mit den Schüssen geprahlt. Offenbar nahm niemand Anstoß daran.

Es war eine in Deutschland bislang ein­zig­artige Tat: Ein Mann fährt mit dem Auto durch die Gegend, um gezielt auf einen Geflüch­teten zu schießen. Nur durch Glück über­lebte ein 26-jäh­riger Fami­li­en­vater aus Eritrea die Tat. Dreimal schoss der 55-jährige Roland K. auf sein Opfer in der Indus­trie­straße im hes­si­schen Wäch­tersbach (Main-Kinzig-Kreis), traf jedoch nur einmal. Mit einem Bausch­schuss wurde der Eri­treer not­ope­riert; er befindet sich außer Lebens­gefahr. Mitt­ler­weile spricht auch die Bun­des­re­gierung von einer ras­sis­ti­schen Tat und folgt in ihrer Ein­schätzung den Ermitt­lungs­be­hörden, die bereits am Dienstag die Tat als ras­sis­ti­schen Mord­versuch ein­stuften. Hin­weise für eine rechte Gesinnung des Täters will sie aber bislang nicht haben. Der zuständige Ober­staats­anwalt in Frankfurt am Main sagte, dass es bislang keine belast­baren Erkennt­nisse darüber gebe, »dass Kon­takte in die rechts­na­tionale oder rechts­ex­treme Szene bestanden«. Der Ver­dacht aber besteht wei­terhin. Es gibt nämlich durchaus Hin­weise darauf, dass …

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