Eva Michelmann und ihr Kollege Ahmed Polad sind seit Januar in syrischer Haft. Die Bedingungen grenzen an Folter. Die Bundesregierung tut zu wenig.

Unterlassene Hilfeleistung

Die beste Unterstützung für Michelmann und Polad wäre eine starke zivilgesellschaftliche Bewegung. Schließlich sorgten 2018 große Demonstrationen, Konzerte und Autokorsos dafür, dass Deniz Yücel aus türkischer Haft freikam. Auf den deutschen Staat hingegen können sich Jour­na­lis­t*in­nen nicht verlassen, auch und gerade nicht, wenn sie in einem Land


Am 18. Januar 2026 wurden die Kölner Journalistin Eva Michelmann und ihr kurdischer Kollege Ahmed Polad in Raqqa bei der Evakuierung eines Gebäudes durch Sicherheitskräfte der syrischen Übergangsregierung verhaftet. Michelmann und Polad hatten dort für kurdische Medien über die Angriffe auf die kurdische Selbstverwaltung berichtet. Über mehrere Wochen hin war dann ungewiss, ob die beiden Me­di­en­ver­tre­te­r*in­nen noch am Leben waren. Sie waren spurlos verschwunden. Erst Anfang April wurde durch die Arbeit von …

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