Pflegebeschäftigte feiern ihren Beruf und protestiert gegen schlechte Arbeitsbedingungen

Care Walk zieht durch Mitte

Rund 1.000 Men­schen fordern am Sonntag laut­stark bessere Bedin­gungen in der Pflege

Die Melodie des ita­lie­ni­schen Partisan*innen­ lieds „Bella Ciao“ ist unver­kennbar. Doch der Text, den die jungen Leute am Inva­li­denpark am Sonntag singen, weicht doch sehr vom Ori­ ginal ab. „In aller Frühe treffen wir uns zur Früh­schicht“, heißt es dort. In den Refrain stim­ men dann sogar Passant*innen ein: „Wir Pfle­ geleute stehen für eure Pflege auf.“Das ist ein Anliegen des Care­Walk, der …

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Carewalk feiert Pflege und kritisiert die Arbeitsverhältnisse

Forderungen nach besserer Pflege

Beschäf­tigte demons­trieren in meh­reren Städten

»Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Pflege klaut«, rief die Gruppe junger Men­schen am Sonn­tag­nach­mittag am Ber­liner Inva­li­den­platz. Dort startete um 14.30 Uhr der Walk of Care, eine Parade von Beschäf­tigten der Pfle­ge­berufe. Passant*innen blieben stehen und stimmten teil­weise in die Sprech­chöre ein. Andere winkten und liefen ein Stück des Weges mit. Die Ansprache der Men­schen am Stra­ßenrand ist ein wich­tiges Anliegen des Walk of Care. Etwa 1000 Men­schen hatten sich am Auf­takt­platz in der Nähe der Charité ein­ge­funden. Seit zwei Jahren gehen am 12. Mai in ver­schie­denen Städten in Deutschland Beschäf­tigte aus Pfle­ge­be­rufen auf die Straße. Anlass ist der.…

„For­de­rungen nach bes­serer Pflege“ wei­ter­lesen

Europaweit Demonstrationen für menschenwürdige Pflege

Berlin. Anlässlich des »Inter­na­tio­nalen Tags der Pflege« gehen am 12. Mai in vielen euro­päi­schen Ländern Beschäf­tigte des Pflege- und Gesund­heits­sektors auf die Straße. Auch in zahl­reichen deut­schen Städten wollen vor allem junge Aus­zu­bil­dende mit einem »Walk of Care« für bessere Arbeits­be­din­gungen und eine men­schen­würdige Pflege demons­trieren. Dabei stehen For­de­rungen nach einer gesetz­lichen Per­so­nal­be­messung sowie nach mehr Raum für Pra­xis­an­leitung und gute Aus­bildung im Mit­tel­punkt. Ange­kündigt sind Aktionen unter anderem in Dresden und Stuttgart. Die größte Demons­tration wird aller­dings in Berlin statt­finden, die vor das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terium und zur Ber­liner Senats­ver­waltung für Gesundheit, Pflege und Gleich­stellung führen wird. Beim ersten »Walk of Care« vor einem Jahr gingen in Berlin bereits mehrere Hundert Pfle­ge­be­schäf­tigte auf die Straße. Valentin Her­furth vom Ber­liner Pfle­ge­stamm­tisch, der die Pro­teste vor­be­reitet, betont im Gespräch mit »nd« den orga­ni­sa­ti­ons­über­grei­fenden Cha­rakter. »Bei uns enga­gieren sich Mit­glieder der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di ebenso wie Mit­glieder von Berufs­ver­bänden, aber auch Unor­ga­ni­sierte für bessere Pflege.« Für jüngere Pfle­ge­be­schäf­tigte sei klar, dass sie für Ver­än­de­rungen in der Pflege selbst aktiv werden müssen. »Ältere Kolleg_​innen haben oft noch die Vor­stel­lungen vom Ehrenamt im Kopf«, benennt Her­furth Unter­schiede zwi­schen den Genera­tionen. Dabei gehe es aller­dings nicht darum, sich von den älteren Beschäf­tigten abzu­grenzen. So wird in Berlin eine 86-jährige Pfle­gerin über den Wandel im Care­be­reich sprechen. Auch ver.di beklagt anlässlich des »Tags der Pflege« Arbeits­über­lastung und Tarif­flucht in Kli­niken und Pfle­ge­ein­rich­tungen. Dies führe zu Pfle­ge­not­stand.

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Peter Nowak