Klassenkampf ist nicht passé

AGIT-KINO Neue Filmreihe widmet sich hiesigen Arbeitskämpfen, etwa an den Universitäten

Der Name der neuen Film­reihe ist Pro­gramm: „Cinéma Klas­sen­kampf“ widmet sich aktu­ellen Arbeits­kämpfen in Berlin. Bei der Auf­takt­ver­an­staltung an diesem Montag geht es um die hie­sigen Hoch­schulen. Der Film „Aus­beutung an der TU-Berlin“ (17 Min, BRD 2016) lässt zwei For­sche­rinnen zu Wort kommen, die sich bei einem Arbeits­einsatz in Uruguay gegen gesund­heits­ge­fähr­dende Bedin­gungen wehren wollen sowie gegen eine Pro­jekt­leitung, die per­manent Über­stunden ver­langt. Doch sie finden kein Gehör und werden als Que­ru­lan­tinnen abge­stempelt und iso­liert. Zurück in Berlin, wenden sie sich an die Basis­ge­werk­schaft Freie Arbeiter Union (FAU), und eine lange Aus­ein­an­der­setzung beginnt. „Seit 2011 sammeln wir Filme aus der Arbei­te­rIn­nen­be­wegung und stellen sie auf der Seite labournet​.tv kos­tenlos und mit Unter­titeln zur Ver­fügung“, erklärt die Mit­be­grün­derin Bärbel Schöna­finger vom Kol­lektiv labournet. tv der taz. Mit der Ver­an­stal­tungs­reihe wolle man neue För­der­mit­glieder für labournet​.tv gewinnen, da dessen Finan­zierung nur noch bis zum Jah­resende gesi­chert sei. Nach den Filmen soll es Dis­kus­sionen geben: so am heu­tigen Montag über Orga­ni­sa­ti­ons­ver­suche im pre­kären Wis­sen­schafts­be­reich unter anderem mit der FAU, der Gewerk­schaft Erziehung und Wis­sen­schaft (GEW) und der kürzlich gegrün­deten Hoch­schul­ge­werk­schaft unter_​bau aus Frankfurt am Main.

Aktive kommen zu Wort

In den nächsten Monaten sollen Film- und Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tungen unter anderem zum Arbeits­kampf an der Charité sowie zu Orga­ni­sie­rungs­an­sätzen im Nied­rig­lohn­sektor Gas­tro­nomie und bei den Kurier­diensten in Berlin folgen. Auch ein Rück­blick auf die Bewegung „Nuit Debout“, die für einige Wochen im vorigen Jahr von Frank­reich aus­gehend auch hier für Auf­sehen sorgte, ist in Vor­be­reitung. „Zu den Ver­an­stal­tungen wollen wir immer Men­schen ein­laden, die aktiv an den Kämpfen beteiligt waren“, so Schöna­finger. „Doch ich wünsche mir vor allem, dass die Film­reihe Zuschaue­rInnen ermutigt, sich anihren Arbeits­plätzen nicht alles gefallen zu lassen.

Peter Nowak

aus Taz:

■■6. März, 19 Uhr, Kino Movie­mento,