„Pogida“ mit Startschwierigkeiten

Am gest­rigen Monat sind Pegida-Anhänger in Berlin und Potsdam – mit wenig Erfolg – auf die Straße gegangen.

Noch bevor der Bärgida-Auf­marsch vor dem Ber­liner Haupt­bahnhof am Montag begonnen hatte, schallten die Parolen der Gegen­de­mons­traten von „NoBärgida über den Platz. Bald stellte sich heraus, dass die Gegner mit über 200 Demons­trie­renden gegenüber den knapp 120 „Bärgida“-Teilnehmern in der Mehrheit waren.

Ein­ziger „Bärgida“-Redner war der „pro Deutschland“-Funktionär Karl Schmitt, der seit Monaten die Auf­märsche anmeldet und eröffnet. Im Mit­tel­punkt seiner Rede standen die Kölner Ereig­nisse in der Sil­ves­ter­nacht. Dabei erging sich Schmitt in ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Ver­mu­tungen, dass die „Glo­ba­listen“ solche Ereig­nisse gezielt planten, um eine „braune Men­schen­rasse“ zu erzeugen, über die angeblich schon vor Jahr­zehnten in den USA geschrieben worden sei. Zudem würden, so Schmitt, die Glo­ba­listen gezielt die „Abschaffung der Völker“ betreiben, um ihren sozia­lis­ti­schen Zielen näher zu kommen. Das Interesse der Zuhörer hielt sich in bei solchen Aus­füh­rungen aller­dings in Grenzen. Grö­ßeren Applaus erhielt Schmitt nur, als er das Hoch­ziehung der Grenzen und die schnelle Abschiebung von Flücht­lingen for­derte und seine Rede mit dem Bekenntnis beendete, solange wieder auf die Straße zu gehen, bis Deutschland wieder den Deut­schen gehöre.

Nach knapp 30 Minuten war die Kund­gebung beendet und ein Großteil der Teil­nehmer stieg in zwei Busse nach Potsdam. Damit sollte der erste „Spa­ziergang gegen die Isla­mi­sierung des Abend­landes“ von Pogida am 11. Januar in der Bran­den­burger Lan­des­haupt­stadt unter­stützt werden. Doch der erste öffent­liche Auf­tritt des neuen Pegida-Ablegers hatte große Start­schwie­rig­keiten. Zunächst wurden die Busse aus Berlin durch Blo­ckaden eines Gegen­bünd­nisses behindert. Danach wurde auch die geplante Demons­tra­ti­ons­route blo­ckiert. So beschränkte sich die erste Pogida-Aktion auf langes Stehen auf dem Pots­damer Bas­sin­platz. Gegen 22.15 Uhr drängte die Polizei auf die Auf­lösung der Kund­gebung und geleitete die Teil­nehmer zum Haupt­bahnhof. Nach Angaben der „Pots­damer Neu­esten Nach­richten“ (PNN) wurde erstmals bei einem NPD-gesteu­erten Protest gegen eine Flücht­lings­un­ter­kunft in der ver­gan­genen Woche öffentlich zu Pogida auf­ge­rufen. Der Anmelder Christian M. aus Potsdam habe auf seiner Facebook-Seite offen mit der NPD sym­pa­thi­siert.

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Peter Nowak