Umfallen für Charité-Beschäftigte

Unterstützer führen aus Solidarität Flashmob am Alexanderplatz durch

Die rund 80 Men­schen, die sich am Sonn­abend in der Nähe der Welt­zeituhr am Alex­an­der­platz ver­sam­melten, waren wegen ihrer blauen Kittel und der Mund­schutze nicht zu über­sehen. In der Hand hielten sie Schilder mit Auf­schriften. »Medizin ohne Pflege – grau­samer, schlei­chender Tod«. Oder: »Mehr Per­sonal im Kran­kenhaus statt mehr Profit«. Dann erfolgte das Signal zum »Umfallen« und die 80 Per­sonen sanken auf den Boden. Der Flashmob war Teil der derzeit lau­fenden Unter­stüt­zungs­ak­tionen des »Bünd­nisses für mehr Per­sonal im Kran­kenhaus«. Der Zusam­men­schluss will auf den Arbeits­alltag der Beschäf­tigten in der Charité hin­weisen, die wegen des Per­so­nal­man­gelns oft bis zum Umfallen schuften müssten. Wor­unter nicht nur die Ange­stellten leiden, sondern auch die Pati­enten.

»Die Beschäf­tigten der Charité wollen ihre uner­träg­lichen Arbeits­be­din­gungen stoppen und wir machen deutlich, dass das im Interesse aller ist«, erklärte eine Spre­cherin des Bünd­nisses, das auch von der LINKEN unter­stützt wird. Die For­de­rungen des Per­sonals in den seit ver­gan­gener Woche lau­fenden Ver­hand­lungen zwi­schen ver.di und Charité sind klar: Eine Pfle­ge­kraft soll künftig nicht mehr als zwei Schwer­kranke auf Inten­siv­sta­tionen und nicht mehr als fünf Pati­enten auf Nor­mal­sta­tionen ver­sorgen. Der Nacht­dienst soll nicht mehr allein ver­richtet werden.

»Ich bin froh, dass wir jetzt am Ver­hand­lungs­tisch sitzen«, sagte Stephan Gummert. Der Pfleger meint, dass sich Mitte Sep­tember zeigen werde, ob die Charité auf die For­de­rungen nach mehr Per­sonal eingeht. Ansonsten könne es zu Streiks kommen. Dana Lütz­kendorf vom Soli­da­ri­täts­bündnis kün­digte weitere Aktionen an.

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Peter Nowak