Zu blond für ein Romakind?

Eine neue Hetzkampagne gegen Roma in verschiedenen europäischen Ländern macht deutlich, wie schnell gegen eine gesellschaftliche Minderheit eine Hetzkampagne losgetreten werden kann

Der Anlass war eine Razzia in einem grie­chi­schen Roma-Lager, bei der der Polizei ein blondes Mädchen auffiel. Weil es nach dem Äußeren nicht zum Bild eines Roma­kindes passte, wurde es von der Polizei einem Heim über­geben. Nachdem ein DNA-Test deutlich gemacht hatte, dass die Roma­fa­milie, bei der das Kind auf­wuchs, nicht die Eltern des Mäd­chens waren, begannen wilde Spe­ku­la­tionen, die Roma hätten das Kind ent­führt.

Die Bild­zeitung machte vor einigen Tagen mit der Schlag­zeile auf: »Polizei rettet Mädchen vor Gypsi-Bande«. Dif­fe­ren­zierter las sich ein Bericht über die Ange­le­genheit im Spiegel. Nicht nur in der Über­schrift wurde von einer mut­maß­lichen Ent­führung gesprochen. Im Text kam auch die Anwältin der Roma­fa­milie zu Wort:

»Die Anwältin des Paares, Marietta Palavra, erklärte, die Familie habe das Kind aus einem Heim zu sich geholt, als es erst wenige Tage alt war. Dort sei es von einem aus­län­di­schen Fremden abge­geben worden, der gesagt haben soll, dass er den Säugling nicht wei­ter­ver­sorgen könne. Nur weil die ver­dächtige Frau falsche Papiere vor­gelegt hätte, mache sie das noch nicht zu einer Kid­nap­perin, sagte Palavra. »Das Paar hat das Mädchen geliebt, als sei es sein eigenes Kind.« Das Mädchen war in Athen regis­triert; die angeb­lichen Eltern hatten von den Behörden in der grie­chi­schen Haupt­stadt eine Geburts­ur­kunde für das Kind erhalten.« Die grie­chische Polizei wies auf unklare Angaben des Paares hin.

Wenige Tage später zeigte sich, dass die Mär über ein von Roma ent­führtes Kind eine ras­sis­tische Pro­jektion gewesen sind: »Die leib­lichen Eltern des bei einem Roma-Paar in Grie­chenland ent­deckten blonden Mäd­chens Maria sind gefunden. DNA-Tests hätten bestätigt, dass ein am Don­nerstag befragtes bul­ga­ri­sches Roma-Paar Maria gezeugt habe, sagte der Stabschef des bul­ga­ri­schen Innen­mi­nis­te­riums, Swet­losar Lasarow, am Freitag in Sofia. Die grie­chische Polizei meldete derweil die Fest­nahme eines wei­teren Paares, das wider­rechtlich ein Roma-Baby erworben haben soll.

Bei den Eltern von Maria handelt es sich nach Behör­den­an­gaben um Sascha Rusewa und ihren Mann Atanas Rusew. Am Don­nerstag waren beiden in der zen­tral­bul­ga­ri­schen Stadt Gurkowo von der Polizei befragt worden. Rusewa soll in der Befragung ange­geben haben, vor einigen Jahren ihre sieben Monate alte Tochter bei ihren dama­ligen Arbeit­gebern in Grie­chenland zurück­ge­lassen zu haben. Nach eigenen Angaben han­delte sie aus schierer Not und mangels gül­tiger Papiere und wollte ihr Kind eines Tages zurück­holen.«

So wird klar, dass hier nicht ein Kind von einer »Gypsi-Familie« gerettet wurde, sondern vielmehr ihren Pfle­ge­eltern brutal ent­rissen und an die Öffent­lichkeit gezerrt worden ist. Es mag wohl sein, dass bei der Unter­bringung des Kindes manche Regel des Adop­ti­ons­rechtes ver­letzt wurde. Doch in einer Gesell­schaft, die es zulässt, dass Roma­mütter aus blanker Not ihr Kind zurück­lassen, hat wohl kaum ein Recht, auf irgend­welche For­malien in dieser Richtung zu bestehen. Wenn Ver­hält­nisse geschaffen würden, in denen auch Sinti und Roma ein men­schen­wür­diges Aus­kommen hätten, wäre schon viel gewonnen.

Wenn vom Aus­sehen auf die Her­kunft geschlossen wird

Dass nun aber aus­ge­rechnet die Pfle­ge­eltern, die das Kind wohl ohne staat­liche Unter­stützung auf­ge­nommen haben, als Kin­des­ent­führer an den Pranger gestellt werden, ist eine Infamie, die nur auf einen Boden gedeihen kann, wo Roma sowie jedes Ver­brechen zuge­traut wird . Zumal wird nicht nur bei der grie­chi­schen Polizei, sondern auch in vielen deut­schen Medien davon aus­ge­gangen, dass Roma keine blonden Kinder haben können. Diese Annahme ist aus wis­sen­schaft­licher Sicht nicht haltbar, im kon­kreten Fall einfach falsch, denn die Eltern waren Roma. Die Grundlage dieser Behauptung ist ein Ras­sismus, der aus dem Aus­sehen auf die Her­kunft der Men­schen schließen will.

Diese Welt­sicht teilt die grie­chische Polizei mit vielen Rechts­au­ßen­gruppen in unter­schied­lichen Ländern. So führte die falsche Behauptung vom blonden ent­führten Mädchen zu ras­sis­ti­schen Angriffen auf Roma in ver­schie­denen euro­päi­schen Ländern. Im ser­bi­schen Novi Sad ver­suchten Rechte einen Roma-Vater sein Kind auf offener Straße weg­zu­nehmen, weil es nach ihrem ras­sis­ti­schen Weltbild zu blond war.

In Irland hatte die Polizei nach einer anonymen Denun­ziation zwei Roma­kinder vor­über­gehend ihren Familien ent­rissen und in Heime ein­ge­liefert, weil sie für deren Ras­sen­vor­stel­lungen zu blond waren. In beiden Fällen konnte ein­deutig nach­ge­wiesen werden, dass die von den Roma­eltern vor­ge­legten Papiere authen­tisch waren. Es fragt sich aber, ob hier nur von einer Blamage der Polizei und nicht von mani­festem staat­lichen Ras­sismus gerettet werden muss.

Uraltes anti­zi­ga­nis­ti­sches Kli­schee

Der in Berlin leh­rende Poli­tologe Markus End schrieb bereits im Jahr 2011 in der Publi­kation »Aus Politik und Zeit­ge­schehen« einen Aufsatz unter dem Titel »Bilder und Struktur des Anti­zi­ga­nismus«. Dort heißt es: »Die meisten deut­schen Ange­hö­rigen wachsen mit solchen Vor­ur­teilen über »Zigeuner« auf, ohne, dass sie jemals eine/​n Angehörige/​n der Min­derheit de Sinti und Roma ken­nen­ge­lernt haben. Viele dieser Vor­ur­teile sind nega­tiver Art, bei­spiels­weise das Gerücht, »Zigeuner« würden Kinder stehlen«.

End ist Mit­her­aus­geber zweier im Unrast-Verlag erschie­nenen Bücher, die die anti­zi­ga­nis­ti­schen Zustände detail­liert unter­suchen. Zudem hat er in einer Studie die For­schungs­an­sätze zum Anti­zi­ga­nismus und seiner Gegen­stra­tegien vor­ge­stellt.

Schon vor mehr 200 Jahren durch­schaute der Auf­klärer Jakob Grellmann das Kli­schee vom kin­der­klau­enden Roma: »Mehrere Schrift­steller reden von Men­schenraub der Zigeuner und beschul­digen sie, dass sie besonders Kindern nach­stellen.« Für Grellmann war bereits 1783 die Wahrheit jener Beschul­digung »durch den Umstand äußerst ver­dächtig, dass lange zuvor, ehe noch ein Zigeuner euro­päi­schen Boden betreten hatte, die Juden damit ver­schrien wurden«.

http://​www​.heise​.de/​t​p​/​b​l​o​g​s​/​8​/​1​55228

Peter Nowak

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Die preisgekrönte EU und die neue Asyldebatte

Während sich die EU nach der Ver­leihung des Frie­dens­no­bel­preises selbst feiert, erhöhen EU-Gremien den Druck auf Min­der­heiten in der euro­päi­schen Peri­pherie

Nicht überall wurde der Nobel­preis an die EU gefeiert. Neben Anti­kriegs­or­ga­ni­sa­tionen, die darauf hin­weisen, dass die EU-Politik zur Auf­rüstung ver­pflichtet, sind es auch Flücht­lings- und Anti­ras­sis­mus­gruppen, die die Preis­ver­leihung als Zynismus bezeichnen. So spricht der Verein Aachener Frie­dens­preis gar von Zynismus. Lea Heuser, die Pres­se­spre­cherin des Vereins, kom­men­tiert:

»Die Mili­ta­ri­sierung der EU und ihre Abschottung gegenüber Flücht­lingen mit krie­ge­ri­schen Mitteln ist alles andere als friedlich. Das muss endlich im Bewusstsein der Men­schen ankommen.«

Die Grenzen der EU

Auch in Deutschland hat fast zeit­gleich mit der Preis­ver­leihung eine neue »Asyl­de­batte« begonnen, die von Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tionen scharf kri­ti­siert wird. In den ver­gan­genen Tagen haben kon­ser­vative Poli­tiker, dar­unter Bun­des­in­nen­mi­nister Friedrich, aber auch Mit­glieder der SPD, wie­derholt gefordert, die Visum­pflicht für ser­bische und maze­do­nische Staats­bürgern, die im Dezember 2009 gelo­ckert wurde, wieder ein­zu­führen. Sie sprachen von einem »mas­siven Zustrom von ser­bi­schen und maze­do­ni­schen Staats­bürgern«, der gestoppt werden müsse.

Dabei geht es in erster Linie um Mit­glieder der Roma­min­derheit, die seit Auf­hebung der Visum­pflicht für Kurz­auf­ent­halte im Schen­genraum ver­mehrt in der EU und anderen Schen­gener Ver­trags­staaten Asyl bean­tragen. In einer gemein­samen Pres­se­er­klärung haben sich jetzt zahl­reiche Flücht­lings- und Anti­ras­sis­mus­or­ga­ni­sa­tionen sowie die Flücht­lingsräte zahl­reicher Bun­des­länder gegen diese Neu­auflage einer »Asyl­de­batte« aus­ge­sprochen. Sie ver­weisen auf EU-Berichte, die von einer mas­siven Dis­kri­mi­nierung der Roma­min­derheit in ihren Hei­mat­ländern aus­gehen.

Auch Studien aus Serbien bestä­tigen diesen Befund. Zudem wurde auf Maß­nahmen ver­wiesen, mit denen Serbien und Maze­donien selber ver­suchen, einen soge­nannten Miss­brauch der Visa­er­leich­te­rungen zu ver­hindern. In der Praxis bedeutet das zusätz­liche Grenz­kon­trollen und weitere Restrik­tionen für die schon dis­kri­mi­nierte Roma­min­derheit.

Die Drohung mit der Rück­nahme der Visa­er­leich­te­rungen könnte zudem den Druck auf diese Men­schen noch mehr ver­stärken. Rechte Grup­pie­rungen in den Ländern, die schon in der Ver­gan­genheit häufig gegen Roma nicht nur verbal mobi­li­sierten, könnten hier einen neuen Anlass für ihre ras­sis­tische Gewalt finden. Es ist schon erstaunlich, dass die EU mit ihrer Drohung, die Visa­er­leich­te­rungen zurück zu nehmen, diese Min­der­heiten nicht etwa unter­stützt, sondern den Druck auf sie noch mehr erhöht.

Hetze gegen Flücht­linge in Wolgast

Mit welchen Gefahren eine Neu­auflage der »Asyl­de­batte« auch innen­po­li­tisch ver­bunden sein kann, zeigt sich in Wolgast. Nachdem dort Flücht­linge in eigene Woh­nungen ein­zogen und damit ihre abge­le­genen Heime ver­lassen konnten, begannen rechte Kreise unter­stützt von einem Teil der Bevöl­kerung gegen die Men­schen zu hetzen und drohten indirekt sogar mit Gewalt wie vor 20 Jahren in Rostock.

Ein anti­ras­sis­ti­sches Bündnis kri­ti­siert jetzt, dass die Ver­ant­wort­lichen der Stadt die rechten Kri­tiker damit beru­higen wollen, in dem sie den nied­rigen Lebens­standard der Flücht­linge in den Mit­tel­punkt ihrer Argu­men­tation stellen. »Die Per­spektive der Flücht­linge wird in den meisten Fällen ver­nach­lässigt«, monieren die Anti­ras­sisten in einer Stel­lung­nahme zu den Reak­tionen auf ihren offenen Brief.

Anders als vor 20 Jahren haben die in Deutschland lebenden Flücht­linge mitt­ler­weile ihre Selbst­or­ga­ni­sation erheblich ver­bessert, was ihr mehr­wö­chiger Marsch von Würzburg nach Berlin »We Will Rise« zeigte, mit dem sie im Sep­tember gegen ihre Heim­un­ter­bringung und die Resi­denz­pflicht pro­tes­tierten, die sie ver­pflichten soll, die ihnen von den Aus­län­der­ämtern zuge­wie­senen Land­kreise nicht ohne Geneh­migung zu ver­lassen.

Nachdem die Polizei lange Zeit koope­rativ war, hat sich ihr Ver­halten am 15. Oktober geändert. Zahl­reiche Flücht­linge wurden fest­ge­nommen und das Pro­testcamp der Flücht­linge am Ora­ni­en­platz in Berlin-Kreuzberg umstellt, nachdem sie die Bot­schaft von Nigeria wegen deren logis­ti­scher Unter­stützung bei den Abschie­bungen kurz­zeitig besetzt hatten.
http://​www​.heise​.de/​t​p​/​b​l​o​g​s​/​8​/​1​52992
Peter Nowak

Hinterm Bauzaun bröckelts

Das Mahnmal für die von den Nazis ermor­deten Sinti und Roma ist wegen eines undurch­sich­tigen Streits immer noch nicht fertig. Nun wächst der öffent­liche Druck

Hinter einem Zaum befindet sich ein großes weißes Zelt. Die Umrisse einer Tafel sind eben­falls zu sehen, auf der Wiese zwi­schen Bran­den­burger Tor und Reichstag. Wer sich auf die Zehen­spitzen stellt, kann dort erfahren, dass an dieser Stelle die Bun­des­re­publik Deutschland ein Denkmal für im Natio­nal­so­zia­lismus ermor­deten Sinti und Roma errichtet. Die Tafel stammt aus dem Jahr 2008.

Was daraus geworden ist, fasst ein Banner zusammen, das am ver­gan­genen Wochenende am Ort der Bau­stelle ange­bracht wurde. „In seiner geis­ter­haften Präsenz spiegelt der Ort die Stellung der Roma-Bevöl­kerung in der Gesell­schaft wieder“, heißt es dort mit Verweis auf Dis­kri­mi­nierung und Benach­tei­ligung, die für Sinti und Roma bis heute andauern.

Knappes Budget

Die Geschichte des unvoll­endeten Denkmals ist tat­sächlich nur ein besonders prä­gnanter Aus­druck dafür. Jah­relang haben sich vor allem kon­ser­vative Poli­tiker, wie der lang­jährige Regie­rende Bür­ger­meister von Berlin Eberhard Diepgen geweigert, nach dem Denkmal für die von den Natio­nal­so­zia­listen ermor­deten Juden in Berlins Mitte auch den Roma und Sinti einen Gedenkort zu widmen, die Opfer des soge­nannten Dritten Reichs gequält und ermordet wurden. Wenn schon ein Denkmal, dann außerhalb der Innen­stadt, hieß lange die Devise. Als der Bun­destag den Denk­malsbau zwi­schen Reichstag und Bran­den­burger Tor schließlich beschlossen hatte, ging der Streit weiter.

Als Ver­ant­wort­liche für den Still­stand werden vielfach die Opfer­ver­bände der Sinti und Roma benannt, die sich zeit­weise nicht über die Inschrift einigen konnten. Als Buhmann gilt auch der von Roma-Orga­ni­sa­tionen gewünschte Künstler Dani Karavan, der sich bei der Gestaltung des Mahnmals mit der Ber­liner Bau­leitung zer­stritten hat. Doch tat­sächlich haben sich die Opfer­ver­bände haben sich längst auf eine Inschrift geeinigt. Und die Pro­bleme mit der Gestaltung liegen nicht an Marotten des Künstlers, sondern an einem knapp bemes­senen Budget.

Das Denk­mal­konzept von Karavan besteht aus einem Brunnen mit einer ver­senk­baren Stele, auf der täglich eine frische Blume liegt. Darüber hinaus sollen Tafeln über Aus­grenzung und Mas­senmord während des Natio­nal­so­zia­lismus infor­mieren. Weil die schon fertig gestellte Schale bereits Risse zeigt, fordert der Künstler aus­rei­chend Geld, um mit wet­ter­festem Material zu arbeiten. Auch die Opfer­ver­bände wollen sich mit einer Bil­lig­va­riante des Mahnmals nicht abspeisen lassen.

Wenig Druck der Zivil­ge­sell­schaft

Während das unvoll­endete Denkmal also schon wieder zu ver­fallen beginnt, gab es bisher keinen wahr­nehm­baren Druck aus der Zivil­ge­sell­schaft, den Bau endlich fort­zu­setzen und die nötigen finan­zi­ellen Mittel bereit­zu­stellen. Die selbst­er­nannten Welt­meister in Geschichts­auf­ar­beitung scheinen ihre Haus­auf­gaben bereits erledigt zu haben, und die Roma und Sinti haben keine große Lobby. Das zeigte sich auch am 2. Juni, als sich erstmals die Befür­worter eines schnellen Wei­terbaus in Berlin zu Wort mel­deten.

Die „Bür­ger­initiative für das Denkmal für die im Natio­nal­so­zia­lismus ermor­deten Sinti und Roma“ wurde im Rahmen des Kul­tur­fes­tivals Biennale aktiv. Die in der Orga­ni­sation »The Romani Elders« zusam­men­ge­schlos­senen Roma-Ältesten aus ganz Europa pro­tes­tierten im deut­schen Regie­rungs­viertel gegen die Ver­schleppung des Denk­malbaus und beklagten die fort­ge­setzte Ignoranz gegenüber den Hun­dert­tau­senden Opfern. Auch Karavan for­derte auf der Kund­gebung den schnellen Wei­terbau. Koor­di­niert wurde der Protest vom European Roma Culture Foun­dation (ERCF).

Die Bür­ger­initiative wirbt nun auf großen Pla­katen in ganz Berlin weiter für die schnelle Voll­endung des Denkmals. Auf dem Zaun vor der Bau­stelle finden sich über 50 Plas­tik­tafeln, auf denen über Angriffe auf Roma und Sinti in euro­päi­schen Ländern in den letzten Jahren infor­miert wird. Die Lage der Sinti und Roma in Deutschland doku­men­tiere der Streit über das Mahnmal selbst, findet die Bür­ger­initiative. „Der Zustand des unvoll­endeten Denkmals ist doch das beste Bei­spiel für die fort­ge­setzte Miss­achtung und Dis­kri­mi­nierung. Da brauchten wir keine zusätz­liche Tafel anbringen“, sagte ein Mit­ar­beiter.

http://​www​.freitag​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​1​2​2​3​-​h​i​n​t​e​r​m​-​b​a​u​z​a​u​n​-​b​r​o​e​c​kelts
Peter Nowak

Solidemo für Roma

KREUZBERG Kund­gebung gegen For­derung nach schneller Räumung des Gör­litzer Parks

Mit einer Video­kund­gebung wollen sich anti­ras­sis­tische Gruppen am heu­tigen Mon­tag­abend mit den Roma soli­da­ri­sieren, die seit einigen Wochen im Gör­litzer Park leben. Sonja Wissel vom Pro­test­bündnis erklärte, mit der Kund­gebung wolle man auf den Druck von Poli­ti­ke­rInnen und Kreuz­berger Bewoh­ne­rInnen reagieren, die eine schnelle Räumung fordern. »Statt punk­tuell zu helfen, nötigen einige poten­zielle Wäh­le­rInnen das Bezirksamt Kreuzberg, aktiv zu werden«, kri­ti­siert Wissel die Haltung mancher Nach­ba­rInnen. Das Bezirksamt Kreuzberg schiebe wie­derum die Ver­ant­wortung an den Nach­bar­bezirk Mitte ab. Dort mussten die Roma ihre Woh­nungen räumen.

Die Bezirke Mitte und Kreuzberg sind nach Gesprächen mit dem Senat seit gut zehn Tagen auf der Suche nach Alter­nativ-Woh­nungen für die Familien – bislang ohne Erfolg.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ba&dig=2011%2F08%2F29%2Fa0146&cHash=799f27b8dd

Peter Nowak

Demo 19.30 Uhr, Eingang Gör­litzer Park an der Ska­litzer Straße