Rigaer Straße temporär wieder geöffnet

Kom­plettsperrung der Straße in Fried­richshain hatte für Ärger bei Anwoh­ne­rInnen und Gewer­be­trei­benden gesorgt

Mehr als sieben Monate war die Rigaer Straße im Fried­richs­hainer Nordkiez zwi­schen Voigt- und Sama­ri­ter­straße voll­ständig gesperrt. Seit dem 20. Februar können Fuß­gän­ge­rInnen und Rad­fah­re­rInnen die Straße nachts zwi­schen 17 Uhr nach­mittags und 6 Uhr morgens wieder pas­sieren. An Wochen­enden soll sie ganz­tägig für nicht­mo­to­ri­sierte Ver­kehrs­teil­neh­me­rInnen geöffnet sein.

Ursprünglich war die Total­sperrung für 19 Monate ange­kündigt worden. Das Ord­nungsamt begründete diese Maß­nahme mit der Absi­cherung von zwei Bau­maß­nahmen auf beiden Seiten der Straße. Dagegen richtete sich Protest von Anwoh­ne­rInnen und Gewer­be­trei­benden aus der Nach­bar­schaft. Der Bezirks­bau­stadtrat von Fried­richshain-Kreuzberg Florian Schmidt (Grüne) bezeichnet die tem­poräre Öffnung der Straße als Kom­promiss. »Die Voll­sperrung der Rigaer Straße stellt einen gra­vie­renden Ein­schnitt dar. Die betei­ligten Ver­wal­tungen hatten diese Maß­nahme ohne die poli­ti­schen Bezirks­stadträte genehmigt«, sagte er. Schmidt hofft, dass mit der zeit­wei­ligen Öffnung eine Min­derung der Belastung für die Anwoh­ne­rInnen erreicht werden kann. Aus juris­ti­schen Gründen sei eine völlige Auf­hebung der Sperre momentan nicht möglich. Wenn die Roh­bau­phase der Bau­pro­jekte abge­schlossen ist, wollen Bau­träger und Bezirk erneut ent­scheiden, ob die Rigaer Straße ganz geöffnet werden könne.

Die tem­poräre Öffnung stößt bei der Nach­bar­schaft auf unter­schied­liche Reak­tionen. »Es ist schon gut, dass ich jetzt wieder ohne Umweg zum Arzt gehen kann«, meint die Rent­nerin Lena Schmittke, die seit Jahr­zehnten in der Rigaer Straße wohnt. Sie kann der Sperrung auch etwas Posi­tives abge­winnen. »Dass jetzt weniger Auto­verkehr auf der Straße ist, finde ich sehr gut. Doch dafür haben wir jetzt den Baulärm, und der wird uns noch eine Weile erhalten bleiben.«

Ein Imbiss­be­treiber direkt neben der Bau­stelle, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, bleibt skep­tisch, ob durch die zeit­weilige Öffnung wieder mehr Lauf­kund­schaft zu ihm kommen wird. Das werde sich erst zeigen, wenn es wieder wärmer wird. Nach der Stra­ßen­sperrung hatten mehrere Restau­rants und Imbisse in der Umgebung massive Umsatz­ein­bußen beklagt. Mehrere Betroffene erklärten, dass sie des­wegen sogar Beschäf­tigte ent­lassen mussten.
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Peter Nowak