Aufklärung über »Neofaschismus«

ANTIFA Eine Ausstellung in der TU informiert über neue Entwicklungen im Rechtsextremismus

Über die aktu­ellen Erschei­nungs­formen des »Neo­fa­schismus in Deutschland« infor­miert derzeit eine Aus­stellung im Lichthof der Tech­ni­schen Uni­ver­sität. Sie wurde von der Ver­ei­nigung der Ver­folgten des Naziregimes/​Bund der Anti­fa­schisten (VVN/​BdA) gemeinsam mit dem Asta der TU erstellt. Auf 26 Tafeln wird auf unter­schied­liche Aspekte der Ideo­logie und Praxis der extremen Rechten ein­ge­gangen. Durch die Kom­bi­nation von Fotos und knappen, aber aus­sa­ge­kräf­tigen Erklä­rungen und Zitaten aus rechten Publi­ka­tionen und Inter­view­mit­schnitten wird auch Besu­che­rInnen ohne Vor­wissen ein guter Ein­blick in die rechte Szene ver­mittelt.

Die Tafeln gehen auf die unter­schied­lichen Poli­tik­felder ein, in denen die extreme Rechte mit­mischt. Dazu gehört natürlich die Hetze gegen Migran­tInnen und die Agi­tation für Härte gegen Kri­mi­nelle. So findet sich die Parole »Wir räumen auf« auf ver­schie­denen Foto­gra­phien rechter Demons­tra­tionen. Die T-Shirt-Motive mancher Teil­neh­me­rInnen sind oft noch deut­licher. »Jesus konnte angeblich über Wasser gehen, ich gehe über Leichen« lautet etwa das Bekenntnis eines Jung­rechten.

Wesentlich schwerer ist rechte Pro­pa­ganda in sozialen Bewe­gungen zu erkennen. Da findet sich auf einen Trans­parent die Anti-AKW-Sonne mit der Parole »Natio­na­listen gegen Atom­kraft«. Freie Natio­na­lis­tInnen ver­teilen Flyer gegen Sozi­al­abbau, die sich im Layout kaum von linken Mate­rialien unter­scheiden.

Eine Tafel widmet sich den Schnitt­stellen zwi­schen der extremen Rechten und der Debatte im gesell­schaft­lichen Main­stream. So titelte Bild am 3. 1. 2008: »Dau­er­kri­mi­nelle Aus­länder aus­weisen«, und fand damit viel Beifall in der extremen Rechten. Der Bun­des­ge­schäfts­führer der VVN/​BdA Thomas Willms warnt vor einer Unter­schätzung dieses Aspekts. »Neo­fa­schis­tische Gruppen haben schließlich nur Erfolg, wenn es ihnen gelingt, rele­vante poli­tische Fragen auf­zu­nehmen und Impulse aus dem poli­ti­schen und sozialen Geschehen zu ziehen.« PETER NOWAK

Bis 26. 11., Haupt­ge­bäude der TU, Straße des 17. Juni 135, Ein­tritt frei. Begleitend zur Aus­stellung findet jeden Montag um 18 Uhr im Raum H 2038 Ver­an­stal­tungen statt

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=bl&dig=2010%2F11%2F10%2Fa0158&cHash=47a0c44822

Peter Nowak