Linke denken anders an Ex-Kanzler Schmid

Hamburg. Als Zeichen gegen die Ver­klärung des ehe­ma­ligen Bun­des­kanzlers Helmut Schmidt haben linke Gruppen am Mon­tag­abend an die Schat­ten­seiten seiner poli­ti­schen Kar­riere erinnert. Am Vor­mittag war der am 10. November ver­storbene Sozi­al­de­mokrat mit viel Pro­minenz aus Politik und Wirt­schaft in einem Staatsakt beerdigt worden. Bei der Kund­gebung am S-Bahnhof Stern­schanze erin­nerten die Demons­tranten, wie Schmidt »eine repressive Politik« gegenüber der außer­par­la­men­ta­ri­schen Linken und der Anti-AKW-Bewegung durch­ge­setzt habe. Schmidt habe den Bau von Atom­kraft­werken voran getrieben und die umstrittene Auf­rüstung durch den NATO-Dop­pel­be­schluss unter­stützt. Zu seiner Kanz­lerzeit gehörten auch die unge­klärten Todes­fälle von fünf inhaf­tierten RAF-Mit­gliedern. Die Orga­ni­sa­toren wollen mit Ver­an­stal­tungen im nächsten Jahr einen kri­ti­schen Blick auf den Mythos Schmidt werfen.

aus Neues Deutschland : 25.11.2015

Peter Nowak