NS-Geschichte in Dokumenten

Eine Tri­logie erinnert an die braune Zeit in Berlin – ein Beitrag zum The­menjahr „Zer­störte Vielfalt“ mit dem 2013 an mehrere Jah­restage des Nazi-Terrors erinnert wird.

„Wer die Ver­gan­genheit ver­stehen will, muss die zeit­ge­nös­si­schen Quellen im Ori­ginal lesen. Nur so lässt sich direkt nach­voll­ziehen, wie die Situation im jewei­ligen Moment einer Ent­scheidung wahr­nehmbar war, wie die Betei­ligten die Situation sub­jektiv ver­standen und mit­ge­stal­teten.“ Diese Sätze schrieb der His­to­riker Sven Felix Kel­lerhoff in der Ein­leitung des im Berlin Story Verlag erschienen Doku­men­ten­bands „Das braune Berlin“.

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Eine Lehre fürs prekäre Leben

Vor 40 Jahren begann der Nie­dergang der Lehr­lings­be­wegung, aus der auch Ton Steine Scherben her­vor­gingen. Ange­sichts der pre­kären Situation von Aus­zu­bil­denden heut­zutage wäre es an der Zeit für eine Wie­der­be­lebung.

Ein Film, der kürzlich in den Kinos ange­laufen ist, trägt den Titel »Die Aus­bildung«. Regisseur Dirk Lütter schildert darin die Zwänge der neo­li­be­ralen Arbeits- und Bürowelt aus der Sicht ­eines Aus­zu­bil­denden (Interview Jungle World 12/2012). Der Prot­agonist Jan, der eine Lehre in einem Call­center absol­viert, wird in einer Rezension der Taz als »Azubi am unteren Ende der Hack­ordnung« beschrieben. Auf­fallend sei die Uni­for­mität, die im Büro herrsche. Alle tragen »die­selben korrekt geschei­telten Fri­suren« und heißen »Jan, Jens oder Jenny«, bei den Prota­gonisten handele es sich um »prekär beschäf­tigte Klone«. Ange­sichts solcher Befunde stellt sich die Frage, ob sich wirklich viel ver­bessert hat im Ver­gleich zu jener Zeit, als anstelle von Azubis von Lehr­lingen oder ganz alt­mo­disch von »Stiften« die Rede war. Abge­sehen davon, dass es damals undenkbar gewesen wäre, den Chef zu duzen, und die Zustän­digkeit fürs Ziga­ret­ten­holen noch zum Alltag von Lehr­lingen gehörte.

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Die sich nicht brechen ließen

»Sie hätten klar und deutlich schreiben müssen, dass Noetzel als Nazi-Opfer ver­storben ist … Es hieß damals, Noetzel hätte sich auf­ge­hängt. Leute, die es noch besser wissen müssen als ich, behaupten aller­dings, er sei ermordet worden.«

Diesen Leser­brief schrieb der ehe­malige SPD-Ober­bür­ger­meister von Wies­baden, Georg Buch, am 30. Dezember 1980 an den »Wies­ba­dener Kurier«. Das kon­ser­vative Lokal­blatt hatte über eine Aus­stellung des Malers Adolf Noetzel berichtet und seinen Kampf gegen den Faschismus ver­schwiegen. Er sei 1941 in Wies­baden gestorben, hieß es in dem Blatt. Von der Folter, der er in den letzten Wochen seines Lebens in den Händen der Gestapo aus­ge­setzt war, kein Wort.

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Lob der Lagerfeuer-Initiative

Vom Sturm auf die Gip­felorte zur Blo­ckade – der libertäre Teil der glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­schen Bewegung

Während die glo­ba­li­sie­rungs­kri­tische Bewegung in der Flaute ist, scheint das Interesse an der Zeit zu wachsen, als inter­na­tionale Polit­Gipfel von län­der­über­grei­fenden Mas­sen­pro­testen begleitet waren. So hat der Laika-Verlag gerade einen Film von Verena Vargas wieder aus­ge­graben, die den Son­derzug von Glo­ba­li­sie­rungs­kri­tikern zu den G8-Pro­testen nach Evian im Juni 2003 begleitet hatte. In »evain­naive« zeigt Vargas auch, wie in zahl­reichen Plena in einem spe­zi­ellen Waggon die direkte Demo­kratie auf die Probe gestellt wurde. Für den israe­li­schen Sozi­al­wis­sen­schaftler und Anar­chisten Uri Gordon sind diese Ver­suche von Selbst­or­ga­ni­sierung Bei­spiele für aktuelle anar­chis­tische Theorie und Praxis.

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