Bleiben Sie zuhause? Wohnungslosigkeit in der Corona-Krise Corona und linke Kritik(un)fähigkeit, Teil 12

Wann:
12. April 2021 um 19:00 – 21:00
2021-04-12T19:00:00+02:00
2021-04-12T21:00:00+02:00
Wo:
https://viko.iniforum-berlin.de/b/eli-0lu-qkg-zlr
Preis:
Kostenlos

Im März letzten Jahres wurden Kontaktbeschränkungen beschlossen. Damit
brach die Infrastruktur auch für Wohnungslose zusammen, so wurden
Wärmestuben, Kleiderkammern, Tafeln, Beratungsstellen, Ämter,
Schwimmbäder, Bibliotheken und vieles mehr geschlossen oder der Betrieb
eingeschränkt. Aufenthaltsmöglichkeiten in Einrichtungen und im
öffentlichen Raum reduzierten sich erheblich. Obwohl Wohnungslose oft
Vor- und Mehrfacherkrankungen haben, waren sie auch noch auf beengte
Unterkünfte angewiesen, was das Infektionsrisiko noch erhöhte.
Für Obdachlose auf der Straße entfielen viele Überlebensstrategien wie
Sammeln von Pfandflaschen, Betteln und der Straßenzeitungsverkauf. Wie
sieht die Situation heute aus? Welche Forderungen haben
Wohnungslosenaktivist*innen und in welchen Kämpfen befinden sie sich
gerade? Darüber wollen wir diskutieren.

Nicole Lindner, Aktivistin in verschiedenen mieten- und stadtpolitischen
Initiativen und Bündnissen, Mitglied in der MIETERPARTEI und
Mitinitiatorin der Mahnwachen gegen Obdachlosigkeit 2019/2020 und 2021,
wird über Selbstermächtigung und die Grenzen, die Wohnungs- und
Obdachlosen in ihrer Teilhabe und Bürgerbeteiligung gesetzt werden (z.B.
Räumung Rummelsburger Bucht, Wohnungslosenparlament in Gründung [5],
Beschlagnahmung Habersaathstraße), sprechen.

Stefan Schneider, Berlin, geb. 1965, Sozialwissenschaftler, Dr. phil.,
ist gegenwärtig Koordinator der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen
[6]. In seinem kurzen Statement „Corona und linke Kritik(un)fähigkeit“
in Sachen Wohnungslosigkeit wird Stefan versuchen zu beschreiben, warum
wohnungslose Menschen auch mit „linken“ Politikansätzen sehr unzufrieden
sind.

Wohnungs- und Obdachlosigkeit sind das Ergebnis der Verweigerung von
Menschenrechten. Die Wohnungslose Dietlind Schmidt befragte deshalb am
07.01.2016 das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
zur Einhaltung international ratifizierten Verträge, die die
Menschenrechte beinhalten. Die Antwortschreiben der Bundesministerien
der Justiz und für Verbraucherschutz und Arbeit und Soziales ergaben,
dass Menschenrechte nicht 1:1 umgesetzt werden, sondern über Zustimmung
und Mitwirkung der jeweils für die Gesetzgebung zuständigen
Körperschaften nach Artikel 59 Abs. 2 Grundgesetz. Das widerspricht
Artikel 1 Grundgesetz, der Unverletzlichkeit und Unveräußerlichkeit von
Menschenrechten. Dietlind übt deshalb ihr Widerstandsrecht nach Artikel
20 Abs. 4 Grundgesetz aus.

Ablauf: Nach den je ca. 10-minütigen Inputs der Referent*innen gibt es
eine „Podiumsdiskussion“. Nach ca. ein bis eineinhalb Stunden laden wir
die Teilnehmenden ein, sich zu beteiligen. Die Veranstaltung dauert ca.
2 Stunden, anschließend gibt es ein gemütliches Beisammensein („Kneipe“)
mit open end.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, kommt einfach in den
BigBlueButton-Raum:
https://viko.iniforum-berlin.de/b/eli-0lu-qkg-zlr

Ihr müsst der Aufzeichnung zustimmen, wir nehmen aber nur den ersten
Teil mit den Inputs auf.

Alternativ könnt Ihr auch per Telefon teilnehmen:
Einwahl-Telefon-Nummer: 035189675724
Dann nach Aufforderung den Konferenz-Code eingeben: 27220 (Ihr seid dann
drin, es kommt kein Abschlusszeichen).