telegraph #133/134

tele­graph #133/134

mein Beitrag

Edi­torial

Den Pes­si­mismus orga­ni­sieren!

Es gibt keinen Kapi­ta­lismus mit mensch­lichem Antlitz
Interview mit Jodi Dean über Auf­gaben und Her­aus­for­de­rungen einer Neuen Klas­sen­po­litik.
Warum Klas­sen­po­litik weit mehr ist als das Pri­vileg des „weißen Mannes“ und welche femi­nis­ti­schen Bewe­gungen in den USA gerade den Ton angeben.

99 Gründe, warum die Revo­lution in der gemä­ßigten Kli­mazone aus­bleibt
Von Clemens Schittko

Sub­jekte in der Krise, aber keine Revo­lution am Horizont
Die bür­ger­liche Demo­kratie befindet sich in einer schweren Krise, doch statt auf Reflexion und Revo­lution setzt die Linke auf Moral und Sozi­al­arbeit.
Von Marek Winter

Revo­lution?
Um 7:31 Uhr von Bahnhof Gesund­brunnen, Gleis 4. Bericht über einen Fuß­ball­ausflug, zum Heim­spiel des Ham­burger Fünft­li­gisten Altona 93. Eine früh­mor­gend­liche Freakshow in Pankow, mit Her­thanern und diversen Poli­zisten.
Von Florian Ludwig

Gegen Russland, Serbien und die Grenzen von 1919
„Za dom – spremni!“ „Für die Heimat – bereit!“ Mit dem alten Gruß der Ustaša- Faschisten beginnt der Song von Marko Per­ković und seiner Band Thompson, den die Spieler der kroa­ti­schen Fußball-Natio­nal­mann­schaft nach ihrem Sieg über Argen­tinien bei der Welt­meis­ter­schaft 2018 in Russland in ihrer Kabine grölten.
Von Jörg Kro­nauer

Von der auf­ge­zwun­genen Selbst­ver­tei­digung zur Gegen­macht
Anlässlich von 30 Jahren Anti­fa­be­wegung in Ost­deutschland kamen 2016 Aktivist_​innen aus Ost­berlin und dem heu­tigen Bran­denburg zu einer Dis­kussion zusammen und sprachen gemeinsam mit den Autor_​innen über ihre Jugend und die poli­ti­schen Ent­wick­lungen am Ende der DDR. Ihr poli­ti­sches Enga­gement von Mitte der Acht­ziger- bis Mitte der Neun­zi­ger­jahre in der Antifa-, Umwelt- und Haus­be­set­zer­be­wegung und ihr indi­vi­du­elles Ver­hältnis zu Gewalt und Militanz standen im Mit­tel­punkt des Gespräches. Der tele­graph druckt das Interview in Aus­zügen ab, das die Grundlage für einen Beitrag im 2017 erschie­nenen Buch „30 Jahre Antifa in Ost­deutschland“ bildete.
Von Christin Jänicke und Ben­jamin Paul-Siewert

Eine pro­le­ta­rische Linke
Es ist schon depri­mierend, dass der Ostler mit seinem Anspruch nach sozialer Sicherheit wieder auf west­deutsche Ver­spre­chungen her­ein­fällt, wie bei den blü­henden Land­schaften, die nach 1989 ver­sprochen wurden. Eine Generation lässt sich zum zweiten Mal ver­ar­schen, und zwar mit dem selben Trick. Ein kurzer Blick in die wirt­schafts­po­li­ti­schen Grund­sätze der AfD und auf die geo­gra­phische, wie soziale Her­kunft ihres Füh­rungs­per­sonals, sollte eigentlich aus­reichen, damit Rea­lismus an die Stelle einer trun­kenen Deutsch­tü­melei tritt.
Von Micha B.

Wird die Rechte stark, weil die Linke die Arbeiter ver­achtet?
Eine Kritik am libe­ralen Anti­ras­sismus ist ebenso not­wendig, wie die Zurück­weisung der Schimäre von der Ver­tei­digung eines national begrenzten Sozi­al­staats.
Von Peter Nowak

Wir reden über Flucht und Migration?
Über­le­gungen zur aktu­ellen Lage der Linken
Peter Nowaks Plä­doyer für einen pro­le­ta­ri­schen Anti­ras­sismus über­sieht, dass diesem hier wie im Trikont die Grund­lagen abhanden kommen.
Von Marek Winter

Politik inter­es­siert mich nicht
Von Clemens Schittko

Infi­ni­tiver Kom­mu­nismus
(dar­unter ver­stehe ich das Gegenteil von „defi­ni­tiver Kom­mu­nismus“)
In den Sieb­zi­ger­jahren wurden die linken Pariser Phi­lo­sophen und Künstler auf das anti­psych­ia­trische Expe­riment von Deligny, der vielen als radi­kaler Maoist galt, auf­merksam. In der Zeit­schrift „Recherches“ beant­wortete Deligny ihnen die Frage: „Wer sind SIE, die frei­willig am Rande der Welt des Wortes leben?“ Es seien „Leute aus dem Volk, muß man sagen, eine Volks­in­itiative, die ver­sucht, eine Bresche in die Praxis der Ein­schließung zu schlagen“.
Von Helmut Höge

Lenin, Stalin und Putin über Russland und die Revo­lution
Einigkeit über Stalin herrscht in Russland 63 Jahre nach dem Tod des Dik­tators nicht. Stalin und Sta­li­nismus war und bleibt für die einen aus­schließlich positiv besetzt. Für diesen Per­so­nen­kreis bleibt er ein Klas­siker. Für die anderen ver­körpert Stalin bzw. der Sta­li­nismus das genaue Gegenteil.
Von Wla­dislaw Hedeler

Wo bleibt die Revo­lution?
Von Clemens Schittko

101 Jahre Roter Oktober
Räte und Ver­samm­lungen in der rus­si­schen Revo­lution
Über ein­fache Frauen und Männer, die gemeinhin in der Geschichts­schreibung als die „Massen“ bezeichnet werden – von ihren For­de­rungen, Ideen, Aktionen und Orga­ni­sa­ti­ons­ver­suchen, die letzt­endlich maß­geblich den Verlauf der Revo­lu­tionen bestimmten.
Von Hauke Benner

Zwei Linke reden über Israel und Palästina
Ein fik­tiver Dialog
Der Kon­flikt im Nahen Osten beginnt wieder zu qualmen. Selten anderswo offenbart sich Inter­es­sen­po­litik so unver­blümt als Macht­po­litik. Die unmit­telbar Leid­tra­genden auf beiden Seiten aber, in Palästina und Israel, sind die Opfer von Terror oder Dis­kri­mi­nierung. Eine poli­tische Lösung des Kon­flikts scheint immer unwahr­schein­licher; die Radi­ka­li­sierung der Ant­ago­nisten schreitet fort und der Stel­lenwert von Gewalt rückt unan­ge­fochten vom letzten zum ersten Mittel der Politik auf. Und die (par­la­men­ta­rische und außer­par­la­men­ta­rische) Linke? Sollte man nicht erwarten, dass dort die Maß­stäbe der Beur­teilung dieser Aus­ein­an­der­setzung andere sind, als die der Macht­po­li­tiker und ihrer Kopflanger? Hier der Versuch einer dis­kur­siven Rekon­struktion.
Von Thomas Klein

Rostock-Lich­ten­hagen ist Instrument für Res­sen­ti­ments gegen den Osten
Über 40 Jahre nach dem Viet­nam­krieg und 28 Jahre nach dem deut­schen Mau­erfall treffen sich zwei Nach­ge­borene aus der zweiten Generation viet­na­me­si­scher Immigrant*innen. Dan Thy Nguyen, Kind süd­viet­na­me­si­scher Boots­flücht­linge in der BRD und Angelika Nguyen, Kind eines nord­viet­na­me­si­schen Vietminh-Kämpfers gegen die Kolo­ni­al­macht Frank­reich und die US-Invasion, der wegen seiner deut­schen Frau in die DDR ein­ge­wandert ist, reden in einem Café in Berlin-Kreuzberg über Ras­sismus in Ost- und West­deutschland, Rostock-Lich­ten­hagen, ein Dorf in der Eifel und Lion Feucht­wanger.
Von Angelika Nguyen und Dan Thy Nguyen

Her­den­schwund im Erdenrund
Von Kai Pohl

Der Spa­nische Bür­ger­krieg als Vater- und Sohn-Geschichte
Eine per­sön­liche polit­bio­gra­phische Skizze
Der Spa­nische Bür­ger­krieg war so – wie der Hitler-Stalin-Pakt oder auch die Beur­teilung der Großen Drei von Potsdam – ste­tiger Streit­punkt in unserer Familie.
Von Gerhard Han­loser

Wie Walter Gorrish Epi­soden aus dem Spa­ni­schen Bür­ger­krieg erzählte
Von Hans Scherner

Die unwi­der­ruf­liche Not­wen­digkeit
Und sie besucht weiter fleißig ihren Schau­spielkurs, die Gräfin, lässt sich mit Bun­desliga-Stars ablichten, mit Tatort-Kom­mis­saren, lächelt in die Kamera, schickt ihre eigenen Kinder ins Harvard Camp, nicht nach Kan­dahar, Nein, Nein, niemals, die sollen nicht im Sarg zurück. Um Himmels willen! Und die Särge werden ange­saust kommen! Unter Garantie. Mas­sen­weise.
Von Jannis Poptrandov

„Die Gewalt kam zu uns und nicht wir zu ihr!“
30 Jahre Antifa in Ost­deutschland. Per­spek­tiven auf eine eigen­ständige Bewegung.
Eine Buch­be­spre­chung.
Von Michael Wuttke

Chris­ten­ver­folgung in der DDR?
So wie die SED gegenüber den pro­tes­tan­ti­schen Christen in der DDR reli­gi­ons­po­li­tisch zwi­schen Koope­ration und Kon­fron­tation alter­nierte, so manö­vrierte die evan­ge­lische Amts­kirche zwi­schen Selbst­be­hauptung und oppor­tu­nis­ti­scher Anpassung. Wie sieht in diesem Lichte der Befund einer Chris­ten­ver­folgung in der DDR tat­sächlich aus? Der fol­gende Essay unter­sucht diese Pro­ble­matik auch mit Blick auf Repres­si­ons­er­fah­rungen deut­scher Pro­tes­tanten im 20. Jahr­hundert.
Von Karsten Krampitz

Mediales
Von Jochen Knob­lauch