Campen gegen Krieg in der Altmark

Mag­deburg. Am 31. Juli hat unter dem Motto »War starts here. let’s stop it here« das anti­mi­li­ta­ris­tische Camp in der nie­der­säch­si­schen Altmark begonnen. Hier, nahe dem Gefechts­übungs­zentrum Altmark (GÜZ), wollen die Teilnehmer_​innen neue »Per­spek­tiven für anti­mi­li­ta­ris­ti­sches Handeln« ent­wi­ckeln. Das Camp wird noch bis zum 6. August dauern. Zu den Themen des umfang­reichen Pro­gramms gehören die Flücht­lings­po­litik und der Kampf gegen Rechts­po­pu­lismus. Am kom­menden Samstag wird mit einer Demons­tration gegen das GÜZ, in dem auch die NATO-Ein­sätze geprobt werden, ein Höhe­punkt der Zelt­woche statt­finden. Seit meh­reren Jahren wird das Camp von Antimilitarist_​innen vor­be­reitet. Ein Mit­or­ga­ni­sator erklärt gegenüber »nd«, dass das Camp in diesem Jahr kleiner aus­fällt, da haupt­sächlich in der Region mobi­li­siert wurde. Im nächsten Jahr soll es wieder eine bun­des­weite Mobi­li­sierung geben.


02.08.2017 Neues Deutschland

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Peter Nowak

Aus Großvaters Tagebuch

Kriegsgegner besetzten das »GÜZ« in der Altmark

Am Dienstag und am gest­rigen Mittwoch besetzten Kriegs­gegner das »Gefechts­übungs­zentrum Heer« (GÜZ) der Bun­deswehr in der Colbitz-Letz­linger Heide (Sachsen-Anhalt). Peter Nowak sprach mit Jan Stehn, einem der Orga­ni­sa­toren der Aktion, die vom Pro­testcamp »War Starts Here« ausging.

nd: Was hat Sie zu der Besetzung des GÜZ moti­viert?
Stehn: Nachdem ich längere Zeit im Ausland lebte, haben mich die Aktionen gegen das GÜZ moti­viert, mich wieder poli­tisch zu betä­tigen. Dort bereitet sich die Bun­deswehr auf ihre Ein­sätze vor und dort ist es auch möglich, Kriegs­pla­nungen direkt zu behindern. Gerade in der aktu­ellen Debatte darum, was deutsche »Ver­ant­wortung« bedeutet, ist uns wichtig deutlich zu machen, dass Militär und Waf­fen­export krie­ge­rische Kon­flikte ver­längern und eska­lieren. Es gibt viele Mög­lich­keiten, sich frie­dens­för­dernd zu enga­gieren. Die Bun­deswehr brauchen wir nicht.

Wie ist Ihnen gelungen, in das GÜZ ein­zu­dringen?
Das war nicht schwer. Wir hatten die Aktion ange­kündigt und waren auf Wach­leute, Polizei oder Feld­jäger vor­be­reitet. Doch wir konnten unbe­helligt zwei Kilo­meter vor­dringen und uns auf einer Brache nie­der­lassen. Einige setzten dort vor­be­reitete Frie­dens­zeichen, es wurden Bäume gepflanzt. Ich trug aus dem 100 Jahre alten Kriegs­ta­gebuch meines Groß­vaters vor. Er hat sich zu Beginn des Ersten Welt­krieges begeistert beteiligt, aber bald die Grau­samkeit des Krieges erkannt.

Wie reagierten die Wach­mann­schaften?
Kurz, nachdem wir uns nie­der­ge­lassen hatten, sind Sol­daten ein­ge­troffen und haben uns beob­achtet. Dabei war auch der Leiter des GÜZ, Oberst Gunter Schneider, der bis zur Räumung durch die Polizei nach 2,5 Stunden vor Ort war. Ein Teil von uns verließ den Platz frei­willig, andere wurden vom Gelände getragen.

Welche juris­ti­schen Folgen kann die Aktion haben?
Das wird sich zeigen. Da das GÜZ kein ein­ge­frie­detes, umzäuntes Gelände ist, haben wir keinen Haus­frie­dens­bruch begangen. Ob das Betreten des Geländes eine Ord­nungs­wid­rigkeit dar­stellt, ist eben­falls unklar. Der Weg, auf dem wir uns befanden, war nicht einmal beschildert. Einige Akti­visten haben Wider­spruch gegen die frag­wür­digen Platz­ver­weise ein­gelegt, die die Polizei für das GÜZ-Gelände aus­ge­sprochen hat. Dort ist weder eine Begründung noch die ver­ant­wort­liche Behörde ange­geben.

Die Aktionen finden im Rahmen des »War Starts Here«-Camps statt, an dem ver­schie­denste Gruppen teil­nehmen. Wie klappt die Koope­ration der­selben?
Das Camp wird bereits zum dritten Mal Spektren über­greifend orga­ni­siert. In diesem Jahr wurde beson­derer Wert darauf gelegt, deutlich zu machen, dass unter­schied­liche Gruppen ihre Aktionen auf dem Camp vor­be­reiten, sodass die Teil­nehmer unter­schied­liche poli­tische Ansätze ken­nen­lernen und darüber gemeinsam dis­ku­tieren können.

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Interview: Peter Nowak


Campen gegen Kriegstraining

FRIEDEN In Sachsen-Anhalt entsteht Europas größtes Militärübungszentrum. Kriegsgegner protestieren

BERLIN taz | Nichts deutet im kleinen Letz­lingen in der Altmark (Sachsen-Anhalt) darauf hin, dass nur wenige Kilo­meter ent­fernt eine Groß­stadt mit U‑Bahn-Sta­tionen und Hoch­häusern ent­steht. Doch in der Metropole wird kein Mensch wohnen. Die Stadt soll bis 2017 das Zentrum von Europas größtem Gefechts­übungs­platz werden, auf dem sich Bun­des­wehr­sol­daten für Aus­lands­ein­sätze vor­be­reiten. Schon heute wurden dafür afgha­nische und koso­va­rische Orte in der Heide nach­gebaut.

Nicht ohne Wider­stand: Seit zwei Jahren orga­ni­sieren Anti­mi­li­ta­ris­tInnen nahe der Geis­ter­stadt ein ein­wö­chiges Pro­testcamp. Ab Sonntag ist es wieder so weit. Mehr als 300 Besu­che­rInnen erwarte sie, sagt Martina aus dem Vor­be­rei­tungsteam, die ihren Nach­namen nicht in der Zeitung lesen will. »Nicht nur aus Deutschland, auch aus dem euro­päi­schen Ausland.«

Neben Work­shops rufen die Kriegs­gegner auch zu einem »Akti­onstag«: Am 23. August soll der Trup­pen­übungs­platz besetzt werden – »gewaltfrei«, wie die Ver­an­stal­te­rInnen betonen.

Bereits in Vor­jahren gab es im Umfeld des Camps zahl­reiche Aktionen. 2013 gerieten in der 60 Kilo­meter ent­fernten Bun­des­wehr­ka­serne Havelberg 16 Fahr­zeuge in Brand. Es ent­stand ein Mil­lio­nen­schaden. Das Camp beteuerte, nichts damit zu tun zu haben. Intern wurde heftig dis­ku­tiert: Gewalt­freie lehnten die Aktion strikt ab, andere zeigten Ver­ständnis. Könnten doch zer­störte Bun­des­fahr­zeuge keinen Schaden mehr anrichten.

In der Region, in der viele auf Arbeits­plätze durch das Mili­tär­zentrum hoffen, finden die Kriegs­gegner nur wenig Zuspruch. »Die Sol­daten werden aus­ge­bildet für ihren Job«, schreibt eine Kom­men­ta­torin der Altmark-Zeitung. »Und wir alle wollen doch, dass sie heil und gesund wieder nach Hause kommen.« Ein Sprecher des Gefechts­zen­trums sagte, man rechne während des Camps »mit einer ver­stärkten Militanz«. In der Akti­ons­woche werde es keine Übungen geben.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=in&dig=2014%2F08%2F15%2Fa0057&cHash=fa311e2dd3442b8d17fca096086b5fd0

Peter Nowak

Vor dem Auslandseinsatz geht es künftig zur Probe in die Altmark

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http://​www​.heise​.de/​t​p​/​b​l​o​g​s​/​8​/​1​52711

[2]

http://​www​.deut​schesheer​.de/​p​o​r​t​a​l​/​a​/​h​a​/​!​u​t​/​p​/​c​4​/​0​4​_​S​B​8​K​8​x​L​L​M​9​M​S​S​z​P​y​8​x​B​z​9​C​P​3​I​5​E​y​r​p​H​K​9​j​N​T​U​o​v​i​M​R​L​2​U​z​N​S​8​4​p​L​i​k​t​S​c​H​L​3​0​1​L​T​U​5​I​y​S​4​t​L​U​p​C​r​9​g​m​x​H​R​Q​C​o​_8Cq/

[3]

http://​www​.war​starts​he​recamp​.org/

[4]

https://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sw&dig=2013%2F07%2F24%2Fa0092&cHash=bf7c353b62fbb245896155d1468596b7

[5]

http://​dip21​.bun​destag​.de/​d​i​p​2​1​/​b​t​d​/​1​7​/​1​0​4​/​1​7​1​0​4​4​5.pdf

[6]

http://www.warstartsherecamp.org/sites/default/files/files/Antwort%20KA%20GUEZ%20Z.pdf

[7]

http://​www​.war​starts​he​recamp​.org/​d​e​/​p​r​e​s​s​e​-​z​u​m​-camp

[8]

http://www.streitkraeftebasis.de/portal/a/streitkraeftebasis/!ut/p/c4/NYvLCsIwEEX_KJOgInVnqAu3brTdSNoOZTAvJqOC-PEmC–BszlcGKES3YtWJ5Si83CDYabD9FblMd0zfVRmLAVVIBEkD9f2WFDNKaI0C0ah6pWdJFY5sfhWnsy1KFpg0Ka3eqv_M9-uG-1ptzeb_mwvkEM4_gA7KNra/

[9]

http://warstartsherecamp.org/de/story/pressemitteilung‑3–27-juli-2013

[10]

http://warstartsherecamp.org/de/story/pressemitteilung‑2–27-juli-2013

[11]

http://​per​spektive​.nostate​.net/235

[12]

http://www.edition-nautilus.de/programm/biografien/buch-978–3‑89401–460‑5.html

[13]

http://​arab​.blog​sport​.de/​2​0​1​1​/​1​1​/​2​1​/​2​3​-​n​o​v​e​m​b​e​r​-​s​o​l​i​d​a​r​i​t​a​e​t​-​m​i​t​-​i​n​g​e​-​u​n​d​-​t​hies/

[14]

http://​www​.amazon​.de/​d​p​/​3​4​2​3​0​0​5​6​6​1​/​r​e​f​=​n​o​s​i​m​?​t​a​g​=​t​e​l​e​p​o​l​i​s​0b-21