Lasst Mumia frei

»Wir setzen uns für Mumias bedin­gungslose Freiheit ein. Mumia saß nicht knapp 29 Jahre im Todes­trakt und bis jetzt im sog.»Normalvollzug«, weil ihm irgendein Ver­brechen nach dem bür­ger­lichen Sank­ti­ons­ka­ta­log­be­wiesen worden wäre.« Die­se­Er­klärung der US-Bür­ger­rech­terin und Wis­sen­schaft­lerin Angela Davis teilen viele Menschen,die weltweit für die sofor­ti­ge­Frei­lassung des US-
Jour­na­listen Mumia Abu Jamal kämpfen. Sie haben ihre Arbeit inten­si­viert. Seit seine lebens­ge­fähr­liche Erkrankung bekannt wurde (sie­he­Sprachrohr 2/2015), ist diese For­derung noch dring­licher geworden. Mitt­ler­weile wurde bekannt, dass das ver.di-Ehrenmitglied Mumia nicht nur an Dia­betes, sondern auch an Hepa­titis erkrankt ist. Die Mumia­So­li­da­ri­täts­be­wegung ruft dazu auf, Post­karten und E‑Mails mitder For­derung nach der sofor­tigen Frei­lassung Mumias an den zustän­digen Gou­verneur von Penn­syl­vania Tom Wolf zuschicken.

Info: http://​www​.bring​-mumia​-home​.de/​F​r​e​e​_​M​u​m​i​a​_​N​O​W​.html
Sprachrohr 3/2015

    http://medien-kunst-industrie-bb.verdi.de/++file++560939b76f684452140018bb/download/%20SPR_03_2015.pdfr

      PETER NOWAK

      Free Mumia Abu Jamal – right now!

      Kampf um die Frei­lassung des kranken US-Jour­na­listen geht weiter

      Free Mumia Abu Jamal« heißt esauf Flug­blättern und Pla­katen, die wieder im Ber­liner Stadtbild zu sehensind. Seit der US-Jour­nalist lebens­ge­fährlich erkrankte, ist weltweit die Soli­da­ri­täts­be­wegung erneut gewachssen.

      Seit Ende 2014 leidet Mumia an schwerem Dia­betes. Seitdem wächstbei den Unter­stützern des Jour­na­listen die Sorge. Schon in den 90er Jahren rettete eine inter­na­tionale Kam­pagne Mumia das Leben. Er saß fast 20 Jahre in einer Todes­zelle, weil erwegen Poli­zis­ten­mordes in einem umstrit­tenen Ver­fahren von einer rein weißen Jury zum Tode ver­ur­teilt worden war. Der Jour­nalist hatte die Tat immer bestritten. Die welt­weite Soli­da­rität konnte die Auf­hebung des Todes­ur­teils erreichen. Doch Mumia kam nicht frei und bekam auch kenen neuen Prozess, bei dem seine Anwälte ent­las­tende Beweise hät­ten­vor­legen können, die juris­tische Komitees zusam­men­ge­tragen hatten.Das Todes­urteil wurde in eine lebens­läng­liche Haft­strafe umge­wandelt –und das bedeutet nach US-Rechts­system Gefängnis bis zum Tod. Nachdem die unmit­telbare Lebens­gefahr für Mumia vorbei war,ebbte die Soli­da­ri­täts­be­wegung ab.Aber Kon­takte und Netz­werke können schnell reak­ti­viert werden. Das­zeigte sich in den letzten Wochen,als die Erkrankung bekannt wurde. Schnell waren Plakate und Flug­blätter gedruckt, Kund­ge­bungen und­De­mons­tra­tionen orga­ni­siert. Die­zen­trale For­derung lautet: Frei­heitfür Mumia – sofort. Für Anton Mestin von der Ber­liner Mumia-Soli­da­rität hat die Losung eine besondere Dring­lichkeit: »Im Gefängnis ist die Krankheit von Mumia lange Zeit nicht erkannt worden. Unter Gefäng­nis­be­din­gungen wird er auch nicht wieder gesund werden.« Der­harte Kern der Mumia-Soli­da­rität hofft, dass sich nun viele Menschen,die bereits in den letzten 20 Jahren aktiv waren, wieder an der Soli­da­ri­täts­arbeit betei­ligen. Dazu gehö­renauch viele ve.rdi-Mitglieder. Schließlich ist Mumia Ehren­mit­glied der­Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft.

      aus: Sprachrohr 2/2015

      https://medien-kunst-industrie-bb.verdi.de/++file++55797a05ba949b58e20019a6/download/%20SPR_02_2015.pdf

      Peter Nowak

      Weltweit Sorge um die Gesundheit von Mumia Abu Jamal

      Der inhaf­tierte Jour­nalist Mumia Abu Jamal liegt derzeit auf der Inten­siv­station eines Kran­ken­hauses in Penn­syl­vania. Er wird von der Polizei abge­schirmt, niemand darf zu ihm. Weltweit steigt die Sorge um seine Gesundheit.

      „Mumia Abu-Jamal erlitt im SCI Mahanoy Gefängnis einen dia­be­ti­schen Schock. Er wurde ins Schu­ylkill Kran­ken­hauses im US-Bun­des­staat Penn­syl­vania gebracht, wo er seitdem auf der Inten­siv­station liegt“, heißt es im Rund­brief der Mumia-Soli­da­ri­täts­be­wegung, die regel­mäßige Kon­takte zu Mumias Anwälten und Unter­stützern in den USA unterhält. Sie berichten, dass der Jour­nalist im Kran­kenhaus von Poli­zisten abge­schirmt wird. Selbst seinen Ange­hö­rigen und der Ver­tei­digung werde der Zutritt ver­wehrt. „Es ist unklar, wie Mumias Gesund­heits­zu­stand genau aus­sieht, aber die Ver­legung in ein öffent­liches Kran­kenhaus ist ein sehr unge­wöhn­licher Schritt von Seiten der Gefäng­nis­be­hörde“, wird in dem Rund­brief kom­men­tiert.
      Grund zur Besorgnis ist neben der ernsten Gesund­heitslage des Jour­na­listen auch die Tat­sache, dass in einem ähn­lichen Fall vor nur wenigen Wochen der poli­tische Gefangene Phil Africa im gleichen Bun­des­staat für sechs Tage im Haft­kran­kenhaus iso­liert und schließlich für tot erklärt worden war. Bis heute liegen die Todes­um­stände im Dunkeln. Unter der Über­schrift „Gedenken an Phil Africa“ hatte Mumia Abu Jamal am 20. Januar in seiner wöchentlich in der Tages­zeitung „Junge Welt“ ver­öf­fent­lichten Kolumne auf diesen unge­klärten Todesfall auf­merksam gemacht.
      Mumia Abu Jamal ist vielen Men­schen in aller Welt bekannt. Als „Stimme der Unter­drückten“ hatte sich der Radio­mo­de­rator einen Namen gemacht hat. 1982 wurde der Afro­ame­ri­kaner in einem Indi­zi­en­prozess von einer nur aus Weißen besetzen Jury des Mordes an dem Poli­zisten Daniel Faulkner schuldig gesprochen und zum Tode ver­ur­teilt. Der ver­ant­wort­liche Richter hatte bereits vor der Urteils­be­gründung erklärt, er wolle der Jury helfen „den Nigger zu grillen“. Jah­re­lange intensive Recherchen von Juristen und Soli­da­ri­täts­gruppen sorgten dafür, dass das ursprüng­liche Urteil nicht mehr haltbar war. Ein neuer Gerichts­prozess, in dem die gefun­denen Beweise vor­gelegt werden können, wurde von den US-Behörden jedoch ver­weigert. Die inter­na­tionale Soli­da­ri­täts­be­wegung konnte aber erreichen, dass das Todes­urteil in eine lebens­läng­liche Haft­straße umge­wandelt wurde. Mumia Abu Jamal konnte daher nach 29 Jahren den Todes­trakt mit einer Gefäng­nis­zelle tau­schen. Doch jetzt machen sich Unter­stützer in aller Welt erneut große Sorgen um das Leben des Jour­na­listen.
      Auch hinter Gittern, sowohl im Todes­trakt als auch in der Gefäng­nis­zelle hatte Mumia seine jour­na­lis­tische Arbeit unun­ter­brochen fort­ge­setzt und auf Ras­sismus, Unter­drü­ckung und Repression – in den Gefäng­nissen wie auch in der Gesell­schaft der USA – auf­merksam gemacht. Seine Akti­vi­täten wurden vielfach gewürdigt. So ist er Ehren­bürger von Paris und Ehren­mit­glied von ver.di.

      aus: «M» – MEN­SCHENMACHENMEDIEN

      https://​mmm​.verdi​.de/​a​k​t​u​e​l​l​-​n​o​t​i​e​r​t​/​2​0​1​5​/​w​e​l​t​w​e​i​t​-​s​o​r​g​e​-​u​m​-​d​i​e​-​g​e​s​u​n​d​h​e​i​t​-​v​o​n​-​m​u​m​i​a​-​a​b​u​-​jamal

      Peter Nowak