„Asoziale“ und „Berufsverbrecher“

Die Täter hielten auch nach 1945 über ihre Opfer Gericht

„Der Deutsche Bun­destag soll die von der SS ‚Aso­ziale‘ und ‚Be- rufs­ver­brecher‘ genannten ehe­ma­ligen KZ-Häft­linge als Opfer des Natio­nal­so­zia­lismus aner­kennen“, lautet die For­derung einer Petition für die noch Unter­schriften im Internet gesammelt werden. (1)

Eine Initia­torin ist die His­to­ri­kerin und Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­lerin Dagmar Lieske. Sie hat in ihrem bereits 2016 im Metro- pol-Verlag erschie­nenen Buch „ Unbe­queme Opfer“ fak­ten­reich das Schicksal von Men­schen unter­sucht, die von den NS- Staats­ap­pa­raten als Berufs­ver­brecher klas­si­fi­ziert in das KZ- Sach­sen­hausen inhaf­tiert waren. Aber das Buch ist mehr als eine Lokal­studie. Lieske hat mit ihrer Arbeit Maß­stäbe gesetzt, wenn es um das Thema „Berufs­ver­brecher“ in Kon­zen­tra­ti­ons­lagern geht.

Legenden und Mythen

Über sie haben sich viele Mythen und Legenden gebildet. Dazu gehört auch die Vor­stellung, die „Berufs­ver­brecher“ hätten in den KZs im Sinne der Macht­haber gewirkt. Das wurde auch von vielen poli­ti­schen Häft­lingen weiter ver­breitet. Es ist gut möglich, dass solche Äuße­rungen eine Mischung aus eigenen Erfah­rungen und Res­sen­ti­ments waren. Lieske geht sehr dif­fe­ren­ziert mit dem Thema um. Sie zeigt auf, dass es „die„Berufsverbrecher“ nicht gab. Im Gegenteil, waren sie wohl die diver­seste Häft­lings­gruppe, weil anders als bei den aus poli­ti­schen oder reli­giösen Gründen Ver­folgten keine ein­heits­stif­tende Ideo­logie vor­handen war. Der Indi­vi­dua­lismus war also bei ihnen besonders aus­ge­prägt. Die Band­breite der von Lieske vor­ge­stellten Per­sonen, die als „Berufs­ver­brecher“ klas­si­fi­ziert ziert wurden, reicht von einem über­zeugten aber in Ungnade gefal­lenen Nazi, über Ärzte, die Abtrei­bungen vor­nahmen, bis zu Männern, die in den soge­nannten Ring­ver­einen auch Kon­takte zur KPD hatten. Daher war auch ihr Ver­halten im KZ sehr unter­schiedlich. Einige kol­la­bo­rierten mit der SS, andere ver­hielten sich soli­da­risch auch gegenüber anderen Häft­lings­gruppen. Etliche hielten sich aus allem raus und ver­suchten nur im KZ zu über­leben, was vielen nicht gelang. Lieske stellt die Ani­mo­si­täten zwi­schen unter­schied­lichen Häft­lings­gruppen in den Kontext der KZ-Bedin­gungen. Dort war es fast über­le­bens­not­wendig, sich um eine enge Gruppe zu scharen und die Kon­takte zu Außen­gruppen mög­lichst redu­ziert zu halten. Auch die „Berufs­ver­brecher“ han­delten so. Lieske liefert Material über negative Äuße­rungen von ihnen über die Gruppe der poli­ti­schen Gefan­genen. Das wird in der auf den Seiten 315 – 316 doku­men­tierten Ausgabe der Publi­kation „Wahrheit
und Recht“ deutlich, die 1946 von einigen ehe­ma­ligen als Berufs­ver­brecher klas­si­fi­zierten Häft­lingen her­aus­ge­geben wurde. „Und hattest Du das Pech Poli­ti­scher gewesen zu sein, dann istes doppelt fatal für Dich, wenn Du nicht früher Mit­glied der KPD gewesen bist, SPD geht zur Not noch, aber die schaut man schon über die Achsel an und ganz ver­loren ist dein Bemühen, wenn Du einer anderen Partei (von der NSDAP redenwir ja sowieso nicht), angehört hast“ (S. 315). Nur wenige Jahre später saßen viele der ehe­ma­ligen kom­mu­nis­ti­schen KZ-Häft­linge in West­deutschland bereits wieder in Gefäng­nissen, ihre Renten als Ver­folgte des NS-Regimes wurden ihnen aberkannt.


„Berufs­ver­brecher“ nach 1945 weiter ver­folgt

Dass soviel über die Ani­mo­si­täten zwi­schen „Berufs­ver­bre­chern“ und Poli­ti­schen in den KZ geredet wird, hat seinen Grund. Dann braucht nicht davon geredet zu werden, wie das Per­sonal, dass im NS die „Berufs­ver­brecher bekämpfte, nach 1945 in der BRD größ­ten­teils weiter bei der Polizei arbei­teten und ganz selbst­be­wusst auf ihre Arbeit zwi­schen 1933 und 1945 ver­weisen konnte. Am Fall des Kri­mi­na­listen Fritz Cor­nelly (S. 337 ff) wird diese Kon­ti­nuität bei Lieske auf­ge­zeigt. Ein solches Per­sonal lehnte schon mal ehe­malige „Berufs­ver­brecher“ als Zeugen in Pro­zessen gegen die KZ-Ver­waltung mit der Begründung ab, sie seien min­der­wertige Cha­raktere und daher für Zeu­gen­aus­sagen nicht geeignet. So konnten die Ver­folger noch mal über ihre Opfer zu Gericht sitzen. Dem­ge­genüber haben auch die poli­ti­schen Häft­linge, die sich in ihren Büchern über ihre KZ-Haft despek­tierlich über die „Berufs­ver­brecher“ äußerten, größ­ten­teils klar gestellt, dass sie genau wie sie zu Unrecht im KZ gesessen hätten. Auch der Gene­ral­bun­des­anwalt Karl S. Bader hat bereits 1946 klar­ge­stellt: „Viele kri­minell vor­be­strafte KZ-Insassen, auch viele Sicher­heits­ver­wahrte, haben (.…) unter den Ver­hält­nissen im KZ genauso gelitten wie die poli­ti­schen Häft­linge. Sie unter­lagen den­selben Lager­ge­setzen, der­selben Preisgabe der Men­schen­würde und Men­schen­ver­achtung, den­selben Schi­kanen, Strafen und – häufig genug – den­selben Todes­formen (S. 264).
Dieser Grundsatz gilt für sämt­liche von den NS-Repres­si­ons­or­ganen Betroffen und er ist, bis heute nicht überall Konsens. Daher ist das Buch von Dagmar Lieske so wichtig und ver­dient viele Lese- rInnen. Und daher sollte die von ihr mit initi­ierte Petition zur Aner­kennung vom im NS als „Aso­ziale oder Berufs­ver­brecher“ Ver­folgte viel Unter­stützung bekommen.
Peter Nowak

Anmerkung:

1) https://www​.change​.org/​p​/​d​e​u​t​s​c​h​e​r​-​b​u​ndes- tag-aner­kennung-von-asozo­zialen-und-berufsver- bre­chern-als-opfer-des-natio­nal­so­zia­lismus

Lese­tipps:

Lieske Dagmar: Unbe­queme Opfer? „Berufs­ver­brecher“ als Häft­linge im KZ Sach­sen­hausen, Metropol Verlag, Berlin 2016, 365 Seiten, ISBN 978–3-86331–297-9
Anne Allex (Hg.): ‚Sozi­al­ras­sis­tische Ver­folgung im deut­schen Faschismus, AG Spak Buch, Berlin 2017, 434 Seiten, 28 Euro

oktober 2018/432 gras­wur­zel­re­vo­lution

Peter Nowak

Politisches Erwachen in Gefangenschaft


Erin­ne­rungen an Werner Gutsche, Geschichts­auf­klärer und Streiter gegen Rechts­ra­di­ka­lismus

»Er wollte das NS-Unrecht auf­decken, seien es die in Neu­kölln jah­relang ver­schwie­genen Zwangs­ar­beits­lager, die ver­ges­senen SA-Fol­ter­stätten oder das ver­schmähte Erinnern des kom­mu­nis­ti­schen Wider­stands.« Mit diesen Worten würdigt Hans Coppi, Vor­sit­zender der Ber­liner VVN-BdA, den Neu­köllner Kom­mu­nisten Werner Gutsche. Bis zu seinem Tod 2012 hat sich jener uner­müdlich gegen Ras­sismus und Rechts­ra­di­ka­lismus enga­giert.

Freunde und Genossen erinnern sich an ihn in diesem Buch, das zugleich die Geschichte der linken Oppo­sition in Berlin-Neu­kölln zeichnet. Hierfür haben die His­to­riker Mat­thias Heisig und Bernhard Brem­berger ohne jeg­liche finan­zielle Unter­stützung recher­chiert.

Über Gut­sches Zeit in der Wehr­macht erfährt man nur wenig. Sein poli­ti­sches Bewusstsein erwachte in rus­si­scher Kriegs­ge­fan­gen­schaft und beim Besuch einer Antifa-Schule, die er mit Hans Modrow absol­vierte. Auch Gutsche wird Mit­glied der SED, lebte jedoch in der Front­stadt West­berlin. Er sam­melte Unter­schriften für den Stock­holmer Appell zur Abschaffung der Atom­waffen und setzte sich für eine ehr­liche, kri­tische Auf­ar­beitung der NS-Ver­gan­genheit ein. Seine Auf­for­derung an Mit­streiter vom Neu­köllner Geschichts­verein »Da müsst ihr euch mal drum kümmern« wurde Titel gebend. Gut­sches Einsatz ver­dankt sich die Benennung des Neu­köllner Sport­sta­dions nach dem anti­fa­schis­ti­schen Wider­stands­kämpfer Werner See­len­binder, der als Kom­munist in West­berlin lange tabu war.

Das Buch infor­miert über eine Wider­stands­gruppe gegen die Nazis an der Rüt­lischule, die Bestreikung von SA-Sturm­lo­kalen durch Arbeiter sowie einen Schau­prozess gegen Kom­mu­nisten 1935, der mit Todes­ur­teilen endete. Christian von Gelieu weist auf blinde Flecken der kom­mu­nis­ti­schen Geschichts­schreibung hin. Gemeinsam mit seiner Frau Claudia ist der His­to­riker übrigens vor einigen Wochen Opfer rechter Gewalt geworden. Der Terror von Neo­nazis beweist einmal mehr, wie wichtig Bücher wie dieses sind.

Frieder Boehne/​Bernhard Bremberger/​Mat­thias Heisig: »Da müsst ihr euch mal drum kümmern. « Werner Gutsche (1923–2012) und Neu­kölln.
Metropol. 300 S., br., 22 €.

https://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​1​0​4​5​5​7​0​.​p​o​l​i​t​i​s​c​h​e​s​-​e​r​w​a​c​h​e​n​-​i​n​-​g​e​f​a​n​g​e​n​s​c​h​a​f​t​.html
Peter Nowak

Das Proletariat wird transnational

Neue Publi­ka­tionen beschäf­tigen sich mit linken Betriebs­in­ter­ven­tionen in Europa infolge des Auf­bruchs von 1968. Die län­der­über­grei­fende Soli­da­rität in Arbeits­kämpfen war damals pro­gram­ma­tisch.

»Mit seinem Ket­zerbuch ›Abschied vom Pro­le­tariat‹ ist er nun über­ra­schend aus der St.-Marx-Kirche aus­ge­treten«, spottete der Spiegel 1981 über den linken fran­zö­si­schen Sozio­logen André Gorz. Das Buch wurde damals vor allem bei der vom Auf­bruch von 1968 geprägten Linken zum Best­seller und sein Titel zum Pro­gramm. Denn nun konnte manch alt­ge­dienter Maoist auch theo­re­tisch begründen, warum sein Bemühen, die Fabrik­ar­beiter für die Revo­lution zu gewinnen, keinen Erfolg gehabt hatte. Von Gorz ist vielen heute nur »Abschied vom Pro­le­tariat« bekannt. Die Bücher, in denen er Brücken zwi­schen der alten Arbei­ter­be­wegung und dem Auf­bruch der Neuen Linken nach 1968 schlagen wollte, sind hin­gegen fast ver­gessen. Sie trugen ebenso pro­gram­ma­tische Titel wie »Die Aktua­lität der Revo­lution« und »Zur Stra­tegie der Arbei­ter­be­wegung im Neo­ka­pi­ta­lismus«.

Klassenkampf überall. Eine Demonstration der Gruppe »Lotta Continua« in Mailand, Anfang der siebziger Jahre
Klas­sen­kampf überall. Eine Demons­tration der Gruppe »Lotta Con­tinua« in Mailand, Anfang der sieb­ziger Jahre (Foto: www​.lalotta​con​tinua​.it)

Es könnte sein, dass die heute nur noch anti­qua­risch erhält­lichen Bücher bald wieder stärkere Beachtung finden. In den ver­gan­genen Jahren haben jüngere His­to­riker den lange ver­ges­senen dis­si­denten Strö­mungen der Arbei­ter­be­wegung Auf­merk­samkeit gewidmet. Diese hatten in der For­schung zuvor höchstens in den Fuß­noten Erwähnung gefunden. Kon­zen­trierte sich die For­schung auf die großen Arbei­ter­par­teien und Gewerk­schaften, widmet man sich jetzt der Räte­be­wegung und unter­sucht die zahl­reichen Gruppen, die sich weder der Sozi­al­de­mo­kratie noch dem Par­tei­kom­mu­nismus zurech­neten.

Kürzlich ist die erste Ausgabe der Zeit­schrift für his­to­rische Studien »Arbeit Bewegung Geschichte« mit dem Schwer­punkt­thema »Linke Betriebs­in­ter­vention, wilde Streiks und ope­rais­tische Politik 1968 bis 1988« im Metropol-Verlag erschienen. Die Zeit­schrift ist aus dem »Jahrbuch für For­schung zur Geschichte der Arbei­ter­be­wegung«, das seine Wurzeln in der DDR hatte, her­vor­ge­gangen. Vor allem der trans­na­tionale Cha­rakter der Betriebs­in­ter­ven­tionen sei in der his­to­ri­schen For­schung bisher kaum beachtet worden, schreibt der Ber­liner His­to­riker Dietmar Lange von der Redaktion von »Arbeit Bewegung Geschichte«. Dabei habe es vor allem nach 1969 einen regen Aus­tausch unter den linken Gruppen diverser euro­päi­scher Länder gegeben.

Neben dem Pariser Mai sei der heiße Herbst 1969 in Italien ein wich­tiges Schlüs­sel­datum gewesen.Damit ist ein Zyklus von Kämpfen und Streiks gemeint, die ganz Italien erfasst hatten. Diese Aus­ein­an­der­setzung wurde von Linken in Europa mit beson­derem Interesse wahr­ge­nommen, weil in Italien für einige Monate Rea­lität wurde, was sich viele von ihnen in anderen Ländern ver­geblich erhofften: Ein rele­vanter Teil der Lohn­ab­hän­gigen betei­ligte sich mit mili­tanten Demons­tra­tionen, Streiks und Fabrik­be­set­zungen an den gesell­schaft­lichen Kämpfen. Bereits 1969 kam es zu ersten Ver­net­zungs­treffen linker Gruppen, Gewerk­schaften und Soli­da­ri­täts­in­itia­tiven aus ver­schie­denen Ländern. Dabei wurden Fragen dis­ku­tiert, die erstaunlich aktuell scheinen. »For­ciert wurde die Kon­takt­auf­nahme nicht nur durch die geo­gra­phische Nähe, sondern durch die zu dieser Zeit wach­senden Her­aus­for­de­rungen, wie die wach­sende Kapi­tal­ver­flechtung, die zuneh­mende Migration von Arbeits­kräften und die zuneh­mende Inte­gration im Rahmen des gemein­samen euro­päi­schen Marktes«, schreibt Dietmar Lange. Er hat bei seinen For­schungen in ita­lie­ni­schen Archiven einige bisher weit­gehend unbe­kannte Quellen über diese trans­na­tionale Ver­netzung erschlossen.

Das erste Treffen fand in Rom statt. Daran betei­ligten sich Ver­treter links­so­zia­lis­ti­scher Gruppen und Par­teien, die seit 1968 ent­standen waren und sich weder dem Tra­di­ti­ons­kom­mu­nismus noch der Sozi­al­de­mo­kratie zuordnen wollten. Auch die beiden in Italien zeit­weise ein­fluss­reichen linken Gruppen Lotta Con­tinua und Auto­nomia Operaia, die sich auf unter­schied­liche Frak­tionen der dis­si­denten Linken bezogen, suchten und fes­tigten ihre inter­na­tio­nalen Kon­takte. 1971 war in Zürich ein Koor­di­na­ti­onsbüro eröffnet worden, das sich dem Aufbau einer län­der­über­grei­fenden Soli­da­rität mit strei­kenden Betrieben widmen sollte. Zu der wich­tigsten Akti­vität dieses Büros gehörte eine im April 1973 in Paris ver­an­staltete Kon­ferenz zur Situation in der euro­päi­schen Auto­mo­bil­in­dustrie. Dort war es zu spon­tanen Streiks gekommen. Als Prot­agonist der Kämpfe wurde auf der Kon­ferenz der »mul­ti­na­tionale Mas­sen­ar­beiter« aus­ge­macht. Damit waren vor allem an- und unge­lernte Beschäf­tigte an den großen Mon­ta­ge­bändern gemeint, die oft aus andere Lan­des­teilen oder Ländern zuge­wandert waren. So spielten in den ita­lie­ni­schen Fabrik­kämpfen unge­lernte Beschäftige aus Süd­italien eine zen­trale Rolle.

Über die Pariser Kon­ferenz sind viele Details bekannt, weil Lange in den Archiven einen ver­schollen geglaubten Bericht gefunden und über­setzt hat. Demnach haben sich Auto­mo­bil­ar­beiter aus Frank­reich, Groß­bri­tannien, Italien und der Schweiz an der Kon­ferenz beteiligt. Aus Deutschland waren Beschäf­tigte der Kölner Ford-Werke, von VW aus Rüs­selsheim, Volks­wagen aus Han­nover und BMW aus München beteiligt. Die Teil­nehmer wider­legten die in den bür­ger­lichen Medien ver­breitete These, dass die »ita­lie­nische Krankheit«, wie die Zunahme der Kämpfe in Italien von Politik und Wirt­schaft genannt wurde, nicht auch für andere Länder Bedeutung erlangen könnte. So hätten sich Sabotage und Absen­tismus, wie das Ver­lassen des Arbeits­platzes genannt wurde, auch bei VW-Han­nover und bei BMW-München ver­breitet.

Doch es wurde auch offen über die Schwie­rig­keiten und Pro­bleme gesprochen, die einer schnellen Aus­breitung der Arbeits­kämpfe in ganz Europa im Wege standen. »Es gibt zu viele Schutz­vor­rich­tungen, poli­tische Stau­räume, Ventile zum Dampf­ab­lassen, die das Gesamt­ka­pital mit allen seinen pro­duk­tiven und insti­tu­tio­nellen Glie­de­rungen in Bewegung setzen kann«, lautete die Ein­schätzung in dem Pro­tokoll. »Unter diesen Vor­aus­set­zungen kann eine inter­na­tionale Ver­ein­heit­li­chung des Arbei­ter­ver­haltens nur in dem Tempo und nach dem Interesse der Bosse von­statten gehen«, so das wenig opti­mis­tische Fazit. Das war für die Kon­fe­renz­teil­nehmer gleich­zeitig ein Plä­doyer für den Aufbau einer ein­heit­lichen kom­mu­nis­ti­schen Orga­ni­sation, die sie Gesamt­projekt nannten.

Doch die Phase der linken Fabrik­in­ter­ven­tionen fand ein rasches Ende. »Nur kurze Zeit nach der Kon­ferenz in Paris vollzog ein Großteil der betei­ligten Gruppen einen Rich­tungs­wechsel und löst sich auf«, schreibt Lange. Auch sein Inter­view­partner Karl-Heinz Roth, der damals in diesen Kämpfen eine wichtige Rolle spielte, konnte im Gespräch wichtige Hin­weise auf die Hin­ter­gründe geben, die nicht nur zur Auf­lösung des Zürcher Büros, sondern auch zum Zusam­men­bruch der trans­na­tio­nalen Betriebs­so­li­da­rität führten. Er erin­nerte an Berichte von Teil­nehmern der Pariser Kon­ferenz, die sich damals neuen Kon­zern­stra­tegien wid­meten, mit denen das Konzept des kämp­fe­ri­schen Mas­sen­ar­beiters unter­graben wurde. »Diese Pro­phe­zeiung des her­auf­zie­henden Post­for­dismus stand als Mene­tekel an der Wand des Kon­gresses«, so Roth. Der lange Abschied der Linken vom Pro­le­tariat nahm hier seinen Anfang.

In den ver­gan­genen Jahren gab es neue Ver­suche, eine trans­na­tionale Streik­so­li­da­rität auf­zu­bauen. Dafür stehen die Streiks bei Amazon ebenso wie die Migrant Strikers oder die Oficina Pre­caria Berlin, zwei Initia­tiven, in denen sich spa­nische und ita­lie­nische Arbeits­mi­granten in Berlin orga­ni­sieren. So dürfte das Schwer­punkt­thema von Arbeit Geschichte Bewegung nicht nur his­to­ri­sches Interesse wecken. Im Vorwort weisen die Her­aus­geber auf Par­al­lelen zwi­schen ihrem For­schungs­thema und heu­tigen Aus­ein­an­der­set­zungen hin: »Dazu gehören die bedeu­tende Rolle von Migranten und Migran­tinnen, die The­ma­ti­sierung der Gesundheit der Arbeiter und Arbei­te­rinnen sowie der Wohn- und Lebens­ver­hält­nisse im Stadtteil.«

Am 30. Mai um 19 Uhr dis­ku­tieren in Berlin im Buch­laden Schwarze Risse (Mehringhof) Dietmar Lange, Redakteur von »Arbeit Bewegung Geschichte«, und Mit­glieder der Basis­ge­werk­schaft IWW über Betriebs­so­li­da­rität damals und heute.

Peter Nowak

http://​jungle​-world​.com/​a​r​t​i​k​e​l​/​2​0​1​6​/​1​5​/​5​3​8​3​6​.html
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Berlin:

Diskussionsveranstaltung:

30.Mai 2016, 19 Uhr, Buchladen Schwarze Risse, Gneisenaustr. 2a.

Ist der lange Abschied vom Proletariat zu Ende?

Gespräch über die Geschichte und Aktua­lität linker Betriebs­in­ter­ven­tionen
Mit Dietmar Lange, His­to­riker und Mit­her­aus­geber der Zeit­schrift Arbeit
Bewegung Geschichte und Mark Richter Mit­glied der IWW*

Mode­ration Peter Nowak, Jour­nalist und Her­aus­geber des Buches „Ein Streikt seht, wenn mensch ihn selber macht“

In der aktu­ellen Ausgabe der Zeit­schrift Arbeit Bewegung Geschichte

(http://​www​.arbei​ter​be​wegung​-jahrbuch​.de/​?​p=536) werden heute weit­gehend
unbe­kannt Details über eine län­der­über­grei­fende Koor­di­nierung der linken
betrieb­lichen Inter­ven­tionen vor­ge­stellt. Dar­unter ist ein Bericht über eine Pariser Kon­ferenz von Beschäf­tigten aus dem Auto­mo­bil­sektor aus meh­reren euro­päi­schen Ländern im April 1973. Dietmar Lange wird einen Über­blick über den Versuch einer trans­na­tio­nalen linken
Betriebs­in­ter­vention geben und auchdie Pro­bleme benennen. Waren sie der Grund für den langen Abschied vom Pro­le­tariat vieler linker Gruppen? In den letzten Jahren sind Soli­da­rität mit Streiks und anderen betrieb­lichen Kämpfen wieder Gegen­stand linker Initia­tiven geworden.
Unter dem Titel „Direct Unionism“- Stra­tegie für erfolg­reiche Basis­ge­werk­schaften auf der Höhe der Zeit“ ver­öf­fent­lichte die IWW kürzlich ein Dis­kus­si­ons­papier

(https://​de​.scribd​.com/​d​o​c​/​2​8​3​8​7​6​8​7​9​/​D​i​r​e​c​t​-​U​n​i​o​n​i​s​m​-​S​t​r​a​t​e​g​i​e​-​f​u​r​-​e​r​f​o​l​g​r​e​i​c​h​e​-​B​a​s​i​s​g​e​w​e​r​k​s​c​h​a​f​t​e​n​-​a​u​f​-​d​e​r​-​H​o​h​e​-​d​e​r​-Zeit),
in das Erfah­rungen mit Arbeits­kämpfen in pre­kären Sek­toren ein­flossen. Mark Richter aus Frankfurt am Main wird die dort ver­tre­tenen Thesen zur Dis­kussion stellen.

KZ Sonnenburg

Das KZ und Zuchthaus Son­nenburg, im heu­tigen west­pol­ni­schen Slonsk gelegen, war lange Zeit ver­gessen. In den ersten Jahren der NS-Herr­schaft war der Ort als »Fol­ter­hölle Son­nenburg« welt­be­kannt. Im April 1933 wurden die ersten Häft­linge in das Lager ver­schleppt, über­wiegend Ber­liner Kommunist_​innen. Auch die drei bekannten linken Intel­lek­tu­ellen Carl von Ossietzky, Erich Mühsam und Hans Litten wurden in Son­nenburg gefoltert. Über den Empfang der Gefan­genen schrieb der kom­mu­nis­tische Wider­stands­kämpfer Klaas Meyer: »Es wurde mit allerhand Mord­werk­zeugen geschlagen, mir lief das Blut schon durch das Gesicht. (…) Die ganze Bevöl­kerung war ver­treten, wir wären Reichs­tags­brand­stifter. Eltern und Kinder schlugen nach uns und wir wurden ange­spuckt«. Während des Zweiten Welt­kriegs wurden Nazigegner_​innen aus ganz Europa nach Son­nenburg ver­schleppt. Die Ster­berate war hoch. Daniel Quaiser geht in seinen Aufsatz auf das Mas­saker ein, bei dem in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 1945 ins­gesamt 819 Gefangene von der Gestapo erschossen wurden, kurz vor der Befreiung durch die Rote Armee. Kamil Majrchrzak berichtet über die juris­tische Auf­ar­beitung der Ver­brechen in Polen. In der BRD hin­gegen wurden die für das Mas­saker ver­ant­wort­lichen SS-Männer Heinz Richter und Wilhelm Nickel 1971 vom Kieler Land­ge­richt frei­ge­sprochen. Mitt­ler­weile hat die pol­nische Justiz die Ermitt­lungen wieder auf­ge­nommen. Ein Grund mehr, sich an die Geschichte Son­nen­burgs und seiner Opfer zu erinnern.

http://​www​.akweb​.de/​a​k​_​s​/​a​k​6​0​3​/​1​5.htm

Peter Nowak

Hans Coppi und Kamil Majchrzak (Hg.): Das Kon­zen­tra­ti­ons­lager und Zuchthaus Son­nenburg. Metropol Verlag, Berlin 2015. 240 Seiten, 19 EUR.

Gewerkschafter und Nazigegner

Handbuch stellt 95 Biografien von Häftlingen der KZ Sachsenhausen und Oranienburg vor

Ein For­schungs­projekt der Freien Uni­ver­sität Berlin beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Geschichte von Wider­stand, Ver­folgung und Emi­gration.

Aktive Gewerk­schafter gehörten 1933 mit zu den ersten, die von den Faschisten ver­folgt wurden. Oft waren sie sogar schon in der Wei­marer Zeit Polizei und Unter­nehmen ver­dächtig, besonders wenn sie sich für die Rechte ihre Kol­legen ein­setzten. So konnten die Behörden ab 1933 vielfach auf bereits ange­legte Akten zurück­greifen.

Nach 1945 enga­gierten sich Gewerk­schafter, die die Befreiung vom Faschismus erlebt hatten, in Anti­fa­aus­schüssen und grün­deten die Gewerk­schaften wieder. Oft starben sie aber viel zu früh infolge der Ent­beh­rungen durch ihre Ver­folgung und ihre Haft in Kon­zen­tra­ti­ons­lagern. Auch die schlechten Lebens­be­din­gungen in der Arbei­ter­klasse spielten dabei eine Rolle. Etliche solcher Gewerk­schafter sind leider heute ver­gessen. Daher ist es besonders ver­dienstvoll, dass seit einigen Jahren an der Freien Uni­ver­sität Berlin das For­schungs­projekt »Gewerkschafter/​innen im NS-Staat. Ver­folgung – Wider­stand – Emi­gration« den oft namen­losen Ver­folgten ein Gesicht gibt. Ein kürzlich im Metro­pol­verlag ver­öf­fent­lichtes Handbuch stellt die Bio­grafien von 95 Gewerk­schaftern vor, die in den KZ Sach­sen­hausen und Ora­ni­enburg inhaf­tiert waren.

Die Bio­grafien sind sehr inter­essant und lebendig geschrieben. Dabei war die Quel­lenlage oft schwierig. Schließlich sind Gewerk­schafter in der Regel keine Per­sonen des öffent­lichen Inter­esses gewesen. Daher wurden oft auch die Ver­neh­mungs­akten der poli­ti­schen Polizei und der Gestapo her­an­ge­zogen. Wenn es möglich war, wurden noch andere Doku­mente benutzt. Dazu gehören auch die Berichte, die die Gewerk­schafter nach 1945 in Ost- wie West­deutschland geschrieben haben, um als Ver­folgte des Nazi­re­gimes aner­kannt zu werden. Erfreulich ist, dass die Autoren der Bei­träge hier weder eine bloße Hel­den­ge­schichte des Wider­stands schreiben, noch den Kampf gegen die Nazis im Nach­hinein klein­reden wollen.

Die Leser lernen Men­schen in all ihren Wider­sprüchen kennen, mit ihrem Mut und poli­ti­schem Willen, aber auch mit ihren Zweifeln, Ängsten und Fehlern. Gerade das macht die Lektüre so anregend. Gleich bei Paul Albrecht, der ersten vor­ge­stellten Person, werden diese Wider­sprüche deutlich. Als junger Mann war er in der anar­cho­syn­di­ka­lis­ti­schen Jugend Thü­ringens aktiv, wech­selte Ende der 1920er zur KPD und enga­gierte sich in der Revo­lu­tio­nären Gewerk­schafts­op­po­sition. Nach dem Reichs­tags­brand am 28. Februar 1933 wurde er inhaf­tiert und miss­handelt. Am 1. Juni 1933 wurde er ins Kon­zen­tra­ti­ons­lager gebracht. Nach seiner Frei­lassung leistete er weiter Wider­stand. Zwi­schen 1945 und 1949 war Albrecht als Landrat von Genthin im Zuge der Boden­reform an der Auf­teilung von Groß­grund­besitz beteiligt. Doch nachdem einige Briefe bekannt wurden, die er 1938 geschrieben hatte, als er mit seiner geschie­denen Ehefrau einen Sor­ge­rechts­streit um den Sohn führte, verlor Albrecht sein Amt und wurde aus der SED aus­ge­schlossen. In den Briefen hatte er erklärt, mitt­ler­weile auf den Boden des Dritten Reiches zu stehen. Er warf dort seiner Frau vor, weiter mit Juden zu ver­kehren. Erst viele Jahre später, nachdem Albrecht Selbst­kritik geübt hatte, wurde er wieder in die SED auf­ge­nommen, bekam aber nur noch Ver­wal­tungs­posten beim Freien Deut­schen Gewerk­schaftsbund (FDGB).

Es ist unver­ständlich, dass die For­schungs­stelle noch immer ohne große finan­zielle Mitteln aus­kommen muss und ohne das ehren­amt­lichen Enga­gement vieler Stu­denten und Wis­sen­schaftler ihre wichtige Arbeit nicht fort­setzen könnte.

Mielke Sieg­fried, Stefan Heinz (Hrsg.): Gewerk­schafter in den Kon­zen­tra­ti­ons­lagern Ora­ni­enburg und Sach­sen­hausen, Bio­gra­fi­sches Handbuch, Band 4, Metropol, 870 Seiten, 36 Euro

http://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​1​9​6​5​6​.​g​e​w​e​r​k​s​c​h​a​f​t​e​r​-​u​n​d​-​n​a​z​i​g​e​g​n​e​r​.html

Eine halbe Million


Belzec – das ver­gessene Ver­nich­tungs­lager

Auschwitz, Treb­linka, Sobibor, die Namen dieser deut­schen Ver­nich­tungs­lager im von der Wehr­macht besetzten Polen sind in einer grö­ßeren Öffent­lichkeit bekannt. Das 40 Kilo­meter südlich von Zamoscz errichtete Ver­nich­tungs­lager Belzec hin­gegen war lange Zeit weit­gehend ver­gessen. Dabei sind dort zwi­schen Februar und Dezember bis zu einer halben Million Juden sowie Sinti undm Roma ermordet worden. Danach wurde das Lager auf­gelöst und die Täter pflanzten Pflanzen und Gras über der Todes­stätte. Jetzt hat Ber­liner Metropol-Verlag die erste deutsch­spra­chige Unter­su­chung zu Belzec her­aus­ge­geben. Autor ist der pol­nische His­to­riker Robert Kuwalek, der Mit­ar­beiter des Staat­lichen Museums Maj­danek in Lublin ist und von 2004 bis 2009 die Gedenk­stätte Belzec leitete.
Kuwalek ver­steht es in seinem Buch detail­lierte Infor­ma­tionen so dar­zu­stellen, dass sie auch für his­to­rische Laien gut nach­voll­ziehbar sind. In den ersten beiden Kapiteln fasst der aktu­ellen For­schungs­stand zu den Ent­schei­dungs­pro­zessen unter den NS-Eliten zusammen, die zur Ver­nichtung der jüdi­schen Bevöl­kerung führte. Dabei weist er nach, dass die als T4-Aktion bekannten Morde an als Geis­tes­krank erklärten Men­schen der Pro­belauf für die Shoah war.
Anders als die anderen Ver­nich­tungs­lager lag Belzec nicht abseits im Wald sondern an einer zen­tralen Bahn­linie. Daher widmete sich Kuwalek aus­führlich der Frage, was darüber bekannt war. Die Bewohner der Umgebung waren über die Mas­sen­morde infor­miert. Dafür sorgte schon der süß­liche Geruch über dem Areal. Kuwalek zitiert auch aus Berichten von Zug­pas­sa­gieren, die damals auf­ge­fordert wurden, die Fenster in ihren Abteilen zu schließen. Es gab aller­dings vor allem unter den NS-Chargen auch einen Holo­caust-Tou­rismus. Sie berichten darüber auch ihren Familien. Nach 1945 wollten natürlich alle nichts gewusst haben. Auch bei den aus ganz Polen und der heu­tigen Ukraine nach Belzec depor­tierten Juden sprach sich bald rum, dass es sich dabei nicht um eine Durch­gangs­station auf dem Weg nach Osten han­delte, wie die NS-Pro­pa­ganda den Opfern anfangs vor­gau­kelte. Später ver­zich­teten sie auf diese Camou­flage. In meh­reren doku­men­tierten Berichten wird die Bru­ta­lität deutlich, mit denen die deut­schen Täter und ihre ukrai­ni­schen Helfer schon beim Transport mit den Juden umgingen. Ein großer Teil war schon tot, als sie in Belzec ankamen.
Sehr kri­tisch geht Kuwalek auch mit pol­ni­schen Geschichts­mythen in Polen um. So widerlegt er Berichte über Tau­sende in Belzec umge­kom­menen Polen. Zudem hätten Bewohner der umlie­genden Dörfer noch bis Ende der 40 Jahre auf der Suche nach Wert­ge­gen­ständen die Leichen aus­ge­graben. Mit Chaim Hirszman ist einer der wenigen Über­le­benden von Belzec am 19. März 1946 von rechten Unter­grund­gruppen, die gegen die ent­ste­hende Volks­re­publik Polen kämpften, in seiner Wohnung ermordet wurden. Wenige Stunden zuvor hatte er vor einer his­to­ri­schen Kom­mission über seine Erleb­nisse in Belzec berichtet. Hirszman war schon in den 30er Jahren in der sozia­lis­ti­schen Jugend­be­wegung aktiv. Ein eigenes Kapitel widmet Kuwalek dem christ­lichen SS-Mann Kurt Gerstein, der nach einen Besuch in Belzec über die Zustände so erschüttert war, dass er Diplo­maten infor­mierte, um die Welt­öf­fent­lichkeit wach­zu­rütteln. Ver­geblich, Gerstein starb in fran­zö­si­scher Haft, wo er mit NS-Tätern in eine Zelle gesperrt war. Die für die Morde in Belzec Ver­ant­wort­lichen hin­gegen wurden bis auf ganz wenige Aus­nahmen nie bestraft.
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Peter Nowak
Robert Kuwalek, Das Ver­nich­tungs­lager Belzec, Aus dem Pol­ni­schen über­setzt von Steffen Hänschen, Metropol Verlag, Berlin, 2012, SBN: 978–3-86331–089-0, 392 Seiten, 24,– Euro