Pegida bekämpfen, aber die Kernforderungen übernehmen

Nazis haben Oberwasser

Die Soli­da­rität beim Einsatz gegen das Hoch­wasser ist enorm − doch auch Nazis schaufeln mit und nutzen den Einsatz für ihre Pro­pa­ganda.

In anonymem Inter­net­bei­trägen werden Ver­nich­tungs­dro­hungen gegen Linke deutlich arti­ku­liert: »Einfach mal ertränken« oder »das autonome Drecksvolk in die Gas­kammer oder erhängt« gehörten zu den Kom­men­taren. nlass für diese Hetze ist das kurze Schreiben einer „Ger­ma­no­phobe Flut­brigade“, in der zur Zer­störung von Deichen auf­ge­rufen wird, um Deutschland in den Rücken zu fallen. Die linke Hoch­schul- und Jugend­gruppe Mag­deburg ging wegen der in linken Kreisen unüb­lichen Wortwahl des Schreibens von Anfang von einem Fake aus, mit dem die Linke dis­kre­di­tiert werden soll.
„Sie nennen sich selbst „Anti­fa­schisten“, sie hassen Deutschland und alles deutsche“, schreibt NPD-Mit­glied Michael Gunzel in schlechten Deutsch. Am Ende seines Bei­trags auf der Homepage des NPD-Lan­des­ver­bandes Sachsen-Anhalt wird unver­hohlen zur Gewalt auf­ge­rufen. „Einem sich der Fest­nahme wider­set­zenden und zu flüchten ver­su­chenden Dieb darf bei­spiels­weise demnach nicht hin­terher geschossen werden. Wie sich der recht­liche Rahmen bei Tätern gestaltet, die vor­sätzlich Mil­lio­nen­werte zer­stören wollen und dabei das Leben vieler Men­schen aufs Spiel setzen, sollte keiner wei­teren Frage bedürfen!“ Der Neonazi Sascha Krolzig nennt das Schreiben im Internet „den besten PR-Gag, den es in der letzten Zeit gegen die Antifa gegeben hat“. Es habe ihr Ziel erreicht. „Sowohl die Medien als auch Sachsen-Anhalts Innen­mi­nister Holger Stahl­knecht schlagen Alarm“, ver­merkt Krolzig selbst­zu­frieden.
Dazu haben die Rechten umso mehr Grund, weil sie sich als Teil einer natio­nalen Schick­sals­ge­mein­schaft insze­nieren können, die sich gegen die Flut stemmt. Im Foto­album der NPD-Fraktion-Sachsen lasst sich der NPD-Bun­des­vor­sit­zende mit der Schaufel in der Hand beim Sand­sack­füllen ablichten Unter­titelt sind die Fotos mit dem Satz: „Flut­hilfe für NPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zenden Holger Apfel Ehren­sache“. Besonders erfreut regis­trieren die Rechten, dass sie für den Hoch­was­ser­schutz auch von offi­zi­eller Seite Aner­kennung finden. So postete der Bun­des­vor­sit­zende der NPD-Jugend­or­ga­ni­sation Andy Knape in der letzten Woche ein Foto, das ihn mit NPD-Shirt beim Hand­schlag mit dem Mag­de­burger Ober­bür­ger­meister Lutz Trümper ( SPD) zeigt.“Magdeburger Ober­bür­ger­meister gibt Ober­bür­ger­meister gibt JN-Chef die Hand“, lautet der Kom­mentar unter dem Foto von rechten Netz­werken.
„Nicht nur, dass Lutz Trümpers Kri­sen­ma­nagement kata­strophal ist, jetzt fällt er auch noch dadurch auf, dass er bun­des­weiten Nazi­größen munter die Hand schüttelt, um sich für den Hoch­was­ser­einsatz zu bedanken,“ kri­ti­siert der Pres­se­sprecher der Mag­de­burger Links­jugend [’solid] Robert Fietzke den Hand­schlag mit den Rechten.
Neo­nazis nutzen diese Aner­kennung für ihre Pro­pa­ganda. Unter der Über­schrift „®echte Kerle packen an“ lassen sich Neo­nazis beim Packen von Sand­säcken ablichten. „Wenn wir Deut­schen zusam­men­halten, schlagen wir selbst den Teufel aus der Hölle“, heißt es unter dem Foto eines NPD-Funk­tionärs mit Schaufel. »In Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind die Hilfs­maß­nahmen voll im Gang. Auf dem Weg in die betrof­fenen Regionen befinden sich außerdem Kame­raden aus dem Norden und Westen der Republik“, kom­men­tiert JN-Chef Knape den natio­nalen Einsatz Anti­fa­schisten kri­ti­sieren dabei auch den offi­zi­ellen Diskurs. „Wenn der Kampf gegen die Flut zur natio­nalen Sache auf­ge­blasen wird sind die Kräfte nicht weit, die schon immer die deutsche Volks­ge­mein­schaft pro­pa­gieren,“ kri­ti­siert ein Ber­liner Anti­fa­ak­tivist, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, das Ober­wasser für Rechte.
https://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​8​2​4​1​3​9​.​n​a​z​i​s​-​h​a​b​e​n​-​o​b​e​r​w​a​s​s​e​r​.html

Peter Nowak

„PR-Gag gegen die Antifa“


Rechts­ex­tre­misten instru­men­ta­li­sieren obskure Aktion einer angeb­lichen links­ex­tremen Grup­pierung und drohen dem poli­ti­schen Gegner.

Ein kurzer mit „Ger­ma­no­phobe Flut­brigade“ unter­schrie­bener Text, in dem zur Zer­störung von Deichen auf­rufen wird, wird von rechts­ex­tremen Kreisen zur Hetze gegen poli­tische Gegner genutzt. „Sie nennen sich selbst Anti­fa­schisten“, sie „hassen Deutschland und alles Deutsche“, schreibt NPD-Mit­glied Michael Gunzel in einem auf der Homepage des NPD-Lan­des­ver­bandes Sachsen-Anhalt ver­öf­fent­lichten Beitrag, in dem indirekt zur Gewalt auf­ge­rufen wird. „Einem sich der Fest­nahme wider­set­zenden und zu flüchten ver­su­chenden Dieb darf nicht hin­terher geschossen werden. Wie sich der recht­liche Rahmen bei Tätern gestaltet, die vor­sätzlich Mil­lio­nen­werte zer­stören wollen und dabei das Leben vieler Men­schen aufs Spiel setzen, sollte keiner wei­teren Frage bedürfen!“

In anonymem Bei­trägen auf ver­schie­denen Hoch­wasser-News-Seiten wird die Drohung deut­licher arti­ku­liert: „Gleich Kugel durch den Kopf“ oder „das autonome Drecksvolk in die Gas­kammer oder erhängt“, lauten einige der Kom­mentare. Der lang­jährige Aktivist der inzwi­schen ver­bo­tenen „Kame­rad­schaft Hamm“ Sascha Krolzig, der mitt­ler­weile dem Vor­stand des nord­rhein-west­fä­li­schen Lan­des­verband der Partei „Die Rechte“ angehört, bezeichnet das Schreiben der Flut­brigade als „den besten PR-Gag, den es in der letzten Zeit gegen die Antifa gegeben hat“. „Sowohl die Medien als auch Sachsen-Anhalts Innen­mi­nister Holger Stahl­knecht schlagen Alarm“, ver­merkt Krolzig zufrieden.

Dazu haben die Rechts­ex­tre­misten umso mehr Grund, weil sie sich als Teil einer natio­nalen Schick­sals­ge­mein­schaft insze­nieren, die sich gegen die Flut stemmt und dabei sogar von offi­zi­eller Seite ver­meintlich Aner­kennung bekommt. „Mag­de­burger Bür­ger­meister gibt JN-Chef die Hand“, lautet der Kom­mentar unter einem auf rechts­ex­tremen Inter­net­seiten ver­brei­teten Foto, das den Bun­des­vor­sit­zenden der NPD-Jugend­or­ga­ni­sation Andy Knape in NPD-Shirt neben dem Mag­de­burger Ober­bür­ger­meister Lutz Trümper zeigt.
aus Blick nach Rechts:
http://​www​.bnr​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​a​k​t​u​e​l​l​e​-​m​e​l​d​u​n​g​e​n​/​p​r​-​g​a​g​-​g​e​g​e​n​-​d​i​e​-​a​ntifa
Peter Nowak