Mit ‘Lukas Schmolzi’ getaggte Artikel

Erfolg mit ein paar Wermutstropfen

Donnerstag, 03. Januar 2019

Vor einem Jahr wurde ein ausgegliederter Betrieb des Botanischen Gartens wieder in die Freie Universität

m 1. Januar 2018 ist der ausgegliederte Betrieb des Botanischen Gartens in die Freie Universität Berlin zurückgeführt worden. Vorausgegangen war ein mehrjähriger Kampf der gewerkschaftlich organisierten KollegInnen des Botanischen Gartens gegen die Ausgliederung (taz berichtete). So war die Wiedereingliederung ein großer Erfolg für die aktiven Gewerkschafter*innen und ihre Unterstützer*innen. Sie ist mit beträchtlichen Lohnsteigerungen der Beschäftigten verbunden, die jetzt wieder nach dem Landestarifvertrag bezahlt werden.
„Der Anstieg ist deshalb so hoch, weil vorher prekäre Löhne bezahlt wurden. Viele Kolleginnen und Kollegen haben das Jahr 2018 genutzt, um aus der prekären Beschäftigungszeit lie- gen gebliebene Rechnungen zu zahlen, oder haben seit Jahren erstmalig mit ihrer Familie Urlaub gemacht“, erklärte der ehemalige Betriebsratsvorsitzende des Botanischen Gartens, Lukas Schmolzi, in einem Interview zum Jubiläum der Wiedereingliederung. Doch in den Erfolg mischen sich einige Wermutstropfen. Zwei der acht Techniker sind dauerhaft aus dem Betriebsbereich Botanischer Garten abgezogen worden und müssen andere Aufgaben an der FU wahrnehmen. Die FU-Leitung begründet die Versetzung mit der Abschaffung der 12-Stunden-Schichten und einem daraus resultierenden Personalüberschuss. Die Verdi-Betriebsgruppe spricht von „einer Verletzung der gemeinsamen Vereinbarung“ durch die FU. Unter dem Motto „Alle Techniker sollen bleiben“ beteiligten sich rund 50 Beschäftigte an einer Protestaktion an ihrem Arbeitsplatz. Auch gegen die befristete Versetzung von Lukas Schmolzi an einen Arbeitsplatz außerhalb des Botanischen Gartens regt sich Protest. Das Berliner Bündnis gegen Arbeitgeberunrecht (Baga) hat eine Unterschriftensammlung für dessen Verbleib am alten Arbeitsplatz gestartet.

aus: Taz, 4.1.2018

Peter Nowak

Gar nicht so magisch

Freitag, 21. Juli 2017

ARBEIT Getrübte Einigkeit im Botanischen Garten. Personalrat in Gefahr

Wenn am Freitag und Samstag wieder Tausende im Rahmen der Langen Nacht des Botanischen Gartens „Magische Naturwelten“ erleben, werden sie diesmal nicht mit der gar nicht so magischen Realität der im Botanischen Garten Beschäftigten konfrontiert. Mehr als zwei Jahre hatten die gemeinsam mit Verdi gegen die Outsourcing-Politik der Freien Universität (FU) gekämpft, der Arbeitgeber ist. Der Arbeitskampf sorgte für Aufmerksamkeit, weil neben Tarifrunden Protestaktionen wie bei der Botanischen Nacht vergangenes Jahr dazu gehörten. Eigentlich könnten die MitarbeiterInnen zufrieden sein. Denn das FU-Präsidium hat beschlossen, die Betriebsgesellschaft für den Botanischen Garten aufzulösen und die Beschäftigten zum 1. Januar 2018 wieder
in die FU einzugliedern. „Ein Betrieb und eine Belegschaft für alle ist ein Gewinn für alle“, kommentierte
der Verdi-Vertrauensmann Ronald Tamm den Beschluss. Doch mittlerweile wird der Erfolg aus Sicht der zuständigenVerdi-Sekretärin Jana Seppelt getrübt. Denn bei der FU gebe es Überlegungen, gleich die Betriebsgesellschaft Botanischer Garten aufzulösen. Dazu müsste sie einen Antrag an den Senat stellen. Das würde den Wegfall des Personalrats und der Behinderteneinrichtung der Zentraleinrichtung Botanischer Garten
bedeuten. Der Betriebsratsvorsitzende Lukas Schmolzi rügt gegenüber der taz, dass damit eine ortsund sachbezogene Interessenvertretung gefährdet wäre. Zumal die Beschäftigten des Botanischen Gartens nach der Wiedereingliederung an die FU erst 2021 einen neuen Personalrat wählen können. Für eine vorzeitige
Neuwahl ist die Anzahl der Wiedereingegliederten zu gering, betont Jana Seppelt. Unterstützung bekommen die KollegInnen von einer Gruppe von FU-WissenschaftlerInnen, die die Pläne als Affront gegen die Beschäftigten bezeichnen. Bei einer außerordentlichen Sitzung der Personalvertretung betonten die VertreterInnen der Universität vor einigen Tagen, der Meinungsprozess sei noch nicht abgeschlossen und es sei noch kein Antrag gestellt an den Senat. Doch noch sind die Pläne nicht vom Tisch, betont Seppelt.

aus: TAZ.DIE TAGESZEITUNG FREITAG, 21. JULI 2017

Peter Nowak