Erfolg mit ein paar Wermutstropfen

Vor einem Jahr wurde ein aus­ge­glie­derter Betrieb des Bota­ni­schen Gartens wieder in die Freie Uni­ver­sität

Am 1. Januar 2018 ist der aus­ge­glie­derte Betrieb des Bota­ni­schen Gartens in die Freie Uni­ver­sität Berlin…

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Arbeitskampf an der Freien Universität

„Wie in einem Krimi“

Über den Arbeits­kampf der Beschäf­tigten im Bota­ni­schen Garten ist jetzt ein Buch erschienen. Die Geschichte dient gut als Fall­bei­spiel, sagt Betriebsrat Lukas Schmolzi.

Das Buch zum Arbeits­kampf
Buch: Jana Seppelt, Reinhold Niemerg u. a. (Hg.): „Der Auf­stand der Töchter, Bota­ni­scher Garten Berlin. Gemeinsam staatlich orga­ni­sierte prekäre Beschäf­tigung über­winden“, VSA-Verlag, 2018, 16 Euro
Inhalt: Im Buch wird beschrieben, wie es den aus­ge­glie­derten und von Lohn­dumping geplagten Beschäf­tigten des Bota­ni­schen Gartens gelungen ist, sich in den öffent­lichen Dienst zurück­zu­kämpfen.
Vor­stellung: Am 27. Juni wird das Buch um 19 Uhr in der Medi­en­ga­lerie des Hauses der Buch­drucker in der Duden­straße 10 in Schö­neberg vor­ge­stellt.


taz: Herr Schmolzi, wie kam es über­haupt zu der Idee, ein Buch über Ihren Arbeits­kampf zu machen?

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Gar nicht so magisch

ARBEIT Getrübte Einigkeit im Bota­ni­schen Garten. Per­so­nalrat in Gefahr

Wenn am Freitag und Samstag wieder Tau­sende im Rahmen der Langen Nacht des Bota­ni­schen Gartens „Magische Natur­welten“ erleben, werden sie diesmal nicht mit der gar nicht so magi­schen Rea­lität der im Bota­ni­schen Garten Beschäf­tigten kon­fron­tiert. Mehr als zwei Jahre hatten die gemeinsam mit Verdi gegen die Out­sourcing-Politik der Freien Uni­ver­sität (FU) gekämpft, der Arbeit­geber ist. Der Arbeits­kampf sorgte für Auf­merk­samkeit, weil neben Tarif­runden Pro­test­ak­tionen wie bei der Bota­ni­schen Nacht ver­gan­genes Jahr dazu gehörten. Eigentlich könnten die Mit­ar­bei­te­rInnen zufrieden sein. Denn das FU-Prä­sidium hat beschlossen, die Betriebs­ge­sell­schaft für den Bota­ni­schen Garten auf­zu­lösen und die Beschäf­tigten zum 1. Januar 2018 wieder
in die FU ein­zu­gliedern. „Ein Betrieb und eine Beleg­schaft für alle ist ein Gewinn für alle“, kom­men­tierte
der Verdi-Ver­trau­ensmann Ronald Tamm den Beschluss. Doch mitt­ler­weile wird der Erfolg aus Sicht der zustän­di­gen­Verdi-Sekre­tärin Jana Seppelt getrübt. Denn bei der FU gebe es Über­le­gungen, gleich die Betriebs­ge­sell­schaft Bota­ni­scher Garten auf­zu­lösen. Dazu müsste sie einen Antrag an den Senat stellen. Das würde den Wegfall des Per­so­nalrats und der Behin­der­ten­ein­richtung der Zen­tral­ein­richtung Bota­ni­scher Garten
bedeuten. Der Betriebs­rats­vor­sit­zende Lukas Schmolzi rügt gegenüber der taz, dass damit eine ortsund sach­be­zogene Inter­es­sen­ver­tretung gefährdet wäre. Zumal die Beschäf­tigten des Bota­ni­schen Gartens nach der Wie­der­ein­glie­derung an die FU erst 2021 einen neuen Per­so­nalrat wählen können. Für eine vor­zeitige
Neuwahl ist die Anzahl der Wie­der­ein­ge­glie­derten zu gering, betont Jana Seppelt. Unter­stützung bekommen die Kol­le­gInnen von einer Gruppe von FU-Wis­sen­schaft­le­rInnen, die die Pläne als Affront gegen die Beschäf­tigten bezeichnen. Bei einer außer­or­dent­lichen Sitzung der Per­so­nal­ver­tretung betonten die Ver­tre­te­rInnen der Uni­ver­sität vor einigen Tagen, der Mei­nungs­prozess sei noch nicht abge­schlossen und es sei noch kein Antrag gestellt an den Senat. Doch noch sind die Pläne nicht vom Tisch, betont Seppelt.

aus: TAZ.DIE TAGES­ZEITUNG FREITAG, 21. JULI 2017

Peter Nowak