Mieter-Soap: Verdrängt aus dem Wedding

Soge­nannte Daily-Soaps gehören für viele Men­schen zur Unter­haltung.

Doch die Serie »Ver­drängt in Berlin«, die mitt­ler­weile 31 Folgen in einem Internet-Blog umfasst, soll nicht nur zur Zer­streuung bei­tragen. »Wir sind auf die Idee gekommen, unsere Erfah­rungen als Mieter in einer Soap zu ver­ar­beiten, um Men­schen zu erreichen, die keine langen Artikel darüber lesen würden«, sagt Florian Sel­dtner. Deshalb geht es in dieser spe­zi­ellen Soap um den mehr­jäh­rigen Kampf einer Wohn­ge­mein­schaft für ihre Rechte als Mieter. »Im April 2010 zogen vier Stu­die­rende in einen Altbau in der Dub­liner Straße im Wedding ein«, heißt es im ersten Beitrag. In den wei­teren Folgen geht es um über­höhte Betriebs­kosten, um Mängel in der Wohnung und Miet­min­de­rungen. Bald ver­la­gerten sich die Aus­ein­an­der­set­zungen auf juris­ti­sches Terrain. Im Sommer 2015 wurde der WG gleich doppelt gekündigt, fristlos und frist­ge­recht.

In wei­teren Folgen der Soap werden akri­bisch Situa­tionen vor Gericht geschildert. Da geht es um ver­lorene Mie­ter­akten und Daten­pannen. Aber es wird auch von der Soli­da­rität der Nachbarn berichtet. Nach meh­reren Ver­hand­lungen bekamen die Mieter schließlich die Bestä­tigung, dass ihre Miet­min­derung rechtens war. Gekündigt werden sie dennoch. Ohne Ein­wil­ligung des Eigen­tümers hätten sie keine neuen Mit­be­wohner auf­nehmen dürfen. Von der Haus­ver­waltung, die in der Mieter-Soap kri­ti­siert wird, wollte sich niemand äußern.

Peter Nowak

Hier geht es zur Mieter-Soap: Ver­drängt in Berlin:

http://​haen​de​weg​vom​wedding​.blog​sport​.eu/​?​t​a​g​=​v​e​r​d​r​a​e​n​g​t​-​i​n​-​b​erlin