Protest gegen Preis für Jeff Bezos

Amazon-Aktion in Berlin und euro­pa­weite Streiks geplant

Der seit Jahren anhal­tende Protest gegen Arbeits­be­din­gungen, Geschäfts­prak­tiken und Gebaren des welt­um­span­nenden Online-Ver­sand­händlers Amazon wird am kom­menden Dienstag mitten in der Bun­des­haupt­stadt zum Aus­druck kommen. An diesem Tag nämlich möchte der Axel-Springer-Verlag Amazon-Chef Jeff Bezos per­sönlich für sein »visio­näres Geschäfts­modell« und sein »Talent für Inno­va­tionen« mit der Ver­leihung des »Axel Springer Award« ehren. Der Inter­na­tionale Gewerk­schaftsbund (IGB) hatte Bezos, der neben Microsoft-Gründer Bill Gates als reichster Mann der Erde gilt, im Jahr 2014 zum »schlimmsten Chef des Pla­neten« gekürt.

»Kein Award für Aus­beutung – wir stellen uns quer!«, so das Motto des linken Bünd­nisses »Make Amazon Pay (MAP). Beschäf­tigte, Gewerk­schafter und Amazon-Kri­tiker betrachten die Preis­ver­leihung an Bezos als zynische Pro­vo­kation und wollen die Gele­genheit nutzen, um ihren Unmut vor Ort aus­zu­drücken. Allein aus dem hes­si­schen Bad Hersfeld, wo vor fünf Jahren der erste Streik für einen Tarif­vertrag für den Einzel- und Ver­sand­handel stattfand, werden am Vor­mittag zwei Busse nach Berlin auf­brechen. Der Großteil der Mit­rei­senden kommt direkt aus der Beleg­schaft.

Das «visionäre Geschäfts­modell» von Amazon, von dem der Axel-Springer-Verlag schwärmt, stützt sich nach Aus­sagen der Kri­tiker vor allem auf die sys­te­ma­tische Aus­beutung von Arbeits­kräften. «Keine Tarif­ver­träge, Lohn­druck und prekäre Jobs, Arbeits­hetze und per­ma­nente Über­wa­chung – das ist nicht unsere Zukunft», erklärt MAP-Spre­cherin Maria Reschke gegenüber «nd».

Bei den Vor­be­rei­tungs­treffen für die Pro­teste am 24. April waren auch Gewerk­schaf­te­rInnen aus Polen anwesend. Diese trans­na­tionale Koope­ration, die bei einem global agie­renden Konzern wie Amazon not­wendig ist, um einen Arbeits­kampf zu gewinnen, ist auch ein Ver­dienst der außer­be­trieb­lichen Amazon-Soli­da­rität. Ein Großteil der aktiven Beschäf­tigten im Amazon-Werk Poznań ist bei der anar­cho­syn­di­ka­lis­ti­schen Workers Initiative (IP) orga­ni­siert. Auch in Polen ist die Kampf­be­reit­schaft gewachsen. Neben der IP will sich die Gewerk­schaft Soli­darnoc an den Pro­testen gegen die Preis­ver­leihung betei­ligen. Sie ist der pol­nische Bünd­nis­partner der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di und hat im zweiten pol­ni­schen Amazon-Werk in Wroclaw einigen Ein­fluss. Auch die LINKE-Bun­des­tags­ab­ge­ordnete Sabine Leidig unter­stützt den Protest. Das MAP-Bündnis will am 24. April vom Kreuz­berger Ora­ni­en­platz zum nahe gele­genen Springer-Hochhaus ziehen. Dort will auch das Netzwerk Attac vor Ort sein und die Steu­er­ver­mei­dungs­stra­tegie des Kon­zerns anprangern.

Gewerk­schaften planen weitere Aktionen. Dabei könnte es erstmals zu euro­pa­weiten Streiks kommen. Bei einem Treffen von Betriebs­räten aus Europa und Nord­amerika am Don­nerstag und Freitag in Rom wollten sie Koope­ra­ti­ons­mög­lich­keiten aus­loten. Dabei stehe unter anderem auf der Tages­ordnung, «inwiefern wir inter­na­tional syn­chro­ni­sierte Streiks an den umsatz­stärksten Tagen rea­li­sieren können», sagte der für Amazon zuständige Ver­treter der Gewerk­schaft ver.di, Thomas Voß. In einem ersten Schritt sei ein gemein­schaft­licher Streik mit Beschäf­tigten aus Italien und Spanien möglich, sagte Voß. «Gewerk­schaften können im natio­nalen Rahmen nichts gegen Global Player wie Amazon aus­richten.»

https://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​1​0​8​5​9​0​7​.​g​e​w​e​r​k​s​c​h​a​f​t​e​r​-​g​e​g​e​n​-​a​m​a​z​o​n​-​p​r​o​t​e​s​t​-​g​e​g​e​n​-​p​r​e​i​s​-​f​u​e​r​-​j​e​f​f​-​b​e​z​o​s.htm

Peter Nowak

Von Amazon bis Zwangsräumung

Im pol­ni­schen Poznań dis­ku­tierten Linke, Basis­ge­werk­schafter und Ope­raisten Anfang Oktober über trans­na­tionale Streiks und gemeinsame Stra­tegien.

»Block Aus­terity« steht auf dem Trans­parent im großen Saal des Stadt­teil­zen­trums Amarant in der west­pol­ni­schen Stadt Poznań. Etwa 150 Men­schen dis­ku­tierten hier unter dem Motto »Dem trans­na­tio­nalen Streik ent­gegen« neue Ansätze der Ver­netzung. Das Ziel der Kon­ferenz ist es, über bestehende Grenzen und Regionen hinweg den Aus­tausch zwi­schen Arbeits- und sozialen Kämpfen zu ver­tiefen. Neben klas­si­schen Arbeits­kämpfen im Betrieb soll der soziale Streik zudem die Aus­ein­an­der­setzung um Miete und Wohnraum umfassen.

Zu den Orga­ni­sa­toren gehörten Initia­tiven wie die Angry Workers aus Groß­bri­tannien und Akti­visten sozialer Zentren Ita­liens. In Deutschland hatten vor allem die Inter­ven­tio­nis­tische Linke und das Blockupy-Netzwerk für die Teil­nahme an der Kon­ferenz geworben.

Dass Poznań in letzter Zeit in den Fokus sozialer Initia­tiven aus ganz Europa gerückt war, ist vor allem der Inicjatywa Pra­cow­nicza (IP, Arbei­ter­initiative) zu ver­danken. Die pol­nische anar­cho­syn­di­ka­lis­tische Gewerk­schaft hatte im Spät­herbst ver­gan­genen Jahres zahl­reiche Beschäf­tigte des am Rande der Stadt eröff­neten Zen­trums des Inter­net­händlers Amazon orga­ni­siert. Im Juni initi­ierte die IP erstmals eine gemeinsame Soli­da­ri­täts­aktion mit den strei­kenden Amazon-Beschäf­tigten in Deutschland und Mitte Sep­tember tauschten sich etwa 30 Amazon-Beschäf­tigte, vor allem aus Polen und Deutschland, in Poznań über die Koor­di­nierung trans­na­tio­naler Arbeits­kampf­stra­tegien aus. Bei ver­gan­genen Streiks in Deutschland wurden Bestel­lungen häufig an pol­nische Ver­sand­zentren wei­ter­ge­leitet.

Mit­glieder der ope­rais­ti­schen Angry Workers berich­teten von ihrer Arbeit in Waren­häusern im Lon­doner Osten. Im Unter­schied zu gewerk­schaft­lichen Ansätzen geht es den Angry Workers vor allem darum, von den Pro­blemen der Beschäf­tigten und ihrem Umgang damit zu erfahren und Kon­flikte auch zuzu­spitzen. Eine gewerk­schaft­liche Reprä­sen­tation lehnt die Gruppe aber ab. In ihrer Zeitung Workers Wild West berichten sie regel­mäßig über lokale Kon­flikte an Arbeits­plätzen und werben für Koope­ration.

Heiner Köhnen vom deut­schen Zweig des basis­ge­werk­schaft­lichen Netz­werkes TIE betont im Gespräch mit der Jungle World, man habe in den ver­gan­genen 15 Jahren gute Erfah­rungen bei der Stärkung basis­ge­werk­schaft­licher Ansätze gerade in mul­ti­na­tio­nalen Kon­zernen gemacht. Das welt­weite Netzwerk beschäftigt sich unter anderem mit For­schung zu sozialen Bewe­gungen, Arbeits­or­ga­ni­sation und -kämpfen und bietet Schu­lungen für Betriebsräte an. Es ori­en­tiere sich in der Gewerk­schafts­frage an den Inter­essen der Beschäf­tigten, doch zu seinen Grund­sätzen gehöre die För­derung von Selbst­or­ga­ni­sation, auch gegen Gewerk­schafts­ap­parate, so Köhnen.

Mit Blick auf Bra­silien berichtet er, dass ein von mehr als 11 000 Beschäf­tigten geführter kämp­fe­ri­scher Streik mit einer kor­po­ra­tis­ti­schen Lösung beendet wurde. Coma­nagement sei aber nicht nur ein Problem der tra­di­tio­na­lis­ti­schen Gewerk­schafts­po­litik. Pro­bleme der Orga­ni­sierung seien auch auf die Umstruk­tu­rierung der Arbeits­pro­zesse zurück­zu­führen. So seien für die Kon­trolle im Arbeits­prozess oft nicht mehr Chefs oder Vor­ar­beiter, sondern scheinbar unab­hängige Markt­me­cha­nismen ver­ant­wortlich. Da fehle der Gegner, an dem sich Kon­flikte ent­zünden und radi­ka­li­sieren könnten. »Es ist attraktiv, sich als Teil eines Teams oder einer Betriebs­fa­milie zu ver­stehen. Von diesem Druck zum Kor­po­ra­tismus können sich auch Kol­legen nicht frei­machen, die als linke Gewerk­schafter dagegen ange­treten sind«, sagt Köhnen. Es geht um die Frage, inwieweit durch die Ände­rungen der Arbeits­or­ga­ni­sation for­cierte Bedin­gungen dem Handeln basis­ori­en­tierter und hier­ar­chie­freier Gewerk­schaften Grenzen setzen.

Zahl­reiche Kon­fe­renz­teil­nehmer aus Deutschland sind durch die Blockupy-Pro­teste für Arbeits­kämpfe und gewerk­schaft­liche Themen sen­si­bi­li­siert worden. Ein Ber­liner Blockupy-Mit­glied betont: »Die wesentlich von Deutschland aus­ge­hende Aus­teri­täts­po­litik kann nicht nur mit Blo­ckaden und Groß­de­mons­tra­tionen bekämpft werden.« Poli­ti­siert und mobi­li­siert werden die Men­schen durch »wichtige All­tags­kämpfe«, wie etwa Kon­flikte am Arbeits­platz und Wider­stand gegen Zwangs­räu­mungen und Ver­treibung aus Stadt­teilen.

Am 31. Mai ver­gan­genen Jahres wurde im Rahmen der euro­päi­schen Blockupy-Akti­onstage der Geschäfts­be­trieb von Beklei­dungs­läden auf der Frank­furter Zeil einen Tag lang lahm­gelegt, dabei wurden die schlechten Arbeits­be­din­gungen der Beschäf­tigten ebenso the­ma­ti­siert wie die inter­na­tio­nalen Aus­beu­tungs­ver­hält­nisse in der Beklei­dungs­in­dustrie. Damals koope­rierten die Pro­tes­tie­renden auch mit der Beleg­schaft einer Filiale, die an jenem Tag für höhere Löhne streikte. Doch die Zusam­men­arbeit mit den Beschäf­tigten war zeitlich begrenzt, ein län­ger­fris­tiger Kontakt ent­stand nicht.

Der Aufruf zum euro­päi­schen Gene­ral­streik, der 2013 vom außer­par­la­men­ta­ri­schen M31-Netzwerk initiiert worden war, sollte genau diese Ver­netzung auf trans­na­tio­naler Ebene weiter vor­an­treiben. Die Initiative war unter dem Ein­druck eines großen Streiks in ver­schie­denen süd­eu­ro­päi­schen Ländern ent­standen und dann wieder ver­sandet. Das mag vor allem daran gelegen haben, dass die Kon­takte zu poten­tiell kämp­fe­ri­schen Beleg­schaften bei den Initia­toren des Aufrufs zu wenig aus­ge­prägt waren.

Ein zen­trales Merkmal vieler der­zei­tiger Kämpfe ist die Selbst­or­ga­ni­sation der Beschäf­tigten, die von Gewerk­schaften teil­weise unter­stützt, aber nicht ange­leitet wird. Ein Bei­spiel für diese neuen Kämpfe ist der Kon­flikt der Beschäf­tigten mit der Lebens­hilfe Frankfurt/​Main. Seit Sommer ver­gan­genen Jahres kämpfen sie für höhere Löhne und bessere Arbeits­be­din­gungen bei der Pflege und Betreuung behin­derter Men­schen. Vor einigen Wochen wurde Paul L., ein gewerk­schaftlich aktiver Mit­ar­beiter, ent­lassen. In einer der Arbeits­gruppen berichtete er in Poznań über den Arbeits­kampf bei der Lebens­hilfe als Bei­spiel für einen sozialen Streik. Bei einer Pro­test­kund­gebung Mitte Sep­tember während eines Fests der Lebens­hilfe waren Symbole der DGB-Gewerk­schaften GEW und Verdi ebenso ver­treten wie die schwarz­roten Fahnen der Freien Arbei­te­rinnen- und Arbeiter-Union (FAU). Anschließend gab es eine Demons­tration durch den Stadtteil Bornheim, wo außerdem auf den Zusam­menhang von Hartz IV, Nied­riglohn, Miet­schulden und Zwangs­räu­mungen hin­ge­wiesen wurde. Das Bei­spiel zeigt, dass in klei­neren Betrieben oder Beleg­schaften soziale Streiks oft ein­facher möglich und schneller rea­li­sierbar sind als in Groß­be­trieben.

Doch gerade kleinere Streiks sind schwie­riger auf ein inter­na­tio­nales Niveau zu heben. Initia­tiven wie das Eurom­arsch-Netzwerk, das bereits seit fast 20 Jahren euro­paweit gegen Pre­ka­ri­sierung aktiv ist, nehmen sich dieses Pro­blems an.

Die Schaffung einer poli­ti­schen Plattform wurde in Poznań kon­trovers dis­ku­tiert. Vier Grund­for­de­rungen – nach einem euro­päi­schen Min­destlohn, einem euro­päi­schen Grund­ein­kommen, euro­päi­schen Sozi­al­leis­tungen und einer Min­dest­auf­ent­halts­er­laubnis für Geflüchtete – sind die inhalt­liche Basis des Bünd­nisses. Kon­krete Pläne gibt es bereits für einen trans­na­tio­nalen Migran­ten­streik am 1. März 2016 und eine noch nicht län­der­über­grei­fende Amazon-Karawane, für die bisher kein Termin fest­steht. Unklar sind auch noch Ort und Datum der nächsten euro­pa­weiten Blockupy-Akti­onstage.

http://​jungle​-world​.com/​a​r​t​i​k​e​l​/​2​0​1​5​/​4​2​/​5​2​8​3​3​.html

Peter Nowak

Solidarität in Logistik und Onlinehandel

Italienische Arbeiter zu Besuch beim Amazon-Streik

bekam am 30. März viel Applaus im Streikzelt der Amazon-Beschäf­tigten in Leipzig. Er hat im Rahmen einer Dele­gation der ita­lie­ni­schen Basis­ge­werk­schaft SI Cobas den Strei­kenden einen Soli­da­ri­täts­besuch abge­stattet und Grüße über­bracht. Bei einer Ver­an­staltung und einem Workshop in Berlin berich­teten die SI-Cobas-Gewerk­schafter, wie sie in den letzten Monaten im ita­lie­ni­schen Logis­tik­be­reich erfolg­reich Beschäf­tigte orga­ni­sieren und Tarif­ver­schläge abschließen konnten, die ihnen Lohn­er­hö­hungen und weniger Arbeits­hetze garan­tieren.

Die großen ita­lie­ni­schen Gewerk­schafts­ver­bände haben sich in einem Brief an die Logis­tik­un­ter­nehmer beschwert, dass diese mit der kleinen Basis­ge­werk­schaft bessere Tarif­ver­träge als mit ihnen abschließen. »Die haben nicht begriffen, dass diese Ver­träge kein Geschenk der Unter­nehmen sondern ein Ergebnis der kämp­fe­ri­schen Gewerk­schafts­po­litik ist«, meint Luzzi. Dass sich die Amazon-Beschäf­tigten und die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di mit ihren Arbeits­kampf gegen ihre Ein­stufung als Logis­tiker wehren und für den einen Tarif­vertrag nach den deutlich bes­seren Kon­di­tionen des Einzel- und Ver­sand­handels kämpfen, ver­stehen die ita­lie­ni­schen Kol­legen. »Über die Fein­heiten des deut­schen Tarif­rechts wissen die Amazon-Kol­legen am besten Bescheid. Doch wichtig ist uns, die spe­zi­fi­schen Kampf­be­din­gungen her­aus­zu­ar­beiten, der in der Logistik und im Online­handel unab­hängig von der tarif­lichen Ein­ordnung gilt«, erklären sie auf dem Workshop.

So haben die Strei­kenden im ita­lie­ni­schen Logis­tik­be­reich in den letzten Monaten die Tore der Unter­nehmen blo­ckiert und sie damit an einem neur­al­gi­schen Punkt getroffen. Wenn es Ver­zö­ge­rungen bei der Waren­aus­lie­ferung gibt, drohen hohe Ver­luste.

Amazon hatte seine Filiale im pol­ni­schen Poznan errichtet, um die Waren von dort aus­zu­liefern, wenn in Deutschland gestreikt wird. Die Gewerk­schafter betonten in Berlin, dass das Fehlen eines großen Maschi­nen­parks in dieser Branche eine län­der­über­grei­fende Soli­da­rität erleichtern könnte. Schließlich habe das Stand­ort­denken bei Beschäf­tigten der for­dis­ti­schen Schwer­industrie, das län­der­über­grei­fende Kämpfe erschwert, ihre Grundlage eben in dem Maschi­nenpark, der nicht so leicht zu ersetzen oder aus­zu­lagern ist. Doch wie sieht es mit der län­der­über­grei­fenden Soli­da­rität bei Amazon aus? Ermu­ti­gende Bei­spiele wurden auf der Ver­an­staltung genannt. So streikten vor Weih­nachten 2014 auch in Frank­reich Amazon-Beschäf­tigte und bezogen sich auf den Arbeits­kampf in Deutschland. Auch im Standort Poznan wächst die Unzu­frie­denheit. Ein Beschäf­tigter beschrieb die Stimmung im Werk Ende 2014 so: »Im Dezember drang die Unzu­frie­denheit der Leih­ar­beiter bei Amazon an die Öffent­lichkeit: Sie fingen an, sich wegen nicht pünktlich gezahlter Löhne, Unre­gel­mä­ßig­keiten bei der Berechnung der Löhne und über­füllter Kan­tinen an die lokalen Medien zu wenden.« Mitt­ler­weile sind zahl­reiche Beschäftige von Poznan in die kämp­fe­rische Basis­ge­werk­schaft Workers Initiative ein­ge­treten.

Peter Nowak

»Wie eine Festung«

Im Tarif­kon­flikt mit dem Online-Ver­sand­händler Amazon ver­suchte die Gewerk­schaft Verdi im Oster­ge­schäft den Druck zu erhöhen und rief an meh­reren Stand­orten zum Streik auf. Die Jungle World sprach mit Roberto Luzzi. Er ist Aktivist der ita­lie­ni­schen Basis­ge­werk­schaft SI Cobas, die Arbeits­kämpfe in der Logis­tik­branche orga­ni­siert. Mit einer SI-Cobas-Dele­gation besuchte er am 31. März die strei­kenden Amazon-Arbeiter in Leipzig.

Wie war Ihr Ein­druck vom Arbeits­kampf?

Es ist sehr positiv, dass in Deutschland die Orga­ni­sierung der Amazon-Mit­ar­beiter gelungen ist und sie mehrmals in den Streik getreten sind. In Italien ist uns das bisher nicht gelungen.

Was sind dort die Pro­bleme?

Die meisten Amazon-Beschäf­tigten in Italien haben extrem befristete Ver­träge, was eine Orga­ni­sierung sehr schwer macht. Zudem ist das größte ita­lie­nische Amazon-Werk in Pia­cenza wie eine Festung aus­gebaut, so dass wir nicht mit den Beschäf­tigten sprechen können.

Haben Sie in Leipzig auch kri­tische Ein­drücke gesammelt?

Mir ist negativ auf­ge­fallen, dass bei der Streik­ver­sammlung nur Gewerk­schafts­funk­tionäre und nicht die Beschäf­tigten zu Wort kamen. Zudem gab es keine Ver­suche, die Beschäf­tigten, die sich nicht am Streik betei­ligten, am Betreten des Werkes zu hindern. Auch LKW konnten während des Streiks unge­hindert auf das Gelände fahren und es ver­lassen. Es gab weder Blo­ckaden noch Ver­suche, mit Flug­blättern für den Streik zu werben.

Konnten Sie Kon­takte mit den Kol­legen knüpfen?

Wir haben auf der Streik­ver­sammlung über die Basis­ge­werk­schaft SI Cobas und die Arbeits­kämpfe in der ita­lie­ni­schen Logis­tik­branche infor­miert und eine mit viel Applaus bedachte Soli­da­ri­täts­er­klärung ver­lesen.

Könnten sich die trans­na­tio­nalen Kon­takte ver­ste­tigen?

Bei kon­kreten Streik­ak­tionen ist es einfach, Soli­da­rität aus­zu­drücken und mit den Kol­legen in Kontakt zu kommen. Viel schwie­riger sind offi­zielle Ver­bin­dungen zwi­schen den Gewerk­schaften. Das liegt daran, dass die DGB-Gewerk­schaften nur Kon­takte zu den großen offi­zi­ellen Gewerk­schafts­bünden in Italien unter­halten. Mit ­denen ist eine Zusam­men­arbeit bei der Firma DHL möglich. Doch in der Regel bekämpfen sie die Basis­ge­werk­schaft SI Cobas in der Logis­tik­branche und haben sich sogar in einem Brief an die Logis­tik­un­ter­nehmen beschwert, dass sie mit uns einen bes­seren Tarif­vertrag als mit ihnen abge­schlossen haben. Dabei ist dieser Erfolg das Ergebnis unserer kämp­fe­ri­schen Gewerk­schafts­po­litik

http://​jungle​-world​.com/​a​r​t​i​k​e​l​/​2​0​1​5​/​1​5​/​5​1​7​5​1​.html

Peter Nowak

Verstärkung am Werktor

Immer mehr Soligruppen organisieren Unterstützung für Arbeitskämpfe in der Bundesrepublik

Am Wochenende trafen sich Streik­ko­mitees aus ver­schie­denen Städten in Frankfurt am Main, um ihre Erfah­rungen aus­zu­tau­schen. Ver­ab­redet wurde, die Amazon-Beschäf­tigten weiter zu unter­stützen.

Stell Dir vor, bei Amazon wird gestreikt und vor den Werk­toren ver­hindern Unter­stützer, dass Streik­brecher zum Einsatz kommen. Genau so könnte die nächste Streik­woche des Amazon-Ver­sand­handels aus­sehen. Denn mitt­ler­weile gibt es in meh­reren Städten poli­tische Gruppen, die Strei­kende von außen unter­stützen. Am Wochenende trafen sich ca. 30 Per­sonen in Frankfurt am Main zum zweiten bun­des­weiten Ver­net­zungs­treffen.

Ende Juni hatte in Leipzig das erste bun­des­weite Treffen statt­ge­funden. In der Stadt gibt es seit einem Jahr eine haupt­sächlich von Stu­die­renden getragene Initiative, die den Beschäf­tigten des dor­tigen Amazon-Stütz­punktes bei ihrem Arbeits­kampf den Rücken stärkt.

Auch in anderen Aus­ein­an­der­set­zungen grün­deten sich Soli-Komitees für Streiks. So führten beim Ein­zel­han­dels­streik von 2013 Unter­stüt­zer­gruppen in Erfurt und Berlin Soli­da­ri­täts­ak­tionen durch, ebenso an der Ber­liner Charité und beim Ham­burger Ver­pa­ckungs­her­steller Neupack.

Über das poli­tische Ziel, prekäre Arbeits- und Lebens­be­din­gungen zu bekämpfen, waren sich die Teil­nehmer beim Treffen in Frankfurt einig. Im Detail gab es aber durchaus Dif­fe­renzen. Soll lediglich ein bun­des­weites Netzwerk der Streik­so­li­da­rität auf­gebaut werden, wie es dem Bündnis »Streik-Soli-Leipzig«, das zu dem Treffen ein­ge­laden hatte, vor­schwebt? Oder soll sich das Bündnis auch ein Selbst­ver­ständnis geben, wie es die Gruppe »Kritik und Klas­sen­kampf« aus Frankfurt am Main vor­schlug? Für manche standen im ersten Teil des Treffens solche Orga­ni­sa­ti­ons­fragen zu stark im Vor­der­grund. So rutschte der Erfah­rungs­aus­tausch der Streik­so­li­gruppen in die späten Abend­stunden.

Als es aber um die Unter­stützung des Amazon-Streiks ging, waren sich die Teil­nehmer einig. Auf Vor­schlag eines Amazon-Beschäf­tigten soll das nächste Treffen der »Streik­so­li­da­rität« im Frühjahr am Werk­standort Bad Hersfeld statt­finden. Viel­leicht werden aber manche den ost­hes­si­schen Kurort bereits vorher durch Soli­da­ri­täts­ak­tionen ken­nen­lernen.

Auch im Repro­duk­ti­ons­be­reich soll die Streik­so­li­da­rität aus­gebaut werden. Der Stu­die­ren­den­verband der LINKEN, SDS.Die Linke, lädt für das kom­mende Wochenende nach Frankfurt ein, um die Unter­stützung für den Kita­streik im nächsten Jahr vor­zu­be­reiten.

Über die Idee für eine Kon­ferenz zur außer­be­trieb­lichen Streik­so­li­da­rität wurde noch nicht ent­schieden. Eine solche Kon­ferenz böte die Chance, sich eine Geschichte anzu­eignen, die nicht erst 2013 begonnen hat. Bereits 2008 war der damalige Ein­zel­han­dels­streik in Berlin von eigen­stän­digen Unter­stüt­zungs­ak­tionen linker Gruppen begleitet. Die Initiative ging damals vom Euro-Mayday-Bündnis aus, das mehrere Jahre lang am 1. Mai ver­suchte, Demons­tra­tionen von Men­schen in pre­kären Arbeits­ver­hält­nissen zu orga­ni­sieren. Höhe­punkt der dama­ligen Soli­da­ri­täts­arbeit war die Aktion »Dicht­machen«, bei der im Juni 2008 eine Ber­liner Rei­chelt-Filiale für mehrere Stunden blo­ckiert wurde. Im Film »Ende der Ver­tretung« wurde die durchaus nicht kon­flikt­freie Koope­ration der Unter­stüt­zer­gruppen mit den DGB-Gewerk­schaften the­ma­ti­siert. Und in Nord­rhein-West­falen gab es eine mona­te­lange Unter­stüt­zungs­arbeit für den Streik von Beschäf­tigten der Cate­ring­firma Gate Gourmet, der von Basis­ge­werk­schaften geführt wurde.

Peter Nowak

»Wir sind alle Amazon«?

Links

[1]

http://​www​.labournet​.de/​c​a​t​e​g​o​r​y​/​b​r​a​n​c​h​e​n​/​d​i​e​n​s​t​l​e​i​s​t​u​n​g​e​n​/​h​a​ndel/

[2]

https://​www​.verdi​.de/

[3]

http://​berlin​.blockupy​-frankfurt​.org/

[4]

http://​www​.linke​-sds​.org/

[5]

http://​www​.heise​.de/​t​p​/​b​l​o​g​s​/​8​/​1​54358

[6]

https://​blockupy​-frankfurt​.org/​2​2​4​1​/​b​l​o​c​k​u​p​y​-​z​e​i​l​-​a​u​s​w​e​r​tung/

[7]

https://www.facebook.com/pages/Streik-Soli-B%C3%BCndnis-Leipzig/597593186963849

[8]

http://​www​.amazon​-verdi​.de/

[9]

http://​www​.amazon​.de

[10]

http://​www​.zalando​.de/

[11]

http://​www​.the​guardian​.com/​p​r​o​f​i​l​e​/​c​a​r​o​l​e​c​a​d​w​a​lladr

[12]

http://​www​.the​guardian​.com/​t​e​c​h​n​o​l​o​g​y​/​2​0​1​3​/​d​e​c​/​0​1​/​w​e​e​k​-​a​m​a​z​o​n​-​i​n​s​i​d​e​r​-​f​e​a​t​u​r​e​-​t​r​e​a​t​m​e​n​t​-​e​m​p​l​o​y​e​e​s​-work

[13]

http://​www​.​n​-tv​.de/​m​e​d​i​a​t​h​e​k​/​v​i​d​e​o​s​/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​S​t​r​e​i​k​-​b​e​i​-​A​m​a​z​o​n​-​g​e​h​t​-​w​e​i​t​e​r​-​a​r​t​i​c​l​e​1​1​9​3​0​3​1​1​.html

[14]

http://​www​.pin​-ag​.de

[15]

http://​www​.tages​spiegel​.de/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​p​i​n​-​a​g​-​k​a​e​m​p​f​t​-​g​e​g​e​n​-​s​t​r​e​i​k​-​d​e​r​-​z​u​s​t​e​l​l​e​r​-​p​o​l​i​z​e​i​-​h​a​u​s​v​e​r​b​o​t​-​u​n​d​-​p​r​a​e​m​i​e​/​9​2​3​3​2​7​8​.html

[16]

http://​www​.tages​spiegel​.de/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​s​t​r​e​i​k​-​b​e​i​-​p​i​n​-​a​g​-​b​e​e​n​d​e​t​-​d​i​e​-​g​e​k​a​u​f​t​e​-​v​e​r​s​o​e​h​n​u​n​g​/​9​2​4​4​5​5​8​.html

Noch Hoffnung auf den kritischen Onlinekunden?

Links

[1]

http://www.amazon.de/NSA-Anatomie-m%C3%A4chtigsten-Geheimdienstes-Welt/dp/3442151511

[2]

http://​www​.zalando​.de/​?​w​t​_​g​a​4​1​=​5​6​7​1​6​8​6​2​2​6​_​2​2​2​1​7​5​3​6​9​0​6​&​w​t​_​g​k​4​1​=​E​x​a​c​t​_​5​6​7​1​6​8​6​2​2​6​_​z​a​l​a​n​d​o​&​g​c​l​i​d​=​C​N​O​d​4​s​v​w​4​7​g​C​F​Y​m​R​3​g​o​d​d​ggAVQ

[3]

http://​www​.ebay​.de/

[4]

http://​www​.amazon​.de

[5]

http://​www​.bfdi​.bund​.de/​V​o​r​s​c​h​a​l​t​s​e​i​t​e​_​D​E​_​n​o​d​e​.html

[6]

http://​www​.welt​.de/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​w​e​b​w​e​l​t​/​a​r​t​i​c​l​e​1​1​8​6​5​9​6​1​6​/​A​l​s​-​s​c​h​a​u​e​-​e​i​n​e​m​-​j​e​m​a​n​d​-​u​e​b​e​r​-​d​i​e​-​S​c​h​u​l​t​e​r​.html

[7]

http://​www​.taz​.de/​!​8​8365/

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http://​www​.ftd​.de/​u​n​t​e​r​n​e​h​m​e​n​/​h​a​n​d​e​l​-​d​i​e​n​s​t​l​e​i​s​t​e​r​/​:​i​n​t​e​r​n​e​t​h​a​e​n​d​l​e​r​-​z​a​l​a​n​d​o​-​a​m​-​p​r​a​n​g​e​r​/​7​0​0​6​9​6​9​5​.html

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http://​www​.amazon​-verdi​.de

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http://​www​.han​dels​blatt​.com/​u​n​t​e​r​n​e​h​m​e​n​/​h​a​n​d​e​l​-​d​i​e​n​s​t​l​e​i​s​t​e​r​/​d​e​u​t​s​c​h​e​r​-​m​a​r​k​e​t​i​n​g​-​p​r​e​i​s​-​w​a​r​u​m​-​s​c​h​r​e​i​t​-​b​e​i​-​z​a​l​a​n​d​o​-​k​e​i​n​e​r​-​v​o​r​-​g​l​u​e​c​k​/​7​4​4​3​2​7​8​.html

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http://​www​.taz​.de/​K​o​m​m​e​n​t​a​r​-​A​m​a​z​o​n​-​s​p​e​r​r​t​-​N​u​t​z​e​r​k​o​n​t​e​n​/​!​1​2​1074/

Keine Reise ins Paradies

Arbeits­mi­gration, Aus­beutung und schlechte Jobs im Europa der Krise
Der Inter­net­ver­sand­handel Amazon übt sich in Scha­dens­be­grenzung. Nachdem Mitte Februar Berichte über die besondere Aus­beutung der dort über eine Leih­ar­beits­firma beschäf­tigten Wan­der­ar­bei­te­rInnen bekannt wurden, feuerte der Konzern die Sicher­heits­firma H.E.S.S., deren Mit­ar­bei­te­rInnen in einem Fern­seh­beitrag Kon­takte in die rechte Szene nach­gesagt wurden. Die um ihren Ruf besorgte Sicher­heits­firma demen­tierte sofort. Anders ist es mit der ganz nor­malen Aus­beutung im Europa der Krise. So wird in dem TV-Beitrag berichtet, dass Leih­ar­bei­te­rInnen aus Spanien, die im Amazon-Logis­tik­zentrum Bad Hersfeld für das Weih­nachts­ge­schäft arbei­teten, in engen Gemein­schafts­un­ter­künften unter­ge­bracht wurden. Dort sollen sie vom ins Gerede gekom­menen Wach­dienst rund um die Uhr kon­trol­liert worden sein. In der Erklärung der Sicher­heits­firma heißt es zum „Einsatz in Leih­ar­beits­un­ter­künften“: „Der Grund für die Beauf­tragung von uns als Sicher­heits­firma liegt darin, dass in der gleich­zei­tigen Unter­bringung einer grö­ßeren Anzahl von Men­schen, die sich unter­ein­ander nicht kennen, ein erheb­liches Kon­flikt­po­tential liegt“.

Die Tat­sache, dass im 21. Jahr­hundert Lohn­ab­hängige in engen Unter­künften zusam­men­ge­pfercht leben müssen, wird nicht als gesell­schaft­licher Skandal wahr­ge­nommen. Solche Hor­ror­vi­sionen hat der Lie­der­macher Franz Josef Degen­hardt vor 30 Jahren als negative Vision über die kapi­ta­lis­tische Gesell­schaft der Zukunft in einem Song dar­ge­stellt; „Für eine gute ARBEIT zieht er mei­lenweit“, heißt es dort in einer Zeile. Heute könnte man nicht nur am Bei­spiel Amazon sagen: Für einen miesen Leih­ar­beitsjob ziehen viele Men­schen im Europa der Krise mei­lenweit.

Auch die Anwerbung von Leih­ar­bei­te­rInnen aus ganz Europa ist eine Folge der von Deutschland wesentlich initi­ierten Spar­pro­gramme. Sie führten zu einer mas­siven Rezension in den Ländern der euro­päi­schen Peri­pherie und zur Ver­armung großer Teile der Bevöl­kerung. Solche Zustände sind die Grundlage dafür, dass die Men­schen unter fast jeden Umständen schuften und bereit sind, in engen Gemein­schafts­un­ter­künften, von einer Sicher­heits­firma mit oder ohne rechte Kon­takte bewacht, ihre „Freizeit“ zu ver­bringen. Die Politik trägt kräftig dazu bei, indem sie dafür sorgt, dass erwerbs­losen EU-Bür­ge­rInnen oft kein ALG2 gewährt wird. Allein in Berlin leben mitt­ler­weile über 174.000 EU-Bür­ge­rInnen. Viele werden schlecht bezahlt, manche sogar über­haupt nicht. So haben sich zwei Kol­le­gInnen, die im Februar und März 2012 für die in Eimers­leben (nahe Mag­deburg) ansässige Mes­se­bau­firma „Mes­seshop“ gear­beitet haben, an die FAU-Berlin gewandt. Sie wurden als Selbst­ständige auf den in Berlin statt­fin­denden Messen „Fruit-Logistica“ und „ITB“ ein­ge­setzt und warten bis heute auf ihre Bezahlung. Mit einer Online-Petition ver­sucht die FAU Berlin den Druck auf die Firma zu erhöhen. Dort werden die sofortige Aus­zahlung der vor­ent­hal­tenen Löhne der beiden und die Umwandlung der Schein­selbst­stän­digkeit in sozi­al­ver­si­che­rungs­pflichtige Arbeits­ver­hält­nisse gefordert.
Peter Nowak
aus Direkte Aktion:
http://​www​.direkteaktion​.org/​2​1​6​/​k​e​i​n​e​-​r​e​i​s​e​-​i​n​s​-​p​a​r​adies

Ein unmoralischer Vertragsentwurf

Die Chefin einer Zeit­ar­beits­firma erhebt schwere Vor­würfe gegen Amazon

Mitte Februar geriet der Online­ver­sand­handel Amazon wegen der Arbeits­be­din­gungen seiner Leih­ar­beiter heftig in die Kritik. So sollen Leih­ar­beiter aus Spanien auf engen Raum in einer hes­si­schen Gemein­schafts­un­ter­kunft unter­ge­bracht worden sein, wie ein Fern­seh­beitrag ent­hüllte. Ende Februar ver­suchte Amazon in die Offensive zu gehen und warf den Fern­seh­jour­na­listen ein­seitige Recherche und Stim­mungs­mache vor. Doch werden neue Vor­würfe gegen Amazon aus einer unge­wöhn­lichen Ecke laut. Die Geschäfts­füh­rerin der Koblenzer Zeit­ar­beits­firma IMUS GmbH, Ute Siry, hat im SWR schwere Vor­würfe gegen Amazon erhoben.

Zeit­arbeit mit Human­touch?

Das Unter­nehmen habe ihr einen Ver­trags­entwurf geschickt, der unlautere Beschäf­ti­gungs­mo­delle vorsehe und eine Aus­beutung der Leih­ar­beiter zur Folge hätte. Siry habe den Entwurf abge­lehnt und einen eigenen Vertrag geschickt. Amazon habe sich dar­aufhin nicht mehr gemeldet.

Der Ver­trags­entwurf sei schlichtweg unmo­ra­lisch gewesen, so die Koblenzer Unter­neh­merin. »Amazon ver­langt, dass wir unsere Ver­träge auto­ma­tisch ihren Bedin­gungen anpassen«, erklärte sie dem SWR. Die von Amazon gestellten Bedin­gungen seien im Markt jedoch unüblich, kri­ti­sierte Siry. Vor allem die Zuschläge für Nacht- und Sonn­tags­arbeit lägen in dem Ver­trags­entwurf weit unter Tarif. Und noch einige andere Klauseln, wie solche zu den Fest­le­gungen der Arbeits­zeiten, wider­sprächen gel­tendem Recht.

Siry ist gleich­zeitig bemüht, dem schlechten Ruf der Zeit­ar­beits­branche ent­ge­gen­zu­wirken. Es gebe dort schwarze Schafe, doch mit ihnen dürfe nicht die gesamte Branche ver­ur­teilt werden. Siry betont, dass ihre Firma mit dem DGB einen Tarif­vertrag abge­schlossen hat, den Amazon nicht aner­kennen wollte. Sie befürchtet nun, dass die Zeit­ar­beits­branche durch die Dis­kussion um Amazon in ein schlechtes Licht gerückt wird.

»Ich wehre mich massiv dagegen, dass unsere Branche unter Gene­ral­ver­dacht gestellt wird, nur weil der eine oder andere Mit­be­werber mit Amazon zusam­men­ar­beitet.«

Leih­ar­beiter mit Rück­ga­be­recht

Besonders empört gibt sich die Unter­neh­merin über die Amazon-For­derung, einen miss­lie­bigen Mit­ar­beiter gegen einen anderen umzu­tau­schen. »Es geht hier nicht um Ware, es geht hier um Men­schen und die haben wir nicht einfach im Regal sitzen, dass wenn Amazon zu uns sagt, bringen sie Ersatz, dass wir aus dem Regal irgend­einen Zeit­ar­beiter raus­nehmen, den wir dann als Ersatz zu Amazon schicken. Das war eigentlich schon die Krönung dessen, was ich bisher ken­nen­ge­lernt habe.«

In einer Stel­lung­nahme an den SWR wehrt sich Amazon gegen die Dar­stellung der Kri­tiker, bleibt aber selber vage. »Selbst­ver­ständlich ent­sprechen die von Amazon geschlos­senen Arbeit­neh­mer­über­las­sungs­ver­träge den gesetz­lichen Vor­schriften«, heißt es in einer Erklärung des Unter­nehmens. Auf kon­krete Vor­würfe wollten sie aller­dings nicht ein­gehen.
http://​www​.heise​.de/​t​p​/​b​l​o​g​s​/​8​/​1​53859
Peter Nowak

Das Christkind packt keine Pakete


Damit sich das Weih­nachts­ge­schäft lohnt, werden bei Amazon auch Hartz-IV-Bezieher ein­ge­setzt. Man nennt das Prak­tikum.

»Süßer die Kassen nie klingeln als in der Weih­nachtszeit.« Diese etwas abge­griffene Per­si­flage eines Weih­nachts­liedes trifft auf den Inter­net­ver­sand­handel Amazon auf jeden Fall zu. In der Weih­nachtszeit boomt das Geschäft. Zudem bekommt das Unter­nehmen einen Teil der Arbeits­kräfte noch gratis. Möglich wird dieser zusätz­liche Profit durch die Sozi­al­ge­setz­gebung, die es erlaubt, die Arbeit befristet ange­stellter Jobber bis zu vier Wochen weiter mit Leis­tungen durch die Arbeits­agentur statt mit einem bran­chen­üb­lichen Lohn durch das Unter­nehmen zu ver­güten. Offi­ziell wird diese Phase Prak­tikum oder Anlernzeit genannt.

Ein Betrof­fener hatte sich an das Erwerbs­lo­sen­forum Deutschland gewandt, dessen Sprecher Martin Behrsing dieses Vor­gehen öffentlich skan­da­li­sierte. Der Erwerbslose berichtet über die rei­bungslose Koope­ration zwi­schen der Arbeits­agentur und der Per­so­nal­ab­teilung von Amazon in Werne bei Bonn.

Die Erwerbs­losen seien in Gruppen von bis zu 90 Per­sonen direkt in das Unter­nehmen zu einer mehr­stün­digen Infor­ma­ti­ons­ver­an­staltung ein­ge­laden worden. Auch Mit­ar­beiter der Job­center und der Arbeits­agentur seien zugegen gewesen. Nach Angaben des Erwerbs­losen habe man dann die zukünf­tigen Amazon-Mit­ar­beiter zwei Wochen auf Hartz-IV-Basis arbeiten lassen. Bei einer anschlie­ßenden Ein­stellung hätten die Mit­ar­beiter 38,5 Stunden arbeiten müssen, es seien aber nur 35 Stunden bezahlt worden. Den­je­nigen, die diese Form der Aus­beutung nicht mit­machen wollten, sei von der Arbeits­agentur mit Sank­tionen gedroht worden, weil sie dem Arbeits­markt nicht zur Ver­fügung stünden. Ein anderer Erwerbs­loser berichtete, er sei in einer »Rechts­fol­gen­be­lehrung« von seinem Job­center darauf hin­ge­wiesen worden, dass er sank­tio­niert werden könne, wenn er sich weigern sollte, auf Hartz-IV-Basis bei Amazon zu arbeiten. So wurde die Extra­aus­beutung eines Groß­un­ter­nehmens durch die Sank­ti­ons­me­cha­nismen des Hartz IV-Systems abge­si­chert. Zugleich werden damit tariflich bezahlte Arbeits­plätze ver­nichtet. Ein Mit­ar­beiter der Per­so­nal­ab­teilung von Amazon bestä­tigte einem der Leih­ar­beiter, dass die Arbeit von der ersten Stunde an normal bezahlt werde, wenn keine Hartz-IV-Emp­fänger zur Ver­fügung stünden. Doch die Praxis der Arbeits­agen­turen hat bisher für genug Nach­schub an Bil­lig­löhnern gesorgt. Warum sollte das Unter­nehmen dann noch regulär beschäf­tigte Arbeits­kräfte ein­stellen? Nachdem die Pres­se­mel­dungen des Erwerbs­lo­sen­forums kurz­fristig für mediale Empörung sorgten, bezeich­neten Sprecher der Arbeits­agentur die Ver­leih­praxis als einen Fehler, der behoben werden müsse. Dass damit diese Form der staatlich unter­stützten Nied­rig­löhne end­gültig abge­schafft ist, darf bezweifelt werden.

Zudem wurde nach einer Recherche des Fern­seh­ma­gazins »Report Mainz« schnell klar, dass auch an den Amazon-Stand­orten Leipzig und Bad Hersfeld Mini­löhne an der Tages­ordnung waren. Mit­ar­beiter berich­teten dem Sender, dass sie teil­weise über Jahre hinweg immer wieder zeitlich befristete Arbeits­ver­träge bekommen hätten. Die Betrof­fenen wollten aller­dings anonym bleiben. Denn die Furcht gehört bei den Mit­ar­beitern zum Arbeits­alltag. So berich­teten Beschäf­tigte, dass sie trotz Krankheit zur Arbeit erschienen seien, weil sie Angst gehabt hätten, bei Fehl­zeiten nach dem Aus­laufen der Ver­träge nicht wei­ter­be­schäftigt zu werden.

»Der Druck ist groß«, bestä­tigte eine Mit­ar­bei­terin gegenüber »Report Mainz«. Und die Methode von Amazon wird immer beliebter, wie der Jenaer Arbeits­so­ziologe Klaus Dörre bestätigt. Er bezeichnet den Abbau von Voll­zeit­ar­beits­plätzen zugunsten befris­teter Ver­träge als Dis­zi­pli­nie­rungs­in­strument. Diese Ein­schätzung wird indirekt auch von Amazons Per­so­nal­ab­teilung bestätigt. Als Gründe für die Aus­weitung der befris­teten Arbeits­plätze gab diese in »Report Mainz« an, man ver­suche, die Nach­fra­ge­schwan­kungen innerhalb eines Jahres auf­zu­fangen, und wolle besonders enga­gierte Mit­ar­beiter gewinnen. Das Enga­gement der Beschäf­tigten im Sinne des Unter­nehmens steigt aber, wenn wegen unsi­cherer Arbeits­ver­träge die Angst vor dem Job­center stets präsent ist und als zusätz­liches Dis­zi­pli­nie­rungs­in­strument die Druck­mittel der Hartz-IV-Rege­lungen zur Anwendung kommen.

Auch Julian Jae­dicke kann täglich beob­achten, dass die Amazon-Beschäf­tigten unter großem Druck stehen. Er arbeitet als Orga­nizer für die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Verdi am Firmen­standort Bad Hersfeld. Von den 5 000 Beschäf­tigten haben 3 000 befristete Arbeits­ver­träge. Dort beträgt die Pro­bezeit, in der die Beschäf­tigten ohne Lohn arbeiten müssen, in der Regel eine Woche. Wenn es viele Arbeitslose gebe, könne die Zeit des Prak­tikums auch zwei Wochen betragen, berichtet Jae­dicke. Min­destens zwei Drittel der Beschäf­tigten seien befristet beschäftigt. Auch Jae­dicke sieht darin ein Instrument zur Dis­zi­pli­nierung. Die Befristung habe dort die Funktion, die in anderen Firmen die Leih­arbeit über­nehme. »Die Leute arbeiten und arbeiten – in der Hoffnung auf einen festen Job«, so Jae­dicke.

Viele Befristete hätten Angst, für ihre Inter­essen ein­zu­treten. »Wenn wir einen festen Arbeits­vertrag haben, werden wir aktiv«, lautet die Devise. Aller­dings ver­sucht Verdi, bei einer Orga­nizing-Kam­pagne alle Mit­ar­beiter anzu­sprechen. Mitt­ler­weile dürften die Orga­nizer die Kantine von Amazon nicht mehr betreten, berichtet Jae­dicke. Aller­dings habe ihre Arbeit schon Erfolge erzielt. »Mitt­ler­weile ver­teilen die Mit­ar­beiter die Gewerk­schafts­ma­te­rialen in der Kantine«, sagt er. Bis Ende November musste die Stamm­be­leg­schaft im Waren­ausgang des Logis­tik­zen­trums zwei Tage Kurz­arbeit machen, Urlaub nehmen oder im ent­spre­chenden Umfang Minus­stunden sammeln, weil vor dem Advent 600 Sai­son­kräfte für den großen Ansturm des Weih­nachts­ge­schäfts qua­li­fi­ziert wurden, berichtete Heiner Reimann vom Projekt »Handel und Logistik Bad Hersfeld« von Verdi. Der Betriebsrat des Inter­net­kauf­hauses habe der Kurz­arbeit wider­willig statt­ge­geben, weil er befürchtete, dass die Fir­men­leitung sonst wie schon in der Ver­gan­genheit zum Mittel des Schicht­abbruchs greifen könnte. Mehrere hundert Mit­ar­beiter der Stamm­be­leg­schaft seien bezüglich der Frage, wie sie den Wunsch der Geschäfts­leitung erfüllen, auf sich alleine gestellt gewesen, moniert Jae­dicke.

Aller­dings haben sie in der letzten Zeit Unter­stützung von uner­war­teter Seite bekommen. Inter­net­nutzer orga­ni­sierten sich als kri­tische Kunden und zeigten Soli­da­rität mit den Amazon-Beschäf­tigten. So kün­digten mehrere Kunden ihre Konten bei dem Inter­net­versand aus Protest gegen die Dum­ping­lohn­be­din­gungen. Einige gesell­schafts­kri­tische Blogs wie die »Nach­denk­seiten« oder »Der Spie­gel­fechter« haben ihre Part­ner­pro­gramme mit Amazon​.de gekündigt. Bei den »Nach­denk­seiten« will man weder bei eigenen noch bei auf der Seite emp­foh­lenen Büchern auf Amazon ver­linken. »Vor allem im Vor­weih­nachts­ge­schäft sollte Amazon schmerzlich am eigenen Leibe erfahren, dass es auch wirt­schaftlich von Nachteil sein kann, wenn man sich durch Geset­zes­lücken auf unso­ziale Art und Weise Vor­teile ver­schaffen will«, schreibt Spie­gel­fechter-Blogger Jens Berger.
http://​jungle​-world​.com/​a​r​t​i​k​e​l​/​2​0​1​1​/​5​1​/​4​4​5​7​5​.html
Peter Nowak

Weihnachten bei Amazon

Erwerbs­lo­sen­forum und Beschäf­tigte erheben neue Vor­würfe gegen Inter­net­ver­sand­handel
Kos­tenlose Arbeits­kräfte für das Weih­nachts­ge­schäft? Neue Vor­würfe gegen die Arbeits­be­din­gungen beim Online-Ver­sand­riesen Amazon werden laut.

Nach Angaben des Erwerbs­lo­sen­forums lässt Amazon sich für das Weih­nachts­ge­schäft ALG-II-Berech­tigte als Prak­ti­kanten vom Job­center ver­mitteln. Ein Erwerbs­loser hatte sich an das Forum gewandt, nachdem er vom Job­center an den Inter­net­ver­sand­handel ver­mittelt wurde.

Nach seinen Schil­de­rungen lässt sich das Unter­nahmen die Aus­hilfs­ar­beits­kräfte zum Ver­packen der Waren für das Weih­nachts­ge­schäft vom Job­center sub­ven­tio­nieren. Er sei in einer Gruppe mit 90 Erwerbs­losen zu einer mehr­stün­digen Infor­ma­ti­ons­ver­an­staltung in Werne (Nord­rhein-West­falen) ein­ge­laden worden. Dort seien neben Amazon-Ver­ant­wort­lichen auch Mit­ar­beiter des Job­centers anwesend gewesen. Die Erwerbs­losen sollten für zwei Wochen als »Prak­ti­kanten« ihre Arbeits­kraft kos­tenlos zur Ver­fügung stellen. Sie bekommen in dieser Anlernzeit wei­terhin ALG II und zusätzlich die Fahrt­kosten erstattet. Bei einer zukünf­tigen Ein­stellung sollen die Aus­hilfs­kräfte wöchentlich 38,5 Stunden arbeiten, bekommen aber nur 35 Stunden bezahlt. Wenn sich ein Erwerbs­loser weigert, unter diesen Bedin­gungen bei Amazon zu arbeiten, drohen ihm nach den Beschrei­bungen Sank­tionen durch das Job­center.

Der Sprecher des Erwerbs­lo­sen­forums Martin Behrsing bezeichnete das Vor­gehen als »schier uner­träglich« und for­derte die Bun­des­agentur für Arbeit auf, »schleu­nigst dafür zu sorgen, dass diese Praxis des Abzo­ckens auf allen Ebenen sofort gestoppt wird«. Hier werde ein inter­na­tional agie­render Konzern auf Kosten von Erwerbs­losen sub­ven­tio­niert.

Die Druck­mittel gegen Amazon sind aller­dings begrenzt. Daher ist es eher unwahr­scheinlich, dass die Beschäf­tigten die Auf­for­derung »Occupy Amazon«, mit der die Pres­se­er­klärung des Erwerbs­lo­sen­forums endet, umsetzen.

Denn die Angst unter den Mit­ar­beitern ist groß, wie Report Mainz bei Recherchen her­ausfand. Amazon-Mit­ar­beiter der Standorte Leipzig und Bad Hersfeld berich­teten dem Sender, dass sie teil­weise über mehrere Jahre immer wieder befristete Arbeits­ver­träge bekommen. Die Furcht, nach dem Aus­laufen des Ver­trags nicht über­nommen zu werden, führte dazu, dass die Beschäf­tigten trotz Krankheit zur Arbeit erschienen. »Der Druck ist groß«, bestä­tigte eine Mit­ar­bei­terin. Immer mehr Firmen würden Voll­zeit­ar­beits­plätze abbauen und durch befristete Ver­träge ersetzen, meint der Arbeits­so­ziologe Klaus Dörre. Er bezeichnet diese Maß­nahme als Dis­zi­pli­nie­rungs­in­strument.

Diese Ein­schätzung bestätigt Amazon indirekt. Sie gibt als Gründe für die Aus­weitung der Befris­tungen an, dass damit die Nach­fra­ge­schwan­kungen innerhalb eines Jahres auf­ge­fangen und besonders enga­gierte Mit­ar­beiter gewonnen werden sollen. Sprich: Sind die Arbeits­plätze unsicher, steigt das Enga­gement.

Aller­dings wächst in der letzten Zeit auch die Bereit­schaft von Amazon-Mit­ar­beitern, sich gewerk­schaftlich zu enga­gieren. Das berichtet Julian Jae­dicke gegenüber »nd«. Er ist Orga­nizer für die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di in Bad Hersfeld. Dort beträgt die Pro­bezeit, in der die Beschäf­tigten ohne Lohn arbeiten müssen, eine Woche. Von den 5000 Mit­ar­beitern der Hers­felder Filiale haben 3000 befristete Arbeits­ver­träge.

Viele Beschäf­tigte hätten Angst sich zu posi­tio­nieren. »Wenn wir einen festen Arbeits­vertrag haben, werden wir aktiv«, lautet die Devise. Mitt­ler­weile wachse der Druck des Unter­nehmens auf die Orga­nizer, die die Kantine von Amazon nicht mehr betreten dürfen. Aller­dings habe ihre Arbeit Früchte getragen. »Mitt­ler­weile ver­teilen die Mit­ar­beiter die Mate­rialen in der Kantine«, erzählt Jae­dicke.
http://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​2​1​0​4​1​9​.​w​e​i​h​n​a​c​h​t​e​n​-​b​e​i​-​a​m​a​z​o​n​.html

Peter Nowak