Stadtteilarbeit


Freitag 11. Mai

Kiez­spa­ziergang Rigaer Straße – Haus­pro­jekte und Nach­bar­schaft im Nordkiez von Fried­richshain im Wider­stand mit anschlie­ßender Dis­kussion ‚Macht Wider­stand Sinn in einem durch­gen­tri­fi­zierten Hip­steren – Yuppie – Kiez?‘
14:00, Dorf­platz (Rigaer/​Liebig)

Sonntag 13. Mai
Open Space für offenen Aus­tausch und Per­spek­tiven mit Brunch & Bücher- und Info­tische
12:00, Rigaer 94

Info- und Ver­net­zungs­ver­an­staltung zu Padovicz-Häusern
16:00, Liebig34

Gijora Padovicz und seine Unter­nehmen besitzen in Berlin nahezu 2.000 Immo­bilien. Sie sind seit langer Zeit bekannt für das sys­te­ma­tische Auf­kaufen, Räumen und Zer­stören von Häusern, Haus­ge­mein­schaften und Haus­pro­jekten, um daraus höheren kom­mer­zi­ellen Profit zu ziehen.

Die Schlacht am Tegeler Weg – Film und Dis­kussio
n
19:00, Rigaer94

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Poli­zei­schi­kanen gegen Mie­ter­ak­ti­visten
Mie­ter­ak­ti­visten aus dem Ber­liner Stadtteil Fried­richshain wiesen in einer Pres­se­er­klärung vom Don­nerstag darauf hin, dass sie regel­mäßig Repres­sionen durch die Polizei aus­ge­setzt sind:

Seit über einem Jahr pro­tes­tiert die Akti­ons­gruppe Rigaer 71–73 gegen das Carré Sama-Riga der CG Gruppe und gegen KW Deve­lopment auf dem ehe­ma­ligem Lidl-Grund­stück im Fried­richs­hainer Nordkiez. Mit dem »Scheppern gegen CG«, mit Info­ver­an­stal­tungen und Kiez­spa­zier­gängen wehren sich hier Anwohner gegen diese Inves­to­ren­pro­jekte, die ein­kom­mens­schwache Men­schen ver­treiben. Die Arbeit der Akti­ons­gruppe ist öffentlich und trans­parent, auch die wöchent­lichen Termine werden öffentlich bekannt­ge­macht. In den letzten Wochen wurden diese Treffen von der Polizei massiv behindert. Zunächst schreckte sie mit ihrer Präsenz am Treff­punkt Nachbarn ab, die sich am Treffen betei­ligen wollten. Im Anschluss wurde das Treffen von der Polizei ein­ge­kesselt, und alle Anwe­senden mussten die Per­so­nal­aus­weise abgeben. Auch ein Pres­se­ver­treter, der sich mit der Akti­ons­gruppe treffen wollte, war dar­unter. Das Pro­zedere der Per­so­na­li­en­kon­trolle zog sich über längere Zeit hin, so dass es in dieser Zeit nicht möglich war, das Treffen in der geplanten Form durch­zu­führen. Die Polizei wurde mehrfach auf­ge­fordert, die poli­tische Arbeit einer Nach­bar­schafts­in­itiative nicht weiter zu behindern. Ein Polizist erklärte, wir seien Gefährder, und daher seien sie berechtigt zu kon­trol­lieren, und erteilte zuletzt allen Betei­ligten, inklusive dem anwe­senden Pres­se­ver­treter, ohne Begründung einen Platz­verweis. Damit hat er den Zweck des Gefah­ren­ge­biets gut auf den Punkt gebracht. Seit dem 1. August ist die Rigaer Straße in Höhe der beiden Bau­stellen von CG und KW Deve­lopment voll­ständig gesperrt, um eine rei­bungslose Durch­setzung der Pro­jekte zu gewähr­leisten und den Protest der Anwohner fern­zu­halten. Kri­tische Nachbarn, die sich wei­terhin gegen die Inves­to­ren­träume der CG Gruppe und Co. wehren, sollen als Gefährder kri­mi­na­li­siert, und ihre poli­tische Arbeit soll behindert werden.

Auch eine all­mo­nat­liche Nach­bar­schafts­küche (Küfa) samt Konzert, die von der Akti­ons­gruppe orga­ni­siert wird und die dem Aus­tausch und dem Ken­nen­lernen dient, war am 28. August der Behin­derung durch die Polizei aus­ge­setzt. Diese pos­tierte sich vor dem Ort der Küfa und kon­trol­lierte mög­liche Besucher. Nach Ver­lassen der Küfa gab es weitere lang­wierige und schi­kanöse Kon­trollen. Eine 15jährige Anwoh­nerin wurde gegen eine Hauswand gedrückt und dann längere Zeit ein­ge­kesselt. Die hier geschil­derten Vor­fälle, die teil­weise doku­men­tiert wurden, sind nur ein kleiner Aus­schnitt der all­täg­lichen Poli­zei­schi­kanen, mit denen Bewohner im Fried­richs­hainer Nordkiez auch unter Innen­se­nator Andreas Geisel (SPD) kon­fron­tiert sind. Betroffen sind davon Bewohner von linken Haus­pro­jekten ebenso wie Anwohner, die sich dort gegen Pro­jekte der CG Gruppe und Co. wehren. Um diese fort­ge­setzte Ver­letzung von Grund­rechten öffentlich zu machen, wollen wir uns unter dem Motto »Inves­to­ren­träume platzen lassen. Gegen Luxus­bauten und Gefah­ren­ge­biete« am Samstag um 12 Uhr auf dem »Dorf­platz« (Rigaer/​Ecke Lie­big­straße) treffen, um gemeinsam zur ber­lin­weiten Demo »Wem gehört die Stadt« anzu­reisen, die um 14 Uhr am Ora­ni­en­platz beginnt. Damit wollen wir deutlich machen, dass wir uns auch im Gefah­ren­gebiet nicht in unserer poli­ti­schen Arbeit ein­schränken lassen.

https://www​.jun​gewelt​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​3​1​7​8​3​0​.​p​o​l​i​z​e​i​s​c​h​i​k​a​n​e​n​-​g​e​g​e​n​-​m​i​e​t​e​r​a​k​t​i​v​i​s​t​e​n​.html
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Berlin, Do, 02. März 2017,18:00,

Zielona Gora: Grünbergerstr. 73, Film + Infoveranstaltung

»Verdrängung gestern und heute«.

In dem Film »Der Umsetzer« zeigen die Regisseur-innen Antonia Lerch und Benno Trautmann die Ver­drän­gungs­pro­zesse von Mieter_​innen im West­berlin der 1970er Jahre. Vor allem alte, kranke und ein­kom­mensarme Men­schen werden gna­denlos aus ihren Woh­nungen ver­trieben. 50 Jahre später haben sich manche Ver­drän­gungs­me­thoden ver­ändert, aber noch immer sind die Men­schen davon betroffen, die sich teure Lofts und Eigen­tums­woh­nungen nicht leisten können. Ab 19.30 Uhr berichten Aktivist_​innen der AG Carree Sama Riga über das geplante Projekt der CG-Gruppe auf dem Areal der Rigaer Straße 71–73. Es wird über den Stand des Pro­jekts und über den Wider­stand dagegen, der von Nachbar_​innen getragen wird. berichtet. Doch die CG-Gruppe ist in vielen Ber­liner Stadt­teilen ver­treten und auch dort könnte Wider­stand und Protest deren Investor_​innenträume platzen lassen.

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Montag, 27.2., Kadterschmiede, Rigaer Str. 94, Berlin-Friedrichshain

»Rebellischer Kiez – solidarische Nachbarschaft im Friedrichshainer Nordkiez – mehr als ein Mythos?«

Ab 20.00 Uhr gibt es vegane Küfa. Ab 21.00 Uhr wollen über einen Text dis­ku­tieren, der unter dem Titel »Analyse & Kritik über und von dem ehe­ma­ligen Plenum der (Haus)-projekte des Fried­richs­hainer Nordkiez« auf der Plattform Indy­media zu finden ist.

Es ist unser Bedürfnis. sich über solche Fragen als Nachbar_​innen gemeinsam und Face to Face und nicht über Inter­net­platt­formen

aus­zu­tau­schen. Am Anfang wird es eine kurze Zusam­men­fassung des Textes gehen, damit auch Men­schen, die ihn nicht gelesen haben, mit­dis­ku­tieren können Danach wollen wir darüber die im Text ver­wandten Begriffe »rebel­lische Kieze« und »soli­da­rische Nach­bar­schaft« dis­ku­tieren. Wie können wir diese prak­tisch mit Leben füllen in einem Stadtteil,in der der Nied­rig­lohn­sektor ebenso boomt wie die Sank­tionen an Job­centern, Die Frage, wie wir Bewohner_​innen gemeinsam die Investor_​innenträume der CG-Gruppe in der Rigaer Straße 71–73 platzen lassen, wird uns natürlich auch beschäf­tigen.

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Scheppern gegen Luxusneubauten im Friedrichshainer Nordkiez

plötzlich Lärm zu hören. Es wird auf Töpfe und Pfannen geschlagen, man hört Pfeifen und Tröten. Auf einmal füllt sich die leere Straße zwi­schen den beiden Bau­stellen an der Rigaer Straße 71–73 und der Rigaer Straße 36–39, dem Grund­stück gegenüber. Auch auf den Bal­konen der umlie­genden Häuser stehen Men­schen, manche auch mit Lärm­ge­räten. Nach ca. 10 Minuten setzt wieder Stille ein. Dieses Sze­nario wie­derholt sich seit dem 19. Januar täglich.

Kiez­scheppern gegen die CG-Gruppe und andere Luxus­in­ves­toren“, heißt die Aktion, mit der Anwohner_​innen deutlich machen wollen, dass sie sich gegen ihre dro­hende Ver­drängung wehren. Im Fokus der Kritik steht das Carré Sama-Riga, das nach Plänen der CG-Gruppe auf dem Gelände der Rigaer Straße 71–73 ent­stehen soll. In den letzten Monaten gab es ver­schiedene Pro­test­ak­tionen von Anwohner_​innen, die befürchten, dass mit diesem Projekt eine Ent­wicklung beschleunigt wird, die auch im Fried­richs­hainer Nordkiez schon vor Jahren begann.

Wei­ter­lesen:

https://​links​unten​.indy​media​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​2​02484

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[Berlin] CG-Gruppe im Friedrichshainer Nordkiez nicht erwünscht

Bewohner_​innen haben gegen eine Info­ver­an­staltung der CG-Gruppe auf dem Gelände des geplanten Nobel­pro­jekts Carré Sama Riga in der Rigaer Straße 71–73 pro­tes­tiert. Diese Ver­an­staltung war nach dem Bau­recht not­wendig, damit der Investor die Bau­ge­neh­migung bekommt, die bisher nicht erteilt wurde. Seit meh­reren Monaten pro­tes­tieren Mieter_​innen und Unterstützer_​innen gegen das Nobel­projekt.

wei­ter­lesen:

https://​links​unten​.indy​media​.org/​d​e​/​n​o​d​e​/​1​99302

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14.12. Protest gegen die Farce einer vorgeblichen Öffentlichkeitsbeteiligung der CG-Gruppe wie des Bezirks, kommt alle, bringt was zum Scheppern mit!

Auf Ver­an­lassung des Bezirks plant die CG-Gruppe am Mittwoch, 14.12. um 18 Uhr eine „öffent­liche Erör­te­rungs­ver­an­staltung mit Betei­ligung der Öffent­lichkeit“ Rigaer Str. 71 – 73 (Carré Sama-Riga) durch­zu­führen. Laßt uns das ver­hindern!

Ab 17 Uhr Treff­punkt vor Ort.

https://nordkiezlebt.noblogs.org/post/2016/12/04/14–12-protest-bei-der-oeffentlichen-infoveranstaltung-der-cg-gruppe/

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Pres­se­mit­teilung zur vor­geb­lichen Öffent­lich­keits­be­tei­ligung des geplanten Luxus­bau­pro­jektes der CG Gruppe in der Rigaer Straße 71–73

14.12.2016, 18 Uhr in den Räumen der BUF, Zimmer 101 (1. OG)

Protest der Anwohner*innen gegen die gewollte Zer­störung der gewach­senen Kiez­struktur durch die CG Gruppe anläßlich obiger Infor­ma­ti­ons­ver­an­staltung

Kurz notiert:

Ent­schei­dungen von Bezirk und dem Investor CG über die Köpfe der Friedrichshainer*innen hinweg.

Voll­zo­gener Abriß der his­to­ri­schen Eckert­schen Häuser, der ältesten Bauten in der Rigaer Straße mittels einer kurz­fris­tigen lob­by­is­ti­schen Aus­he­belung des Denk­mal­schutzes seitens des grünen Bezirks­amtes.

Fron­tal­an­griff der CG Gruppe auf die Miet­preis­bremse und Ver­zerrung der Mietrea­li­täten. „Sowohl die Miet­preis­bremse als auch das Zweck­ent­frem­dungs­verbot sind ver­fas­sungs­rechtlich höchst bedenklich und führen in der Praxis nicht dazu, daß die gewünschte Ent­spannung auf dem Woh­nungs­markt ein­tritt.“ CG-Magazin 11/2016, Seite 84.

Die Bürger*innenbeteiligung ist eine Farce. Die Bau­pläne sind längst fertig, die CG Gruppe lädt zur „Infor­ma­tionsver­an­staltung zum Bau­beginn“ ein und beteiligt nicht, wie nach §3 Abs 2 BauGB gefordert, die Öffent­lichkeit. Diese kann zumindest zu den Bau­plänen im Bezirksamt, weit weg in der Yorck­straße, Stellung beziehen und darf hoffen, daß ihre Vorschläge/​Kritik „in der abschlie­ßenden Abwägung ( von wem?) öffent­licher und pri­vater Belange gegen­ein­ander und unter­ein­ander“ (Anzeige des Bezirks­amtes im Tages­spiegel vom 18.11.2016) berück­sichtigt werden.

Erschaffung „neuer Lebens­räume“ in der Umsetzung einer eso­te­ri­schen Unter­neh­mens­ideo­logie als „Trend­setter einer 4. Dimension unter der Marke Ver­tical village, VauVau“.

Nicht nur 100%ige Aus­schöpfung der kapi­ta­lis­ti­schen Wert­schöp­fungs­kette vs. mensch­licher Werte, sondern auch Bedienung von „360° Bedürf­nissen“, digital und hoch­tech­ni­siert, flä­chen­ef­fi­zient inkl. fer­tiger Möblie­rungs­kon­zepte im Sinne der urbanen, fle­xiblen Globalisierungsgewinnler*innen, sicher nicht der sich mit der gewach­senen Kiez­struktur iden­ti­fi­zie­renden, ursprünglich aus Arbeiter*innenfamilien stam­menden und bereits wei­test­gehend weg­gen­tri­fi­zierten Friedrichshainer*innen.

Wei­teres auf https://​nord​kiezlebt​.noblogs​.org

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CG-Luxus­neubau CARRÉ SAMA-RIGA, RIGAER 71–73, Abriß Lidl – wie weiter?

Am 6.11. hatten wir nochmal eine Ver­an­staltung zu diesem Thema orga­ni­siert, die divers infor­mieren und dann v.a. im Dis­kus­si­onsteil sich Gedanken machen wollte zu Mög­lich­keiten der Mobi­li­sation gegen u.a. diese Art der luxu­riösen Stadt­ver­dichtung bzw. den Erhalt städ­ti­scher Struk­turen, wie wir sie uns vor­stellen. Wir haben einige kon­krete Ideen jeg­licher Art gesammelt, u.a. die, als Akti­ons­gruppe eine Stadt­teil­in­itiative zu gründen.

Wir treffen uns am kom­menden Sonntag, 20.11., um 17 Uhr im Info­laden daneben, Lie­bigstr. 34. Fühlt euch alle herzlich ein­ge­laden!

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6.11. 14 Uhr Kiezspaziergang, Boxhagener Platz

Aufruf zum Kiez­spa­ziergang durch Fried­richshain gegen Ver­drängung!

Woh­nungen für Men­schen nicht für Profite!

Treff­punkt ist am Rasen in der Platz­mitte
Im Anschluss.

6.11. 17 Uhr CG-Luxusneubauten verhindern

Woh­nungen für Men­schen, nicht für Profite!

Info- und Mobi­li­sie­rungs­ver­an­staltung, Start: Jugendclub Lie­bigstr. 19 (U-Bahnhof Frank­furter Tor)

https://nordkiezlebt.noblogs.org/post/2016/10/28/6–11-17-uhr-cg-luxusneubauten-verhindern/

Artikel dazu auf Mie­te­recho-Online:

http://​www​.bmgev​.de/​m​i​e​t​e​r​e​c​h​o​/​m​i​e​t​e​r​e​c​h​o​-​o​n​l​i​n​e​/​k​i​e​z​s​p​a​z​i​e​r​g​a​n​g​-​b​o​x​h​a​g​e​n​e​r​-​p​l​a​t​z​.html

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Artikel im Neuen Deutschland über Kiez­spa­ziergang:

https://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​1​0​3​1​2​2​8​.​s​p​a​z​i​e​r​g​a​n​g​-​g​e​g​e​n​-​v​e​r​d​r​a​e​n​g​u​n​g​.html

Spa­ziergang gegen Ver­drängung
»Keine Rendite mit der Miete« fordert die gleich­namige Fried­richs­hainer Kiezin­itiative. Es geht ihr bei der Ver­an­staltung nicht nur um Pro­bleme, auch Erfolge können gefeiert werden.
Von Gaston Latz nd 7.11.

Sonn­tag­nach­mittag, 14 Uhr: Inmitten des Floh­markt­trubels auf dem Box­ha­gener Platz treffen sich mehrere Dutzend Men­schen. Sie pro­tes­tieren gegen Miet­erhö­hungen und Ver­drängung durch Luxus­sa­nie­rungen. Die Mie­ter­initiative »Keine Rendite mit der Miete« lädt zum dritten Fried­richs­hainer »Kiez­spa­ziergang« dieses Jahres. »Wir alle sind von Ver­drängung und Ver­treibung betroffen. Es ist die kapi­ta­lis­tische Ver­wer­tungs­logik, die dahin­ter­steckt«, sagt einer der Gründer der Initiative. Er nennt sich Hein Stein. »Aber wir wollen uns nicht nur beklagen, sondern es gibt auch Erfolge zu ver­zeichnen.« Einer dieser Erfolge sei das Haus Grün­berger Straße 84, dessen Mieter sich Anfang des Jahres zusam­men­ge­schlossen haben, um auf juris­ti­schem Wege die Sanierung ihres Hauses zu ver­hindern. Diese hätte die Miete so erhöht, dass viele diese nicht mehr hätten bezahlen können.

Dann spricht Hans Georg-Lin­denau, Besitzer des »Gemischt­wa­ren­ladens für Revo­lu­ti­ons­bedarf« in der Man­teuf­fel­straße 99, von seinen Pro­blemen mit Ver­mieter und Haus­ver­waltung. »Mit fal­schen Angaben und ver­drehten Tat­sachen wollten sie mich her­aus­klagen. Mein Laden und die Wohnung meiner Freundin sollten zu Feri­en­woh­nungen umfunk­tio­niert werden.«

Aber nicht nur Miets­häuser, sondern auch linke Wohn- und Frei­zeit­pro­jekte sind Ziel des Spa­zier­ganges. »Wir gehen nicht nur zu Orten, wo Men­schen ver­drängt werden, sondern auch zu Orten, wo Men­schen sich orga­ni­sieren, um soli­da­risch und anders zu leben«, sagt Stein. So wird bei­spiels­weise das Haus­projekt Grün­berger Straße 73 vor­ge­stellt oder das »Vetomat« in der Wühlisch­straße 42, wo es kos­ten­loses Essen gibt und regel­mäßig poli­tische Ver­an­stal­tungen, aber auch lite­ra­rische Lesungen statt­finden.

Der Kiez­spa­ziergang sollte nach Redak­ti­ons­schluss in der Rigaer Straße enden. Ziel war das Neu­bau­projekt »Carré Sama Riga« des Immo­bi­li­en­ent­wicklers Christoph Gröner. Kri­tiker befürchten eine starke Auf­wertung des Kiezes.

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6.11. 14 Uhr Kiezspaziergang, Boxhagener Platz

Aufruf zum Kiez­spa­ziergang durch Fried­richshain gegen Ver­drängung!

Woh­nungen für Men­schen nicht für Profite!

Treff­punkt ist am Rasen in der Platz­mitte.

Die Gegend um den Box­ha­gener Platz ist schon längst ein Eldorado für die junge, fle­xible Schicht von Managern aus Wirt­schaft, Politik und Kunst geworden, die in Berlin von Wirt­schaft und Politik umworben wird. Mieter_​innen mit geringen Ein­kommen können sich kaum noch die Woh­nungen leisten. Dort beginnt der Kiez­spa­ziergang, auf dem wir Orte der Ver­treibung und des Wider­stands besuchen. Enden wird der Spa­ziergang an der Rigaer Str. 75–77, wo die CG-Gruppe einen Luxus­neubau errichten will. Wir wollen mit dem Kiez­spa­ziergang dazu bei­tragen, dass sich Mieter_​innen über ihre Rechte infor­mieren, sich aus­tau­schen und gemeinsam wehren. Im Anschluss an den Spa­ziergang treffen wir uns im Jugendclub Lie­bigstr. 19 zu Kaffee, Tee und Kuchen. Ab 17 Uhr beginnt die Infor­ma­tions- und Mobi­li­sie­rungs­ver­an­staltung zu den CG-Luxus­neu­bauten.

https://nordkiezlebt.noblogs.org/post/2016/10/28/6–11-14-uhr-kiezspaziergang-boxhagener-platz/

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6.11. 17 Uhr CG-Luxusneubauten verhindern

Woh­nungen für Men­schen, nicht für Profite!

Info- und Mobi­li­sie­rungs­ver­an­staltung, Start: Jugendclub Lie­bigstr. 19 (U-Bahnhof Frank­furter Tor)

„Vom jungen Bau­un­ter­nehmer zum kapi­tal­markt­fä­higen Pro­jekt­ent­wickler und er hat große Pläne für Berlin“. So beschrieb der Tages­spiegel Anfang April die Kar­riere des Bau­un­ter­nehmers Christoph Gröner, dessen CG-Group seine Initialen trägt. „Immo­bilien sind für uns eine Welt­an­schauung“, lautet die Unter­neh­mens­ideo­logie.

In welche Richtung diese Ent­wicklung geht, wird in dem fir­men­ei­genen CG-Magazin deutlich benannt. Die Hoch­glanz­bro­schüre ver­tritt eine Unter­neh­mer­ideo­logie mit eso­te­ri­schem Ein­schlag. Da wird eine vierte Dimension der Immo­bilie beschrieben, die „spürbar wird, indem sie Mehr­werte für Immo­bilien schafft, die heutige Bedürf­nisse erfüllen, aber darüber hinaus schon morgen Nutzen schaffen“. Doch wenn es um die Ziel­gruppe geht, die mit den von der CG-Group gebauten Häusern wohnen sollen, wird weniger kryp­tisch for­mu­liert. „Wer in Tokio arbeitet und in zwei Wochen einen neuen Job in Berlin antreten soll, hat gar keine Zeit, sich vorher Woh­nungen anzu­schauen. Die Ver­mark­tungs- und Ver­mie­tungs­pro­zesse müssen also so gestaltet sein, dass alle Schritte von der Suche bis zum Einzug kom­plett abge­wi­ckelt werden können“, erklärt Oliver Wolf aus dem CG-Group-Management. Die in dem Unter­nehmen für die Pro­jekt­ent­wicklung zuständige Heike Lentfer prä­zi­siert: „Unser Ver­tical Village-Konzept richtet sich an leis­tungs­ori­en­tierte Men­schen. Also an Frei­be­rufler, Manager, oder Fach­kräfte, die nur für einen begrenzten Zeitraum in einer Stadt arbeiten.“ Die Ziel­gruppe der CG-Group ist also vor allen jene junge, fle­xible Schicht von Managern aus Wirt­schaft, Politik und Kunst, die in Berlin von Wirt­schaft und Politik umworben wird.

CG-Group in meh­reren Ber­liner Stadt­teilen aktiv

So ist nicht ver­wun­derlich, dass die CG-Group in Berlin gleich mehrere lukrative Bau­pro­jekte am Laufen hat. Am Hal­le­schen Ufer 40–60 soll auf dem Areal der ehe­ma­ligen Postbank das XBerg Quartier ent­stehen, das in als „durch­mischtes Quartier für Arbeit, Wohnen und Freizeit“ beworben wird. In der Frau­en­hof­straße 29 in Berlin-Char­lot­tenburg will die CG-Group die „Residenz am Ernst-Reuter Platz“ ent­wi­ckeln und auch den ehe­ma­ligen Ste­glitzer Kreisel in der Schloß­straße 70–80 will die CG-Group „in einen licht­durch­flu­teten City Tower mit hoch­wer­tigen Eigen­tums­woh­nungen“ ver­wandeln“. Im Juli hatte die CG-Group die Immo­bilie für 20 Mil­lionen Euro abge­kauft. Aller­dings hatte das Land vorher für die Asbest­sa­nierung 18 Mil­lionen Euro aus­ge­geben. Sozial- oder Fami­li­en­woh­nungen böten sich an dem Standort aber eher nicht an, sagte Berlins Finanz­se­nator Mat­thias Kollatz-Ahnen. Das gilt für alle Pro­jekte der CG-Group. In ihren Wer­be­videos sind ein­kom­mens­schwache Men­schen nicht zu sehen. Es ist die Welt der Erfolgs­men­schen, bei denen sich alles um Fle­xi­bi­lität, Inves­ti­tionen und Rendite dreht. Im fir­men­ei­genen CG-Magazin wird selbst die völlig zahnlose Miet­preis­bremse als »ein ebenso über­flüs­siges wie rechtlich bedenk­liches Instrument staat­licher Regu­lierung« bezeichnet, die „eine unver­hält­nis­mäßige und damit unzu­mutbare Belastung für diese Eigen­tü­mer­gruppen“ dar­stellt. Wider­stand ist im Weltbild der CG-Group nicht vor­ge­sehen. Doch das hat sich in den letzten Monaten in Leipzig und Berlin geändert. Gegen das von der CG-Group in der Rigaer Straße 71–73 geplante Carré Sama-Riga pro­tes­tieren Anwohner_​innen seit Wochen unter der Parole „Wer hier kauft, kauft Ärger“. Auf der Fir­men­homepage wird das Projekt in eng­li­scher Sprache für die kauf­kräftige Kund­schaft als „another luxury project“ beworben. In einer an die Nach­bar­schaft adres­sierte Bro­schüre der CG-Group heißt es dagegen: „CG Gruppe Bür­gerlich Sozial – nicht nobel. FÜR DEN KIEZ Mit DEM KIEZ“. Doch viele Nachbar_​innen habe die Green­wa­shing-Stra­tegie durch­schaut und haben in den letzten Monaten mit Demons­tra­tionen, Parolen, Pla­katen, Filmen und Kund­ge­bungen deutlich gemacht, dass das Projekt im Kiez keine Akzeptanz hat. Im Interview mit dem Tages­spiegel auf diese Pro­teste ange­sprochen, erklärte Gröner: „Wir wissen, dass die staat­lichen Insti­tu­tionen nicht in der Lage sind, Recht und Ordnung auf­recht­zu­er­halten bezie­hungs­weise durch­zu­setzen. Ansonsten wissen wir Unter­nehmer uns seit jeher selbst zu helfen.“ Soll damit ange­deutet werden, dass kri­tische Nachbar_​innen, die sich mit dem Projekt nicht abfinden wollen, dem­nächst mit der Willkür pri­vater Sicher­heits­dienste kon­fron­tiert sind?

Wenn die CG-Group in ihren Bro­schüren für die zah­lungs­kräftige Kund­schaft pro­pa­giert, es gehe nicht nur um Grund­stücke sondern um die Ver­än­derung ganzer Stadt­teile, sollten wir das als Kampf­ansage ver­stehen. Wir schlagen vor, den Wider­stand gegen die Pro­jekte der CG-Group auch auf andere Stadt­teile aus­zu­weiten und so einen Akteur der Ver­drängung ein­kom­mens­schwacher Mieter_​innen in den Fokus rücken. Diese Firma steht für das moderne Gesicht der kapi­ta­lis­ti­schen Ver­wertung, was sich auch in ihrer Öffent­lich­keits­arbeit, ihren Ziel­gruppen und ihren Geschäfts­stra­tegien aus­drückt. Da die CG-Group aktuell in meh­reren Ber­liner Stadt­teilen ihre Luxus­pro­jekte plant, sehen wir hier die Mög­lich­keiten den Wider­stand dagegen aus­zu­weiten. Die CG-Group ist aktuell ein wich­tiger Akteur bei der Ver­drängung ein­kom­mens­schwacher Teile der Bevöl­kerung aus soge­nannten ange­sagten Stadt­teilen. Dabei ist die Firma nur ein Player in einem Spiel, das Kapi­ta­lismus heißt. Auf der Ver­an­staltung wollen wir die Stra­tegien der CG-Group dar­stellen. Der Schwer­punkt aber ist die Frage, wie schaffen wir es, ihre Invstor_​innenträume zum Platzen zu bringen, in Fried­richshain, in Kreuzberg, Ste­glitz und anderswo.

https://nordkiezlebt.noblogs.org/post/2016/10/28/6–11-17-uhr-cg-luxusneubauten-verhindern/#more-684

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Beitrag aus dem Deutsch­landfunk vom 19.8. mit O-Tönen von der Film­kund­gebung »Mietre­bellen gegen Carree Sama Riga:

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Artikel aus der Ber­liner Zeitung :
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Von Tim Zülch
17.07.2016

Neues Deutschland:

Keine Porscheparkplätze in der Rigaer

Anwohner demonstrieren gegen Bauprojekt in der Rigaer Straße / Eskalation des Konflikts befürchtet

Stein, Stahl, Glas: Ein mons­tröser Schutt­haufen ragt hinter den zwei Meter hohen Bau­zäunen hervor. In einer Hau­ruck­aktion riss Eigen­tümer Christian Gröner mit seiner CG-Group die stra­ßen­sei­tigen Gebäude auf dem Gelände der Rigaer Straße 71–73 ab. Davor auf der Straße eine bunte Gruppe von knapp 300 Men­schen. Punks, pink gekleidete Samba-Musiker, viele Rad­fahrer, nur eine Gruppe fehlt: Die schwarz Ver­mummten, die in den letzten Wochen die Schlag­zeilen domi­nierten.

»Wir wollten deutlich machen, dass hier auch noch ganz normale Nachbarn wohnen, die aber den Neubau hier kri­tisch sehen«, sagt der freie Jour­nalist Peter Nowak, der nicht beruflich hier ist, sondern in der Nähe wohnt und die Demo mit­or­ga­ni­siert hat. Aller­dings gehe es ihm in keinem Fall darum, einen Keil zwi­schen die Gruppen zu treiben, eher freue er sich, dass »in den letzten Monaten die Dif­ferenz zwi­schen Mietern und Besetzern auf­ge­brochen« sei und man zumindest zum Teil an einem Strang ziehe.

Das Industrie-Gelände gegenüber einem Super­markt-Dis­counter, auf dem sich früher eine Möbel­fabrik und zuletzt ein Aus­bil­dungs­be­trieb und der Ver­an­stal­tungsort Antje Øklesund befand, könnte Bezugs­punkt wei­terer Aus­ein­an­der­set­zungen in der Rigaer Straße werden, nachdem die geräumten Mieter der Rigaer Straße 94 ihre Räume wieder beziehen können. Einen Häu­ser­komplex mit 133 Woh­nungen möchte Investors Gröner hier für 37 Mil­lionen Euro errichten – Carré Sama-Riga nennt er es.

»Öko­lo­gisch« und »sozial« soll das Projekt sein, so ver­kündet ein gigan­ti­sches Trans­parent an der Bau­stelle. »Der Bau bedeutet, dass wir hier bald alle ver­schwinden müssen«, sagt eine junge Frau ins Mikrofon, die sich als Anwoh­nerin bezeichnet. Sie stört, dass es auch eine Tief­garage gebe, wo der »Porsche der zukünf­tigen Mieter sicher geparkt« werden könne.

In der Tat sind zehn bis 13 Euro Net­to­kalt­miete im Ver­gleich zum Umfeld viel, aber die Woh­nungen hätten durch die öko­lo­gische Bau­weise sehr niedrige Neben­kosten, recht­fer­tigte sich Investor Gröner jüngst im »Tages­spiegel«. Für Nowak geht es eher um die schlei­chende Umstruk­tu­rierung der Nach­bar­schaft: »Kleine Läden haben zuge­macht, immer mehr Spätis eröffnen. Durch die hohen Mieten steigt der Miet­spiegel, was auch Folgen hat für die Miet­woh­nungen in der Nach­bar­schaft, wohin­gegen die Ange­stellten in den Kiosken oft nur auf Hartz-IV-Niveau ent­lohnt werden«. Freke Over, ehe­ma­liger Haus­be­setzer und später für die LINKE im Abge­ord­ne­tenhaus, sorgt sich um Haus­pro­jekte in der Gegend. »Bei einigen laufen 2017 die Miet­ver­träge aus.« Das sei gefährlich bei dem starken Auf­wer­tungs­druck.

Der Betreiber des Clubs Antje Øklesund, der Verein zur alter­na­tiven Stadt­raum­nutzung e.V. hat drei Jahre mit dem Eigen­tümer über einen Ver­bleib auf dem Gelände ver­handelt. Ziel war die Schaffung eines Kiez­kul­turhofs mit Sozi­alcafé, Dach­garten und Klet­ter­mög­lich­keiten. Außerdem sollte die his­to­rische Bau­sub­stanz erhalten werden. Sascha Schneider, Vor­sit­zender des Vereins kri­ti­siert: »Es gibt nach über drei Jahren Ver­hand­lungs­arbeit kaum ver­bind­liche Zusagen des Investors zur kon­kreten Umsetzung des Kiezhofs«.

Sollten die Ver­hand­lungen zwi­schen Bezirk, Investor und Anwohner_​innen scheitern, droht eine Eska­lation des Kon­flikts um das Areal. Die kurze und kna­ckige Demo vom Samstag – »wie ein Punk­rocksong« ruft jemand ins Mikrofon – könnte ein Anfang gewesen sein. Mitt­ler­weile wird auch auf der anderen Seite verbal auf­ge­rüstet. So äußerte Gröner im »Tages­spiegel«, er wisse sich als Unter­nehmer im Bezug auf Angriffe »seit jeher selbst zu helfen«.

Eine Woche nach den gewalt­tä­tigen Aus­schrei­tungen bei einer Demons­tration der Haus­be­setzer-Szene wurde im Sama­ri­ter­viertel in Fried­richshain erneut demons­triert. Etwa 250 Leute zogen am Sams­tag­nach­mittag durch das Viertel, anders als vor einer Woche waren es aller­dings Anwohner, die zur Demons­tration auf­ge­rufen hatten.

Ihr Protest richtet sich gegen das Bau­vor­haben an der Rigaer Straße 70/73, wo in den kom­menden Jahren 133 neue Woh­nungen ent­stehen sollen sowie eine Tief­garage für 70 Fahr­zeuge. Gesamt­in­ves­ti­ons­vo­lumen: 37 Mil­lionen Euro. Die Miete der Woh­nungen im neuen Carreé Sama Riga soll bei 11 bis 13 Euro kalt liegen. Die alten Gebäude, die dort standen, wurden in den ver­gan­genen Tagen abge­rissen.

– Quelle: http://​www​.ber​liner​-zeitung​.de/​2​4​4​08624 ©2016

Eine Woche nach den gewalt­tä­tigen Aus­schrei­tungen bei einer Demons­tration der Haus­be­setzer-Szene wurde im Sama­ri­ter­viertel in Fried­richshain erneut demons­triert. Etwa 250 Leute zogen am Sams­tag­nach­mittag durch das Viertel, anders als vor einer Woche waren es aller­dings Anwohner, die zur Demons­tration auf­ge­rufen hatten.

Ihr Protest richtet sich gegen das Bau­vor­haben an der Rigaer Straße 70/73, wo in den kom­menden Jahren 133 neue Woh­nungen ent­stehen sollen sowie eine Tief­garage für 70 Fahr­zeuge. Gesamt­in­ves­ti­ons­vo­lumen: 37 Mil­lionen Euro. Die Miete der Woh­nungen im neuen Carreé Sama Riga soll bei 11 bis 13 Euro kalt liegen. Die alten Gebäude, die dort standen, wurden in den ver­gan­genen Tagen abge­rissen.

– Quelle: http://​www​.ber​liner​-zeitung​.de/​2​4​4​08624 ©2016

Eine Woche nach den gewalt­tä­tigen Aus­schrei­tungen bei einer Demons­tration der Haus­be­setzer-Szene wurde im Sama­ri­ter­viertel in Fried­richshain erneut demons­triert. Etwa 250 Leute zogen am Sams­tag­nach­mittag durch das Viertel, anders als vor einer Woche waren es aller­dings Anwohner, die zur Demons­tration auf­ge­rufen hatten.

Ihr Protest richtet sich gegen das Bau­vor­haben an der Rigaer Straße 70/73, wo in den kom­menden Jahren 133 neue Woh­nungen ent­stehen sollen sowie eine Tief­garage für 70 Fahr­zeuge. Gesamt­in­ves­ti­ons­vo­lumen: 37 Mil­lionen Euro. Die Miete der Woh­nungen im neuen Carreé Sama Riga soll bei 11 bis 13 Euro kalt liegen. Die alten Gebäude, die dort standen, wurden in den ver­gan­genen Tagen abge­rissen.

– Quelle: http://​www​.ber​liner​-zeitung​.de/​2​4​4​08624 ©2016

Eine Woche nach den gewalt­tä­tigen Aus­schrei­tungen bei einer Demons­tration der Haus­be­setzer-Szene wurde im Sama­ri­ter­viertel in Fried­richshain erneut demons­triert. Etwa 250 Leute zogen am Sams­tag­nach­mittag durch das Viertel, anders als vor einer Woche waren es aller­dings Anwohner, die zur Demons­tration auf­ge­rufen hatten.

Ihr Protest richtet sich gegen das Bau­vor­haben an der Rigaer Straße 70/73, wo in den kom­menden Jahren 133 neue Woh­nungen ent­stehen sollen sowie eine Tief­garage für 70 Fahr­zeuge. Gesamt­in­ves­ti­ons­vo­lumen: 37 Mil­lionen Euro. Die Miete der Woh­nungen im neuen Carreé Sama Riga soll bei 11 bis 13 Euro kalt liegen. Die alten Gebäude, die dort standen, wurden in den ver­gan­genen Tagen abge­rissen.

– Quelle: http://​www​.ber​liner​-zeitung​.de/​2​4​4​08624 ©2016

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Mie­te­rinnen und Mieter aus der Oder­berger Straße

w ehren sich gegen kor­rupte Spe­ku­lanten und Luxus­sa­nierung

Von Peter Nowak und Janosch Schrödter

Bezirks­kor­re­spondenz Prenz­lauer Berg

Wir bleiben alle hier!
Wer sich wehrt,
macht nichts ver­kehrt!

»Oder­berger Straße – Jup­pie­meile oder Wohnraum für Alle?«, so kün­digten Plakate von der Mie­te­rIn­nen­in­itiative »Wir bleiben alle hier« ein Hoffest am 30. Sep­tember, in der Oder­berger Straße an. In einem Flug­blatt, welches zum Fest »gegen soziale Ver­treibung und Luxus­mo­der­ni­sierung« aufruft, begründet die Initiative ihr Enga­gement wie folgt:

»Seit einigen Jahren ent­wi­ckelt sich auch die Oder­berger Straße zu einer Amü­sier­meile, während kein Laden mehr Grund­nah­rungs­mittel anbietet. Mehr und mehr Häuser werden luxus­mo­der­ni­siert und anschließend teuer wei­ter­ver­mietet. Wir wollen wei­terhin in der Oder­berger Straße leben und haben ein Interesse an bezahl­barem Wohnraum für alle, wehren uns gegen die Ver­treibung von Men­schen mit geringem Ein­kommen und wollen ver­hindern, daß unsere Straße ein Erleb­nispark für Alt- und Neu­reiche wird. Wir wollen mit anderen Men­schen ins Gespräch kommen, dis­ku­tieren, infor­mieren und viel­leicht die Basis für weitere Arbeit gegen soziale Ver­treibung und Luxus­mo­der­ni­sierung legen« soweit die Orga­ni­sa­to­rInnen des Festes.
Am 30. Sep­tember kamen dann Anwohner der Häuser Oder­berger Straße 21, 22 und 27, von denen auch die Initiative WBAH ausgeht, sowie inter­es­sierte Anwoh­ne­rInnen nicht nur aus der Oder­berger Straße. Hier gab es selbst gemachtes Essen, Stra­ßen­musik, Dis­kussion, Kin­der­spiele und -malen, Infor­ma­ti­ons­stände von der Mie­ter­ge­mein­schaft und der Gewerk­schaft Freie Arbei­te­rinnen und Arbeiter Union (FAU), Musik von DJs und nachdem es Dunkel war, auch ein gut­be­suchtes Kurz­filmkino vom Licht­blick Kino.

Doch fangen wir von vorne an…

Im Winter 1999/2000 wurden auf dem Hof der Oder­berger Straße 27 Bau­ma­te­rialien und ein Chemie-Klo mit der Auf­schrift »Miet­er­toi­lette Oder­berger Straße 27« abge­stellt, auf dem zweiten Hin­terhof wurde ein Baum, dessen Zweige bis an das Haus her­an­reichen, massiv beschnitten. Deut­liche Signale für die Mie­te­rInnen, dass eine Moder­ni­sierung droht und auch die Vor­ge­hens­weise des Eigen­tümers betref­fende Befürch­tungen waren bereits damals zu hören. Im Frühjahr bekamen die Mie­te­rInnen eine Benach­rich­tigung, wonach sie ab sofort ihre Miete auf das Konto der Oder­berger Straße 27 GBR über­weisen sollen, da der Eigen­tümer gewechselt hatte. Kurze Zeit später begannen die Eigen­tümer Michael Gröbler und Peter Rupp, meistens in Person des M. Gröbler, die Mie­te­rInnen einzeln auf­zu­suchen. Bei diesen Gesprächen wollte M. Gröbler sich die Woh­nungen ansehen (könnte u.U. als Ein­wil­ligung zu den Bau­vor­haben gewertet werden) und drängte auf indi­vi­duelle Ver­ein­ba­rungen. Dabei wendete er in den Gesprächen ver­schiedene Tak­tiken an, um die Mie­te­rInnen im Haus zu ver­un­si­chern und zu spalten. Unter anderem äußerte er: er wolle »Kameras im Hof anbringen«, »die Miete wird nach der Moder­ni­sierung dreimal höher sein«, er habe Angst vor »anar­chis­ti­schen Chaoten mit Ver­bin­dungen zur RAF« im Haus. Zwei von M. Gröbler konkret benannte Per­sonen aus dem Querge­bäude würden den Stress der Bau­maß­nahmen nicht stand­halten können oder er ver­prügele Men­schen, die ver­suchen ihn zu bestehlen. Dieses Auf­treten der Eigen­tü­mer­seite und die Beläs­ti­gungen durch die teil­weise auch im Haus unter­ge­brachten Arbeiter, die vom Ver­drecken von Miet­er­toi­letten bis zum ver­suchten Woh­nungs­ein­bruch reichten, ver­an­lassten einige Mie­te­rInnen aktiv zu werden. Bis hierher waren die Gescheh­nisse in der Oder­berger Straße 27 zwar nervig, jedoch kleine Pro­bleme gegen das, was noch kommen sollte.
Da die Auf­zählung und genaue Dar­stellung der Vor­fälle den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, können im fol­genden nur einige kurz erwähnt werden:
Im Juni brennt es im 2. Stock des Sei­ten­flügels in einer von drei über­ein­ander lie­genden Leer­stands­woh­nungen. Dabei brennt eine Wohnung aus, eine hat einen schwer­wie­genden Was­ser­schaden, eine weitere (aller­dings bewohnte) Wohnung hat einen geringen Was­ser­schaden, mehrere Fenster wurden zer­schlagen und der Hof stand tagelang unter Wasser.
Mehrere Keller wurden auf­ge­brochen, die Hof- und Dach­bo­den­nutzung untersagt, auch der Hausflur ist nur noch sehr ein­ge­schränkt nutzbar. Das Radio-, TV-Kabel wurde durch­schnitten. Dieser Schaden wurde von den Eigen­tümern wochenlang nicht behoben. Auf Fragen bekamen Mie­te­rInnen die Antwort: »Das mache ich aber nur einmal in Ordnung, beim nächsten Mal bleibt das Kabel durch­trennt«.
Mehrmals war der durch Bau­schutt und Kies extrem zuge­stellte und ver­schmutzte Hof nach Regen über­flutet, so das die Mie­te­rInnen über Gerüste, Bau­ma­te­rialien und Müll­con­tainer klettern mussten um zu ihren Woh­nungen zu gelangen bzw. diese zu ver­lassen.
Min­destens zweimal wurde im Haus But­ter­säure aus­ge­kippt. An der Tür einer Mie­terin aus dem Querge­bäude wurde durch ein kleines Loch ver­mutlich mit einer Spritze But­ter­säure in die Wohnung gespritzt. Bei einer anderen Mie­terin roch es eines Tages sogar im Zimmer nach But­ter­säure. Die Nach­bar­wohnung ist unbe­wohnt…
Bei dem Bau­gerüst gibt es gleich eine ganze Latte an Mängeln, wie z.B. zu niedrige Höhe im Erd­ge­schoss­be­reich, feh­lende Quer­ver­stre­bungen, keine Kenn­zeichnung der Gerüst­klasse, feh­lender Fall­schutz an Gerüst­stirn­seiten, feh­lende Sicherung nach Ein­stellung der Bau­tä­tig­keiten gegen unbe­fugtes Betreten, feh­lender oder unsach­ge­mäßer Fall­schutz für her­ab­fal­lende Werkzeuge/​Bau­teile.
Zu Beginn der kalten Jah­reszeit demon­tierten die Eigen­tümer Schorn­steine im Querge­bäude. Die Eigen­tümer legten dann Metall­rohre als Abzüge für die Öfen der betrof­fenen Woh­nungen. Dabei schlugen Arbeiter, auf der Suche nach dem Schorn­stein, auch ein Loch von der Außen­toi­lette (für drei Woh­nungen) in die Küche eines Mieters.
Im Zuge der Arbeiten am Dach­ge­schoss Oder­berger Straße 27 Querge­bäude sind nach einem Regen vier Woh­nungen, durch ein­drin­gendes Wasser stark beschädigt worden. Das Dach­ge­schoss soll übrigens das neue 160 qm große Büro von Gröbler und Rupp werden. Und so weiter und so fort…

Positive Vibra­tions

Bereits früh­zeitig orga­ni­sierten einige Mie­te­rInnen eine Infor­ma­ti­ons­ver­an­staltung gemeinsam mit einem Anwalt und einer Akti­vistin der Mie­ter­ge­mein­schaft in der KVU in der Krem­mener Straße. Zu dieser Ver­an­staltung wurden die Mie­te­rInnen der Häuser Oder­berger 21, 22 und 27 ein­ge­laden und kamen zahl­reich. Kurze Zeit später gab es in der Oder­berger Straße 27 ein kleines Hoffest. In diesem Zeitraum wurde der Hausflur im Querge­bäude bemalt und mit Pla­katen ver­ziert.
Mitt­ler­weile war bekannt, dass Gröbler und Rupp neben der bereits sanierten Oder­berger Straße 28, wo sich derzeit noch das Büro befindet, auch die Oder­berger Straße 27 und 22 sowie die Buch­holzer Straße 3 gehören. In der Buch­holzer Straße 3 hat es vor der geplanten Moder­ni­sierung durch Gröbler und Rupp auch gebrannt, wonach die Mie­te­rInnen aus­ziehen mußten und einer Luxus­sa­nierung nichts mehr im Weg stand. Die Oder­berger Straße 21 hat vor kurzem eben­falls den Eigen­tümer gewechselt und die Mie­te­rInnen haben bereits eine Moder­ni­sie­rungs­an­kün­digung im Brief­kasten gehabt. Einige Men­schen aus den drei Häusern trafen sich, spä­testens seit der KVU-Ver­an­staltung, immer dann, wenn es neue Infor­ma­tionen aus­zu­tau­schen gab oder um Pro­to­kolle zusam­men­zu­stellen und an diverse Insti­tu­tionen in der Stadt zu ver­schicken. Da einige Men­schen aus den Häusern Mit­glieder in der Mie­ter­ge­mein­schaft sind, wurde die Initiative WBAH auch rechtlich gut beraten sowie ander­weitig unter­stützt.
Durch die Initiative WBAH und den extremen Begleit­erschei­nungen der Moder­ni­sierung ist die Mie­te­rIn­nen­ge­mein­schaft der Häuser näher zusam­men­ge­rückt. Öfters als früher reden die Mie­te­rInnen mit­ein­ander, passen auf­ein­ander auf, neue Infor­ma­tionen werden wei­ter­ge­geben. Neben den inten­si­veren sozialen Kon­takten unter­ein­ander, dem Hoffest und der KVU-Ver­an­staltung gibt es aber noch anderes Erfreu­liches zu berichten. Die Bau­auf­sicht hat wegen der Durch­führung nicht geneh­migter Bau­maß­nahmen einen Bau­stopp mit Auf­lagen ver­hängt, M. Gröbler hat gegen diesen Bescheid Wider­spruch ein­gelegt.
»Solange die Einigung mit den Mie­te­rInnen über die geplanten Maß­nahmen nicht erfolgt, wird die Sanie­rungs­ver­wal­tungs­stelle die sanie­rungs­recht­liche Geneh­migung nicht erteilen.« infor­miert die Mie­ter­be­ratung in einem Brief vom 9. Oktober 00 die Mie­te­rInnen der Oder­berger Straße 27. Durch gute Zusam­men­arbeit mit der Presse, Plakate und Flug­blätter konnte die Mie­te­rIn­nen­in­itiative eine große Öffent­lichkeit erreichen. So mel­deten sich auch weitere Inter­es­sierte und von Luxus­mo­der­ni­sierung Betroffene und bekun­deten ihr Interesse an einer Zusam­men­arbeit. Am 30. Oktober 00, trafen sich ver­schiedene Gruppen und Ein­zel­per­sonen u.a. WBAH unter dem Motto »Gegen soziale Ver­treibung und Luxus­mo­der­ni­sierung« im Platzhaus Helm­holtz­platz.
Gegen Gröbler und Rupp ermittelt mitt­ler­weile auch die Polizei u.a. auf­grund meh­rerer Anzeigen durch Mie­te­rInnen, auch die Brand­stif­tungs­ab­teilung im Lan­des­kri­mi­nalamt beschäftigt sich mit Gröbler und Rupp.
Jeder Monat Ver­zö­gerung macht uns stärker und spart die höhere Miete nach der Moder­ni­sierung!
Na dann, rauft euch zusammen für Wohnraum für alle!
Die Mie­te­rIn­nen­in­itiative »Wir bleiben alle hier« hat einen Brief­kasten in der Oder­berger Straße 21, Hin­terhaus.

aus Mieterecho/​Zeitung der Ber­liner Mie­ter­ge­mein­schaft

Nr. 282 – November/​Dezember 2000