Aktuelles aus meiner publizistischen und politischen Arbeit

Berlin :

FAU-Gewerk­schafts­lokal, Lot­tumstr. 11, 10119 Berlin (U2 Rosa-Luxemburg-Platz oder U8 Rosenthaler Platz)

Fr. 20.11. [19:00 Uhr]
Buch­vor­stellung »Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht«
https://​berlin​.fau​.org/​t​e​r​m​i​n​e​/​b​u​c​h​v​o​r​s​t​e​l​l​u​n​g​-​e​i​n​-​s​t​r​e​i​k​-​s​t​e​h​t​-​w​e​n​n​-​m​e​n​s​c​h​-​i​h​n​-​s​e​l​b​e​r​-​macht
Arbeits­kämpfe im Spätkauf, Gefangene gründen eine Gewerk­schaft: in der letzten Zeit wurden Arbeits­kämpfe in Sek­toren bekannt, die gemeinhin als schwer oder gar nicht orga­ni­sierbar galten. Das Buch stellt ver­schiedene Facetten dieser neuen Streiks und Arbeits­kämpfe in Deutschland und darüber hinaus vor und ordnet sie in einen gesell­schaft­lichen Kontext ein. Auch in einer Gesell­schaft jen­seits des For­dismus (Fabrik­ge­sell­schaft) gehören Arbeits­kämpfe nicht der Ver­gan­genheit an. Besonders erfolg­reich werden diese Streiks durch die Unter­stützung der Kund*innen und des Umfelds der Strei­kenden.

Das Buch wird vom Her­aus­geber Peter Nowak vor­ge­stellt.


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Frankfurt:

Buchvorstellung »Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht.« auf der Gegenbuchmasse

Datum und Zeit:

14. Oktober 2015 – 19:30

Ver­an­stal­tungsort:

Gallus Zentrum, Krifteler Str. 55, Frankfurt/​Main

Ver­an­stal­terin:

IWW Frankfurt a.M. & Edition Assem­blage

Lesung mit Peter Nowak
Die Arbeits­kämpfe der letzten Monate haben gezeigt, dass Streiks nicht der Ver­gan­genheit ange­hören. Doch in der letzten Zeit wurden Arbeits­kämpfe in Sek­toren bekannt, die gemeinhin als schwer oder gar nicht orga­ni­sierbar galten. So gab es in Berlin einen erfolg­reichen Arbeits­kampf in einem Spätkauf, Gefangene grün­deten eine Gewerk­schaft und Geflüchtete kämpfen für das Recht auf Gewerk­schafts­mit­glied­schaft. Einige Facetten dieser neuen Arbeits­kämpfe wird der Jour­nalist und Her­aus­geber des Buches, Peter Nowak, auf der Ver­an­staltung vor­stellen.

Die Antifa Kritik und Klas­sen­kampf stellt ihre im Buch abge­druckten Thesen zur Dis­kussion, die Gründe benennen, warum sich eine eman­zi­pa­to­rische Linke wei­terhin mit dem Klas­sen­kampf beschäf­tigen sollte.

Die Termine der Rund­reise mit dem Buch:

Freiburg, 14.09.2015, 20.00 Uhr | Strand-Café (Adlerstr.12)
Karlsruhe, 15.09.2015, 19.30 Uhr | Vik­to­riastr. 12
Stuttgart, 16. 09.2015, 20.00 Uhr | Stadt­teil­zentrum Gas­pa­ritsch, Roten­berg­straße 125
Mannheim, 17. 09.2015, 20.15 Uhr | wildwest, Alp­hornstr. 38
Frankfurt, 18.09.2015, 20.00 Uhr | Café Exzess, Leip­ziger Straße 91
Regensburg, 02.11.2015, 19.00 Uhr | LiZe, Dah­li­enweg 2a
München, 03.11.2015, 19.30 Uhr | EineWeltHaus, Schwan­thaler Str. 80

Erschienen in: Direkte Aktion 230 – Juli/​August 2015

https://​www​.direkteaktion​.org/​2​3​0​/​k​l​e​i​n​e​-​g​e​i​l​e​-​s​t​reiks

Kleine geile Streiks

Streiks scheinen auch in Deutschland zuzunehmen – eine neue deutsche Streikwelle?

Dem­nächst erscheint das Buch „Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht. Arbeits­kämpfe nach dem Ende der großen Fabriken“, her­aus­ge­geben von Peter Nowak. Darin werden Streiks außerhalb des klas­si­schen Fabrik- und Gewerk­schafts­um­felds dar­ge­stellt, vor allem in bislang als schwer orga­ni­sierbar gel­tenden Sek­toren. Auf Ein­ladung der Region Süd der FAU wird der Her­aus­geber das Buch im Sep­tember 2015 u.a. in Frankfurt, Freiburg, Karlsruhe, Mannheim und Stuttgart vor. Die DA sprach mit Peter Nowak über „kleine geile Streiks“.

Siehst du einen all­ge­meinen Trend zu Streiks in pre­kären und nicht gut orga­ni­sierten Sek­toren, oder bleiben dies lobens­werte Ein­zel­fälle?

Oft sind diese Streiks Ein­zel­fälle, aber sie deuten eine Tendenz an. Die Beschäf­tigten in den schwer zu orga­ni­sie­renden Branchen machen die Erfahrung, dass sie oft früh­ka­pi­ta­lis­ti­schen Arbeits­be­din­gungen aus­ge­setzt sind und dass das Gerede über fami­liäre Arbeits­ver­hält­nisse und flache Hier­ar­chien diese Aus­beu­tungs­ver­hält­nisse nur mühsam ideo­lo­gisch ver­schleiern. Sehr deutlich wird das am Arbeits­kampf in einem Ber­liner Spätkauf, den ich im Buch vor­stelle. Er ging für den Beschäf­tigten erfolg­reich aus, er erstritt sich mit Hilfe der FAU eine Lohn­nach­zahlung. Dies war nur möglich, weil der Arbeits­kampf auch als poli­tische Aus­ein­an­der­setzung öffentlich geführt wurde.Der Kollege arbeitete in der Woche bis zu 60 Stunden, hatte aber offi­ziell einen 20-Stunden-Job. Er war mit dem Chef per Du und erfüllte oft die Funktion eines Laden­leiters. Als der Chef eine Kamera ein­baute, mit der er den Kol­legen ständig an seinen Arbeits­platz beob­achten konnte, war das Maß voll. Er for­derte nicht nur den Abbau der Kamera, sondern auch eine Bezahlung nach den von ihm geleis­teten Arbeits­stunden, Pausen, Urlaub etc. Sofort wurde der Laden­be­sitzer, mit dem er per Du war, zum Klein­ka­pi­ta­listen, der ihm zeigen wollte, wer Herr im Haus war. Er ver­hängte ein Haus­verbot gegen den Kol­legen und seine Unter­stüt­ze­rInnen und ging juris­tisch gegen Medien vor, die über den Arbeits­kampf berich­teten. Hier begann erst die Geschichte des Arbeits­kampfes, der sicher ohne die Unter­stützung der FAU und eines Unter­stüt­ze­rIn­nen­kreises so nicht möglich gewesen wäre. So gelang es, innerhalb weniger Wochen mit Flyer- und Pla­kat­ak­tionen im Umfeld des Spät­kaufs deutlich zu machen, dass Aus­beutung in der Nach­bar­schaft beginnt und bekämpft werden muss. Es gab mehrere Kund­ge­bungen und zunehmend reagierten Anwoh­ne­rInnen offener. An diesem Bei­spiel zeigt sich, dass es möglich ist, auch in Branchen, die schwer zu orga­ni­sieren sind, einen erfolg­reichen Arbeits­kampf zu führen. Dazu gehört aller­dings der erste Schritt, dass der Beschäf­tigte die sozi­al­part­ner­schaft­liche Ideo­logie „Wir sind eine große Familie“ über­winden muss. Es geht darum zu erkennen, dass es auch in diesen Arbeits­ver­hält­nissen Inter­es­sen­ge­gen­sätze zwi­schen den Käu­fe­rInnen und Ver­käu­fe­rInnen der Arbeits­kraft gibt, die nicht durch Chef­duzen über­wunden werden können. Das ist der erste, aber wich­tigste Schritt, um in diesen Branchen einen Arbeits­kampf zu führen. Es gibt viele Bei­spiele, die erst einmal bekannt gemacht werden müssen. Dazu soll das Buch bei­tragen.

Viele kämp­fe­rische Streiks gingen von kleinen oder Spar­ten­ge­werk­schaften aus, oder von sich selbst orga­ni­sie­renden Arbei­te­rInnen. Gleich­zeitig geht der gewerk­schaft­liche Orga­ni­sa­ti­onsgrad seit Jahren zurück. Was leisten kleine Gewerk­schaften, was die klas­si­schen Mas­sen­or­ga­ni­sa­tionen nicht können?

Sie können Beschäf­tigte in Bereichen orga­ni­sieren, die durch das Raster der DGB-Gewerk­schaften fallen. In Branchen, wo es Betriebe mit einer Handvoll Beschäf­tigten gibt, werden die großen Gewerk­schaften erst gar nicht aktiv. Natürlich gibt es da mitt­ler­weile gerade im Bereich von ver.di auch Bewegung. So sind in Hamburg im ver.di-Fachbereich „besondere Dienst­leis­tungen“ mitt­ler­weile auch Sex­ar­bei­te­rInnen orga­ni­siert. Generell aber gilt: Kleine Gewerk­schaften sind viel näher an den Kol­le­gInnen dran und es gibt auch bessere Mög­lich­keiten der Basis­be­tei­ligung, weil eben nicht ein großer Gewerk­schafts­ap­parat vor­handen ist, der im Zweifel Basis­ak­ti­vi­täten lähmt. Rosa und Johanna von labournet​.tv haben im Buch anschaulich beschrieben, wie sich die oft migran­ti­schen Logis­tik­ar­bei­te­rInnen in Nord­italien mit Unter­stützung der Basis­ge­werk­schaft SI Cobas orga­ni­sierten, erfolg­reiche Arbeits­kämpfe führten und auch ein Unter­stüt­ze­rIn­nen­umfeld in der außer­par­la­men­ta­ri­schen Linken fanden. Dass sind Pro­zesse, die Mut und Inspi­ration geben. Es ist über­haupt ein Plä­doyer, über den natio­nalen Tel­lerrand zu blicken. In vielen euro­päi­schen Ländern, aber auch in den USA gibt es inter­es­sante Orga­ni­sie­rungs­ver­suche von schwer orga­ni­sier­baren Beschäf­tigten. Am Ende des Buches sind Zeit­schriften und Inter­net­pro­jekte auf­ge­führt, die darüber berichten.

Der Unter­titel – „Arbeits­kämpfe nach dem Ende der Fabriken“ – ver­weist auf einen anderen Trend: In den Hoch­lohn­ländern nehmen die Betriebs­größen ab, Arbeits­ver­hält­nisse werden zunehmend ‚fle­xi­bi­li­siert’. Wie können sich Arbei­te­rInnen unter diesen ver­än­derten Bedin­gungen wirksam orga­ni­sieren?

Zunächst mal ist die Fle­xi­bi­li­sierung kein Natur­gesetz, wie oft behauptet wird. Sie ist die Folge des Macht­ver­lustes der Arbei­ter­be­wegung in den letzten Jahr­zehnten. Schließlich wurden alle Rechte von Lohn­er­hö­hungen bis zur Begrenzung der Arbeitszeit etc. durch die Arbei­ter­be­wegung erkämpft und waren kein Geschenk von Staat und Wirt­schaft. Aller­dings haben die sozi­al­part­ner­schaft­lichen Gewerk­schaften einen gewich­tigen Anteil daran, dass diese Erkenntnis ver­loren ging. Es gibt natürlich kein Patent­rezept, wie sich Kol­le­gInnen orga­ni­sieren sollen. Wichtig ist, dass sie selber ihre Inter­essen aktiv wahr­nehmen, sich unter­ein­ander aus­tau­schen, berat­schlagen, For­de­rungen auf­stellen und sie dann auch öffentlich durch­setzen. Das ist nicht so viel anders als in der alten Arbei­ter­be­wegung. Denn damals wurde eben­falls unter extrem pre­kären und fle­xiblen Arbeits­ver­hält­nissen gear­beitet und auch dagegen gekämpft.

Im Care-Bereich sind Streiks oft besonders schwer zu ver­mitteln – die von der Arbeits­nie­der­legung Betrof­fenen sind oft von den erbrachten Dienst­leis­tungen in hohem Maße abhängig. Siehst du den jüngsten KiTa-Streik in dieser Hin­sicht als erfolg­reiches Modell? Lässt sich dies auf z.B. den Pfle­ge­be­reich mit seinen noto­risch schlechten Arbeits­be­din­gungen über­tragen?

Viele der neuen Arbeits­kämpfe werden im Dienst­leis­tungs­be­reich geführt, in denen vor allem Frauen oft zu nied­ri­geren Löhnen als Männer beschäftigt sind. Das gilt für den KiTa-Bereich ebenso wie im Gesund­heits­wesen. Auch im Ein­zel­handel waren es vor allem Frauen, die sich gegen ihre Arbeits­be­din­gungen orga­ni­sierten. Die femi­nis­tische Sozi­al­wis­sen­schaft­lerin Gabriele Winker hat in ihrem jüngsten Buch „Care­revo­lution – Schritte in eine soli­da­rische Gesell­schaft“ sehr gut dar­gelegt, dass ein wich­tiger Teil der neuen Care­revo­lution-Bewegung auch gewerk­schaft­liche Kämpfe im Sorge-, Gesund­heits- und Erzie­hungs­be­reich sind. Dan­kens­wer­ter­weise hat Alex­andra Wisch­newski für unser Streikbuch einen Beitrag geliefert, der sich mit den Pro­blemen einer soli­da­ri­schen Orga­ni­sierung von Care­arbeit befasst. Ihr Aufsatz beginnt mit der Frage: „Wer über­nimmt die Ver­sorgung der Kinder und Alten, der Pflege- oder Assis­tenz­be­dürf­tigen, wenn die Beschäf­tigten streiken?“ Damit spricht sie eine wichtige Frage der neuen Arbeits­kämpfe an. Gerade Arbeits­kämpfe im Dienst­leis­tungs­sektor zeigen nur Wirkung, wenn diese Bereiche lahm­gelegt werden. Was bedeutet es aber für berufs­tätige Frauen, wenn die KiTa geschlossen ist? Die Orga­ni­sierung soli­da­ri­scher Netz­werke ist auch eine Aufgabe der Gewerk­schaften. Wenn während eines KiTa-Streiks gewerk­schaft­liche und femi­nis­tische Zusam­men­hänge gemeinsam eine soli­da­rische KiTa orga­ni­sieren, wächst so auch die Bereit­schaft von Eltern, sich mit dem Arbeits­kampf der KiTa-Beschäf­tigten zu soli­da­ri­sieren. Genauso sollten bei Arbeits­kämpfen im Gesund­heits­sektor Pati­en­tInnen und ihre Ange­hö­rigen ein­be­zogen werden. So wird aus einem Betriebs­kampf eine gesell­schaft­liche Aus­ein­an­der­setzung. Heute ist gerade bei Arbeits­kämpfen in Bereichen außerhalb der großen Fabriken eine gesell­schaft­liche Soli­da­ri­sierung not­wendig für einen Erfolg. Gleich­zeitig wird dadurch, dass ein Arbeits­kampf aus dem Betrieb in die Gesell­schaft getragen wird, deutlich, dass es um mehr als eine Lohn­er­höhung oder eine Arbeits­zeit­ver­kürzung geht. Es geht um die Infra­ge­stellung eines kapi­ta­lis­ti­schen Systems, dass die Ver­wertung und Aus­beutung der Arbeits­kraft zur Grundlage hat.

Interview: Robert Schmid

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freie​-radios​.net
Audioportal Freier Radios

»Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht.« Ein Buch des Journalisten Peter Nowak

»Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.« Der Arbeits­kampf ist nach wie vor Mittel, um sich gegen schlechte Bezahlung und prekäre Arbeits­ver­hält­nisse im Job zu wehren. Das haben die Streiks der ver­gan­genen Wochen der Kita-Erzie­he­rinnen, bei der Bahn oder Post gezeigt. Aber auch kleine Gewerk­schaften wie z.B. die Gefan­gen­ge­werk­schaft haben auf sich auf­merksam gemacht, sind medial aber nur wenig präsent. Der Arbeits­kampf hat sich seit Ende der for­dis­ti­schen Fabrik­ge­sell­schaft ver­ändert und sich den heu­tigen Bedin­gungen ange­passt. Das sagt zumindest Peter Nowak, Jour­nalist, der das Buch »Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht.« geschrieben hat. Wir haben mit ihm gesprochen.

https://​www​.freie​-radios​.net/​71775

Ent­stehung
Klas­si­fi­zierung

Bei­tragsart: Interview
Sprache: deutsch
Redak­ti­ons­be­reich: Arbeitswelt, Wirtschaft/​Soziales
Serie: Widerhall Radio Corax
AutorInnen: Tages­ak­tuelle Redaktion
Radio: corax, Halle im www
Pro­duk­ti­ons­datum: 24.07.2015

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http://​www​.edition​-assem​blage​.de/​e​i​n​-​s​t​r​e​i​k​-​s​t​e​h​t​-​w​e​n​n​-​m​e​n​s​c​h​-​i​h​n​-​s​e​l​b​e​r​-​m​acht/

Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht

Ein Buch für alle, die sich fragen, ob und wie Streiks noch möglich sind.

Peter Nowak (Hg.)
Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht
Arbeits­kämpfe nach dem Ende der großen Fabriken
Bro­schur, 140×205 mm
Taschenbuch, 110×180 mm
ca. 96 Seiten, ca. 7.80 EUR [D]
ISBN 978−3−942885−78−2 | WG 973
Neu­erscheinung März 2015

Arbeits­kämpfe im Spätkauf, Gefangene gründen eine Gewerk­schaft: in der letzten Zeit wurden Arbeits­kämpfe in Sek­toren bekannt, die gemeinhin als schwer oder gar nicht orga­ni­sierbar galten. Das Buch stellt ver­schiedene Facetten dieser neuen Streiks und Arbeits­kämpfe in Deutschland und darüber hinaus vor und ordnet sie in einen gesell­schaft­lichen Kontext ein. Auch in einer Gesell­schaft jen­seits des For­dismus (Fabrik­ge­sell­schaft) gehören Arbeits­kämpfe nicht der Ver­gan­genheit an. Besonders erfolg­reich werden diese Streiks durch die Unter­stützung der Kund*innen und des Umfelds der Strei­kenden.

Die Autor*innen:
Andreas Kom­rowski zur schwie­rigen gewerk­schaft­lichen Orga­ni­sierung im Taxi­be­reich.
Willi Hajek zu selbst­or­ga­ni­sierten Gewerk­schafts­kämpfen in Europa.
Bärbel Schöna­finger von Labournet​.TV zum langen Arbeits­kampf der Logistikarbeiter_​innen in Italien.
Die Gruppe Antifa Kritik & Klas­sen­kampf aus Frankfurt/​Main über Klas­sen­kämpfe als zen­tralen stra­te­gi­schen Bezugs­punkt linker Praxis und Orga­ni­sierung
Kolleg_​innen von der Streik-AG des Blockupy-Bünd­nisses zur soli­da­ri­schen Unter­stützung des Streiks im Ein­zel­handel während der Blockupy-Akti­onstage in Frankfurt/​Main und im Dezember 2013 in Berlin.
Kurz vor­ge­stellt werden von Peter Nowak gewerk­schaft­liche Publi­ka­tionen und Online­pro­jekte: Die Zeit­schrift express, das Online-Portal Labournet und das Portal Labournet​.TV.

Der Her­aus­geber:
Peter Nowak arbeitet als freier Jour­nalist in Berlin und schreibt u.a. für die Jungle World, das Neue Deutschland, das Inter­net­ma­gazin Tele­polis und das Monats­ma­gazin konkret. Zuletzt erschien von Peter Nowak in der edition assem­blage Kurze Geschichte der Anti­se­mi­tis­mus­de­batte in der deut­schen Linken und Zwangs­räu­mungen ver­hindern.

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aus: Taz-Plan vom 8.9.2015
JÖRG SUN­DERMEIER
sichtet die sozialen
Bewe­gungen
in der Stadt
Am Freitag wird im Museum
des Kapi­ta­lismus
(Böh­mische Straße 11,
19 Uhr) über Arbeits­kämpfe
bei der Bahn oder bei Amazon
in den letzten Monaten gesprochen.
Dabei wurde deutlich,
dass Streiks durchaus nicht der
Ver­gan­genheit ange­hören. Es
gab sogar Arbeits­kämpfe in Sek­toren,
die gemeinhin als nicht
orga­ni­sierbar galten. In dem von
dem Jour­na­listen Peter Nowak
her­aus­ge­ge­benen Buch „Ein
Streik steht, wenn mensch ihn
selber macht“, das in der Edition
Assem­blage erschienen ist, werden
einige dieser Arbeits­kämpfe
sowie neue Formen der außer­be­trieb­lichen
Streik­so­li­da­rität
vor­ge­stellt. Zur Buch­pre­miere
wird u.a. Will Hajek das Netzwerk
der euro­päi­schen Basis­ge­werk­schaften
prä­sen­tieren,
Johanna von labournet tv über
den Kampf in der nord­ita­lie­ni­schen
Logis­tik­branche berichten
und ein Mit­be­gründer der
Gefan­ge­nen­ge­werk­schaft von
Erfolgen und Pro­bleme einer
Orga­ni­sierung hinter Knast­mauern
erzählen. Ein­ge­laden
sind zudem Kolleg_​innen der
Ber­liner Amazon-Soli­da­rität, die
den Arbeits­kampf der Beschäf­tigten
des Welt­kon­zerns außer­be­trieblich
unter­stützen und rumä­nische
Bau­ar­beiter der Mall
of Berlin, die der seit einen Jahr
um ihren Lohn kämpfen.