Seine drohende Räumung wurde nur deshalb bekannt, weil er nicht still und heimlich die Wohnung verließ, sondern solidarische Nachbar/innen und das Bündnis "Zwangsräumung verhindern" um Unterstützung gebeten hat.

Mieter im Wedding soll nach 35 Jahren zwangsgeräumt werden

Im Wedding ist in den Jahren ein soli­da­ri­sches Netzwerk ent­standen, das unter anderem aus dem Stadt­teil­laden Agnes Reinhold in der Afri­ka­ni­schen Straße 73, der Erwerbs­lo­sen­in­itiative Basta und dem Bündnis „Hände weg vom Wedding“ besteht. Ihnen ist es auch zu ver­danken, dass Zwangs­räu­mungen im Wedding jetzt manchmal nicht mehr geräuschlos über die Bühne gehen und viel­leicht nicht nur ver­schoben, sondern ganz ver­hindert werden können.

Seit über 35 Jahren wohnt Daniel, der seinen Nach­namen nicht in der Zeitung lesen will, in der Trans­vaal­straße 20 im Wedding. Am 16. Oktober sollte er zwangs­ge­räumt werden. Für sieben Uhr hatte sich der Gerichts­voll­zieher ange­kündigt und wollte das Schloss seiner Wohnung aus­tau­schen. Einen Tag vor dem Termin wurde ihm mit­ge­teilt, dass die .…

„Mieter im Wedding soll nach 35 Jahren zwangs­ge­räumt werden“ wei­ter­lesen
In Berlin finden die Auseinandersetzungen um hohe Mieten und Vertreibung nicht nur in der Straße, sondern zunehmend auch in Galerien und auf Theaterbühnen statt

Kunst und Mieterkampf

Man konnte bei den im Rahmen des Berlin-Bleibt-Fes­tivals orga­ni­sierten soge­nannten Lec­tures zum Thema Miet­sachen von Hans-Werner Krö­singer und Regine Dura lernen, dass es einen ganz kon­kreten Zusam­menhang zwi­schen dem Ein­heitstag und den hohen Mieten gibt. Die Politik hat die fik­tiven Schulden der Kom­mu­nalen Woh­nungs­bau­ge­sell­schaften in Ost­berlin in reale Schulden umge­wandelt und damit den Druck Richtung Pri­va­ti­sierung wesentlich beschleunigt.

Ist das Kunst oder Mie­ter­protest?, fragt man sich, wenn man den Pro­jektraum Urbaner Aktion betrifft. Er wird im Rahmen des Berlin-Bleibt-Fes­tivals des Ber­liner Theaters Hebbel am Ufer zwi­schen­ge­nutzt. Schon von außen sieht man die Plakate der Ber­liner Mie­ter­be­wegung, und auch im Raum finden sich Filme und Kunst­in­stal­la­tionen, die nicht nur die Ver­treibung von ein­kom­mens­schwachen Mietern the­ma­ti­sieren, sondern auch Partei ergreifen. Viele der Künst­le­rinnen und Künstler.…

„Kunst und Mie­ter­kampf“ wei­ter­lesen
In einem umfassenden Dossier beleuchten Mieter/innen die Geschäftspraktiken von Akelius

Mieten steigern, Steuern vermeiden

„Wran­gel­straße 92, Zimmer 25 Qua­drat­meter, 1060 Euro, Erd­ge­schoss, ver­fügbar ab 11.3.2019“ . Dieses Woh­nungs­an­gebot von Akelius ist keine Aus­nahme. Längst hat sich der Immo­bi­li­en­konzern den Ruf eines Mieten­treibers in Berlin erworben. Auf Mie­ten­de­mons­tra­tionen waren Schilder mit der Parole: „Lebst Du noch oder wohnst Du bei Akelius?“ zu sehen. Mitte August gingen Mieter/​innen von Akelius mit einen gut recher­chierten Dossier an die Öffent­lichkeit, in dem das Geschäfts­modell des Kon­zerns unter die Lupe genommen wird.

2018 hatten sich erstmals Mieter/​innen aus Akelius-Häusern aus Kreuzberg und Neu­kölln getroffen. Betroffene aus anderen Stadt­teilen kamen in den letzten Monaten dazu. So bildete sich ein fester Kreis, der über Monate an dem Dossier gear­beitet hat. Ent­standen ist ein.…

„Mieten steigern, Steuern ver­meiden“ wei­ter­lesen
BVV Neukölln bleibt trotz Anwohnerprotesten bei Sanierungsplan für Weigandufer

Es darf gerodet werden

Andreas Knopp, einer der Initia­toren des Bür­ger­pro­tests, kann es nicht fassen. „Das, was sich die Grünen bei den Aus­ein­an­der­set­zungen um das Wei­gan­dufer geleistet haben, ist beschämend“, sagt er nach der Sitzung, andere Zuschaue­rInnen äußern sich im selben Sinn.

Für die Anwoh­ne­rInnen des Neu­köllner Wei­gan­dufers, die seit Monaten für eine behut­samere Sanierung des Grün­streifens streiten, war der Mitt­woch­abend eine herbe Ent­täu­schung. SPD und Grüne lehnten in der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­sammlung einen .…

„Es darf gerodet werden“ wei­ter­lesen
Bewohner der alternativen Hausprojekte in der Tucholskystraße in Berlin-Mitte fürchten, verdrängt zu werden

Hilfe, die Samwer-Brüder kommen

Die Bewohner*innen und Nutzer*innen wollen sich wehren. Am 3. Oktober planen sie ein Hoffest, zu dem auch Politiker*innen ein­ge­laden sind. Zudem wird eine Aus­stellung über die Geschichte der Häuser in den letzten 30 Jahren vor­be­reitet.

»Tanze Samwer mit mir« stand auf dem Trans­parent, das Mon­tag­mittag vor dem Eingang der Tuchol­sky­straße 30 in Berlin-Mitte auf­ge­hängt wurde. Viele Passant*innen, die in der von Tourist*innen stark fre­quen­tierten Gegend vor­bei­kamen, blieben bei dem kleinen Büfett stehen, das die Bewohner*innen des alter­na­tiven Wohn­pro­jekts auf­gebaut hatten. Dort wurden sie darüber infor­miert, dass es sich hier um keinen Schreib­fehler handelt. Vielmehr befürchten die Mieter*innen, von der .…

„Hilfe, die Samwer-Brüder kommen“ wei­ter­lesen
Protestfrühstück in der Tucholskystraße 30: Das vor 30 Jahren besetzte, unsanierte Haus in Mitte ist Teil der Protestgeschichte

Angst vor der Vertreibung

Miss­trauen erregt bei den Bewohner*innen auch, dass sich die Haus­ver­waltung be­ reits für Anfang Sep­tember an­ gesagt hat und den Dach­boden beräumen lassen wollte.

Ein Büfett vor der Tucholsky­straße 30 ist nicht ungewöhn­lich. Schließlich gibt es hier in Mitte eine Menge Restau­rants. Doch das Büfett am Montag­ mittag war kos­tenlos und hatte einen ernsten poli­ti­schen Hin­tergrund: Die Bewohner*innen und Nutzer*innen des Hauses befürchten die Ver­treibung. Für Mittwoch hat sich die Haus­ver­waltung ange­kündigt und will prüfen, ob das Ge­bäude .…

„Angst vor der Ver­treibung“ wei­ter­lesen
In Kreuzberg protestierten rund 150 Menschen vor der Markthalle 9

Aldi statt Luxus

In der Kritik stehen auch die Kreuzber- ger Grünen. Der Bür­ger­meis­terin Monika Herrmann wird vor­ge­worfen, sich nicht für den Ver-bleib von Aldi ein­zu­setzen.

„Wir können nicht mehr weit laufen. Wir können nicht mehr schwer tragen “, heißt es auf dem Schild von Monika Zint. „Gerade wir Älteren sind auf eine Grund­ver­sorgung in unserer unmit­tel­baren Nach­bar­schaft ange­wiesen“, erzählt die Kreuz­berger Seniorin, die mit rund 150 Men­schen am Sams­tag­nach­mittag vor der Markt­halle 9 in der Eisen­bahn­straße pro­tes­tierte. Sie alle befürchten, dass dort.…

„Aldi statt Luxus“ wei­ter­lesen
In Friedrichshain solidarisieren sich Nachbar/innen mit einer von Kündigung bedrohten Mieterin

Mieterin beansprucht Eigenbedarf für ihre Wohnung

Der nächste und ent­schei­dende Räu­mungs­prozess von Lene soll am 18.November am Amts­ge­richt Tem­pelhof-Kreuzberg in der Möckern­straße 130 statt­finden. Auch er soll von soli­da­ri­schen Nachbar/​innen begleitet werden.

„Wir sind soli­da­risch mit unserer Nach­barin Lene“, heißt es auf den Pla­katen, mit denen zur Kund­gebung am ver­gan­genen Sonn­tag­nach­mittag zu einer Kund­gebung im Stadtteil Fried­richshain auf­ge­rufen wurde. Mehr als 100 Men­schen, vor­wiegend Anwohner/​innen, haben sich an der Ecke Rigaer Straße/​Samaritastraße ver­sammelt, um ihre Soli­da­rität mit Lene aus­zu­drücken. Sie wohnt dort seit meh­reren Jahren und wurde jetzt…

„Mie­terin bean­sprucht Eigen­bedarf für ihre Wohnung“ wei­ter­lesen