Her mit dem ganzen Leben - Brot und Rosen

Keiner schiebt uns weg

Der Inter­na­tionale Frau­en­streik am 8. März gibt Gele­genheit, über neue Formen soli­da­ri­scher Koope­ration nach­zu­denken

Am Freitag werden in Berlin manche Men­schen erstaunt vor ver­schlos­senen Läden und Büros stehen. Denn nicht alle werden mit­be­kommen haben, dass in diesem Jahr in der Haupt­stadt der Inter­na­tionale Frau­entag am 8. März zum neuen Fei­ertag [1] wurde.

Das hat die Koalition aus SPD, Grüne und Linke beschlossen und damit auch noch Clara Zetkin Gerech­tigkeit wie­der­fahren lassen. Auf die Sozia­listin und Frau­en­recht­lerin geht der 8. März zurück. Weil Zetkin, die an der Seite von Rosa Luxemburg am linken Flügel der SPD stand, 1919 KPD-Mit­glied wurde, galt sie manchen nach 1989 nicht mehr würdig, als Namens­ge­berin von Straßen zu fun­gieren. Es gab in ver­schie­denen Städten Umbe­nen­nungen.

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Ein Sieg der Seeheimer und Seehofers aller Parteien

Scholz, Schulz, See­hofer sind aus­tauschbar und in welchen Par­teien sie Kar­riere machen, ist es auch

Über mehrere Tage wurden die Gespräche für eine neue Regierung aus den Uni­ons­par­teien und der SPD so insze­niert, als ginge es dabei um ent­schei­dende Wei­chen­stel­lungen und ein Großteil der Medien spielte mit. Statt kri­ti­scher Auf­klärung übten sie sich in Mys­ti­fi­zie­rungen aller Art.

Das beginnt schon damit,…

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Gesicht zeigen für das Recht auf Abtreibung

Befür­worter eines straf­freien Schwan­ger­schafts­ab­bruchs melden sich wieder zu Wort. Es sollte aber auch über eine Gesell­schaft dis­ku­tiert werden, in der Schwan­ger­schafts­ab­brüche über­flüssig werden

»Wir machen Schwan­ger­schafts­ab­brüche«, lautete in der letzten Woche die Schlag­zeile auf der Titel­seite der links­li­be­ralen Taz[1]. Daneben standen die Fotos von 27 Ärz­tinnen und Ärzten, die sich mit ihrer Kol­legin Kristina Hänel soli­da­ri­sierten, die in der letzten Woche zu einer Geld­strafe ver­ur­teilt wurde.

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Aus der Reihe getanzt

»Anna Est­orges dite Rirette Maî­trejean 1887 – 1968« steht auf der Gedenk­tafel eines Urnen­grabs auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise. Dort liegt die in Deutschland bisher unbe­kannte fran­zö­sische Anar­chistin begraben.

Lou Marin hat nun im Verlag Gras­wur­zel­re­vo­lution die erste deutsch­spra­chige Bio­graphie von Rirette Mai­trejean her­aus­ge­bracht. Damit erinnert er an eine jahr­zehn­telang in der anar­chis­ti­schen Bewegung tätigen Frau, die bald aus der Reihe tanzte und dafür in den eigenen Kreisen ange­feindet wurde. Schließlich hatte sie eine scharfe Kritik an dem Flügel der anar­chis­ti­schen Bewegung for­mu­liert, der vor mehr als 100 Jahren Attentate, bewaffnete Raub­über­fälle und Bom­ben­an­schläge als »Pro­pa­ganda der Tat« ver­herr­lichte.

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Erst herrscht Ruhe im Land

Die Pro­bleme bei Blockupy sind auch die Pro­bleme der Kri­sen­pro­teste auf euro­päi­scher Ebene

»Gemeinsam kämpfen gegen Ras­sismus und Soziabbau« lautete das Motto eines Trans­parents, das zwei Aktivsten am 2. Sep­tember an der Fassade des Ber­liner Haupt­bahnhofs ange­bracht hatten. Sie wurden dafür kurz­zeitig festgenommen[1].

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Beate Zschäpe: Teufel oder Diddl-Maus?

Die Sozio­login Charlie Kaufhold hat Medi­en­be­richte über Beate Zschäpe ana­ly­siert und kommt zu einem kri­ti­schen Befund. Die Ergeb­nisse hat sie am 16. Dezember auf einer Ver­an­staltung in Berlin vor­ge­stellt.

„Der Teufel trägt Prada“ titelte der Süd­kurier und die Bild-Zeitung textete „Der Teufel hat sich schick gemacht“. Die taz zitiert Nachbarn von Beate Zschäpe, die sie als Diddl-Maus bezeich­neten. Die Sozio­login Charlie Kaufhold hat sich in dem kürzlich erschie­nenen Buch (http://​www​.edition​-assem​blage​.de/​i​n​-​g​u​t​e​r​-​g​e​s​e​l​l​s​c​haft/) „In guter Gesell­schaft? Geschlecht, Schuld & Abwehr in der Bericht­erstattung über Beate Zschäpe“ mit dem medialen Bild der Haupt­an­ge­klagten des NSU-Ver­fahrens befasst. Für ihre Unter­su­chung…

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»Wir haben es mit einer Krise der sozialen Reproduktion zu tun«

Gabriele Winker über die »Care Revo­lution« und warum die Sorge-Arbeit im Kapi­ta­lismus zunehmend ein Problem dar­stellt

Die Sozi­al­wis­sen­schaft­lerin Gabriele Winker[1] lehrt und forscht an der TU Hamburg-Harburg und ist Mit­be­grün­derin des Femi­nis­ti­schen Instituts Hamburg[2] sowie des bun­des­weiten »Netz­werks Care Revo­lution«. Im ver­gan­genen Jahr war sie Mit­or­ga­ni­sa­torin der Akti­ons­kon­ferenz Care Revolution[3] in Berlin, bei dem ver­schiedene im Bereich sozialer Repro­duktion tätige Gruppen und Per­sonen zusam­men­kamen. Im März ist im Tran­script-Verlag ihr Buch »Care Revo­lution. Schritte in eine soli­da­rische Gesellschaft«[4] erschienen.

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Gabriele Winker im Gespräch über die »Care Revolution«

»Die Selbstsorge kommt zu kurz«

Die Sozi­al­wis­sen­schaft­lerin Gabriele Winker lehrt und forscht an der TU Hamburg-Harburg und ist Mit­be­grün­derin des Femi­nis­ti­schen Instituts Hamburg sowie des bun­des­weiten »Netz­werks Care Revo­lution«. Im ver­gan­genen Jahr war sie Mit­or­ga­ni­sa­torin der Akti­ons­kon­ferenz »Care Revo­lution« in Berlin, bei dem ver­schiedene im Bereich sozialer Repro­duktion tätige Gruppen und Per­sonen zusam­men­kamen. Im März ist im Tran­script-Verlag ihr Buch »Care Revo­lution. Schritte in eine soli­da­rische Gesell­schaft« erschienen. Mit Winker sprach die Jungle World über die Krise sozialer Repro­duktion und die ent­ste­hende Care-Bewegung.

Im März 2014 fand in Berlin die erste Kon­ferenz zur »Care Revo­lution« statt. Was ist seither geschehen?

Die Care Revo­lution nimmt einen grund­le­genden Per­spek­tiv­wechsel vor. Das öko­no­mische und poli­tische Handeln soll nicht weiter an Pro­fit­ma­xi­mierung, sondern an mensch­lichen Bedürf­nissen, primär der Sorge umein­ander aus­ge­richtet sein. Eine Gesell­schaft muss sich also daran messen lassen, inwieweit sie grund­le­gende Bedürf­nisse gut und für alle Men­schen rea­li­sieren kann.

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