Die Graphic Novel »Rukelie der Ausnahmeboxer« erweckt die Geschichte des Sinto-Boxers Johann Rukelie Trollmann zum Leben
Im Garten der Bockbrauerei in Berlin-Schöneberg wurde am 9. Juli 1933 Boxgeschichte geschrieben. Den Kampf um die Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht gewann Johann Trollmann, den Titel »Deutscher Meister im Halbschwergewichtsboxen« sollte er allerdings nur wenige Tage später wieder verlieren. Denn …
Birgit Sack hat mit ihrer umfangreichen Biographie das Leben einer politischen Theoretikerin und Aktivistin nachgezeichnet, die sich als Christin in sozialistischen und kommunistischen
Organisationen engagierte. Sie hat über ihr eigenes Leben hinaus Spuren hinterlassen: Sack erwähnt die enge Zusammenarbeit von Grollmuß mit dem linken Zentrumspolitiker und kurzzeitigen Reichskanzler Joseph Wirth in den 1920er Jahren, von dem der noch heute viel zitierte, weil immer noch aktuelle Satz stammt: »Der Feind steht rechts«.
In einem Wikipedia-Eintrag wird Maria Grollmuß als »deutsche katholische sorbische Publizistin und sozialistische Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime« eingeordnet. Die Historikerin Birgit Sack hat im Wallstein-Verlag eine umfangreiche Biographie über sie vorgelegt. Sack konnte dabei auf die vielen Briefe zurückgreifen, die Grollmuß an ihre Schwester, aber auch an ihren lebenslangen Freund Hermann Kopf geschrieben hat. Grollmuß war eine selbstbewusste Frau, die sich bereits vor über hundert Jahren weigerte, …
.Vom 10. bis 12. Juli sind rund um das Werk antimilitaristische Aktionstage geplant. Neben Kundgebungen und Diskussionsveranstaltungen in einem Zelt im Park am Humboldthain sind auch Demonstrationen geplant. Die Antimilitarist*innen hoffen, dass sie auch in Kontakt mit den Beschäftigten kommen. D
Die Konkurrenz aus China, der langsame Umstieg auf die E-Mobilität – die Krise der deutschen Autohersteller ist offenkundig. Hersteller und Zulieferer bauen Stellen ab, schließen Produktionsstandorte. Im VW-Werk Osnabrück etwa läuft die Fahrzeugproduktion Mitte 2027 aus und Volkswagen verhandelt – unter anderem mit …
Die zapatistische EZLN hat schon im Februar einen Solidaritätsaufruf mit Kuba verfasst, der eine gute Grundlage für Aktionen sein könnte. Nur in Deutschland bekommt man davon wenig mit. Woran liegt das?
„Das kubanische Volk, das schon mehr als 60 Jahre durch die Regierungen der USA ökonomische, politische und militärische Aggressionen erlebt, wird nun an seine Grenzen gebracht. Schamlos erklären jene, die von oben herab der ganzen Welt den Krieg aufzwingen, ihre Ziele: das Volk von Kuba zu ersticken, um Investitionen und „Entwicklung“ zu fördern. … Auf der Insel Kuba beabsichtigt das Grosskapital, ein neues Little Saint Jaimes zu errichten, die Insel von Jeffrey Epstein, auf der die Mächtigen der Welt ihr moralisches Heiligtum der Degradierung hatten. Das Kapital will keine Freiheit, sondern Sklaverei zu seiner touristischen Belustigung.” Das sind zwei Abschnitte …
Im Willy-Brandt-Haus in Berlin ist noch bis zum 31. Mai die World Press Photo Ausstellung 2026 zu sehen. Die Fotografien in der Ausstellung dokumentieren Kriege, die Folgen des Klimawandels, aber auch Menschen, die dagegen Widerstand leisten.
Erfreulicherweise hat Dietmar Nietan in seiner Eröffnungsrede davor gewarnt, beim Blick auf die Ausstellung nur auf andere Länder zu zeigen. In Deutschland agiert noch keine ICE, aber hier gibt es einen eingespielten Abschiebeapparat, der verzweifelte Menschen zurücklässt. Auf vielen Fotos sind Waldbrände und andere menschengemachte Klimakatastrophen in aller Welt zu sehen.
Die Augen des jungen Mannes sind vor Schrecken geweitet. Es handelt sich um einen Kolumbianer, der in die USA migriert ist. Er hat dort gearbeitet, sich ein Leben und einen Freundeskreis aufgebaut. Das Foto dokumentiert den Augenblick, als er von Häschern des ICE, der unter Trump mächtig erweiterten Abschiebebehörde, verhaftet wurde. Die Menschen, die das Foto betrachten wissen nicht, ob der Mann abgeschoben wurde, ob er noch in einen Gefängnis verbringen muss, oder ob er zu den wenigen gehört, die wieder freigelassen wurden. Doch das Foto macht sofort die Unmenschlichkeit der Abschiebemaschinerie deutlich. Es ist Teil der kürzlich eröffneten …
❚ Elisabeth Voss ist eine in Berlin tätige Publizistin und Expertin für solidarische Ökonomie. Sie engagiert sich zurzeit beim Mietshäuser-Syndikat, einem Verbund von Wohnprojekten, der sich neben gegenseitiger Unterstützung zum Ziel gesetzt hat, einen Wiederverkauf der Häuser zu verhindern. 2025 ist von ihr erschienen: »Praxishandbuch Selbstverwaltung – Rechtsformen und Finanzierung für die Gründung von Kollektivbetrieben und Hausprojekten«. Transcript, 480 S., 39 €.
Ulrike Meinhof: Knarre, Bewusstsein und Kollektiv. Briefe aus der Diskussion im Knast. Verlag der Stiftung Cimarron 2025. 162 Seiten. ca. 14.00 SFr. ISBN: 9782931138069.
„Vom achten Mai auf den neunten
im stammheimer knastjahr sechsundsiebzig
ist Ulrike Meinhof gestorben
worden
aus Christian Geissler (k)
Maideutsch,
Sonderdruck der Christian-Geissler-Gesellschaft e.V.
Demnächst jährt sich der Todestag von Ulrike Meinhof zum 50ten Mal. Veile auch jüngere Menschen haben ihren Namen schon mal gehört. Doch nur wenige kennen ihre Biografie. Eine der bekanntesten linken Journalistinnen der 1960er Jahre in der BRD wird …
Johanna Schellhagen Titel Wie wir uns eine Zukunft auf diesem Planeten erkämpfen Unteritel Ein Handbuch für Unerschrockene Verlag Büchner-Verlag, Marburg, 2026 Seiten, Preis 170 Seiten, 28 Euro ISBN 978-3-96317-442-1
Das Buch sollte zur kritischen Auseinandersetzung mit den dort formulierten Thesen anregen. Der Historiker Karl Heinz Roth hat damit in seinem engagierten Nachwort schon begonnen.
Es wäre zu wünschen, dass sich an dieser Debatte die verschiedenen Initiativen, in denen sich Klimaaktivist*innen in den letzten Jahren mit Lohnabhängigen verbündet haben, beteiligen. „VW heißt Verkehrswende“ sollte ebenso dazugehören wie die Initiative, die im Corona-Sommer 2021 den Kampf des Autozulieferers Bosch in München unterstützte. Am 28. Mai wird es ab 19 Uhr eine solche Debatte im Museum des Kapitalismus in der Köpenicker Str. 172 geben.
Vor vier Jahren sorgte Johanna Schellhagens Film „Der laute Frühling“ (Rabe Ralf August 2022, S. 23) für viel Aufmerksamkeit in einer Klimabewegung, die damals an die Grenzen ihres Aktivismus stieß. Schellhagen plädierte dort für ein Bündnis von Arbeiter*innen- und Klimabewegung. Jetzt ist von ihr im Büchner-Verlag das Buch zum …
Lore Wolf blieb bis zu ihrem Lebensende politisch aktiv. Als Ende September 1985 der 36 jährige Antifaschist Günter Sare bei einer Protestdemonstration gegen die NPD im Frankfurter Gallusviertel von einem Wasserwerfer erfasst und getötet wurde, war es die über 85-Jährige, die noch in derselben Nacht eine Mahnwache anmeldete. Gemeinsam mit jungen Antifaschist*innen organisierte sie in den folgenden Tagen die Proteste. In einer Zeit, in der rechte Kräfte wieder erstarken, können Geschichten wie die von Lore Wolf auch heute inspirieren –
Ab Mitte der 1970er-Jahre eröffnete sich in der BRD für einige Jahre für NS-Widerstandskämpferinnen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen einer größeren Öffentlichkeit zu vermitteln. Neben Peter Gingold, Emil Carlebach, Alfred Marchand und Willy Bleicher gehörte auch Lore Wolf zu den bekannten Rednerinnen auf Demonstrationen und Kongressen. Die Mitbegründerin der VVN hatte bereits 1973 mit dem Buch …
Bernd Drücke (Hg.): Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg. Mit einem Geleitwort von Moshe Zuckermann. Verlag Graswurzelrevolution, Münster 2025, 128 Seiten, 14,90 Euro
»Krieg, Hass, Tod und unendliche Leiderfahrungen müssen nicht das letzte Wort im israelisch-palästinensischen Konflikt bleiben«, äußert Bernd Drücke im Vorwort eine Hoffnung. »Das gilt nicht nur für die geschundene Gaza-Bevölkerung, sondern auch für die jüdisch-israelische Bevölkerung«, ergänzt der in Jerusalem lebende Soziologe Moshe Zuckermann in seinem kurzen Geleitwort
Am 30. Mai 2026, um 14 Uhr, stellt Bernd Drücke das Buch im Rahmen der Linken Buchtage im Mehringhof in der Gneisenaustraße 2a in BerlinKreuzberg vor und lädt zur Diskussion ein
Am 27. September 2025 fand in Berlin die größte Demonstration für ein Ende des Gaza-Kriegs statt. Doch manchen Antimilitarist*innen fehlte bei den Reden, auf den Transparenten und auf den Flugblättern eine deutlichere Absage auch an die Hamas. Einige von ihnen hatten sich am Berliner Lustgarten zu einer kleinen Kundgebung versammelt. Dort konnte man Redner*innen hören, die darüber berichteten, dass jüdische Menschen für die Politik Israels in Berlin und anderen Städten angegriffen und für die Haltung der israelischen Regierung verantwortlich gemacht wurden. Dabei betonten diese Redner*innen auf der kleinen Kundgebung, dass sie …
Ab heute ist die überregionale Tageszeitung nd-Der Tag, nach 80 Jahren, nur noch online zu lesen. Die gedruckte Wochenendausgabe bleibt bestehen. Seit dem 1. Januar 2022 hat die Zeitung die Rechtsform einer Genossenschaft.
Schon vor 10 Jahren legte das Nd mit der kecken Parole „Ich bin 70 und fühle mich wie 20“ dafür die Grundlage. Zum 80ten Jahrestag hat sich die Zeitung vom Ruch des ehemaligen Zentralorgans der SED endgültig verabschiedet und sich einen Ruf als linkspluralistisches Medium geschaffen. Nun muss sich zeigen, ob es genügend Leser*innen und Abonnent*innen findet.
Der Schritt war lange angekündigt. Ab 1. April wird die Tageszeitung nd-Der Tag nur noch digital über eine App zu lesen sein. Uwe Sattler vom Vorstand der nd.Genossenschaft benannte in der letzten Printausgabe noch einmal …
Auch vor dem Hintergrund seiner Gründungsgeschichte war es über Jahrzehnte bei Linken und Grünen Konsens, dass der Verfassungsschutz kein Schutz, sondern eine Gefahr für eine demokratische Gesellschaft ist und demnach aufgelöst werden muss. Aber diese Forderung wird aktuell auch von denen nicht mehr erhoben, die sich jetzt über den staatlichen Umgang mit linken Buchläden aufregen
Als kürzlich der konservative Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimar, drei linke Buchläden von der Verleihung des Deutschen Buchpreises ausschließen wollte, weil diese vom Verfassungsschutz (VS) beobachtet werden, war die Empörung groß. Und zwar nicht nur in der Linken, sondern auch in der Mainstream-Öffentlichkeit. Dabei wurde der VS über die letzten Jahre bis weit in linksliberale Kreise …
Der Freispruch reiht sich ein in eine längere Reihe ähnlicher Urteile, die den Verfolgungseifer von Polizei und Militärischem Abschirmdienst dämpften. Polizisten waren in den vergangenen Jahren mit Hausdurchsuchungen und der Sicherung von DNA-Spuren gegen Adbuster*innen vorgegangen. Derweil gab es im Schweriner Gericht akribische Einlasskontrollen, von denen auch Pressevertreter*innen betroffen waren. Ein Prozessbesucher wurde mit Schmerzgriffen aus dem Gerichtssaal gezerrt, nachdem er eines der gezeigten Plakate positiv kommentiert hatte.
FLINTA* steht für Frauen, Lesben, Inter Menschen, Nichtbinäre Menschen, Trans Menschen und Agender Menschen. Die Abkürzung existiert in verschiedenen Varianten
Am 10. März blieben bei den Tageszeitungen Taz und nd – der Tag einige Seiten weiß. In beiden Redaktionen hatten sich Journalistinnen aber auch Lektorinnen und andere Mitarbeiterinnen am 9. März am FLINTA* -Streik beteiligt und die Arbeit niedergelegt.
Der Initiative zum sogenannten Streik kam von mehreren feministischen Initiativen. Sie riefen dazu auf, im Anschluss an den Internationalen Frauentag, den 8. März, der in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, am Folgetag die Arbeit niederzulegen. Sowohl Lohn- als auch …
Der Film „The spies who ruined our lives“ – „Die Spitzel, die unser Leben ruinierten“ dokumentiert über 40 Jahre Infiltration linker Gruppen durch die Polizei in Großbritannien. Einige der
Spitzel agierten auch in Deutschland.
Mark Kennedy infiltrierte unter dem Namen Mark Stone zahlreiche linke Gruppen nicht nur in Großbritannien. Auch in Deutschland nahm an er an zahlreichen länderübergreifenden Protesten der globalisierungskritischen Bewegung teil und verkehrte in linken Berliner Hausprojekten. Dabei lernte er auch den in Berlin lebenden Aktivisten …