Archiv für die Kategorie ‘Interviews’

»Keine Projekte, die es sich gemütlich machen«

Donnerstag, 04. Oktober 2018

Small Talk mit Tobias Bernet, Historiker und Sozialwissenschaftler, über die Rolle von Wohungsbaugenossenschaften

Welche Rolle können Genossenschaften beim Kampf gegen Wohnungsnot und Mieterhöhungen spielen? Tobias Bernet, der zur Wohnungspolitik forscht, sich in der »Recht auf Stadt«-Bewegung engagiert und Mitgründer sowie ­Vorstandsmitglied der Leipziger Solidarischen Wohngenossenschaft (SoWo eG) ist, hat mit der Jungle World gesprochen.

Wie entstand die Idee zur SoWo?
Einerseits ist in Leipzig in den vergangenen etwa zehn Jahren ein großer Erfahrungsschatz bezüglich selbstverwaltetem Wohnen entstanden. Wegen großen Leerstands gab es eine Zeit lang gute Voraussetzungen für die Gründung gemeinschaftlicher Hausprojekte. Mit dem anhaltenden Bevölkerungswachstum gibt es nun aber ­leere Häuser zu vernünftigen Preisen so gut wie nicht mehr. Andererseits kommen die Bewohner in normalen Mietshäusern immer stärker unter Druck. Gerade in Gebäuden, die nicht auf dem neuesten Sanierungsstand sind, drohen nach einem Verkauf empfindliche Mietsteigerungen. An diesem Punkt will die SoWo mittels genossenschaftlicher Hausübernahmen intervenieren und so auch bewährten Selbstverwaltungsmodellen in einer wachsenden Stadt eine Zukunft schaffen.

Wie viele Häuser gehören zur SoWo und wer wohnt dort?
Die SoWo hat bisher zwei Häuser erworben, ein drittes dürfte bald dazu kommen, über weitere wird verhandelt. Unter den bisherigen Bewohnern und Projektmitgliedern sind viele, aber keineswegs ausschließlich Studierende und Akademiker. Die Einkommen dürften eher unterer Durchschnitt sein, der Altersschwerpunkt liegt deutlich unter 40.

Wie unterscheidet sich die SoWo von anderen Genossenschaften wie dem Mietshäusersyndikat?
Beim Mietshäusersyndikat gibt es für jedes Projekt eine eigene Rechtskörperschaft. Damit werden Risiken minimiert, aber die Skaleneffekte einer Expansion auch nur bedingt mitgenommen. Das Modell eignet sich erfahrungsgemäß nur für Gruppen, die von sich aus ein selbstverwaltetes Projekt anstreben. Mit der SoWo wollen wir hingegen zumindest so groß werden, dass wir einen Teil der Verwaltungs- und Projektentwicklungsarbeit professionalisieren und damit auch ein Dachverband für Hausgemeinschaften sein können, die diesen Aufwand nur bedingt eigenständig betreiben können oder wollen.

Sie bezeichnen die SoWo als »handlungsfähige Alternative auf dem zunehmend profitgetriebenen Leipziger Wohnungsmarkt«. Aber kann das eine Lösung sein, wenn so viele Wohnungen fehlen?
Das sicher nicht. Aber es ist wesentlich effizienter, bezahlbare Mieten im Altbaubestand durch eine dauerhaft nicht profit­orientierte Bewirtschaftung zu sichern, als von hohen Neubaukosten teuer »herunterzufördern«. Zudem wollen wir in absehbarer Zeit auch sinnvolle Neubauprojekte angehen und auch ein bisschen ein Stachel im Fleisch der etablierten großen ­Genossenschaften sein, die bisher eine sehr besitzstandswahrende Haltung einnehmen.

Sie wollen keine Schöner-Wohnen-Inseln, sondern Teil der »Recht auf Stadt«-Bewegung sein. Was heißt das konkret?
Das ist im Prinzip in unserer Wachstumsstrategie angelegt: keine einzelnen Hausprojekte, die es sich gemütlich machen, sondern das ökonomische und organisatorische Gewicht des Bestehenden ­jeweils nutzen, um mehr Leuten sicheres, selbstverwaltetes Wohnen zu ermöglichen. Häuser, in denen man nicht nur aneinander vorbeilebt, sind auch im Alltag wichtige Bausteine einer solidarischen Stadt. Außerdem sind viele SoWo-Mitglieder auch in anderen stadtpolitischen Gruppen in Leipzig aktiv und bringen dort ihr spezifisches Know-how etwa zum Wohnungsmarkt ein.

Interview: Peter Nowak

https://jungle.world/artikel/2018/40/keine-projekte-die-es-sich-gemuetlich-machen

Verstöße gegen UN-Charta

Mittwoch, 26. September 2018

Marianne Grimmenstein will das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan stoppen

Die pensionierte Musiklehrerin Marianne Grimmenstein lebt in Lüdenscheid. 2016 reichte sie eine Klage gegen das Freihandelsabkommen der EU mit Kanada vor dem Bundesverfassungsgericht ein. Nun hat sie eine Petition gestartet, um das Abkommen zwischen Japan und der EU (JEFTA) zu stoppen. Über ihre Motivation und ihre Ziele sprach Peter Nowak mit der 76-Jährigen.

Das Freihandelsabkommen JEFTA zwischen Japan und der EU wurde bereits am 17. Juli dieses Jahres unterzeichnet. Sie sammeln Unterschriften für eine Petition. Kommen Sie damit nicht zu spät?

Nein, damit JEFTA in Kraft treten kann, muss es vom EU-Parlament ratifiziert werden. Das soll noch in diesem Jahr geschehen – ohne öffentliche Diskussion. Mir geht es darum, eine solche Debatte anzuregen, um zu verhindern, dass das Abkommen im EU-Parlament still und leise verabschiedet wird.

Was kritisieren Sie an JEFTA?

Ich verweise auf eine Analyse, die von den Organisationen PowerShift, LobbyControl, Greenpeace und BUND erstellt wurde. Darin wird festgestellt, dass JEFTA, wie viele andere Handelsabkommen auch, einer einseitigen Konzernagenda folgt. Großunternehmen bekommen viele Sonderrechte, haben aber keine Pflichten. Soziale und ökologische Standards spielen nur eine Nebenrolle.

JEFTA wurde in vielen Medien gelobt, weil es sich zu den Pariser Klimaabkommen bekennt. Sind das nicht positive Signale?

M.G.: Handel hat Vorrang vor jeder Klimaschutzmaßnahme. Die Erfüllung des UN-Klimaschutzabkommens ist durch JEFTA mit dieser Vereinbarung total blockiert. Das ist eine vertraglich geregelte Missachtung des Pariser Klimaabkommens.

Neben dem EU-Parlament sehen Sie auch in der UN einen Hebel gegen JEFTA. Welche Einflussmöglichkeiten hat sie?

M.G.: Die UN-Charta hat weltweit Maßstäbe für das Völkerrecht gesetzt. Dort ist auch der Vorrang der UN-Charta bei dem Konflikt mit einem Vertragswerk festgeschrieben. Ich fordere ein Rechtsgutachten vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag, das die Vereinbarung der Vertragswerke mit der UN-Charta überprüft. Dazu müsste allerdings eine UN-Hilfsorganisation wie das Weltkinderhilfswerk UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation WHO oder die Internationale Arbeitsorganisation ILO aktiv werden. Nur sie können beim Internationalen Gerichtshof ein solches Gutachten beantragen.

Soll dort nur JEFTA auf den Prüfstand?

M.G.: Nein, alle bilateralen und multilateralen Handelsverträge, JEFTA, CETA usw. sowie die 3000 bilateralen Verträge, die schon existieren, müssen geprüft werden. In jedem Fall müssen jene Teile, die gegen die Charta und somit gegen das Allgemeinwohl verstoßen, gestrichen werden.

Gibt es ein Vorbild für solche Prüfungen?

M.G.: Ja, in Ecuador hat eine Kommission, in denen Organisationen der Bürgergesellschaft vertreten waren, mehrere Handelsabkommen überprüft, ob sie mit sozialen und mit Menschenrechten kollidieren. Im Anschluss hat die Regierung mehrere dieser Verträge gekündigt. Zudem hat es den Ölkonzern Texaco zu einem hohen Schadenersatz für die massiven Umweltschäden verurteilt, die er im ecuadorianischen Regenwald verursachte. Mittlerweile existiert eine UN-Kommission, die die Haftung der Konzerne bei Verletzung von sozialen, ökologischen und ethischen Rechten global regeln soll. Den Vorsitz hat Ecuador.

Vor zwei Jahren gab es gegen das Freihandelsabkommen TTIP Massendemonstration. Sehen Sie hier Ansätze für Proteste gegen JEFTA?
M.G.: Die Bewegung gegen TTIP ist leider wieder eingeschlafen. Dass es gegen JEFTA zu großen Demonstrationen kommt, sehe ich nicht, weil es da einen großen Vorlauf braucht. Ich habe aber die Hoffnung, dass man am Klageweg noch einiges erreichen kann. Schließlich habe ich 2014 mit der Bürgerklage gegen CETA auch wesentlich mit zur Diskussion über dieses Freihandelsabkommen beigetragen.

Aber das Bundesverfassungsgericht hat doch alle Klagen abgelehnt. War es nicht eine Niederlage?
M.G.: Keineswegs. Das Gericht hat der Bundesregierung klare und enge Vorgaben gemacht. Die Schiedsgerichte und viele weitere Artikel mehr von CETA durften nicht vorläufig in Kraft treten. Die Bundesregierung durfte laut dem Urteil der vorläufigen Anwendung von CETA nur dann zustimmen, wenn sie diese einseitig auch wieder beenden kann.

Ist es nicht durch die protektionistische Politik de Trump-Administration schwieriger geworden, gegen Freihandelsabkommen zu mobilisieren?
M.G.: Bisher konnte ich das nicht feststellen. Dazu läuft die aktuelle Petition zu kurz. Bisher sind es über 50000 Unterschriften. Ich bin auch nicht gegen jeden Freihandel. Ich stelle allerdings die Frage, ob wir Märkte und Profit über alles stellen und dafür unseren Planeten in eine globale Wüste verwandeln wollen.

Link zur Petition:
https://www.change.org/p/hilfsorganisationen-der-un-jefta-co-in-den-haag-stoppen

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1101529.protest-gegen-jefta-verstoesse-gegen-un-charta.html

Interview: Peter Nowak

Eine Digitalisierung von unten ist denkbar

Montag, 17. September 2018

Im Zusammenschluss ZET suchen Wissenschaftler nach emanzipatorischen Perspektiven in der Technikforschung


Simon Schauppist Arbeits- und Techniksoziologe an der Universität Basel. Er ist Mitbegründer des »Zentrums emanzipatorische Technikforschung« (ZET). Mit ihm sprach für »nd«Peter Nowak.

Wie haben Sie sich zusammengefunden?
Die Initiator*innen haben bei der Arbeit an dem Buch »Kybernetik, Kapitalismus, Revolutionen« zusammengefunden, das letztes Jahr im Unrast-Verlag erschienen ist. Schon dort haben wir uns inhaltlich mit vorwärtsgewandten, emanzipatorischen Perspektiven auf den technologischen Wandel beschäftigt. Nun haben wir den Kreis erweitert und ca. ein Jahr die Gründung

Was kritisieren Sie am bisherigen Technikdiskurs?
Bei »Industrie 4.0« geht es hauptsächlich um eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Dem wollen wir eine transnationale Perspektive entgegensetzen und so zu einer fortschrittlichen Digitalisierung beitragen.

Sie setzen sich aber auch vom linken Umgang mit der Technologie ab. Wo sind da die Differenzen?

Wir sind keine Technologiekritiker*innen, sondern Technologieforscher*innen. Im linken Diskurs wird die Digitalisierung oft als Angriff auf das gute Leben interpretiert. Wir haben einen anderen Blick. Wir sehen Technologie als Ergebnis von Machtkämpfen. Das bedeutet auch, dass unter den gegenwärtigen politischen Bedingungen einer marktradikalen Dominanz die Auswirkungen der Technologie nicht gerade positiv für die abhängig Beschäftigten sind. Der Grund dafür liegt aber nicht in der Technologie selbst, sondern in deren politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen. Eine Digitalisierung von unten ist für uns durchaus denkbar.

Was bedeutet das für die Handlungsperspektiven?

Wir treten für eine Gesellschaft ein, in der die emanzipatorischen Möglichkeiten der modernen Technologie im Interesse der Mehrheit der Menschen zur Geltung kommen. Beispielsweise macht die moderne Technologie eine radikale Arbeitszeitverkürzung nötig. Dass Menschen weniger Lohnarbeit verrichten müssen, ist eigentlich sehr positiv, wird aber mitunter zum Fluch, wenn – wie das heute der Fall ist – für alle, die nicht von ihren Vermögen leben können, ein allgemeiner Arbeitszwang herrscht. Das ist für uns ein zentrales Thema der Technikpolitik.

Die Gründung des ZET erfolgte im Münchner DGB-Haus. Richten Sie sich vor allem an Gewerkschaften?

Wir haben uns bewusst im DGB-Haus und nicht in einer Hochschule getroffen. Wir arbeiten schon länger mit Gewerkschafter*innen und Betriebsrät*innen zusammen. Zum Beispiel organisieren wir Seminare und Kurse mit Beschäftigten in Betrieben, die von der Digitalisierung betroffen sind. Aber natürlich gibt es viele andere Felder der Technikpolitik.

Worum geht es bei den Seminaren?

Wir reden über die Wünsche und Gefühle der Beschäftigten, fragen nach Konflikten im Zusammenhang mit der Digitalisierung und reden über Digitalisierungsstrategien des Managements. Dabei geht es nicht erster Linie um die Überwachung der Beschäftigten, die in der linken Technologiekritik eine zentrale Rolle spielt.

Wo sehen Sie die zentralen Probleme im Betrieb?

Das sind beispielsweise die digitalen Assistenzsysteme, die in den verschiedenen Arbeitsbereichen vom Bau bis zum Einzelhandel Einzug halten. Den Beschäftigten werden dabei ihre Arbeitsschritte bis ins Detail vorgegeben. Abweichungen, selbst Nachfragen sind nicht mehr möglich. Das sorgt für Dequalifizierung. Die wiederum trägt zu einer Prekarisierung bei, weil die Beschäftigten leichter austauschbar sind. Wir wollen deutlich machen, dass Algorithmen eine Folge politischer Entscheidungen sind. Sie müssen transparent gemacht werden. Und die Beschäftigten müssen bei der Ausgestaltung Mitbestimmungsrechte bekommen.

Welche Rolle spielt die Angst vor einem Wegfall der Arbeitsplätze?

Die Drohung mit dem Arbeitsplatzverlust führt oft dazu, dass die Beschäftigten der Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen zustimmen. Eine menschengerechte Digitalisierung ist möglich, aber dafür müssen wir unser gesellschaftliches Verhältnis zur Arbeit radikal überdenken.

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1100611.technologie-von-links-eine-digitalisierung-von-unten-ist-denkbar.html

Interview: Peter Nowak

»Brutale Realität« – Small Talk mit Julia Benz von der »Psychiatriekritischen Gruppe Bremen« über die Reform der Bremer Psychiatrien

Donnerstag, 23. August 2018

Vergangene Woche, fünf Jahre nach der Reform der Bremer Psychiatrien, zog die Gesundheitsdeputation des Landes Bremen Bilanz. Mehrere Gruppen protestierten. Sie halten die Zustände in Psychiatrien und Forensiken in dem Bundesland keineswegs für fortschrittlich. Die Jungle World hat mit Julia Benz von der »Psychiatriekritischen Gruppe Bremen« gesprochen

Am Donnerstag vergangener Woche hat Ihre Gruppe eine Protestaktion zum Zustand der Psychiatrie veranstaltet. Worum ging es?
Anlass war die Sondersitzung der Gesundheitsdeputation des Landes Bremen »zum Stand der 2013 von der Bremer Bürgerschaft beschlossenen Psychiatrie­reform«. Es existiert ein krasser Widerspruch zwischen dem vom Politik- und Medizinbetrieb gemeinsam gezeichneten Idealbild einer menschenfreundlichen, fortschrittlichen Psychiatrie in Bremen und der brutalen Realität, die Psychiatrisierte und Zwangs­psychiatrisierte tatsächlich erleben. Auf dem Bremer Marktplatz und vor den Türen der Deputationssitzung haben wir mit Megaphon, Kreide, Schildern und Transparenten auf das Komplott von Psychiatrie, Justiz, Senat und Politik aufmerksam gemacht und unsere Forderungen kundgetan. Dazu gehört eine unabhängige Beratungs- und Beschwerdestelle für das Bremer Psychiatriewesen.

Ihre Gruppe beschäftigt sich seit Jahren mit der Bremer Forensik. Wie kam es dazu?
Wir haben verschiedene Gründe dafür, uns mit der Kritik an der Psychiatrie zu beschäftigen. In Bremen wurden mehrere Menschen gemeinsam auf die Forensik Bremen-Ost aufmerksam, weil eine bekannte Person in die Fänge der Bremer Wegschließmaschinerie geriet. Was sie erlebte und was wir seitdem erfahren haben, war Anlass, gegen die Zwangspsychiatrie vorzugehen. Nicht nur Forensiken, auch Allgemeinpsychiatrien sind Tatorte.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Das System Forensik ist auf Unterdrückung und Deformierung der Person, Repression und Zwang aufgebaut. Wir kritisieren, dass im Namen von Therapie und Resozialisierung Machtmissbrauch, Willkür und Gewalt zum »therapeutischen« Alltag gehören. Psychiatrische Gutachten, unbefristete oder zu lange Unterbringungen, fehlende oder schlechte Therapien, ungenügend Möglichkeiten, Schulabschlüsse nachzuholen, langes Warten auf Facharzttermine, Zwangsbehandlungen und Zwangsmedikamentierungen, Absonderungen, Isolationshaft, fehlende Perspektiven, Zerstören von Menschen. Die Liste ist lang, die Vorwürfe sind schwerwiegend.

Vergangenes Jahr sorgte ein Todesfall in der Bremer Forensik für Schlagzeilen. Hat sich seitdem etwas verändert?
Nein, niemand übernahm Verantwortung für Ahmets Tod, der 2017 den Versuch einer Absonderung in Bremen-Ost nicht überlebte. Es gab weder personelle Konsequenzen, noch ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft objektiv. Nur wenige Wochen später wurde ein Inhaftierter auf derselben Station über einen Zeitraum von mehreren Wochen überwiegend hand- und fußfixiert abgesondert. Es kam zu menschenunwürdigen und rechtswidrigen Situationen.

Sind die kritisierten Probleme Folge des Personalabbaus?
Die Haltung und Macht der Klinik und ihres Personals gegenüber den unter »Fürsorge« stehenden sogenannten Patientinnen und Patienten ist das Problem. Forensik ist ein Geschäftsmodell, das wächst und aufrüstet. Da wäre es paradox, für die Forensik mehr Personal zu fordern. Inhaftierte, die über Verhältnismäßigkeiten hinaus weggesperrt sind, müssen entlassen werden. In Zeiten, in denen neue Polizeigesetze und neue Psychisch-Kranken-Gesetze verabschiedet werden, ist es ein elementarer Kampf, die Stimme gegen das psychiatrische Establishment zu erheben.

https://jungle.world/artikel/2018/34/brutale-realitaet

Small-Talk von Peter Nowak

Jeden Patienten kann es treffen

Donnerstag, 16. August 2018

Axel Köhler-Schnura ist nicht nur Leiter der Stiftung Ethecon und erfahrener politischer Aktivist, sondern seit Neuestem auch Initiator eines Solidaritätsaufrufs mit den Streikenden am Universitätsklinikum Düsseldorf. Dazu bewogen haben ihn unter anderem seine eigenen Erfahrungen als Patient. Über seine Motivation zum Aufruf sprach mit ihm Peter Nowak.

Eine Initiative sammelte 5000 Euro und Unterschriften zur Unterstützung der Klinikstreiks in Düsseldorf

Eigentlich könnte man annehmen, dass Patient*innen sauer sind, wenn das Klinikpersonal streikt. Warum der Solidaritätsaufruf als ehemalige Patient*innen?

Ja, es gibt zweifellos Patient*innen, die sauer sind. Das ist ja genau einer der Gründe, weshalb ich die Initiative ergriffen habe zu dieser Aktion: Jede und jeder von uns war schon mal Patient oder Patientin oder wird das vielleicht einmal sein. Und da muss sich jeder darüber im Klaren sein, dass miserabel bezahltes, unterbesetztes und gehetztes Personal schlecht – wenn nicht sogar tödlich – für die eigene Gesundheit sein kann. Darüber wollte ich mit meiner Initiative aufklären. Es muss umgekehrt sein: Wir alle müssen uns als ehemalige, tatsächliche oder mögliche zukünftige Patient*innen darüber freuen, dass im Gesundheitswesen für besseres Entgelt, bessere Personalausstattung und bessere Ausbildungsqualität gekämpft und auch gestreikt wird.

Gab es bereits Reaktionen auf Ihren Aufruf?

Da ich wegen einer Reha-Maßnahme unter zeitlichem Druck stand, hatte ich nicht viel Zeit, Unterschriften für den Aufruf zu sammeln. Innerhalb von lediglich einer Woche haben sich eine ganze Menge Patient*innen aus Düsseldorf gemeldet. Allerdings wollten einige nicht öffentlich genannt werden, weshalb wir uns darauf geeinigt haben, nur die Zahl der Unterstützerinnen und Unterstützer zu nennen: mit mir 136 aus Düsseldorf und 67 aus ganz Deutschland, die die Aktion gut fanden.

Wollen Sie über den Aufruf hinaus Streikende anderweitig unterstützen, etwa auf Demonstrationen?

Ja, natürlich. Wir haben 5000 Euro Spenden eingesammelt und unseren Aufruf in allen Tageszeitungen in Düsseldorf mit einer Gesamtauflage von mehr als 260 000 Stück veröffentlicht. In mehreren Zeitungen und Lokalradios wurde darüber berichtet. Wir sind im Streikzelt präsent, wir werden auf einer Demonstration sprechen. Wir druckten den Aufruf auch als Flugblatt und verteilten das.

Sie kritisieren die unverantwortliche Haltung der Klinik. Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Die Verantwortungslosigkeit zeigt sich bereits an den kleinen Dingen: Wenn, wie ich es selbst erlebte, eine Pflegekraft für 30 bis 40 Patient*innen zuständig ist, dann ist nicht mehr gewährleistet, dass auf die lebensrettende Notklingel unmittelbar reagiert werden kann. Ja, nicht einmal zeitnah wäre das möglich. Ich habe erlebt, dass selbst nach drei Stunden noch niemand kommen konnte. Wie soll dann eine gesundheits- oder gar lebensbedrohliche Situation, für die die Notklingel ja die letzte Rettung bedeutet, bewältigt werden?

Wenn, wie eine mitunterzeichnende Patientin berichtete, sie dringend auf die Toilette muss, aber wegen der Krankheit nicht kann, und niemand in angemessener Zeit auf den Notruf reagiert und sie dann vor das Bett urinieren muss – was kann denn dann sonst noch passieren? Wenn die Hygiene wegen Arbeitshetze und Überlastung nicht eingehalten werden kann und dann Patient*innen durch multiresistente Keime zu Tode kommen, dann nenne ich das menschenverachtende Verantwortungslosigkeit.

Wäre aber nicht auch die Politik in der Verantwortung, mehr Gelder für die Kliniken zur Verfügung zu stellen?

Selbstredend. Die Arbeitskämpfe richten sich auch an die Politik. Doch darf nie vergessen werden, wir haben Kapitalismus und damit kapitalistische Politik. Und im Kapitalismus, das weiß ja nun schon jedes Kind, da regiert der Profit. Auch in den Krankenhäusern und in der Politik. Niemand darf erwarten, dass die Politik es richten wird. Nur wenn wir uns selber helfen, wird uns geholfen – Patient*innen und Personal im Gesundheitswesen gemeinsam. Übrigens bei dieser Gelegenheit: Natürlich sind auch die Doktor*innen und Professor*innen an den Kliniken längst dem Zwang zu Gewinn und Effizienz unterworfen.

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1097470.klinikstreik-in-duesseldorf-jeden-patienten-kann-es-treffen.html

Interview: Peter Nowak

»Die Ideologie thematisieren«

Donnerstag, 02. August 2018

Small Talk mit Julia Ziegler von »Niemand ist vergessen« über Angriffe auf Obdachlose

Am Berliner S-Bahnhof Schöneweide verübte ein Unbekannter vor anderthalb Wochen eine Feuerattacke auf zwei wohnungslose Männer, indem er sie mit einer brennbaren Flüssigkeit übergoss und anzündete. Die Opfer wurden schwer verletzt, das Motiv für die Tat ist unklar. Die Jungle World hat mit Julia Ziegler von der Initiative »Niemand ist vergessen« gesprochen, die seit Jahren solche Fälle dokumentiert und an die Opfer erinnert.
Small Talk von Peter Nowak

Gibt es bereits Informationen über den oder die Täter von Schöneweide?
In den Medien wird vermutet, dass es um einen Streit unter mehr oder weniger Bekannten ging. Anstatt über die Täter zu spekulieren, geht es uns jedoch darum, auf die menschenverachtende Ideologie, die ­dahintersteht, aufmerksam zu machen. Denn Wohnungslosenfeindlichkeit, soziale Ausgrenzung und Ungleichwertigkeitsdenken sind existentielle Themen.

Was ist das Ziel Ihrer Initiative?
»Niemand ist vergessen« wurde 2008 als Gedenk­initiative für Dieter Eich gegründet, der am 23. Mai 2000 von Nazis in Berlin-Buch ermordet worden war. Einer der Täter sagte später: »Der musste weg, der war asozialer Dreck.« Dennoch wurde Eich bis Anfang 2018 von staatlicher Seite nicht als Opfer rechter Gewalt anerkannt. Das Gedenken an ihn wird mit jährlichen Demonstrationen und Veranstaltungen vor Ort begangen. Dabei ist es uns wichtig, die dahinterstehende menschenverachtende Ideologie der Abwertung von Geringverdienern, Erwerbs- und Wohnungslosen zu thematisieren.

Ihre Initiative kritisiert nicht nur rechte Gewalt, sondern auch die staatliche Politik. Können Sie ein Beispiel nennen?
Es geht um subtile Verdrängungsstrategien. Zum Beispiel werden an Bahnhöfen und Bushaltestellen ­Bänke so umgebaut, dass es ­unmöglich ist, sich hinzulegen. Parks und andere öffentliche Räumen werden zum Schlafen unattraktiv gemacht. Es fehlen öffentliche Sanitäreinrichtungen und sichere Schlafplätze oder Möglichkeiten, legal zu zelten. Der Grund dafür ist zum einen, das Stadtbild »sauber« zu halten, und zum anderen, staatliches Versagen bei der Bekämpfung von Armut zu verbergen.

Welche politischen Schritte fordern Sie, um die Ausgrenzung von Obdachlosen zu beenden?
Leider werden Feindlichkeit gegen Wohnungslose, Klassismus und soziale Ausgrenzung durch die ­genannten Beispiele vorangetrieben und reproduzieren sich in der Gesellschaft. Es geht darum, büro­kratische und logistische Hürden abzubauen, und darum, Armut nicht zu sanktionieren. Unterstützungsangebote sollten nicht an Bedingungen geknüpft und Menschen als handelnde, selbstbestimmte Subjekte anerkannt werden. Auf gesellschaftlicher ­Ebene bedeutet das, gegen alle Formen von Ungleichwertigkeitsideologien und Disziplinierungs- und Normierungsstrukturen wie Gefängnisse und Psychiatrie vorzugehen.

Müsste es nicht ein Ziel linker Politik sein, eine Gesellschaft zu schaffen, in der es keine Obdach­losigkeit gibt, statt bequemere Bänke für Menschen ohne Wohnung zu fordern?
Unser langfristiges Ziel ist, dass Menschen nicht als Resultat einer kapitalistischen Verwertungslogik und sozialer Ausgrenzung auf der Straße leben, sondern nur, wenn sie sich selbstbestimmt dafür entscheiden. Ein Schritt von vielen ist die Benennung der Bedürfnisse wohnungsloser Personen und der Probleme, mit denen sie konfrontiert sind.

https://jungle.world/artikel/2018/31/die-ideologie-thematisieren

Interview: Peter Nowak

»Kommunistische Ideologie wird stärker kriminalisiert«

Dienstag, 31. Juli 2018

Taras Salamaniuk, ukrainischer Sozialwissenschaftler, im Gespräch über Linke in der Ukraine
»Kommunistische Ideologie wird stärker kriminalisiert«
Der Ukrainer Taras Salamaniuk lebt in Berlin und ist Mitarbeiter am Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft. In der Ukraine war er in verschiedenen Gruppen der sogenannten »neuen Linken« aktiv. Für das Zentrum für Sozial- und Arbeitsforschung (CSLR) untersuchte er die Rolle der verschiedenen linken Gruppen in den Maidan- und Anti-Maidan-Protesten.

Über die Rolle rechter Gruppen bei den ukrainischen Maidan-Protesten wird viel gestritten. Wird sie überschätzt?
In der Ukraine gibt es Streit darüber, denn die Proteste waren sehr gemischt und hatten viele, auch antiautoritäre Dimensionen. Doch es ist unbestritten, dass die Rechten sich ziemlich aktiv an den Maidan-Protesten beteiligt haben. Das war auch deshalb möglich, weil sie zwar mit relativ wenigen Personen auftraten, aber im Vergleich zu anderen Gruppen sehr gut organisiert waren. Es hatten aber nicht nur rechte Gruppen eine explizit nationalistische Orientierung.

Sie haben auch das Agieren von Linken bei den Anti-Maidan-Protesten in der Ostukraine untersucht. Gibt es da Parallelen?
Der Anti-Maidan-Protest zeichnete sich ebenso durch ein komplexes Bündnis aus – nur eher mit sozialökonomischen statt antiautoritären Schwerpunkten. Generell war er eine Reaktion auf den Nationalismus des Maidan. Trotzdem gab es bei den Anti-Maidan-Protesten eine starke Dominanz nationalistischer Gruppen prorussischer Ausrichtung. Mitglieder der kommunistischen Organisation Borot’ba agierten in der Charkiwer Anti-Maidan-Bewegung ähnlich wie die Anarchisten beim Maidan in Lwiw. Auch sie mieden jede Form linksradikalen Auftretens und beschränkten sich auf soziale Forderungen, wie einen Finanzausgleich für so­ziale Zwecke. Dabei verteilten Borot’ba-Mitglieder in Charkiw nicht nur Flugblätter, sondern hielten auch Reden. Einige ihrer sozialen Forderungen wurden in die Erklärung der sogenannten Charkiwer Volksrepublik aufgenommen. Beim Anti-Maidan waren rote Fahne und kommunistische Symbole akzeptiert. Wegen der starken Präsenz prorussicher, chauvinistischer Kräfte wurde das Agieren von Borot’ba stark kritisiert.


Wie ist die Situation der ukrainischen Linken fünf Jahre nach Maidan und Anti-Maidan?

Während der Proteste konnten die Linke ihre Organisationsstrukturen verbessern und sammelte Erfahrungen bei der Spendenakquise und in der Bündnis- und Medienarbeit. Doch der Linken gelang es nach dem Abflauen der Proteste des Maidan und des Anti-Maidan nicht, ihre Positionen zu bewahren. Borot’ba erlebte eine der dramatischsten Entwicklungen. Nach der Repression gegen die Anti-Maidan-Bewegung war Borot’ba gezwungen, die Aktivitäten in Charkiw einzustellen. Mit der weiteren Radikalisierung der Bewegung unterstützte die Organisation dann die separatistischen Volksrepub­liken im Donbass. Wie es sich später herausstellte, bekamen ihre Anführer offenbar finanzielle Unterstützung vom Kreml. Der Übergang zu den Volksrepubliken gelang der Organisation aber auch nicht. Und so endete sie marginal und entfernte sich von emanzipatorischen Zielen, die sie früher verfolgt hatte.

»Die ukrainische Linke leidet an der rechten Gewalt mehr als an der staatlichen Repression.«
Wie ist die Situation der unabhängigen Linken in der Ukraine?

Sie ist in einer noch schwächeren Lage als zuvor. Die im Maidan erworbenen Ressourcen sind verschwunden. Linke Politik ist durch die herrschende antikommunistische Rhetorik erheblich erschwert. Besonders heftig ist das für diejenigen, die am Anti-Maidan teilnahmen und dadurch in der Gesellschaft noch immer stigmatisiert sind.

Gleichzeitig übernahmen einige linke Unterstützer des Maidan diese Rhetorik und erlebten selbst eine proukrainische, nationalistische Transforma­tion. Davon sind Anarchisten besonders betroffen, denn ihre Ideologie lässt sich unter gegenwärtigen Umständen leider ziemlich leicht in eine konservative, antikommunistische Richtung uminterpretieren.

Welche Rolle spielt die staatliche Repression gegen die unabhängige Linke?
Kommunistische Ideologie wird stärker kriminalisiert. Es wurde in den vergangenen Jahren viel leichter für den Staat, jegliche linke Aktivität zu unterdrücken. So veranstaltete der Sicherheitsdienst der Ukraine im Herbst vorigen Jahres eine große Razzia gegen Anarchisten in Lwiw. Sie wurden beschuldigt, prorussische Agenten zu sein. Durch öffentliche Proteste gelang es, die Repression zu stoppen. Das Ri­siko, für linke Aktivitäten kriminalisiert zu werden, ist in der Ukraine groß. Den ukrainischen Linken hilft nur, dass sie recht marginal sind und dass die Staatsmacht auf viele Einflussgruppen verteilt ist, so dass ein konzentriertes Vorgehen gegen die Linken sich momentan für den Staat nicht lohnt.

Welche Rolle spielen die Faschisten beim Kampf gegen die Linke?
Die ukrainische Linke leidet unter der rechten Gewalt mehr als unter der staatlichen Repression. Extrem rechte Gruppen sind wie auch zu Zeiten des Maidan der am besten organisierte Teil der Gesellschaft. Dieses Jahr gab es nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen keine Erste-Mai-Demonstration von neuen Linken in Kiew. Linke Veranstaltungen werden längst nur halböffentlich durchgeführt. Die Gewalt gegen Linke, aber auch gegen LGBT-Gruppen und Roma verhindert der Staat selten. Manchmal wird sie sogar als Vorgehen gegen Separatisten und andere »Feinde der Ukraine« legitimiert.

Wo sehen Sie noch Hoffnungen für eine neue Linke in der Ukraine?
Zwei Ereignisse stimmen positiv. ­Erstens gibt es seit Kurzem in der ­neuen Linken verstärkt Diskussio­nen, trotz Differenzen zu kooperieren. Nachdem eine Initiative für eine Parteigründung bisher nicht vorankam ­und es auch nicht gelang, die nötigen Unterschriften und Gelder für ihre Registrierung zu sammeln, haben ei­nige ihrer Mitglieder nun die Idee, mit der nach dem Maidan gegründeten links­populistischen Kleinpartei Republik stärker zu kooperieren. Daran wollen sich auch andere linke Gruppen und Initiativen beteiligen, wie die Zeitschrift für Sozialkritik Commons, die alternative linke Medienagentur Vektor und die von der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstützte Sozialdemokratische Plattform. Es wäre ein großer Fortschritt, wenn diese Kooperation gelänge. Dabei geht es nicht darum, bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Frühjahr zu kandieren. Es geht um eine Organisierung im außerparlamentarischen Raum und perspektivisch vielleicht auch um einige Kandidaturen bei den Kommunalwahlen im Jahr 2020.

Was ist das Besondere an der neuen Linken in der Ukraine, von der Sie sprechen?
Es ist eine Linke, die sich als antiautoritär und meistens auch als antimilitaristisch versteht. Sie glaubt weder an den von den Volkrepubliken deklarierten scheinbaren Antifaschismus noch an eine demokratische Wende in der Ukraine nach dem Maidan. Der Krieg im Donbass wird nach Ansicht der neuen Linke im Interesse der herrschenden Klasse auf beiden Seiten geführt.

Wie ist das Verhältnis zur alten Linken?
Die war vor dem Maidan Teil des Establishments und von den Oligarchen instrumentalisiert. Nach dem Maidan sind die alten Linken wie auch die neu gegründeten linksgerichteten, oligarchischen Parteiprojekte vom Antikommunismus geschwächt und politisch ziemlich unbedeutend. Dennoch sind sie ein typisches Merkmal der derzeitigen politischen Verhältnisse. Sie haben kaum eine ideologische Ausrichtung, sind kulturell weitgehend konservativ, denken meistens nur in der Dimension »proukranisch« und »prorussisch« und sind auf häufig umstrittene Anführer konzentriert. Also haben sie nichts Emanzipatorisches an sich und die neue Linke hält sich deswegen von ihnen fern.

Wie sieht es mit den Gewerkschaften in der Ukraine aus?
Die gibt es, und das ist der zweite Hoffnungsschimmer in der Ukraine. Immer wieder treten Metallarbeiter in Krywyj Rih im Süden der Ukraine in den Streik für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Das ist nur ­einer von mehreren Arbeitskonflikten, die es in der jüngsten Zeit in der Ukra­ine gab. Aber im Gegensatz zu anderen Konflikten, die häufig spontan sind und isoliert verlaufen, handelt es sich in Krywyj Rih um einen von Basis­gewerkschaften organisierten, ziemlich erfolgreichen Arbeitskampf.
Mit Vertretern dieser Gewerkschaften kooperiert die neue Linke auch beim Thema Offshore. Oligarchen, die ­Minen und Stahlwerke in der Stadt be­sitzen, profitieren extrem von der Steuerflucht. Zu den Kommunalwahlen 2020 hoffen wir, gemeinsam im Rahmen einer linken Koalition Arbeiterkandidaten aufzustellen.

https://jungle.world/artikel/2018/30/kommunistische-ideologie-wird-staerker-kriminalisiert

JUNGLE.WORLD 2018/30
26.07.2018

Interview von Peter Nowak

“Es bleibt beim bekannten Zusammenspiel des Ärzte-Richter-Filzes”

Mittwoch, 25. Juli 2018

Interview mit Rene Talbot von der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrieerfahrener zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Fixierung von Psychiatriepatienten

Das Bundesverfassungsgericht hat am 24.7. zur Frage von Fixierungen von Psychiatriepatienten entschieden[1]: “Die Fixierung von Patienten stellt einen Eingriff in deren Grundrecht auf Freiheit der Person dar. Aus dem Freiheitsgrundrecht sowie dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz ergeben sich strenge Anforderungen an die Rechtfertigung eines solchen Eingriff.” Telepolis sprach mit Rene Talbot von der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrieerfahrener[2] über die Entscheidung.

Sehen Sie nicht erste Fortschritte gegenüber dem bisherigen Zustand durch das Urteil des BVerfG?
Rene Talbot: Statt die menschenrechtliche Dimension und das Folterverbot zum Angelpunkt des Urteils zu machen, wird vom BVerfG also sofort die Gummidehnbarkeit des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes geltend gemacht. Damit wird der interpretatorischen Willkür nahezu schrankenlos Tür und Tor geöffnet.
Im Gegensatz dazu haben die Psychiatrie-Erfahrenen immer vorgetragen, dass es um eine folterartige Behandlung geht[3]. Sie ist immer und unter allen Umständen verboten. Folter, sowie andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung, kann kein Gesetz normieren und kann und darf keine Richterin und kein Richter rechtfertigen. Sie nötigt.

Geht es hier aber nicht um die Gesundheit der Betroffenen?
Rene Talbot: Diese Verletzung der Menschenrechte kann durch kein angebliches “Recht auf Gesundheit” gerechtfertigt werden. Das hat das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte 2017 endlich klargestellt, ausführlich ist das hier[4] erklärt.

Kann der Richtervorbehalt, den das Bundesverfassungsgericht festgelegt hat, die Macht der Ärzte begrenzen oder ist es nur eine Verlagerung von den Ärzten auf die Justiz?
Rene Talbot: Nein, es bleibt beim bekannten Zusammenspiel des Ärzte-Richter-Filzes, eine doppelte Verantwortungsentlastung, weil der Arzt immer behauptet, der Richter hat es entschieden und der Richter behauptet, es sei eine medizinische Notwendigkeit.
Durch den Hinweis auf den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, wird der Richtervorbehalt nur zur Legitimationsgleitbahn, um die misshandelnde Fixierung dann noch unangreifbarer zu machen, weil nur in extrem krassen Einzelfällen ein anderer Richter dem legalisierenden Richter widersprechen wird, wenn es nur um eine Frage der Verhältnismäßigkeit geht.

Es soll nach dem Urteil ein richterlicher Bereitschaftsdienst eingerichtet werden, der über Fixierungen in der Psychiatrie entscheidet. Allerdings ist der nachts nicht besetzt. Sehen Sie hier Gefahren, dass am Ende doch die Ärzte entscheiden?
Rene Talbot: Die Ärzte werden weiter immer entscheiden und sich, wie bei der Zwangsbehandlung, gegebenenfalls auch nachträglich die richterliche Zustimmung holen. Insbesondere ist die Beweislage zum verzweifeln, wenn man ans Bett angebunden daliegt.
Wie soll man als vereinzelter Mensch dann in so einer ohnmächtigen Situation eine Klage bzw. Beschwerde dagegen führen? Die dokumentationsführende Gewalt ist ausschließlich beim medizinischen Personal. Das arbeitet als Racket und unterstellt sich gegenseitig automatisch gutes Handeln, wie z.B. die lange unaufgedeckt gebliebenen Morde durch Pflegepersonal beweisen.

Sie kritisieren den grünen Sozialminister von Baden-Württemberg Manfred Lucha[5], der den Richtervorbehalt in der Praxis begrüßt[6] hat. Sehen Sie bei Politikern generell wenig Sensibilität gegenüber den Menschenrechten von Psychiatriepatienten?
Rene Talbot: Ja, ganz eindeutig, denn das nahezu gesamte politische Personal hat es seit 9 Jahren, trotz mehrfacher Hinweise, abgelehnt, die Behindertenrechtskonvention[7] mit deren Verbot der psychiatrischen Zwangsmaßnahmen[8] umzusetzen.
Auch die entsprechenden Aufforderungen von Seiten der UN haben daran nichts geändert. Die UN wird ignoriert, als wäre sie unmaßgeblich. Und darin wird die Politik nun auch noch durch das BVerfG bestärkt: In seiner Entscheidung ab Randummer 90[9] erklärt es die UN zur praktisch vernachlässigbaren Größe – offensichtlich ist die UN, zumindest in unserem Bereich, nur für Showeffekte gut.

Sie kritisieren, dass in deutschsprachigen psychiatrischen Fachzeitschriften wieder darüber diskutiert wird, ob Elektroschocks sinnvoll und machbar sind. Können Sie einige Beispiele nennen?
Rene Talbot: Wer sich unbedingt Elektroschocken lassen will, soll das in einer Patientenverfügung autorisieren, aber es wird das gewaltsame Elektroschocken, das psychiatrische Elektroschocken als Zwangsmaßnahme nun ganz offen als “wissenschaftlich gegründet” in folgenden Publikationen propagiert: Dr. Jakov Ganther und Prof. Jochen Vollmann vom Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin[10] in Bochum tun dies in der Zeitschrift Psychiatrische Praxis[11] (Ausgabe 44(06), 2017, Seiten 313-314) und Dr. David Zilles von der Uniklinik Göttingen und Matthias Koller, Richter am Landgericht in Göttingen, propagieren sie in der Zeitschrift Der Nervenarzt[12] (März 2018, Band 89, Ausgabe 3, S. 311-318).
Es gibt offensichtlich da keine Schamgrenze mehr.

URL dieses Artikels:

Interview: Peter Nowak
http://www.heise.de/-4120394
https://www.heise.de/tp/features/Es-bleibt-beim-bekannten-Zusammenspiel-des-Aerzte-Richter-Filzes-4120394.html

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/bvg18-062.html
[2] https://www.die-bpe.de/index.htm
[3] http://www.die-bpe.de/verfassungsbeschwerde_addae_mensah.htm
[4] https://www.zwangspsychiatrie.de/2018/05/un-hochkommissariat-fuer-menschenrechte-hat-unsere-forderungen-uebernommen/
[5] https://www.manne-lucha.de/
[6] https://www.gesundheit.de/news/urn.newsml.afp.com.20180724.doc.17w0lu
[7] https://www.behindertenrechtskonvention.info
[8] https://www.heise.de/tp/features/Zwangspsychiatrie-und-Zwangsbetreuung-sind-mit-der-UN-Behindertenkonvention-unvereinbar-3371130.html
[9] https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/
Entscheidungen/DE/2018/07/rs20180724_2bvr030915.html
[10] http://www.ruhr-uni-bochum.de/malakow/
[11] https://www.thieme.de/de/psychiatrische-praxis/ueber-die-zeitschrift-1918.htm
[12] https://www.springermedizin.de/der-nervenarzt/7947976

Energiearmut wird unterschätzt

Dienstag, 24. Juli 2018

Experte Oliver Wagner kritisiert fehlende Maßnahmen gegen Stromsperren
Oliver Wagner ist Projektleiter beim Wuppertal Institut für Klima , Umwelt, Energie und unter anderem Experte für kommunale Energiepolitik. Mit ihm sprach Peter Nowak über Energiearmut in Deutschland,

Ist Energiearmut in Deutschland ein Problem?

Wenn man sich anschaut, wie sich die Entwicklung der Strompreise allein in den vergangene zehn Jahren von der Entwicklung der Einkommen unterscheidet, kann man sehen, dass das Problem Energiearmut deutlich zugenommen hat und weiter zunehmen wird, wenn nicht bald gegengesteuert wird. Seit 2008 sind in Deutschland die Strompreise um etwa 50 Prozent gestiegen, die Durchschnittseinkommen aber nur um etwa 25 Prozent, die Renten und der ALG2-Regelsatz sogar nur um etwa 17 Prozent. Gerade Geringverdiener sind daher besonders betroffen.

Welche Untersuchungen hat die Europäische Beobachtungsstelle für Energiearmut in Deutschland bisher durchgeführt?

Wir haben in Nordrhein-Westfalen eine Befragung bei Haushalten mit Vorkassezähler gemacht. Prepaid- beziehungsweise Vorkassezähler funktionieren wie beim Mobiltelefon. Strom fließt nur dann, wenn ein Guthaben aufgeladen wurde. Mit diesen Zählern kann in Fällen, bei denen ansonsten eine Stromsperre drohen würde, eine Weiterversorgung erfolgen. Jedes Jahr werden in Deutschland über 350 000 Unterbrechungen der Stromversorgung aufgrund von Zahlungsrückständen durch die Energieversorger veranlasst. Vorkassezähler sind da, wo der Energieversorger dies anbietet, für viele betroffene Haushalte eine Alternative. Das hört sich erst einmal gut an, doch es gibt auch Schattenseiten. Insbesondere fehlt ein rechtlicher Rahmen, der die Nutzer*innen vor hohen Gebühren schützt.

Im »Spiegel« wurde jüngst behauptet, dass die Bundesregierung beim Thema Energiearmut auf europäischer Ebene blockiert. Stimmt das?

In dem angesprochenen Artikel geht es um ein vertrauliches Papier der Bundesregierung, welches mir auch nicht bekannt ist. Richtig ist sicherlich, dass es bislang keine amtliche Definition von Energiearmut in Deutschland gibt.

Wie gehen andere Länder mit dem Thema Energiearmut um?

Während sich in anderen Ländern Europas intensiv mit dem Problem auseinandergesetzt wird, scheint es in Deutschland bislang unterschätzt zu werden. Großbritannien macht seit 35 Jahren Forschung zu Energiearmut. Auch in Italien und in Österreich sowie in Frankreich wird das Problem der Energiearmut intensiv diskutiert und es wird versucht, politische Maßnahmen zu entwickeln.

Was ist in Deutschland bisher gegen Energiearmut geschehen?

Auf Länderebene gibt es in Deutschland vereinzelt Initiativen, etwa das Projekt »NRW bekämpft Energiearmut«. Auch einige Kommunen sind aktiv, etwa Saarbrücken, und sicher zählt auch unsere oben genannte Studie dazu. Doch es müsste deutlich mehr Hilfe angeboten werden und auch geforscht werden.

Ist die zögerliche Haltung auch eine Frage der Kosten?

In Deutschland traut man sich nicht einmal an den Ordnungsrahmen ran, obwohl das die Regierung nichts kosten würde. In der letzten Legislaturperiode hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag noch vereinbart, dass eine Regelung geschaffen werden soll, die dazu führen sollte, dass vor einer Stromsperre den Kunden ein Vorkassezähler angeboten werden muss. Eine Gesetzesinitiative ist da leider nicht draus geworden und im neuen Koalitionsvertrag steht dazu nichts mehr.

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1095245.energiearmut-wird-unterschaetzt.html

Interview: Peter Nowak

„Beerensträucher statt Giftpflanzen!“

Mittwoch, 11. Juli 2018


Eva Willig macht Kräuterführungen durch Neukölln. Nun hat sie ein Buch veröffentlicht, das essbare und giftige Wildgewächse des Bezirks beschreibt

Über Großstadtgewächse
Das Buch Eva Willig, 70, hat kürzlich im Eigenverlag das Buch „Heilsames Neukölln“ herausgegeben. Auf 175 Seiten werden Heil-, Gewürz-, Salatp anzen, Getreide, Bäume und Sträucher vorgestellt, die in Neukölln wild wachsen, essbar sind und eine heilsame Wirkung haben sollen. Ein Kapitel behandelt Giftp anzen. Das Buch kann über ewil@gmx.de für18 Euro bestellt werden.
Der Spaziergang Von März bis Oktober lädt Eva Willig zu kosten- losen Kräuterspaziergängen in Neukölln und den angrenzenden Stadtteilen ein. Der nächste Spaziergang beginnt am Samstag, dem 28. Juli 2018, 16 Uhr in Rudow an der Haltestelle des Busses 271 „Am Großen Rohrpfuhl“

taz: Frau Willig, wann begann Ihr Interesse an Neuköllner Kräutern?
Eva Willig: Als ich zu früh in die Wechseljahre rutschte und meinem Arzt nichts anderes einfiel, als mir Hormonpillen zu verschreiben, erinnerte ich mich an meine Kindheit auf dem Lande. Damals hieß es, ­gegen fast alles sei ein Kraut gewachsen. Ich besorgte mir daraufhin Bücher und stellte schnell fest, dass der Spruch auch für Berlin gilt.

Wann starteten Sie mit den Kräuterführungen?
Die ersten Kräuterspaziergänge habe ich in den 1990er Jahren auf Kreta organisiert. Ich war auf Jobsuche, fand aber nichts und hatte dann die Idee, TouristInnen in die dortige Pflanzenwelt einzuführen. Seit zehn Jahren gehe ich in Berlin alljährlich von März bis Oktober immer am letzten Samstag mit Interessierten spazieren und zeige ihnen Kräuter und andere Pflanzen. Um ein wenig legitimiert zu sein, habe ich bei der IHK (Industrie- und Handelskammer; d. Red.) sogar eine Prüfung für den Erlaubnisschein für freiverkäufliche Heilmittel abgelegt.

Wer kommt zu den Spaziergängen?
Das ist ganz unterschiedlich. Überwiegend sind es aber Frauen, junge und alte. Ich finde es immer sehr interessant, neue Leute kennenzulernen. Nur mag ich es gar nicht, wenn Menschen auf den Spaziergängen missionarisch auftreten. Sei es, dass sie für vegane Ernährung oder irgendwelche esoterischen Sachen werben.

Nun ist Ihr Buch „Heilsames Neukölln“ erschienen. Ihr Ziel?
Ich will damit erreichen, dass die Menschen die Pflanzen um sie herum besser wahrnehmen, die Fotos vergleichen und ein anderes Verhältnis zur Natur in der Stadt bekommen. So empfehle ich Guerilla Gardening auf dem eigenen Balkon. Ich pflanze dort Wildpflanzen, keine Geranien. So habe ich Hummeln, Wespen und Bienen mitten auf der Karl-Marx-Straße. Das ist ein Beitrag zur Pflanzenvielfalt.

Wieso haben Sie sich auf Neukölln fokussiert?
Ich hatte auf der Webseite mundraub.org festgestellt, dass in dem Stadtteil, in dem ich lebe, keine Fundstellen für Kräuter aufgeführt waren. Das hat mich angespornt, das Buch zu veröffentlichen. Zudem hat Neukölln beim Thema „essbare Stadt“ noch starken Nachholbedarf.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Als ich auf der Lessinghöhe, einer der Neuköllner Grünflächen, Rucola ernten wollte, stellte ich fest, dass die Bepflanzung an den Wegrändern weggesichelt war. Das Grünflächenamt teilte mir mit, man habe auf Wunsch der Polizei die Sicht unter die Büsche verbessern wollen, um zu verhindern, dass dort Wohnungslose übernachten. Deswegen werden essbare Nutzpflanzen vernichtet. Vor zwei Jahren lehnte die Bezirksverordnetenversammlung in Neukölln einen Antrag der Grünen, die Entwicklung zur essbaren Stadt zu unterstützen, mit ähnlichen Argumenten ab. Pankow hat sich dagegen vor zwei Jahren zum essbaren Bezirk erklärt und auch entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Daran kann sich Neukölln ein Beispiel nehmen.

Warum haben Sie neben Heil- auch Giftpflanzen im Buch aufgeführt?
Seit Jahren fordere ich, dass in öffentlichen Grünanlagen keine Giftpflanzen stehen sollen, und wenn doch, dass sie gekennzeichnet werden. Am besten wäre es, auch um dem Ziel „essbare Stadt“ näher zu kommen, die Giftpflanzen aus den Anlagen herauszuholen und durch essbare Beerensträucher zu ersetzen.

Können Sie ein Beispiel für eine solche gefährliche Pflanze in Neukölln nennen?
Kürzlich waren die Zeitungen voll mit Meldungen über einen geplanten Anschlag mit Rizinus. Es wurde behauptet, dass die Samenkörner des Rizinus, auch Wunderbaum genannt, aus dem Darknet oder aus Baumärkten stammen sollen. Tatsächlich kann man etwa im Neuköllner Körnerpark die Samen von acht Wunderbäumen sammeln.

taz mittwoch, 11. juli 2018

Interview: Peter Nowak

Hinweis auf das Interview im Tagesspiegel:
Neuköllner Kräuter. Eva Willig macht Kräuterführungen durch den Bezirk. Nun hat sie ein Buch veröffentlicht, das essbare und giftige Wildgewächse des Bezirks beschreibt. Interview in der taz.