GEGEN DIE ZERSTÖRUNG VON HERZ UND HIRN

„Arbeits­be­dingte Krank­heiten nehmen zu. Dieser Ent­wicklung sollte Einhalt geboten werden. Dafür möchte ich meine arbeits- und gesund­heits­wis­sen­schaft­liche Kom­petenz ein­setzen.“

Mit diesen Sätzen beschreibt Wolfgang Hien sein lang­jäh­riges Enga­gement für den Gesund­heits­schutz in der Arbeitswelt. Warum das Thema zu seiner Lebens­aufgabe wurde, kann man in einem langen Gespräch erfahren, das Hien mit dem His­to­riker Peter Birke geführt hat. Im VSA-Verlag ist es unter dem Titel…

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Beiderseits der Barrikade

Revo­lution
in Bayern

Es gibt wohl nur wenige his­to­rische Groß­ereig­nisse, die im Nach­hinein von einer der­ar­tigen poli­ti­schen Ver­zerrung und Ent­stellung gekenn­zeichnet sind wie die Baye­rische Räte­re­publik, urteilt Rudolf Stum­berger. Er kon­zen­triert sich in seinem neuen Buch auf Akteure, die vor 100 Jahren auf unter­schied­lichen Seiten der Bar­rikade standen.

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Deutsch gegen Deutschland

Hans Deutsch kämpfte für die Wie­der­gut­ma­chung von NS-Opfern. Ein Buch erinnert daran, wie ein Kartell von Alt­nazis den jüdi­schen Rechts­anwalt kri­mi­na­li­sierten. Die Spuren führen auch in die Schweiz.

Wenn sich Deutschland heute als Welt­meister bei der Auf­ar­beitung der NS-Ver­brechen feiern lässt, wird häufig ver­gessen, dass in West­deutschland bis in die 1980er Jahre die NS-Opfer und ihre Unter­stüt­ze­rInnen bekämpft und ver­leumdet wurden. Wie die wieder in Amt und Würden gelangte ehe­malige NS-Beam­ten­schaft vorging, zeigt die Kam­pagne gegen den in Öster­reich gebo­renen Rechts­anwalt Hans Deutsch.

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Spanische Revolution

Buen­aventura Durutti ist vielen als spa­ni­scher Anar­chist bekannt. Doch wer kennt Amparo Poch y Gascón? Über die Mit­be­grün­derin der liber­tären Frau­en­or­ga­ni­sation Mujeres Libres hat Martin Bax­meyer jetzt eine Bio­grafie her­aus­geben, die sich auch kri­tisch mit dem Umgang der spa­ni­schen Anarchist_​innen mit selbst­be­wussten Frauen aus­ein­an­der­setzt. Bax­meyer erwähnt den mili­tanten Anti­fe­mi­nismus Proudhons, der auch unter spa­ni­schen Anarchist_​innen Anhänger_​innen fand. Doch er beschreibt auch Strö­mungen im Anar­chismus, die sich für die Rechte der Frauen ein­setzten. Den Femi­nismus lehnten aller­dings auch sie ab, weil er im dama­ligen Spanien als Bewegung wohl­ha­bender Frauen aus dem Bür­gertum galt. Kri­tisch geht Bax­meyer mit dem anar­chis­ti­schen Mythos der bewaffnet kämp­fenden Frau um. Auf den während der Spa­ni­schen Revo­lution ver­brei­teten Fotos seien Models in Uniform abge­bildet gewesen; mit der Rea­lität innerhalb der liber­tären Milizen habe das nur wenig zu tun gehabt. Bax­meyer hat mit seinem Buch über Amparo von Poch y Gascón auch eine kri­tische Aus­ein­an­der­setzung mit Mythos und Rea­lität der liber­tären Bewegung in Spanien vor­gelegt – ganz im Sinne von Poch y Gascón, die auch in den eigenen Reihen nicht mit Kritik und Spott sparte. Das belegen ihre am Schluss des Buches doku­men­tierten Artikel, in denen sie sich über büro­kra­ti­schen Leerlauf und den Drang, Pro­bleme in irgend­welche Komitees abzu­schieben, lustig machte.

Peter Nowak

aus: ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 643 / 13.11.2018
https://​www​.akweb​.de/​a​k​_​s​/​a​k​6​4​3​/​0​3.htm


Martin Bax­meyer (Hg.): Amparo Poch y Gascón. Bio­graphie und Erzäh­lungen aus der spa­ni­schen Revo­lution. Verlag Gras­wur­zel­re­vo­lution, Hei­delberg 2018. 152 Seiten, 13, 90 EUR.

Vor 80 Jahren

Rezension von: Alina Bothe und Gertrud Pickhan (Hg.): »Aus­ge­wiesen! Berlin, 28. 10. 1938. Die Geschichte der ‚Polen­aktion‘«

»Pol­nische Juden unter Einsatz von Schuss­waffen über die Grenze gezwungen«, lautete am 30. Oktober 1938 eine Schlag­zeile in der bri­ti­schen Presse. Es ging um…

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Möglichkeiten von Befreiung

Karl Reitters »Heinz Steinert und die Wider­stän­digkeit seines Denkens«

Der 2011 ver­storbene Heinz Steinert war ein Uni­ver­sal­ge­lehrter. Er stu­dierte Phi­lo­sophie, Psy­cho­logie, Ger­ma­nistik und Lite­ra­tur­wis­sen­schaft, absol­vierte eine psy­cho­ana­ly­tische Aus­bildung, wurde im Fach Psycho­logie pro­mo­viert und habi­li­tierte sich in Sozio­logie. Er war Mit­be­gründer und bis 2000 wis­sen­schaft­licher Leiter des Instituts für Rechts- und ­Kri­mi­nal­so­zio­logie in Wien und von 1978 bis 2007 Pro­fessor für Sozio­logie an der Goethe-Uni­ver­sität in Frankfurt. Nun ist eine Ein­führung in das Denken Stei­nerts, der mit ­seiner Arbeit immer auch die gesell­schaft­liche Eman­zi­pation vor­an­treiben wollte, erschienen. Ver­fasst hat sie der Wiener Phi­losoph Karl Reitter.

Mit Adorno und der Frank­furter Schule hatte sich Steinert jah­relang beschäftigt. Während er trotz aller Kritik im Detail die Frank­furter Schule zum wider­stän­digen Denken zählte, hielt er Max ­Webers zen­trales Werk »Die pro­tes­tan­tische Ethik und der Geist des Kapi­ta­lismus« für unwis­sen­schaftlich. Reitter zeichnet in einem Kapitel die gra­vie­renden Fehler nach, die Steinert Weber nachwies. Ein wei­teres Kapitel widmet sich dem Kri­mi­nal­so­zio­logen Steinert, der sich wis­sen­schaftlich begründet für eine Gesell­schaft ohne Gefäng­nisse ein­setzte und die Sinn­haf­tigkeit von Haft­strafen hin­ter­fragte.

Dabei for­mu­lierte er Thesen, die gerade in der der­zei­tigen Law-and-Order-Stimmung erstaunlich aktuell sind: »Zwi­schen der Strenge der Strafen, der Anzahl der Men­schen in Gefäng­nissen und der Summe der ver­übten Strafen besteht ein erkenn­barer Zusam­menhang. Weder die Höhe der Strafen noch die Wahr­schein­lichkeit, ein­gesperrt zu werden, selbst die Todes­strafe ver­hindern Ver­brechen.« Reitter schließt das infor­mative Buch mit der Hoffnung, dass es dazu bei­trage, »wider­stän­diges Denken ­bekannter zu machen«. Das ist ihm zu wün­schen.

Karl Reitter: Heinz Steinert und die Wider­stän­digkeit seines Denkens. Dampfboot-Verlag, Münster 2018, 213 Seiten

https://​jungle​.world/​a​r​t​i​k​e​l​/​2​0​1​8​/​4​3​/​m​o​e​g​l​i​c​h​k​e​i​t​e​n​-​v​o​n​-​b​e​f​r​eiung

Peter Nowak

Von den Schwierigkeiten, Revolution zu machen

Rainer Thomann und Anita Frie­detzky über Auf­stieg und Fall der Arbei­ter­macht in Russland

»Dadurch, dass sich die Arbeiter an der Selbst­ver­waltung in den ein­zelnen Unter­nehmen betei­ligen, bereiten sie sich auf jene Zeit vor, wenn das Pri­vat­ei­gentum an Fabriken und Werken abge­schafft sein wird und die Pro­duk­ti­ons­mittel zusammen mit den Gebäuden, die auch von Arbei­terhand geschaffen wurden, in die Hände der Arbei­ter­klasse über­gehen.«
Dies ist ein Zitat aus den Pro­to­kollen der Fabrik­ko­mitees der Putilow-Werke in Petersburg, dem spä­teren Leningrad. Die Beschäf­tigten des Maschi­nen­bau­kon­zerns spielten 1917 eine wichtige Rolle beim Sturz des Zaren und in der Zeit der Dop­pel­herr­schaft, als den Arbei­ter­räten ein gewich­tiges Wort in der gesell­schaft­lichen Umwandlung Russ­lands zukam.

Zeug­nisse dieser Selbst­or­ga­ni­sation rus­si­scher Arbeiter liegen jetzt erstmals auf Deutsch vor. Zu danken ist dies der Ham­burger Rus­sisch­leh­rerin und Publi­zistin Anita Frie­detzky, die sich der schwie­rigen Aufgabe gewidmet hat, Pro­to­kolle von Sit­zungen der Fabri­kräte im revo­lu­tio­nären Russland so zu über­setzen, dass sie heu­tigen Lesern ver­ständlich sind und ihnen authen­tische Ein­blicke in eine stür­mische, längst ver­gangene Zeit geben, als Arbeiter Geschichte schrieben. Grundlage ihrer Über­setzung ist ein schon 1979 in einem Mos­kauer Wis­sen­schafts­verlag erschie­nener Sam­melband: »Die Fabrik- und Werk­ko­mitees Petro­grads 1917.
Der Ber­liner Verlag Die Buch­ma­cherei hat die Pro­to­kolle ver­dienst­voll­er­weise noch mit einem aus­führ­lichen Glossar ver­sehen. Dort werden heute kaum noch bekannte Per­sonen vor­ge­stellt und Orga­ni­sa­tionen erklärt, die vor über 100 Jahren die Geschicke in Russland mit­be­stimmten. Das Pro­tokoll selbst, ein­schließlich der dazu­ge­hö­renden Anlagen und Erläu­te­rungen, nimmt nur knapp ein Drittel des Buches ein, zwei Drittel sind der his­to­ri­schen Ein­führung aus der Feder des Schweizer Räte­kom­mu­nisten Rainer Thomann vor­be­halten. Er bietet einen sach­kun­digen Über­blick nicht nur über die ent­schei­denden Monate des tur­bu­lenten Jahres 1917, sondern auch über die Geschichte der Indus­tria­li­sierung und der Arbei­ter­be­wegung im zaris­ti­schen Russland.

Thomann stützt sich dabei vor allem auf Nikolai Suchanow, dessen Tagebuch der Rus­si­schen Revo­lution in deut­scher Sprache nur noch anti­qua­risch erhältlich ist. Suchanow war gelernter Eisen­bahner, der ein Phi­lo­so­phie­studium aufnahm. Schon früh enga­gierte er sich in der rus­si­schen Arbei­ter­be­wegung, blieb aber auf Distanz zu allen Par­teien. Auch das Agieren der Bol­schewiki 1917 bewertete er äußerst kri­tisch, warnte gar vor deren Macht­an­spruch. Trotzdem stellte er sich nach der Okto­ber­re­vo­lution der neuen Macht als Wirt­schafts­fachmann zur Ver­fügung. Seine Hoffnung, mög­lichst viel von den Räten und den Ideen und Prak­tiken der Selbst­ver­waltung zu erhalten, erfüllte sich nicht. Thomann stellt sich 100 Jahre später die Frage, warum das nicht gelungen ist. Wer die Pro­to­kolle der Beschäf­tigten der Putilow-Werkle liest, wird sich hüten, dafür allein die auto­ri­tären Ansprüche der Bol­schewiki ver­ant­wortlich zu machen. Denn in den Berichten werden auch die immensen Pro­bleme deutlich, mit denen damals Land und Leute, vor allem die arbei­tenden Massen, kon­fron­tiert waren.

In den Pro­to­kollen ist oft von Ver­ta­gungen der Dis­kussion um strittige Punkte und von der Über­weisung wich­tiger Fragen in ein anderes Komitee die Rede. Da drohte bei­spiels­weise der Betriebs­apo­theke wegen 80 000 Rubel Schulden die Schließung, was sich für die Ver­sorgung der Arbeiter fatal aus­wirken musste. Man erfährt, dass die Betriebs­ko­mitees auch Sank­tionen aus­sprechen konnten, etwa gegen Per­sonen, die sich den Anord­nungen der Werks­ko­mitees oder der Werk­ab­tei­lungs­ko­mitees nicht unter­ord­neten bzw. als Störer der Arbei­ter­or­ga­ni­sa­tionen des Betriebes emp­funden wurden. Pro­to­kol­liert sind Akti­vi­täten der »Eiferer für Bildung und Kunst«, die in den Putilow-Werken Thea­ter­stücke auf­führten. Viel Raum wid­meten die Komitees den Bezie­hungen zur Bevöl­kerung auf dem Land. So sollten im direkten Kontakt Pro­dukte aus der Fabrik gegen Nah­rungs­mittel bei den Bauern ein­ge­tauscht werden.

Der ewige Kon­flikt zwi­schen Stadt und Land hat die frühen Jahre der Sowjet­union über­schattet, die Groß­städte waren vom Land abhängig wie auch umge­kehrt. Vielfach wurden die fal­schen Maß­nahmen ergriffen, bei­spiels­weise Zwangs­ein­trei­bungen und Requi­rie­rungen.

Es ist zu begrüßen, dass mit diesem Band ein Zeit­do­kument auf dem deut­schen Buch­markt erschienen ist, das die Schwie­rig­keiten einer Revo­lution auf­zeigt.

• Rainer Thomann/​Anita Frie­detzky: Auf­stieg und Fall der Arbei­ter­macht in Russland.
Die Buch­ma­cherei, 682 S., kart. 24 €.

https://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​1​1​0​2​5​7​8​.​b​u​c​h​m​e​s​s​e​-​f​r​a​n​k​f​u​r​t​-​a​m​-​m​a​i​n​-​r​o​t​e​-​f​a​h​n​e​n​-​a​u​f​-​p​a​l​a​e​s​t​e​n​.html

Peter Nowak

Rote Fahnen auf Palästen

Peter Haumer erinnert an ein öster­rei­chi­sches Revo­lu­ti­ons­ka­pitel

Der bevor­ste­hende 100. Jah­restag der Novem­ber­re­vo­lution in Deutschland sollte nicht ver­drängen, dass 1918/19 auch andernorts eine eman­zi­pative Alter­native zur bür­ger­lichen Gesell­schaft auf der Tages­ordnung stand. Auch in Öster­reich wehten rote Fahnen über Adels­pa­lästen. Ende 1918 brach als Folge des Ersten Welt­kriegs die K.u.K.-Monarchie »ras­selnd zusammen«, wie Peter Haumer schreibt. Am Tag der Aus­rufung der Republik Öster­reich demons­trierten Tau­sende Arbeiter für eine sozia­lis­tische Republik. »Sie hatten ganz kon­krete Vor­stel­lungen, wie dies zu bewerk­stel­ligen sei: Selbst­or­ga­ni­sation in Form der Räte­be­wegung.« Mit seiner »Geschichte der F.R.S.I.« ent­reißt Haumer die Föde­ration Revo­lu­tio­närer Sozia­listen der Ver­ges­senheit, in die sie mit der Kri­mi­na­li­sierung und Ver­folgung ihrer Akteure nach der Zer­schlagung der Revo­lution geriet. Ihr Kampf um eine neue Gesell­schaft wurde zunächst von den Aus­tro­fa­schisten und nach dem »Anschluss« an das »Deutsche Reich« von den Nazis aus dem öffent­lichen Bewusstsein getilgt. Insofern ist dieses Buch eine ver­dienst­volle, not­wendige Pio­nier­arbeit.

Der Autor bietet Ein­blicke in die Vor­ge­schichte der Revo­lution, stellt Akteure vor, skiz­ziert die Ereig­nisse und benennt die Gründe für die Nie­derlage. Er beschreibt, wie schon 1915 linke Sozi­al­de­mo­kraten gegen die Burg­frie­dens­po­litik ihrer Par­tei­führung oppo­nierten. In ihrem macht­vollen Janu­ar­streik 1918 pro­tes­tierten Arbei­te­rinnen und Arbeiter wich­tiger öster­rei­chi­scher Rüs­tungs­be­triebe gegen die sinnlose Fort­setzung des Krieges und grün­deten Räte, die Grundlage für die F.R.S.I. Haumer ver­weist auf den Ein­fluss der rus­si­schen Okto­ber­re­vo­lution von 1917 auf auch Anar­chisten und Anar­cho­syn­di­ka­listen. Nach dem Janu­ar­aus­stand fielen die Linken wieder in gegen­seitige Schuld­vor­würfe zurück, bis im Laufe des Jahres 1918 die revo­lu­tionäre Welle erneut an Schwung gewann und For­de­rungen nach einem sofor­tigen Frieden ohne Anne­xionen arti­ku­liert wurden. Am 3. November 1918 gründete sich die Kom­mu­nis­tische Partei Deutsch-Öster­reich, Wochen vor der deut­schen KP. Doch nicht sie, sondern die F.R.S.I. war zunächst die trei­bende Kraft der Revo­lution in Öster­reich. Schon mit dem Begriff Föde­ration wird deutlich, dass es sich um einen dezen­tralen Zusam­men­schluss linker Gruppen han­delte, die für eine sozia­lis­tische Zukunft kämpften.

Julius Dickmann, einer der wich­tigen Ver­treter des Räte­ge­dankens in Öster­reich, beschrieb die Dif­fe­renzen zur KPÖ: »Auch wir sind Anhänger der kom­mu­nis­ti­schen Gedanken. Auch wir ori­en­tieren uns an der Rus­si­schen Revo­lution, aber wir lehnen es ab, den rus­si­schen Kom­mu­nismus fix und fertig auf unsere Ver­hält­nisse zu über­tragen.«

Haumer zeigt, wie eng das Schicksal der Revo­lution in Öster­reich mit der baye­ri­schen und unga­ri­schen Räte­re­publik ver­knüpft war. Deren blutige Zer­schlagung stärkte auch die reak­tio­nären Kräfte in Öster­reich, wor­aufhin die Mehrheit der F.R.S.I. im Mai 1919 die Fusion mit der KPÖ beschloss. Manche ihrer Akti­visten wie Julius Dickmann blieben jedoch par­teilos. Fast erblindet wurde der Räte­kom­munist 1942 von den Nazis ermordet.

Peter Haumer: Geschichte der F.R.S.I. Die Föde­ration Revo­lu­tio­närer Sozia­listen »Inter­na­tionale« und die öster­rei­chische Revo­lution 1918/19., Man­delbaum, 260 S., br., 17 €.

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Peter Nowak