Das Milieu, in dem sich der Attentäter von Wächtersbach bewegte, hatte mit dessen extrem rechter Gesinnung kein Problem. Viele wollen das nicht wahrhaben.

Wenn niemand die Rassisten stoppt

Etwa 250 Men­schen demons­trierten am Samstag in Wäch­tersbach gegen Ras­sismus. Einen Tag danach erin­nerte nichts mehr an den Mord­an­schlag auf einen Eri­treer

Etwa 250 Men­schen demons­trierten am Samstag in Wäch­tersbach, einer Klein­stadt zwi­schen Frankfurt am Main und Fulda im hes­si­schen Main-Kinzig-Kreis, gegen Ras­sismus. Auf­ge­rufen hatten migran­tische Gruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet; aber auch einige Bewohner des Orts betei­ligten sich daran.,Fünf Tage zuvor hatte Roland K. in der Wäch­ters­bacher Indus­trie­straße auf einen Mann aus.…

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Der 55-jährige Roland K. hat am 22. Juli auf einen Mann aus Eritrea geschossen und ihn schwer verletzt. In seiner Nachbarschaft soll er als „Asylantenhasser“ bekannt gewesen sein.

Rassistischer Mordversuch mit Ansage

Der Mord­versuch hat den Fokus auf die auch bun­desweit rele­vante rechte Szene in Wäch­tersbach und Umgebung gerichtet

Noch ist unklar, ob Roland K., der am 22. Juli 2019 in Wäch­tersbach einen Mann aus Eritrea durch Schüsse schwer ver­letzte, in rechten Zusam­menhang aktiv war. Klar ist aber mitt­ler­weile, dass es sich um einen …

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In Bezug auf den konservativ-nationalen Widerstand des 20. Juli 1944 sind sich Bundesregierung und Neue Rechte einig. Und daran gibt es kaum noch Kritik

Kein Generalverdacht gegen die Bundeswehr

Ein Teil der linken Kri­tiker ver­teidigt mitt­ler­weile die Bun­deswehr und unter­stützt angeb­liche Kriege für die Durch­setzung der Men­schen­rechte. Daher stößt Kramp-Kar­ren­bauers Erklärung, sie wolle die Bun­deswehr nicht unter Gene­ral­ver­dacht stellen, kaum mehr auf Kritik. Wer die Generäle des 20.Juli 1944 nicht kri­ti­sieren will, stellt natürlich auch die Bun­deswehr nicht unter Gene­ral­ver­dacht.

Es war Zufall, dass Annegret Kramp-Kar­ren­bauer ihren neuen Job im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­terium kurz vor einem his­to­ri­schen Gedenktag über­nommen hat. Es handelt sich um den 20. Juli. In diesem Jahr wurde dem 75 Jah­restag jener Offi­ziers­re­volte am 20. Juli 1944 gedacht, als…

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Lediglich 60 Personen haben sich am gestrigen Sonntag auf dem Breitscheidplatz in Berlin eingefunden, um für „deutsche Kultur in Deutschland“ zu demonstrieren.

Schlappe für den „Volkslehrer“

Für Nerling war die Aktion am 14. Juli war eine Nie­derlage.

Nicolai Nerling dürfte schon geahnt haben, dass seine seit Wochen ange­kün­digte „Demons­tration für deutsche Kultur in Deutschland“ in Berlin auf wenig Resonanz stoßen wird. Noch wenige Tage vorher ver­suchte der als „Volks­lehrer“ fir­mie­rende 39-Jährige, die extrem rechte Szene zu mobi­li­sieren. Am Sonntag fanden sich schließlich maximal.…

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Eine Ausstellung in Berlin erinnert an den Aufbau der Arbeitsministerien in der Nachkriegszeit

Unterschiede bei der Aufarbeitung

Die Aus­stellung doku­men­tiert das Maß der Ent­rechtung der Arbeiter*innen in Deutschland sowie in den von Nazis besetzten Gebieten, und sie beschreibt den völlig unter­schied­lichen Umfang mit den NS-Belas­teten in Ost- und West­deutschland. Damit setzt sie Maß­stäbe für den Umgang mit der Geschichte in beiden Teilen Deutsch­lands nach 1945, in einer Zeit, in der unter dem Stichwort »Grün­dungs­mythos Anti­fa­schismus« der DDR abge­sprochen wird, einen Neu­anfang ohne NS-Belastete Per­sonen in die Wege geleitet zu haben.

»Das Reichs­ar­beits­mi­nis­terium 1933 – 1945. Beamte im Dienste des Natio­nal­so­zia­lismus«, lautet der Titel einer Son­der­aus­stellung in der Ber­liner Gedenk­stätte Topo­graphie des Terrors. Über die Eröffnung der Expo­sition, auf der Ergeb­nisse einer unab­hän­gigen Historiker*innenkommission vor­ge­stellt werden, berichtete »nd« bereits im Hin­blick auf die Geschichte des Reichs­ar­beits­amtes bis zum Untergang des Hitler-Reiches. Der letzte Teil der Aus­stellung doku­men­tiert den grund­legend unter­schied­lichen Umgang mit dem NS-Per­sonal in beiden Teilen Deutsch­lands nach 1945:…

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Anne Beaumanoir:

Mutige Frau

Anne Beau­manoir weilt diese Woche in Berlin; es wird ihr letzter Besuch in der Haupt­stadt Deutsch­lands sein, meint die 96-jährige, beein­dru­ckende Frau.

Im Alter mögen uns Ver­hal­tens­weisen von damals wider­sinnig erscheinen, wie Jugend­sünden, obwohl uns der Gedanke auf­drängt, dass unter ähn­lichen Umständen und in der­selben Umgebung alles genauso ablaufen würde, wie in der alten Zeit.« Diesen Satz stellt Anne Beau­manoir dem ersten Band ihrer Lebens­er­in­ne­rungen voran, der jetzt auch auf Deutsch erschienen ist. Die 1923 in der Bre­tagne geborene Fran­zösin beschreibt zunächst ihre unbe­schwerte Kindheit als Tochter einer wohl­ha­benden bür­ger­lichen Familie. Damit war es vorbei, als.…

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osovo oder das Ende der Außenpolitik in der Bewegungslinken.

Paradoxien in olivgrün

Im Wider­stand gegen den Koso­vo­krieg, dessen heiße Phase dieser Tage von 20 Jahren endete, waren letzt­malig alle Lager der Bewe­gungs- linken vereint. Doch wurde diese Chance nicht genutzt. Heute hat hier­zu­lande die gesell­schaft­liche Linke zu ihrem klas­sischsten Thema – Krieg und Frieden – nichts mehr zu sagen.

Manchmal ist Satire die beste Analyse: »Grüne im Glück: Mehrheit ihrer Wähler zu jung, um sich an Regie­rungs­be­teili- gung 1998–2005 zu erinnern« schlag­zeilte jüngst »Der Pos­tillon« mit Blick auf Umfra- gen und die Euro­pawahl. Dabei »zitierte« man junge Grü­nenfans, die sich gar nicht vor­stellen können, dass die Partei ihrer Erstwahl jemals mit­re­giert habe, weil es ja dann der Umwelt besser gehen müsste – und nicht glauben wollen, dass die Grünen.…

„Para­doxien in olivgrün“ wei­ter­lesen
Direktor des Jüdischen Museums Berlin muss nach Literaturempfehlung zurücktreten

Ist das Lesen kritischer Texte ansteckend?

der Kunst befasst man sich gerade auch mit mino­ri­tären Gruppen. Das war schon immer der beste Teil der Kultur und der Horror aller Ver­ein­facher, die die Kunst für die Sache ihres Staates, ihrer Nation oder für das, was sie für Sozia­lismus hielten, ein­spannen wollten.

Der Direktor des Jüdi­schen Museum Berlin Peter Schäfer ist vor wenigen Tagen zurück­ge­treten [1], um wei­teren Schaden vom Jüdi­schen Museum abzu­wenden, wie es in einer kurzen Erklärung [2] heißt.Der Schritt ist besorg­nis­er­regend, weil im Fall von Peter Schäfer eine rechte Kam­pagne erfolg­reich war. Er stand seit Jahren im Fokus ultra­rechter Kritik, weil er auf der.…

„Ist das Lesen kri­ti­scher Texte anste­ckend?“ wei­ter­lesen