Angriff der Eliten

Vor mehr als 15 Monaten sorgte der ehe­malige Ber­liner Finanz­se­nator Thilo Sar­razin mit seinem Buch Deutschland schafft sich ab für ein großes Medi­enecho mit weit­rei­chenden gesell­schaft­lichen Folgen.

Viele Bücher sind darüber in poli­tisch guter Absicht, aber oft geringer theo­re­ti­scher Fun­dierung ver­fasst wurden. Als Bei­spiele seien hier das als Anti-Sar­razin-Buch hoch­ge­lobte Inte­gra­tions-unwillige Muslime von Ahmet Toprak oder Anti-Sar­razin von Sascha Sta­nicic genannt.
Die drei hier vor­ge­stellten Bücher befassen sich mit den Vor­läufern Sar­razins und den Aus­wir­kungen der von seinem Buch aus­ge­lösten Debatte auf einem hohen theo­re­ti­schen Niveau und bleiben auch nach dem Ende des Hypes um Sar­razin lesenswert.

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Die trüben Quellen des Thilo Sarrazin

Die von dem ehe­ma­ligen Ber­liner Senator und spä­teren Vor­stands­mit­glied der Deut­schen Bank Thilo Sar­razin mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ aus­ge­löste Debatte ist mitt­ler­weile fast 15 Monate alt. Das von dem Autorenduo Thomas Wagner und Martin Zander ver­fasste Büchlein ist trotzdem noch mit Gewinn zu lesen.

In 12 gut les­baren Kapiteln spüren sie den ideo­lo­gi­schen Quellen nach, denen sich Sar­razin bediente. Dar­unter befinden sich die USA-Autoren Richard Herrn­stein und Charles Murray, die 1994 mit ihrem in rechts­las­tigen Kreisen gefei­ertem Buch „Die Glo­cken­kurve“ die These von der gene­tisch ver­erb­baren Intel­ligenz ver­brei­teten Statt Pro­gramme zur Bekämpfung von Armut for­derten sie mehr staat­lichen Druck auf die Armen. Damit sprechen sie auch vielen Sar­razin-Fans aus dem Herzen. Eine weitere seiner trüben Quellen ist der Human­ge­ne­tiker Volkmar Weiss, der bisher als Autor ver­schie­dener rechts­las­tiger Zei­tungen und als von der säch­si­schen NPD-Fraktion als Gut­ach­achter in die Enquete­kom­mission zur demo­gra­phi­schen Ent­wicklung Deutsch­lands berufene Experte seine Thesen ver­breite. Mit der Sar­razin-Debatte wurden sie auch in der Mitte der Gesell­schaft ver­breitet. Wagner und Zander sen­si­bi­li­sieren ihre Leser dafür.

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