Deutsch gegen Deutschland

Hans Deutsch kämpfte für die Wie­der­gut­ma­chung von NS-Opfern. Ein Buch erinnert daran, wie ein Kartell von Alt­nazis den jüdi­schen Rechts­anwalt kri­mi­na­li­sierten. Die Spuren führen auch in die Schweiz.

Wenn sich Deutschland heute als Welt­meister bei der Auf­ar­beitung der NS-Ver­brechen feiern lässt, wird häufig ver­gessen, dass in West­deutschland bis in die 1980er Jahre die NS-Opfer und ihre Unter­stüt­ze­rInnen bekämpft und ver­leumdet wurden. Wie die wieder in Amt und Würden gelangte ehe­malige NS-Beam­ten­schaft vorging, zeigt die Kam­pagne gegen den in Öster­reich gebo­renen Rechts­anwalt Hans Deutsch.

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Vor 80 Jahren

Rezension von: Alina Bothe und Gertrud Pickhan (Hg.): »Aus­ge­wiesen! Berlin, 28. 10. 1938. Die Geschichte der ‚Polen­aktion‘«

»Pol­nische Juden unter Einsatz von Schuss­waffen über die Grenze gezwungen«, lautete am 30. Oktober 1938 eine Schlag­zeile in der bri­ti­schen Presse. Es ging um…

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Ausgewiesen! Berlin, 28.10.1938

In diesen Tagen jährt sich zum 80ten Mal eine weit­gehend ver­gessene Aktion, mit der NS-Deutschland die Grenzen des Unrechts aus­testete. Heute, wo der Faschismus für die Märkte wieder eine Option ist, ist es not­wendig, sich zu erinnern.

»Die Aktion wurde von der Polizei mit großer Bru­ta­lität durch­ge­führt.

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Antifaschismus aus der Gegenwart herleiten

Geschichte: Henning Fischer hat eine poli­tische Kol­lek­tiv­bio­grafie von kom­mu­nis­ti­schen »Ravens­brü­ck­e­rinnnen« geschrieben

Der Ber­liner His­to­riker Henning Fischer hat die Lebenswege von Frauen vor­gelegt, die die Lager­ge­mein­schaft Ravens­brück grün­deten. Er ver­folgt ihren Lebensweg von ihrer Poli­ti­sierung in der Wei­marer Republik und beschreibt ihr Enga­gement für den poli­ti­schen Umbruch, der in der völ­ligen Ent­rechtung des KZ-Systems endet. Sehr detail­liert beschreibt er die Hoff­nungen der Frauen nach der Befreiung sowie ihre dia­mental unter­schied­liche Geschichte in West- und Ost­deutschland. Während sie in der BRD bald an den Rand gedrängt und als Kom­mu­nis­tinnen wieder kri­mi­na­li­siert werden, werden sie in der DDR zur Teil der offi­zi­ellen Erzählung vom anti­fa­schis­ti­schen Staat.

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Frauen im Widerstand

Der His­to­riker Henning Fischer hat eine Geschichte der Frauen der Lager­ge­mein­schaft Ravens­brück ver­öf­fent­licht. Er ver­folgt den Lebensweg der Frauen ab der Zeit ihrer Poli­ti­sierung…

in der Jugend, beschreibt ihr Enga­gement für die KPD in der Wei­marer Republik und ihre Ent­rechtung im KZ-System des Natio­nal­so­zia­lismus. Anschaulich zeigt er, wie die inhaf­tierten Kom­mu­nis­tinnen eine soli­da­rische Gemein­schaft bil­deten, die zugleich alle anderen Gefan­genen aus­schloss. Die meisten Über­le­benden stürzten sich nach 1945 in Ost- und West­deutschland wieder in die poli­tische Arbeit, was Fischer als eine Form der Trauma­bewältigung deutet. Der Kalte Krieg…
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Dresdner Opfermythos trifft auf Installation eines syrischen Künstlers

»Das Monument« und viele Fragen, u.a.: Welche sym­bo­lische Bot­schaft geht von einer von Isla­misten gegen eine repressive lai­zis­tische Regierung ver­tei­digten Bar­rikade aus?

Vor dem Jah­restag zur Bom­bar­dierung Dresden mar­schieren die Rechten wieder in der säch­si­schen Stadt auf. Die Mobi­li­sierung der Gegner[1] ist in diesem Jahr aller­dings schwächer als im letzten Jahr. Das dürfte auch darin liegen, dass die Nazi­gegner mit den all­wö­chent­lichen Pegida-Auf­mär­schen ständig zu tun haben.

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NS-Geschichte in Dokumenten

Eine Tri­logie erinnert an die braune Zeit in Berlin – ein Beitrag zum The­menjahr „Zer­störte Vielfalt“ mit dem 2013 an mehrere Jah­restage des Nazi-Terrors erinnert wird.

„Wer die Ver­gan­genheit ver­stehen will, muss die zeit­ge­nös­si­schen Quellen im Ori­ginal lesen. Nur so lässt sich direkt nach­voll­ziehen, wie die Situation im jewei­ligen Moment einer Ent­scheidung wahr­nehmbar war, wie die Betei­ligten die Situation sub­jektiv ver­standen und mit­ge­stal­teten.“ Diese Sätze schrieb der His­to­riker Sven Felix Kel­lerhoff in der Ein­leitung des im Berlin Story Verlag erschienen Doku­men­ten­bands „Das braune Berlin“.

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Die sich nicht brechen ließen

»Sie hätten klar und deutlich schreiben müssen, dass Noetzel als Nazi-Opfer ver­storben ist … Es hieß damals, Noetzel hätte sich auf­ge­hängt. Leute, die es noch besser wissen müssen als ich, behaupten aller­dings, er sei ermordet worden.«

Diesen Leser­brief schrieb der ehe­malige SPD-Ober­bür­ger­meister von Wies­baden, Georg Buch, am 30. Dezember 1980 an den »Wies­ba­dener Kurier«. Das kon­ser­vative Lokal­blatt hatte über eine Aus­stellung des Malers Adolf Noetzel berichtet und seinen Kampf gegen den Faschismus ver­schwiegen. Er sei 1941 in Wies­baden gestorben, hieß es in dem Blatt. Von der Folter, der er in den letzten Wochen seines Lebens in den Händen der Gestapo aus­ge­setzt war, kein Wort.

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