Rechtsextreme Demo in Fulda

Fackelmarsch der Neonazis

Rechts­ex­treme instru­men­ta­li­sieren die Toten der alli­ierten Bom­ben­an­griffe in Fulda. Am 16. Februar ist ein wei­terer Fackel­marsch geplant.

FULDA taz | Kurz vor Jah­resende gab es im ost­hes­si­schen Fulda einen Groß­einsatz der Polizei. Der Grund war ein als Spon­tan­de­mons­tration ange­mel­deter Auf­marsch der neo­na­zis­ti­schen Kleinst­partei „Der III. Weg“ durch die Fuldaer Innen­stadt am Sonn­tag­abend. Etwa 20 Rechts­ex­treme aus dem gesamten Bun­des­gebiet trugen ein Trans­parent mit der Parole „Besatzer raus – damals wie heute“.
Der Auf­marsch……in Fulda war der Abschluss eines mehr­tä­gigen Fackel­mar­sches der Neo­nazis unter dem Motto „Gedenktag für die Bom­ben­opfer“. Damit wollen die Rechts­ex­tremen die Toten der alli­ierten Bom­ben­an­griffe im Zweiten Welt­krieg für ihre rechte Pro­pa­ganda instru­men­ta­li­sieren. Aller­dings unter­sagte die Polizei einen Teil der geplanten Route durch das Aus­geh­viertel von Fulda. „Der Weg an den ganzen Kneipen vorbei – das wäre zu gefährlich gewesen“, erklärte ein Sprecher der ­Fuldaer Polizei gegenüber der Fuldaer Zeitung.
Für den 16. Februar ruft „Der III. Weg“ erneut zu einem Fackel­marsch nach Fulda und hat mit der Mobi­li­sierung begonnen. In einem Aufruf wird Fulda neben Dresden als „Opfer des alli­ierten Bom­ben­terrors“ bezeichnet. In den ver­gan­genen Jahren gab es immer wieder Auf­märsche rechts­ex­tremer Gruppen in Städten, die von den Alli­ierten im Zweiten Welt­krieg bom­bar­diert wurden.
Laut einer lang­jäh­rigen Ken­nerin der linken Bewegung in Fulda, Karin M., die wegen Dro­hungen von rechts nicht ihren voll­stän­digen Namen in der Zeitung lesen will, war es nicht das erste Mal, dass Neo­nazis in der ost­hessischen Region auf­tauchen. Bis 1989 gab es an Sil­vester in der Rhön Auf­märsche der später ver­bo­tenen Wiking­jugend. 1993 ver­legten die Neo­nazis den Gedenk­marsch zum Todestag des Hitler-Stell­ver­treters Rudolf Hess kurz­fristig nach Fulda.

Peter Nowak

Erst­ver­öf­fent­li­chungsort:
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