Wirksame Selbstermächtigung

Soli­da­rische Aktion Neu­kölln unter­stützt bei Pro­blemen

Das Job­center nervt? Deine Miete wurde erhöht? Dein Chef stresst Dich? Komm zur Soli­da­ri­schen Aktion Neu­kölln«. Flyer mit dieser Ein­ladung werden seit einigen Wochen regel­mäßig vor Job­centern, aber auch auf Märkten und Plätzen im Ber­liner Stadtteil Neu­kölln ver­teilt. An der Arbeit der Stadt­teil­gruppe, die sich vor einigen Monaten gegründet hat, betei­ligen sich Men­schen, die in Neu­kölln wohnen und sich in der Ver­gan­genheit mit Job­centern, Chefs oder Ver­mie­te­rinnen und Ver­mieter aus­ein­an­der­setzen mussten. Dabei haben sie die Erfahrung gemacht, dass man allein wenig erreicht und sich daher zusam­men­schließen muss. »Nach­ba­rInnen helfen Nach­ba­rInnen« beschreibt Claudia Steinle das Grund­prinzip der Arbeit der Soli­da­ri­schen Aktion (SolA). Dass es nicht um kari­tative Hilfe geht, wird im Ein­la­dungs­flyer deutlich »Wir unter­stützen uns bei unseren Pro­blemen«, heißt es dort.
Auch an der Mobi­li­sierung zur ber­lin­weiten Mie­ter­de­mons­tration Mitte April 2018 hat sich Soli­da­rische Aktion (SolA) beteiligt. Unter dem Motto »5000 Flyer für Neu­kölln« rief sie zur gemein­samen Teil­nahme auf und sprach damit Men­schen an, die noch nie auf einer Demons­tration waren. In der letzten Zeit haben auch außer­par­la­men­ta­rische Initia­tiven in Bremen, Hamburg und Leipzig den Stadtteil als Ort der Selbst­or­ga­ni­sierung ent­deckt. Auf bun­des­weiten Treffen tau­schen die Stadt­teil­gruppen ihre Erfah­rungen aus. Für SolA- Aktivist Mat­thias L., der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung lesen will, ist ein zen­trales Moment die Selbst­er­mäch­tigung der Men­schen. Wer sich mit anderen zusammen gegen Schi­kanen im Job oder beim Ver- mieten wehrt, ist dann eher bereit, auf eine Demons­tration gegen hohe Mieten zu gehen oder sich für bes- sere Arbeits­be­din­gungen ein­zu­setzen. In der Nach­bar­schafts­gruppe lernen sich Men­schen kennen, die seit Jahren im gleichen Stadtteil wohnen und nie ein Wort mit­ein­ander gewechselt haben. Erika Kaufmann betont im Gespräch mit dem Sprachrohr, wie wichtig ein solcher Ort der Begegnung in einer Zeit ist, wo es auch am Arbeits­platz oft schwierig ist, sich zu treffen und aus­zu­tau­schen. Sie wünschte sich, dass zum SolA-Treffen auch Beschäf­tigte kommen, die sich an ihren Arbeits­plätzen orga­ni­sieren wollen. Die Treffen finden jeden 1. und 3. Dienstag im Monat um 17.30 Uhr im ORI in der Frie­del­straße 8 in Neu­kölln statt.

Peter Nowak

Anfragen an: solidarische-​aktion@​riseup.​net,
Infos: soli​da​ri​sche​aktion​.blog​sport​.eu

aus Sprachrohr 8/2018

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