Arbeit neu definieren

Ein breites Bündnis von Attac über Natur­freunde bis ver.di will Dis­kussion zur 35-Stunden-Woche neu beleben.

Die Ver­kürzung der Voll­ar­beitszeit auf eine 30-Stunden-Woche ist das Ziel eines ein­tä­gigen Kon­gresses am kom­menden Samstag in Hamburg. Weitere For­de­rungen sind eine neue Defi­nition des Arbeits­be­griffs sowie die Abkehr vom Wachs­tums­zwang. Ver­an­staltet der Kon­gress von ver­schie­denen sozialen Initia­tiven wie der glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­schen Orga­ni­sation Attac, den Natur­freunden, der Rosa Luxemburg Stiftung und meh­reren Sozi­al­bünd­nissen.

Mit ver­schie­denen Ham­burger ver.di-Gruppen, der GEW, dem Ver­trau­ens­leu­te­körper des Haus­tech­nik­her­steller Honeywell und der ICE Ber­gedorf sind auch Gewerk­schaften ver­treten. Die Ham­burger ver.di-Gewerkschafterin Siggi Frieß, eine bekannte Ver­tre­terin der Arbeits­zeit­ver­kürzung, ist für einen Vortrag geladen sowie der Wachs­tums­kri­tiker Nico Paech und die wegen ihrer Kritik an der Hartz-IV-Praxis ent­lassene Job­center-Mit­ar­bei­terin Inge Han­nemann. »Das Thema Arbeits­zeit­ver­kürzung gehört wieder auf die Tages­ordnung. Sie bietet die Mög­lichkeit, große Pro­bleme wie die Mas­sen­ar­beits­lo­sigkeit zu bekämpfen«, erklärten ver.di-Mitglied Daria Schö­nemann und Attac-Mit­glied Dirk Schwarzer in der Kon­gres­s­an­kün­digung.

In den 1980er Jahren gab es in der BRD eine gesell­schaft­liche Bewegung für die 35-Stunde-Woche, die weit über das gewerk­schaft­liche Milieu hin­aus­reichte. Dass das heute nicht einmal in den Gewerk­schaften der Fall ist, zeigt das Fehlen wich­tiger DGB-Gewerk­schaften wie der IG-Metall auf dem Kon­gress. Dabei sorgen die in vielen Branchen umge­setzte Arbeits­zeit­ver­län­gerung und -ver­dichtung für Unmut und Krank­heiten bei vielen Beschäf­tigten. Daher kann es fruchtbar sein, dass auch Beschäf­tigte und Gewerk­schafter ihre Teil­nahme ange­kündigt haben, die vor mehr als 30 Jahren in den Kampf um die 35-Stunden-Woche invol­viert waren.

Kon­gress »Arbeits­zeit­ver­kürung – Ein Weg aus der Krise?«, Gewer­be­schule 1, Anger­straße 7, Hamburg. Im Internet unter: www​.kon​gress​-azv2014​.de/

http://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​9​3​2​4​0​0​.​a​r​b​e​i​t​-​n​e​u​-​d​e​f​i​n​i​e​r​e​n​.html


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