Urania sagt Iran-Veranstaltung ab

WEGEN MUTMASSLICHER HETZE GEGEN ISRAEL

Die Homepage der Kul­tur­ab­teilung der ira­ni­schen Bot­schaft bewirbt eine Ver­an­staltung mit dem Titel »Palästina – Frieden auf Basis von Gerech­tigkeit« am 16. August in der Urania. Doch sie wird dort nicht statt­finden: Urania-Direktor Ulrich Bleyer hat sie im Rahmen seines Son­der­kün­di­gungs­rechts abgesagt. Als Begründung ver­weist er auf das Pro­gramm und die Refe­ren­tIn­nen­liste. »Danach ist davon aus­zu­gehen, dass gegen die Urania-Ziele der Völ­ker­ver­stän­digung ver­stoßen wird, weil das Exis­tenz­recht Israels infrage gestellt oder Terror gegen Israel als Wider­stand gegen eine Besat­zungs­macht legi­ti­miert wird«, erklärte Bleyer.

Zufrieden mit der Aus­ladung zeigte sich Michael Spaney von der Initiative Stop the Bomb, die seit Jahren gegen die Ver­harm­losung der Politik des ira­ni­schen Regimes kämpft. Im Vorfeld der Ver­an­staltung hatte die Initiative in einem offenen Brief die Absage gefordert.

Die Kul­tur­ab­teilung der Bot­schaft bemühe sich, durch solche Ver­an­stal­tungen Zugang zu Uni­ver­si­täten oder Bil­dungs­ein­rich­tungen zu bekommen, begründet Spaney den Protest. »Auf den ersten Blick erscheinen einige Ver­an­stal­tungs­titel harmlos, letzt­endlich geht es jedoch immer darum, Akzeptanz für die isla­mis­tische, anti­se­mi­tische und frau­en­feind­liche Dik­tatur zu schaffen«, so Spaney zur taz. Zudem ver­deut­liche die Todes­fatwa gegen Salman Rushdie von 1989 und den in Deutschland lebenden Musiker Shahin Najafi von 2012 das Kul­tur­ver­ständnis des ira­ni­schen Regimes.

»Es gibt bestimmte Kreise, die eine künst­liche Isla­mo­phobie und Ira­no­phobie ent­stehen lassen«, erklärte der Kul­turrat der ira­ni­schen Bot­schaft, Mahdi Ima­nipour, gegenüber der taz. Ein Aus­weichort werde noch gesucht.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ba&dig=2013%2F08%2F14%2Fa0142&cHash=ddabe34430e815f921f73fa8d4a43050

Peter Nowak


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