Rechte Provokationen am Tag der Befreiung

Die NPD mar­schiert vor dem Deutsch-Rus­si­schen Museum in Berlin-Karls­horst auf – in Berlin-Buch wurde das sowje­tische Ehrenmal beschmiert.

Zum 68ten Jah­restag der Befreiung vom Natio­nal­so­zia­lismus ver­an­staltete wie in jedem Jahr das Deutsch-Rus­sische Museum in Berlin-Karls­horst ein Fest, an dem rus­sische Vete­ranen, israe­lische Jour­na­listen und Poli­tiker ver­schie­dener Par­teien teil­nahmen. Doch die Feier wurde durch eine Ver­an­staltung der NPD vor dem Museum emp­findlich gestört, die von 16.00 bis 18.00 Uhr andauerte.

Rund 30 Mit­glieder der rechten Szene, dar­unter der Ber­liner NPD-Vor­sit­zende Sebastian Schmidtke, stellten die Deut­schen als Opfer der Alli­ierten und besonders der Roten Armee hin. Schon in den ver­gan­genen Jahren hatten die NPD und andere rechts­ex­treme Gruppen Demons­tra­tionen vor dem Museum orga­ni­siert, in dem im Mai 1945 die Ver­treter des NS-Regimes die Kapi­tu­la­ti­ons­ur­kunde unter­zeich­neten.

Die Muse­ums­leitung wurde kurz­fristig von der rechten Aktion am 8. Mai infor­miert. „Eine Benach­rich­tigung durch die ört­liche Polizei erfolgte mündlich einige Stunden vor Beginn der Kund­gebung. Zahl­reiche Gäste zeigten sich ver­ständ­nislos und empört von der Präsenz der NPD-Anhänger vor dem his­to­ri­schen Ort“, erklärte die Pres­se­spre­cherin des Deutsch-Rus­si­schen Museums Julia Franke. Auch Muse­ums­di­rektor Jörg Morre kri­ti­sierte im Gespräch mit dem Radio­sender „Stimme Russ­lands“, dass das Haus erst drei Stunden vorher über die rechte Demons­tration infor­miert worden sei und das noch von der untersten Ebene der Polizei.

Morre kri­ti­sierte zudem, dass die Kund­gebung genehmigt wurde. „Jeder ver­nünftige Innen­po­li­tiker dürfte wissen, was wir heute für ein Ort sind“, erklärte Morre am 8. Mai. Die Partei Die Linke hat ange­kündigt, die rechte Kund­gebung im Ber­liner Abge­ord­ne­tenhaus zur Sprache zu bringen.

Auch das sowje­tische Ehrenmal in Berlin-Buch war in der Nacht zum 8. Mai mit rechten Parolen wie „Besatzer raus“ beschmiert worden. Die Aktion erfolgte wenige Stunden, bevor die Ver­treter der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­sammlung an dem Mahnmal einen Kranz nie­der­legten. Der poli­tische Staats­schutz hat die Ermitt­lungen wegen Sach­be­schä­digung auf­ge­nommen.

aus Blick nach Rechts
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Peter Nowak


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