Recht auf die Stadt

Zu Semes­ter­anfang berichten viele Medien wieder über Stu­die­rende, die in Zelt­städten, Turn­hallen oder in Hör­sälen über­nachten müssen, weil sie keine Wohnung finden. Poli­tisch bleiben solche Berichte fol­genlos. Dagegen ver­suchen Stu­die­ren­den­ver­bände deutlich zu machen, dass die stu­den­tische Woh­nungsnot eine poli­tische und soziale Dimension hat. Ein Grund sind die sin­kenden Zuschüsse für Wohn­raum­plätze, wie der

Die stu­den­tische Wohn­raumnot ist aller­dings auch eine Kon­se­quenz der bun­des­weiten Miet­stei­ge­rungen, die es Men­schen mit geringen Ein­kommen vor allem in vielen Groß­städten immer schwerer machen, güns­tigen Wohnraum zu finden. Dagegen haben sich in vielen Städten soziale Pro­test­bünd­nisse gegründet, die ein Recht auf Stadt ein­fordern. Diese Bünd­nisse können stu­den­tische Unter­stützung gebrauchen. So würde auch ver­hindert, dass die Betrof­fe­nen­gruppen sich auf dem Woh­nungs­markt gegen­ein­ander aus­spielen lassen. Dem in manchen Pres­se­be­richten zu lesenden Lamento, der aka­de­mische Nach­wuchs habe eine Über­nachtung in Not­un­ter­künften nicht ver­dient, muss gekontert werden, dass alle Men­schen ein Recht auf eine Unter­kunft haben.

Mit einer Petition gegen die Anwendung des Miet­spiegels hat der AStA der Goethe-Uni­ver­sität in Frankfurt am Main die stu­den­tische Woh­nungsnot jetzt in einen grö­ßeren Kontext gestellt. Doch Peti­tionen und Erklä­rungen reichen nicht. Warum werden nicht Listen von leer­ste­henden Häusern ver­öf­fent­licht, die Woh­nungslose mit oder ohne Stu­den­ten­ausweis nutzen könnten? Dann würde die Woh­nungsnot in den poli­ti­schen Zusam­menhang gestellt, in den sie gehört.

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Peter Nowak