Widerstand ist möglich – sogar im Spätkauf

ARBEIT Die Klage gegen einen Laden­in­haber wegen nicht bezahlten Lohns endet mit einem Ver­gleich

Mit einem Ver­gleich endete am 20. Dezember vor dem Arbeits­ge­richt der Lohn­kon­flikt zwi­schen dem ehe­ma­ligen Mit­ar­beiter eines Fried­richs­hainer Spät­kaufs und dessen Besitzer. Der Mit­ar­beiter hatte ent­gan­genen Lohn ein­klagen wollen, weil er auf Basis eines Mini­job­ver­trags bis zu 60 Stunden wöchentlich im Laden gear­beitet habe (die taz berichtete). Der Inhaber hin­gegen gab an, der Ange­stellte sei nur 20 Monats­stunden beschäftigt gewesen. Der Ange­stellte bekommt nach der Einigung eine Abfindung von 4.000 Euro sowie eine Beschei­nigung, dass er sechs Tage in der Woche in dem Spätkauf gear­beitet hat. Beide Par­teien ver­pflichten sich wech­sel­seitig, keine wei­teren For­de­rungen mehr zu stellen und alle Anzeigen zurück­zu­nehmen. Der Spät­kauf­be­sitzer hatte nicht nur den Kläger wegen fal­scher Angaben, sondern auch mehrere Inter­net­portale ver­klagt, die über den Fall berich­teten.

Der Kläger zeigte sich gegenüber der taz über das Ergebnis erleichtert: »Ich konnte alle meine For­de­rungen durch­setzen.« Wichtig sei ihm vor allem der Nachweis gewesen, dass er sechs Tage in der Woche in dem Laden gear­beitet habe. »Der Ausgang zeigt, dass Wider­stand auch in schwer orga­ni­sier­baren Branchen möglich ist«, meinte auch der Sekretär der Ber­liner Freien Arbei­te­rInnen-Union (FAU), Florian Wegner. Der Ange­stellte hatte sich von der anar­cho­syn­di­ka­lis­ti­schen Gewerk­schaft unter­stützen lassen. In den ver­gan­genen Wochen orga­ni­sierte sie mit einer Fried­richs­hainer Nach­bar­schafts­in­itiative mehrere Ver­an­stal­tungen und Kund­ge­bungen in der Nähe des Spät­kaufs. Die letzte fand am ver­gan­genen Freitag statt, dazu schickte auch die als »Emmely« bekannt gewordene Kaiser’s-Kassiererin eine Gruß­adresse. Sie war bun­desweit bekannt geworden, weil sie sich erfolg­reich gegen ihre Ent­lassung wegen eines angeblich unter­schla­genen Fla­schenbons im Wert von 1,30 Euro gewehrt hatte.
p://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=bl&dig=2011%
2F12%2F21%2Fa0153&cHash=a6871e869f
Peter NOwak

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