Gemeinsam gegen Islamismus

DEMO Ver­schiedene Gruppen orga­ni­sieren Pro­teste gegen isla­mis­tische Al-Quds-Demons­tration

Es ist wieder so weit: Wie jedes Jahr mobi­li­sieren isla­mis­tische Gruppen »im Zeichen der isla­mi­schen Befrei­ungs­be­we­gungen in der ara­bi­schen Welt« zur Demons­tration am Al-Quds-Tag am Samstag. »Gemeinsam gegen Zio­nismus und Anti­se­mi­tismus«, heißt es auf der Homepage. Dass sich die Orga­ni­sa­toren inzwi­schen zumindest verbal von offenem Judenhass abgrenzen, ent­springt für Jörg Fischer Aharon vom Bil­dungs­verein haKadima eher tak­ti­schen Erwä­gungen. So würden Teil­neh­me­rInnen des Al-Quds-Tags Kri­ti­ke­rInnen den Hit­lergruß zeigen und offen zur Ver­nichtung Israels auf­rufen.

Fischer Aharon ist Anmelder einer Kund­gebung am Joa­chim­s­taler Platz, mit der ein Bündnis zivil­ge­sell­schaft­licher Gruppen am Samstag gegen den isla­mis­ti­schen Auf­marsch pro­tes­tieren will. Zu den Unter­stüt­ze­rInnen gehören auch die Amadeu-Antonio-Stiftung, die Jüdische Gemeinde Berlin, die Deutsch-Israe­lische Gesell­schaft Berlin und Potsdam und der Bund der Ver­folgten des Nazi­re­gimes Berlins. Das Bündnis fordert ein Ende der wirt­schaft­lichen Bezie­hungen Deutsch­lands mit Iran, die Redu­zierung der diplo­ma­ti­schen Kon­takte auf ein Minimum und die Unter­stützung der demo­kra­ti­schen Oppo­sition im Iran.

Mit einem eigenen Aufruf mobi­li­sieren anti­fa­schis­tische Gruppen zum Wit­ten­berg­platz. Es handele sich aber um keine Kon­kur­renz­ver­an­staltung, betont Fischer Aharon. Zu den Grund­lagen beider Gruppen gehöre nebem dem Kampf gegen den Isla­mismus auch die Soli­da­rität mit Israel. In der Ver­gan­genheit hatten ira­nische Oppo­si­ti­ons­gruppen öfter Kritik an dieser Ver­knüpfung geübt. Für Fischer Aharon stellt sich der Zusam­menhang jedoch dadurch her, dass sich der Al-Quds-Tag explizit gegen Israel richtet. Dennoch hätten die ein­zelnen Gruppen zur israe­li­schen Politik sehr unter­schied­liche Ansichten. »Sie eint das Bekenntnis zum Exis­tenz­recht und dem Recht auf Selbst­ver­tei­digung des israe­li­schen Staates«, betont Fischer Aharon.

Viele der am Bündnis gegen den Al-Quds-Tag betei­ligten Gruppen wollen sich auch an Pro­testen gegen Ver­an­stal­tungen von Par­teien wie »Die Freiheit« oder der »Pro-Bewegung«, den bekann­testen Expo­nenten einer rechten Islam­kritik, betei­ligen.

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=bl&dig=2011%2F08%2F26%2Fa0140&cHash=1120718c55

Peter Nowak

Kein Al-Quds-Tag! Gegen Anti­se­mi­tismus und Isla­mismus, Samstag, 12 Uhr, Wit­ten­berg­platz; sowie Kund­gebung 14.30 Uhr, Ecke Joa­chim­s­taler Str./Kurfürstendamm


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