Uni Köln hält Vertrag weiter geheim

Wach­sende Kritik an der Koope­ration mit dem Bayer-Konzern
Der Druck auf die Uni­ver­sität Köln wächst. Neben stu­den­ti­schen und gesund­heits­po­li­ti­schen Gruppen fordert auch der Daten­schutz­be­auf­tragte von NRW die Offen­legung eines Koope­ra­ti­ons­ver­trags, den die Uni­ver­sität Köln mit der Bayer HealthCare AG vor zwei Jahren geschlossen hat.
Daten­schützer sind besorgt und diese Besorgnis haben sie jetzt auch der Kölner Uni mit­ge­teilt. Sie berufen sich dabei auf das Infor­ma­ti­ons­frei­heits­gesetz von NRW. Doch die Hoch­schule bestritt von Anfang an, dass es auf den Vertrag anwendbar ist und lehnt die Ver­öf­fent­li­chung des Doku­ments beharrlich ab. Es könnten Wett­be­werbs­nach­teile ent­stehen. Zudem gelte für den Bayer-Konzern das Betriebs­ge­heimnis, lau­teten die Begrün­dungen. »Aus unserer Sicht ist die Wis­sen­schafts­freiheit höher ein­zu­schätzen als die Infor­ma­ti­ons­freiheit«, erklärt der Sprecher der Kölner Hoch­schule Patrick Hon­ecker.

Diese man­gelnde Offenheit bestärkt die Kri­tiker der Koope­ration zwi­schen Bayer und der Hoch­schule in ihrer Befürchtung, dass die For­schungs­arbeit auf die Kon­zern­in­ter­essen aus­ge­richtet wird. Sie sehen die For­schungs­freiheit in Gefahr. Schließlich soll die For­schungs­ko­ope­ration für die Bereichen Kar­dio­logie, Onko­logie, Augen­heil­kunde, Neu­ro­logie, Psych­iatrie und Kin­der­heil­kunde gelten. In einem Offenen Brief an die Uni­ver­sität Köln wollen die Kri­tiker wissen, ob die Uni­klinik auf die negative Publi­ka­ti­ons­freiheit ver­zichtete, also fehl­ge­schlagene Expe­ri­mente nicht publik macht, um die Inter­essen von Bayer zu schützen. Weitere Fragen lauten: »Wird wegen der Wahrung von Betriebs­ge­heim­nissen und Patent­rechten der aka­de­mische Aus­tausch ein­ge­schränkt? Müssen Studien vor ihrer Ver­öf­fent­li­chung der Bayer AG vor­gelegt werden?

In seiner Antwort bleibt der Jus­titiar der Uni­ver­sität Köln Alex­ander May wei­terhin bei der Position, dass für Hoch­schulen in den Bereichen For­schung und Lehre keine Aus­kunfts­pflicht bestehe. Diese Position hat er auch nach der Inter­vention des Daten­schutz­be­auf­tragten Mitte Juli in einem Schreiben an Philipp Mimkes von der »Coör­di­nation gegen Bayer-Gefahren« noch einmal bekräftigt. Das Rek­torat der Uni habe ent­schieden, »den Vertrag nicht zugänglich zu machen«, heißt es in dem ND vor­lie­genden Schreiben.

http://​www​.neues​-deutschland​.de/​a​r​t​i​k​e​l​/​1​7​6​3​1​5​.​u​n​i​-​k​o​e​l​n​-​h​a​e​l​t​-​v​e​r​t​r​a​g​-​w​e​i​t​e​r​-​g​e​h​e​i​m​.html

Peter Nowak


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